Ursula Reinhold - Erzähltes Leben
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Auch der ältere Sohn war über die von der Mutter vorgeschlagene Variante gar nicht glücklich. Denn er hatte nun keinen Grund mehr, das Haus zu verlassen, um mit den Fans seines Vereins zu feiern, ohne die Alten. Es missfiel ihm, dass die Kontroverse mit dem Vater so schnell beendet sein sollte. Irgendwie wollte er dem doch mal zeigen, wie eine Harke aussieht, wird er gedacht haben, denke ich mir.
Ich bin natürlich erleichtert, dass mein Apparat außerhalb der Familienvorplanung geblieben ist, so kann die Tochter in mein Zimmer kommen und etwas ansehen, was sie interessiert. Aber das ist nicht so leicht zu haben, bei uns draußen im Walde, wo die Satellitenschüssel hin und her schwankt und nur wenige Sender ohne lästige Werbung hinreichen. Meistens blieb sie dann in der Küche sitzen oder ging mit einem Buch ins Bett, was nicht das Schlechteste ist, darin stimmten wir beide überein, meine Tochter und ich.
Meine Bemerkung, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen dem Patriarchat in der Familie zuarbeitet, qualifiziert sie als eine meiner typischen Übertreibungen. Gute Nacht, wünscht sie mir dann!
2004
Füreinander da sein
Wir beide sind Großmütter, meine Freundin und ich. Wir lieben unsere kleinen und großen Kinder, wir tun für sie, was wir können. In einer Familie muss man immer füreinander da sein, so haben wir es immer gehalten und dabei bleiben wir auch.
Davon hat sich auch meine Freundin Edith leiten lassen, als sie vor zehn Jahren mit der damals vierköpfigen Familie ihres Sohnes zusammen ein Haus bezog. Das Siedlungshaus war ihr unerwartet als Erbe eines unverheiratet gebliebenen Onkels zugefallen und sie war erst gar nicht froh über diese Hinterlassenschaft, empfand sie als Bürde und wollte das zweigeschossige Gebäude so schnell wie möglich wieder loswerden. Das Geld werde ich verteilen sagte sie, ich habe es noch heute im Ohr. Dann stellte sich aber heraus, dass der Altbau durch eine Uralthypothek belastet war und bei einem Verkauf so gut wie nichts herauskommen werde. Der Sohn hatte ohnehin gleich Einspruch gegen ihre Pläne erhoben, einen Immobilienbesitz sollte man auf keinen Fall verschleudern, er malte es ihr in den schönsten Farben aus, wie ein so geräumiges Haus der ganzen Familie eine Wohnstatt bieten konnte. Man würde fernerhin die Miete sparen, wenn man es selbst bezog.
Alle Einzelheiten habe ich damals nicht mitbekommen, weil wir uns nur in Abständen sehen und am Telefon uns immer nur kurz fassen. Deshalb überraschte es mich, als sie mir verkündete, dass sie das Haus behalten, es sanieren und umbauen lassen wollte, eine Heimstatt für die ganze Familie solle es werden, sagte sie mir bedeutungsvoll. In den Worten mit denen sie über die Umbaupläne sprach, hörte ich die Redeweise und die Argumente ihres Sohnes heraus, des Immobilienmaklers.
Direkte Einwände wagte ich nicht, denn sie wirkte plötzlich so belebt und munter, während sie davon sprach, wie sie sich ins Familienleben einbringen wollte. Kaum, wagte ich, sie daran zu erinnern, was sie mir gegenüber nicht nur einmal versichert hatte, sie wolle ihre Wohnung nur mit den Füßen voran verlassen. Da schaute sie mich an und lachte und sagte: Du hast wohl Angst, dass ich nicht mehr so viel Zeit für Dich haben werde? Das kränkte mich, ehrlich gestanden ein bisschen und ich unterließ es, sie an Zusammenstöße mit dem Sohn zu erinnern, von denen sie mir manchmal berichtet hatte. Aber so etwas kam vor, das ging mir mit meinen Nachkommen auch nicht viel anders. Auch ich ärgerte mich gelegentlich und dann lief der Mund über, wenn sich Verdruss angesammelt hatte. Nein, ich gönnte ihr das späte Glück familiärer Geborgenheit.
Nebenbei gesagt, floss damals auch ein großer Teil ihrer Rücklagen in den Umbau, weil die Mittel des Sohnes nicht ausreichten und die Banken keine günstigen Kredite mehr gaben. Dass sie sich nun aller Mittel entblößt sah, gestand sie mir aber erst später. Kurz bevor sie ihre Wohnung aufgab und ins neue Heim übersiedelte. Da wäre ohnehin nichts mehr zu ändern gewesen. Ich erkannte meine Edith nicht wieder, die umsichtige, sparsame Frau, die nun ohne den Ertrag ihrer Lebensarbeit dastand. Aber ich bin nicht traurig darüber, dass alles weg ist, sagte sie mir, ich habe ein gutes Gefühl dabei, nun haben wir ein gemeinsames Nest und ich kann im Kreise meiner Lieben beruhigt älter werden. Immer für einander da sein, das ist das wichtigste sagte sie mir, lächelnd sah sie mich an.
