Ursula Reinhold - Erzähltes Leben
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Nach der ersten Überraschung beim Lesen fand ich, dass solche Version viel besser zu unserer Marlene passt, als alle Annahmen über ein frühes Ende. Olivers Story kommt ihrem Charakter näher und entspricht ihm einfach mehr. Außerdem liegt seine Geschichte näher am wirklichen Geschehen. Denn, so sage ich mir, wenn irgendetwas zu Ende geht, geht es auf eine andere Weise auch immer irgendwie weiter, woran wir Menschen uns halten müssen.
Aus größerem Abstand gesehen, erweist sich, dass die Mechanismen, in denen sich das Jetzige bewegt, so verschieden nicht sind, von denen, in denen sich das Vergangene bewegte. Denn wie sonst sollte alles weitergehen.
Storys über Doppelagenten sind in der Literatur natürlich nicht neu. Nur für die Beziehungen zwischen den Spionagezentralen der beiden deutschen Staaten ist solche Konstellation für die breitere Öffentlichkeit bisher nicht publik geworden. Das leuchtet ein, weil es für die Etablierung neuer Verhältnisse notwendig war, den einen Geheimdienst, dem ich im Übrigen keine Träne nachweine, zu verteufeln, um den anderen Dienst unbehelligt von öffentlicher Aufmerksamkeit, seine Dienste tun zu lassen. Für die Legitimation dieses Wechsels war es erforderlich, alles andere im Verborgenen zu belassen.
Meinem Freund Oliver kommt mit dem nachgelassenen Manuskript das Verdienst zu, auf diese Fehlstelle im öffentlichen Bewusstsein hinzuweisen, die im Übrigen auch eine Lücke in der bisherigen literarischen Aufarbeitung markiert, die nun ebenfalls als geschlossen gelten kann.
Allerdings gerät ihm sein Manuskript literarisch nicht völlig ausgewogen, ein Gesichtspunkt auf den im Anschluss an ein weiteres Problem am Ende meiner Darlegungen noch einmal zurückzukommen sein wird.
Wie schon erwähnt, ist in Marlenes Aufzeichnungen häufig von prominenten Leuten die Rede, von solchen, die in der Öffentlichkeit eine Rolle spielten oder von denen bekannt ist, dass sie die Fäden gesellschaftlicher Geschicke im Verborgenen zogen. Darunter finden sich Politiker aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Persönlichkeiten aus Schweden und Norwegen, Namen von arabischen Öl Scheichs, von Geschäftsleuten und Aufsichtsräten großer Konzerne, von Funktionären aus Sport- und Unternehmerverbänden, von mehr oder weniger bekannten Künstlern. An einer Stelle porträtiert sie einige dieser Persönlichkeiten, deren Namen sie allerdings nur mit Initialen bezeichnet. Aus den Details, die sie schildert, ist in einzelnen Fällen darauf zu schließen, um wen es sich handelt. Auf jeden Fall hat Oliver, wie ein dem Manuskript beiliegendes Blatt zu entnehmen ist, versucht, diese Namen zu entschlüsseln, was ihm in einigen Fällen auch gelungen zu sein scheint. Erst beim Weiterlesen erkannte ich, dass er damit seinem Erzählen eine erneute Wendung gibt. Er lässt nämlich seinen Protagonisten die Initialen der Prominenten enträtseln, um ihn später mit diesem Wissen eine einträgliche Erpressungstour unternehmen zu lassen. Damit gewinnt die Geschichte Tempo und zusätzliche Spannung, ja sie bekommt einen kriminalistischen Einschlag. Selbst in diesem Krimi-Sujet bleibt Olivers Story den wirklichen Verläufen sehr nahe, wenn er den Protagonisten bei seinen Machenschaften unbehelligt belässt. Denn natürlich ist es so, dass niemand von den Betroffenen daran interessiert sein kann, einen Erpresser anzuzeigen, weil das Aufsehen einfach zu groß wäre. Daher kann der ziemlich unbehelligt seine Namensliste abarbeiten. Der Mann wird schließlich nicht nur reich, sondern auch ein angesehener und seriöser Geschäftsmann.
