Ursula Reinhold - Erzähltes Leben

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In Berlin und im südlichen brandenburgischen Umland befinden sich die Lebensorte der Autorin, die Einblicke in eigene und fremde, sehr verschiedene Lebenssituationen gibt. Die hier vorgestellten Geschichten spiegeln die Veränderungen seit dem zeitgeschichtlichen Umsturz, dem sie ihre Entstehung verdanken. Ein Bericht über das lange Leben der Mutter schlägt einen großen Bogen übers vergangene Jahrhundert.

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In dieser Nacht hatte er ihr das Geschirr sogar vor die Füße geworfen, es krachte und schepperte, weil er die Stücke immer wieder aufhob und mit Nachdruck herunterwarf, ihr vor die Füße und sich gar nicht beruhigen konnte. Die betäubenden Geräusche des zerberstenden Geschirrs lagen ihr noch immer in den Ohren, es war fürchterlich.

Es war klar: zum KaDeWe würde sie heute nicht und überhaupt nur noch selten gehen können, obwohl ihr das Kaufen dort ein ganz eigenes Vergnügen bot, besonders jetzt vor Weihnachten, wo sich das Haus im Lichterglanz anheimelnder Dekoration und gemütvoller Musik präsentierte. Aber auch sonst: Einkauf als Selbsterfahrung, das war der Trip, auf dem sie sich in den Etagen des Einkaufspalastes bewegte. Sage mir, wo du einkaufst und ich sage Dir, wer du bist, darin war sie sich mit ihrer eleganten Freundin vollkommen einig. Nun die kaufte nur teure Markenwaren, lebte in der Welt der Schönen und Reichen, zu der sie nicht gehörte. Aber hier im KaDeWe gehörte sie doch irgendwie dazu, nahm sinnlich daran teil, ein bisschen wenigstens. Es war ein Genuss, hier bedient zu werden. Man kannte sie, die Verkäuferinnen nannten sie gnädige Frau, bemühten sich um sie, halfen Kleidungsstücke heranzuholen, die sie probierte, berieten bei der Auswahl, lobten ihren Geschmack und ihren Stil. Man behandelte sie als gute Kundin des Hauses, half beim Abtransport. Die Kassiererinnen telefonierten einen Boten herbei, der ihr die Hutschachtel und die Tüten zum Parkhaus brachte. Ja, man kannte sie und begrüßte sie mit Handschlag. Schade, dass sich das verlieren würde, wenn sie dort nicht mehr regelmäßig in Erscheinung trat. Aber das musste sie riskieren. Denn Schnäppchen gab es dort nur wenige, vielleicht gleich nach Weihnachten würde sie sich dorthin noch einmal aufmachen, aber dann musste das aufhören. Bei Kaufhof und Hertie fiel man dagegen gar nicht auf, wenn man auf den Wühltischen nach Angeboten suchte. Das hatte natürlich auch seine Reize. Man war sich und den anderen nichts schuldig, blieb unbemerkt und hatte das Gefühl, für wenig Geld viel zu bekommen. Man konnte in den Einkaufskorb legen, wonach einem immer der Sinn stand. Natürlich summierten sich auch die kleineren Preise, mit denen man es dort zu tun hatte. Auch hier würde sie aufpassen müssen.

Heute schon wird sie damit beginnen. Die Weihnachtsangebote, die ihr der Briefträger in den Kasten gesteckt hat, sind verlockend, aber sie wird auf der Hut sein müssen, bei den Preisen.

Das Ausräumen des Hängebodens musste nicht jetzt, nicht heute passieren, sie wird die Arbeit auf morgen vertagen und sich vorher blaue Säcke besorgen, in die sie stecken kann, was wirklich überflüssig ist, denn solche Nacht wollte sie nicht noch einmal erleben. Vor allem aber musste sie jetzt erst einmal die Küchenmaschine einpacken, die sie gestern gekauft hat, denn die ähnelte der, die sie schon hatten, aufs Haar. Aber sie würde das Gerät umtauschen, gegebenenfalls etwas anderes dafür nehmen, mal sehen, was im Angebot war, jetzt vor Weihnachten.

2006

Ein Berliner Wintermärchen

Die letzten milden Sonnentage brachte in diesem Jahr der November, der sonst für seine neblig kalten Tage und Nächte bekannt war. Durch die noch angenehmen Temperaturen ließ sich Frank Bär, der seit acht Jahren auf der Straße lebte, dazu verlocken, die Nächte noch im Freien zu verbringen. Nun war das Wetter plötzlich umgeschlagen und er würde den Park recht bald verlassen müssen, wollte er nicht auch den Winter hier zubringen. Dafür musste er alle Entschlusskraft mobilisieren, zu der er noch fähig war, denn für den Winter brauchte er ein warmes Plätzchen. Das war seine Maxime geworden, nachdem er es eine harte, lange Kälteperiode im Freien ausgehalten hatte.