Wenige Jahre nach dem gemeinsamen Start ins neue Haus ergab es sich, dass der Sohn und die Schwiegertochter sich scheiden ließen. Es ginge nicht mehr, sagte mir meine Freundin, die ständigen Kampfszenen wären nicht zu ertragen, es schallte durchs ganze Haus, wenn sie sich stritten. Auch für die Kinder wäre das Gift. Worum es ginge, konnte meine Freundin so genau nicht sagen, sie versuche schon lange nicht mehr, herauszubekommen, worum sie sich stritten und wer woran Schuld sei. Die Schwiegertochter kann nicht mit Geld umgehen, jedenfalls lautete so ein Vorwurf des Sohnes an die Frau. Edith kannte natürlich ihren Sohn und wusste, ein solcher Vorwurf ging auch bei ihm nicht daneben. Aber sie hielt sich heraus, steuerte noch einen Hunderter zusätzlich für die monatliche Familienkasse bei. Denn inzwischen war es so, dass der Sohn seinerseits nur noch gelegentlich Geld verdiente, keine Wohnungen mehr verkaufte, seitdem viele Leute immer weniger in der Tasche hatten. Indes verfügte die Schwiegertochter über regelmäßiges Arbeitseinkommen und leitete daraus das Recht ab, zu kaufen, was immer ihr gefiel. Noch und noch Überflüssiges kommentierte meine Freundin, wenn sie mir davon erzählte, vermied es aber, Partei in dem Streit zwischen den Eheleuten zu nehmen.
In früheren Zeiten hat sich meine Freundin mir gegenüber manchmal darüber beklagt, wie schwer es dem Sohn falle, mit den Geldmitteln zurechtzukommen, die ihm zur Verfügung standen. Aber ich erinnerte meine Edith an solche Geschichten nicht, weil ich spürte, es tat ihr weh, wenn andere an ihrem Sohn etwas auszusetzen hatten. Irgendwann, ganz plötzlich zog die Schwiegertochter aus, quartierte sich mit der kleinen Mareike in die 6. Etage des Wohnsilos ein, das unserer Siedlung benachbart steht. Eine winzige Wohnung hatten sie dort. Das Mädchen könne so in die gleiche Schule gehen, sagte ihr die Schwiegertochter, als Edith sie einmal auf der Straße traf. Erst von diesem zufälligen Zusammentreffen an wusste meine Freundin, wo ihre kleine Enkelin abgeblieben war. Denn von der Oma, meiner Edith, hatte sich weder die Schwiegertochter noch die Kleine verabschiedet. Ihr Auszug sollte ganz schnell gehen und unbemerkt bleiben, erklärte ihr die junge Frau mit dürren Worten. Die Großmutter könne die kleine Mareike besuchen, dagegen wolle sie nichts einwenden, sagte ihr die Schwiegertochter noch. Aber vor 18 Uhr an den Abenden seien sie nicht zu Hause, rief sie ihr noch hinterher.
Edith war ganz fassungslos als sie mir das damals erzählte. „Eingeladen haben sie mich nicht, aber ich darf vorbeischauen“, sagte sie traurig.
Längst nun hat Edith eine neue Schwiegertochter. Als die Frau ins Haus zog, haben sie Edith in ein anderes Zimmer umquartiert. Erfreut war sie darüber nicht, aber sie sah es schließlich ein, dass es sein musste. Ich kann mich schließlich auch in einem engeren Zimmer einrichten, obwohl ich mich ungern umgewöhne, gab sie mir damals zu verstehen. Denn es ging nicht anders und auch der inzwischen 12-jährige Konrad musste sein Zimmer räumen, weil es für das Mädchen nötig wurde, das die Frau mitbrachte und das natürlich auch einen eigenen Platz beanspruchen konnte. Der Junge wohnt nun unter dem Dach mit schrägen Wänden, aber er fühlt sich wohl dort oben. Jedenfalls hat er das gegenüber seiner Oma zum Ausdruck gebracht, die es mir berichtete. Er kommt regelmäßig und erzählt über die Schule, und die Oma steckt ihm Geld zu, wenn er bei ihr sitzt, weil sein Taschengeld niemals weit reicht. Das ist auch so geblieben, seitdem sie im Souterrain wohnt.
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