Das Ganze ist nicht unwahrscheinlich, kann so oder so passiert sein. Allerdings gibt es bei der literarischen Bewältigung des Stoffes, besonders im letzten Teil, Ungereimtheiten, die wahrscheinlich im fragmentarischen Charakter des Ganzen begründet liegen. Allerdings können die ungelösten literarischen Probleme auch in der unsauberen Mischung der Genres begründet liegen, in der Tatsache, dass zwischen Dokumentation und Fiktion nicht sorgfältig geschieden wird. Dadurch bleibt bei der Lektüre für den Leser mitunter in der Schwebe, was dokumentiert und was erfunden ist an der vorliegenden Geschichte. Manchmal habe ich mich gefragt, über wen schreibt er hier eigentlich? Aber über solche Rätsel, die bisweilen beim Lesen entstehen, kann man nur Mutmaßungen anstellen, denen ich hier keinen Raum geben will. Denn mein verstorbener Freund ist mir niemals anders als dieser redliche und bedenkliche Schreibertyp begegnet.
Die literarischen Schwierigkeiten des Manuskripts, davon bin ich überzeugt, hätte mein Freund beim weiteren Fortgang der Arbeit gelöst, wenn ihm Zeit geblieben wäre, der Tod ihn nicht mitten aus dem Schreiben gerissen hätte.
Nachsatz:
Da es mir bisher nicht gelungen ist, einen Verlag für Skriptum von O. N. zu finden, habe ich mich entschlossen, in dieser Form auf das nachgelassene Manuskript meines Freundes aufmerksam zu machen. Ich verbinde damit die Hoffnung, dass sich eine Verlegerpersönlichkeit finden lässt, die bereit ist, das interessante und aufschlussreiche Material über die Vorgänge im Neptun der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
2007
Denkwürdige Begebenheiten
Mitunter bin ich überrascht, welche denkwürdigen Begebenheiten mir ein einziger Tag zuträgt. Nachrichten über mehr oder weniger Katastrophales, Überraschendes, Besorgniserregendes, Banales, Gewöhnliches bringt uns das Fernsehen jeden Abend ins Haus, ohne, dass mir solche Mitteilungen mehr als ein Achselzucken abnötigen. Ohnmachtsgefühle, sonst nichts. - Die wirkliche Welt in der ich lebe, hier im westlichen Mitteleuropa ist wohltemperiert. Ich bewohne eine angenehm warme und helle Zweizimmerwohnung, nachmittags, wenn ich meine Spaziergänge am Spreeufer entlang mache, beobachte ich die Leute, die die Enten und Schwäne mit Brot füttern. Es ist sicherlich gut gemeint, aber ich wundere mich. Ist ihnen das mit dem Algenwachstum entgangen oder ist es ihnen gleichgültig?
Mitunter gibt es Ereignisse, die mich noch am folgenden Tag beschäftigen. Einen solchen Fall gab es gestern Abend, als Schumi, zusammen mit der ganzen Mannschaft der Formel I Staffel vom Pontifex maximus, Papst Johannes Paul, empfangen wurde. Ich mag diesen alten gebrechlichen Herren nicht nur als Vater aller Katholiken, zu denen auch ich gehöre, sondern als einen wackeren Kämpfer gegen den Antichrist. In vielem stehe ich ihm fern, aber dass er sich gegen den Krieg der USA im Irak ausgesprochen hat, steigert mein Zutrauen. Wie gesagt, eigentlich mag ich ihn, aber dass er einen von diesen Autorasern empfängt, die für keinen anderen Zweck, außer für den der nervenkitzelnden Unterhaltung und des profitablen Gewinns mit dem eigenen und dem Leben anderer spielen, verstehe ich nicht. Derlei Veranstaltungen sind für mich entfesselter Irrsinn, außer dem riesigen Geschäft, das mit diesem gemacht wird. Teufelswerk, sage ich laut vor mich hin, wenn ich beim Zappen zufällig solche Bilder sehe und im nächsten Moment werden sie in die Zuschauerreihen rasen, denke ich angstvoll. Aber wie jüngst verlautet, soll es sich dabei um Sport handeln, Charakterbildung erhofft sich der hohe Vater sogar.
Noch niemals fand ich, dass der Rollstuhl des Heiligen Vaters seine Würde verletzt. Aber gestern fühlte ich mich durch die übertragene Szene aus dem Vatikan doch etwas eigenartig berührt. Musste das sein, fragte ich mich, während seine Heiligkeit im Stuhl zur Tür hereingeschoben wird, und lächelnd auf das Modell eines rot lackierten blinkenden Ferrari zufährt, das ihm die Männer mitgebracht haben.
Vielleicht erhält der Heilige Vater Bezüge von Ferrari. Auch er sollte seine Geldquellen offenlegen, denke ich mir und suche nach anderen Bildern.
Bei einer Radspazierfahrt am Spreeufer begegne ich einem älteren Ehepaar, das ich seit vielen Jahren kenne. Sie haben sich verändert, sie sind grau geworden, wie ich auch. Ob sie sich noch an mich erinnern, mich wiedererkennen, weiß ich nicht.
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