Der Mann trug seine ganze Habe stets bei sich, alles in einem riesigen Rucksack verstaut, obenauf lagen zusammengerollt die Isomatte und der Schlafsack. In Hüfthöhe hing an einer Seite die Thermosflasche, aus der er ab und zu trank, während an der anderen Seite des Rucksackriemens eine eiserne Pfanne baumelte, Relikt aus den Zeiten seiner Hauswirtschaft, die er einst besessen hatte. Auf einem kleinen Feuer machte er sich darauf manchmal etwas Essbares warm. Er trug in jeder Hand eine der üblichen Tüten mit der Aufschrift eines Supermarktes, worin er die leeren Flaschen verstaute, die er aus den Containern und Mülleimern fischte, um sich das Pfandgeld auszahlen zu lassen. 3-4 Euro Erlös bekam er durchschnittlich zusammen, die mussten reichen, um über den Tag zu kommen. Manchmal besuchte er Bahnhofsmissionen, Einrichtungen der Berliner Tafel und andere segensreiche Verteilerstellen für die Armen der Stadt, die besonders in der vorweihnachtlichen Zeit Klamotten verschenkten, die die besser gestellten Berliner loswerden wollten. Ja, da kleidete er sich manchmal ein, aber die tagtäglichen Beköstigungsstätten mied er lieber, da gab es zwar auch manches umsonst, aber dort sah man ihn nur, wenn es gar nicht anders ging. Er wollte frei sein und autonom, er hatte eine ungebrochene Überzeugung von Menschenwürde und die verbot es ihm, nur einfach die Hand aufzuhalten. Er mied die Orte, wo er auf Elendsgestalten traf, ihr Anblick deprimierte ihn und ließ den Gedanken in sein Bewusstsein steigen, dass er ihnen ähnlich sei. Solche Ahnungen schob er fort, denn er wollte sich unterscheiden. Unverwechselbar fühlte er sich aber nur, wenn er mit sich selbst allein war oder sich unter ganz normalen Zeitgenossen bewegte. Sein Freiheitsgefühl entfaltete sich im Abstand zu den anderen, es brauchte die Distanz.

Beim Anblick aus der Ferne verschwand sein Kopf mit den langen grauen Zottelhaaren vor dem hoch getürmten Gepäck. Selten nur drehte sich ein Passant um, wenn er vorüber ging. Das registrierte Frank Bär mit gemischten Empfindungen, weil er sich schwer vorstellen konnte, welche Gedanken den anderen bewegten. Es fiel ihm nicht leicht, solche Blicke zu ignorieren. Aber glücklicherweise, fand er, beachteten die meisten Vorübergehenden ihn kaum, denn sie waren es gewohnt, in der Stadt sehr unterschiedlichen Gestalten zu begegnen.

Seit mehreren Jahren schon übernachtete er seit dem Frühjahr im Treptower Park in einem Baumhaus, das er sich aus Geäst, einigen Brettern und Pfählen zusammengebaut und mit Folien umgeben hatte. Einen Meter hoch über dem Erdboden hatte er eine Plattform gezimmert, auf der er seine Utensilien ausbreiten und sich hinlegen konnte. Dass er nicht auf dem Boden lag, gab ihm ein Gefühl von Sicherheit, denn er hatte es erlebt, dass des Nachts Wildschweine gekommen waren. Menschen verirrten sich nur sehr selten ins Dickicht, aber es war auch schon passiert, dass er seine Schlafstatt zerstört vorgefunden hatte.

So hoch oben verbrachte er nun schon mehrere Jahre die wärmere Jahreszeit. Im vorigen Jahr gab es schon im September die ersten Frostnächte und die erinnerten ihn daran, dass der Winter kommen würde und er schaffte es, sich darauf vorzubereiten, früher als in diesem Jahr. Auch jetzt plante er wieder warm über den Winter zu kommen, so wie es ihm in den letzten zwei Jahren geglückt war. Dazu musste er häufiger auf der S-Bahn sein, tagsüber und vor allem in den Abendstunden bis zum Betriebsschluss. Immer auf Fahrt, sonst wurde es für diesen Winter zu spät und er würde noch Weihnachten im Baumhaus schlafen müssen. Sicherlich, er konnte sich in einen warmen U-Bahn Schacht retten oder an einem der Bahnhöfe lauern, bis der Kältebus nach Seinesgleichen suchte. Der Fahrer lieferte sie dann in einer der Unterkünfte ab, die die Stadt für Stromer wie ihn eingerichtet hatte, denn Kältetote, das konnte sich die Hauptstadt nicht leisten, da schrie dann die Christenseele auf. Aber er ertrug es schlecht, sich auf diese Unterkünfte einzulassen, die vielen anderen, die dort waren, gingen ihm auf die Nerven, er war ein Desperado, er musste allein durch.

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