Ursula Reinhold - Erzähltes Leben
Здесь есть возможность читать онлайн «Ursula Reinhold - Erzähltes Leben» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Erzähltes Leben
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:5 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 100
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Erzähltes Leben: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Erzähltes Leben»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Erzähltes Leben — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Erzähltes Leben», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Inzwischen waren schwarz befrackte Kellner herbeigeeilt und versuchten die Störenfriede von den Tischen zu drängen, aber die gingen nicht, sondern lieferten sich ein Handgemenge mit den Kellnern und den Gästen, von denen sich jetzt ebenfalls einige erhoben hatten und ihrer Entrüstung über die unglaubliche Flegelei Ausdruck verliehen.
Minuten später kamen Polizisten ins Lokal und führten die Protestierer mit auf dem Rücken verdrehten Armen aus dem holzgetäfelten Saal. Der Geschäftsführer, der inzwischen herbeigeeilt war, hielt die Kellner an, sich um die Gäste zu bemühen und beförderte eigenhändig die liegengebliebenen Plakate auf die Straße.
Karl Heinz verlangte umgehend die Rechnung. Erleichtert sah er, wie sich der Kellner um einen seiner Gesprächspartner bemühte, ihm einen Fleck aus der Anzugsjacke rieb, der möglicherweise bei dem Handgemenge entstanden war.
Dem Geschäftsführer gegenüber versicherte er, von einer Strafanzeige gegen die Herren Ruhestörer abzusehen.
Das stieß auf das völlige Unverständnis der Kellner, die am meisten in die Sache verwickelt worden waren.
1999/2005
Vertretbare Entsorgung. Eine Erwägung
Es sind noch einige Jahre hin bis zur magischen 75. Aber wenn sie einfach darauf los lebte, Jahr um Jahr hintrieb auf diese Zahl, dann konnte es plötzlich zu spät sein zum Handeln. Die acht Jahre, die noch bleiben, sollte sie nutzen, sagte sie sich, um vorzusorgen, für den Fall der Fälle. Denn die Krankenkasse hatte gerade genug Ausgaben durch sie, mit der Operation des Hüftgelenkes im vergangenen Jahr, mit dem sie auch nicht besser laufen konnte, als mit dem alten. Ja, man hätte sich die Sache vielleicht doch sparen können, räumten die Operateure zaghaft ein. Aber die Kasse musste natürlich dennoch zahlen und meistens gingen diese Eingriffe ja auch erfolgreich ab, aber bei ihr war es eben die Ausnahme. Es war nicht ihre Schuld, aber es ist ihr peinlich, solche Kosten verursacht zu haben. Sie ist von bescheidener Wesensart, leicht kränkbar und schnell einzuschüchtern und sie findet, dass es nicht nötig ist, übermäßig lange zu leben, wozu auch und am Ende hatten die Kinder zu zahlen, wenn sie schließlich ein Pflegefall wird, wie ihre alte Tante, die 97 ist und nicht mehr wahrnimmt, was um sie herum vor sich geht.
Doch was ist zu tun?
Nur kurz dachte sie darüber nach, ob sie ihrem Sohn antragen sollte, einige ihrer entbehrlichen Organe im Internet zu annoncieren. Den Erlös wollte sie den Kindern für die zukünftige Rente zur Verfügung stellen. Aber schon die Andeutung eines solchen Vorhabens hatte das Kopfschütteln ihrer medizinisch gebildeten Tochter zur Folge, die zugleich auf die Illegalität solcher Angebote hinwies. Nun, strafbar wollte sie sich nicht machen, das war kein so guter Gedanke, sie musste ihre Festlegungen treffen, ohne die Kinder einzubeziehen. Die wollte sie nicht in moralische Bedrängnis bringen, denn noch war es öffentlich geächtet, mit der älteren Generation einfach kurzen Prozess zu machen. An eine stückweise Selbstentsorgung war nicht zu denken, sagte sie sich, es musste ein prompter Akt sein, präzise geplant, wirkungssicher. Mit 74 Schluss aus und Ende, denn sonst hatte sie vielleicht das statistische Durchschnittsalter der Frauen zu absolvieren, was nur die Krankenkassenkosten in die Höhe treiben würde. Die Abgaben seien inzwischen unerträglich, sagte neulich auch der Sohn, zwei Arbeitende haben einen Rentner durchzuschleppen. Als Bild bekommt sie diesen Fakt gar nicht in ihren Kopf. Sie stellt sich immer nur vor, wie zwei jüngere Menschen, die ihr nicht bekannt sind, ihr rechts und links unter die Arme greifen, während eine Schar weiß bekittelter Leute um sie herumsteht mit Spritzen und medizinischem Gerät.
Unerträglich schon das!
Vor eine S- oder U-Bahn sich zu werfen kommt nicht infrage, das erregte zu viel Aufmerksamkeit, der Schock für den Fahrer und die Verspätungen, nicht zu reden von denen, die sie bergen mussten. Das Ende musste sich in aller Stille vollziehen, sie wollte jede Demonstration vermeiden, leise wollte sie abtreten. Vielleicht konnte sie sich Barbiturate besorgen, die man in Honig aufgelöst, nehmen konnte, wie Arthur Koestler, der es satthatte, das Sterben aller einst so lebendigen Utopien weiterhin zu überleben.
Sie würde sich umsichtig eine Todesart suchen müssen, die vertretbar war: leise, ohne öffentliches Aufsehen, keine Folgerungen nahelegend, politisch und finanziell musste solches Ende eben Sinn machen, wie es heißt - es musste alles ganz selbstverständlich aussehen. Vertretbar eben.
2003
Wochenendfahrten nach Bayern
Er war jetzt wirklich in Unruhe. Bald ein Jahr lang fuhr sie nun schon Wochenende für Wochenende nach Bayern, in dieses Kaff.
”Nicht jedes Wochenende”, beharrte sie, als er sie daraufhin ansprach. Anfangs hatte sie ihn sogar aufgefordert mitzukommen. Aber er wollte nicht, er musste montags pünktlich in seiner Behörde sein, war kein Pappenstiel dort die Arbeit, man musste ausgeschlafen sein und schließlich war er froh, dass man ihn übernommen hatte, in diese Senatseinrichtung, es war nicht selbstverständlich für einen Ostler dort zu arbeiten. Aber er war staatsfern gewesen, wie sie. Begonnen hatte es bei ihr damit, dass sie unbedingt aus der Museumsarbeit rauswollte. Bald nach der Wende! Sie hatte wohl auch zu wenig Ahnung von den Textilien historischer Zeiten, da hatten andere lange studiert und sie fühlte sich beargwöhnt, konnte nicht vertragen, dass man ihre Arbeit kritisierte, witterte Intrigen, sicher gab es auch Verdrängungskämpfe und da nahm sie die Abfindung. Wahrscheinlich hätte es die in einem Jahr nicht mehr gegeben. Damals war er ganz einverstanden mit ihrer Entscheidung, er wusste ja, dass sie immer schon Schwierigkeiten hatte mit den Leuten. In der DDR wurde man ja auch wirklich reglementiert und die Chefs waren alle wie ihre Eltern, ordnungsliebende Lehrer, denen sie nicht mehr gehorchen wollte. Dafür schloss sie sich an ihn an, er schien ihr mutig, unangepasst mit seinen langen Haaren. Das imponierte ihr damals. Er bekannte ihr nur anfangs, dass er so seine 165 Zentimeter größer machen musste. Sie liebte ihn, sie wurden ein inniglich Paar. Hab´ ich sie nicht immer gewähren lassen, sinnierte er, auch wenn sie sich manchmal anzog, wie es mir nicht gefiel. Sie unterstützt, als sie vor den Chefs in die Pförtnerloge flüchtete, damals. Hier machte sie nur manchmal Dienst. Auch das fand er nicht schlecht, denn sie hatten die Tochter, die versorgt sein müsste. Er half ihr mit durchs Fernstudium, aber sie entdeckte bald, dass es sie alles wenig anging. Dann die Museumsjahre, das war ihre beste Zeit, eine richtige schöne Nische. Vor allem während der Wende. Jetzt alles neu, nach eigenen Maßen, endlich frei! So gut hatte sie sich selten gefühlt.
Belastend die Zeit, als die Tochter mit bunten Haaren unterwegs war und erst einen Hund und dann ein Baby ins Haus brachte. Ihre Toleranz und Freizügigkeit, auf die sie sich etwas zugutehielten, wurde auf eine harte Probe gestellt. Er erkannte seine Birgit nicht wieder! Hin und her war sie gerissen, schwankte zwischen Aggressivität und Gleichgültigkeit. Manchmal rastete sie reinweg aus, konnte mit der Tochter überhaupt nicht mehr. Dann wieder zwang sie sich, mit ihr die spezielle Punkmode zu erörtern, in der die sich kleidete, verteidigte die sogar vor ihm. Fiel manchmal in Depression. Da verstand er schon, dass sie dem anderen Konfliktherd im Museum entgehen wollte. Sie wollte endlich tun, was sie wollte, frei sein dazu! Oh er verstand es, obwohl sie ihm nicht sagen konnte, was sie denn suchte. Dann fand sie ein Angebot, das sie sich leisten konnte, mit ihrer Abfindung in der Tasche. Eine neue berufliche Orientierung, psychotherapeutische Richtung, ja das hatte sie immer gewollt, versicherte sie ihm. Man konnte das abgefundene Geld dafür nehmen. Er verdiente genug, konnte noch die Tochter unterstützen, die jetzt unbedingt selbstständig sein wollte, ohne eigenes Geld freilich. Das stützte seine Stellung als Familienzentrum, bekam ihm nicht schlecht. Denn in Zeiten, wo es seiner Birgit gut ging, schaute sie auch schon mal nach großen Kerlen. Er sah es, auch wenn er schwieg. In der ersten Zeit ihrer psychologischen Studien brachte sie manches Neue ins Haus. Er las mit, hörte ihr zu, nicht alles leuchtete ihm ein. Aber er widersprach nicht, hatte keine guten Erfahrungen, wenn er durch Einspruch ihre Euphorie dämpfte. Er war froh, dass sie wieder etwas hatte, woran sie glaubte. Sie war jetzt auf dem Weg zu sich selbst! Nun, es würde keine staatliche Anerkennung der Ausbildung geben. Schade, fand er und sie fand es eben typisch für den Hochmut der studierten Schulmedizin und Psychologen. Auf Alternatives sahen sie immer mit Skepsis. In gewisser Weise wie in der DDR. Dort wussten die auch immer alles besser.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Erzähltes Leben»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Erzähltes Leben» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Erzähltes Leben» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.