A. E. Eiserlo - Fanrea Band 3

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Fanrea Band 3: краткое содержание, описание и аннотация

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Emma und Ben stellen sich erneut dem Kampf gegen Xaria, die zwei ihrer Geschwister entführt. Doch die Krieger des Lichts sind nicht allein, treue Freunde stehen ihnen zur Seite. Der Weg führt in einen unbekannten Teil Fanreas, der die sechs Jugendlichen an ihre Grenzen bringt. Gleichzeitig verfolgen vier Fanreaner einen feigen Mörder und seinen zwielichtigen Gefährten. Die Jagd zwingt sie über reißende Flüsse und endet in einer dramatischen Seeschlacht. Magie und Spannung, Freundschaft und Liebe begleiten die Jäger – sind sie der Herausforderung gewachsen? Band drei der Fanrea-Serie: Ein Buch für junge Leser und junggebliebene Erwachsene!

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Tatsächlich gelangte die Gruppe durch den geheimen Eingang in die Freiheit. Triumphierend blickte der Zauberer zu den Hexen. »Na, Mädels? Verlasst euch nur auf mich, dann geht es euch gut!« Der Alkohol und sein Triumph, dass er Magor wenigstens einmal ausgetrickst hatte, ließen Woraks Laune langsam besser werden. »Tja, Bosrak, auch du hast den versteckten Weg hinein nicht entdeckt.« Genugtuung schwang in der Stimme mit.

Das Sonnenlicht blendete, sodass er und die Hexen nach der langen Dunkelheit erst einmal die Augen schlossen. Dennoch tat es gut, die Wärme in den alten Knochen zu spüren und zu merken, dass sie noch lebten.

Unschlüssig stand die Gruppe im Dunkelwald herum, bis Yarkona vorschlug: »Wir gehen zum Hexenhaus und beratschlagen, was wir tun. Da unten im Loch wird man ja bekloppt, verdammter Nilpferdkack!«

Mit skeptischem Blick musterte der Zauberer die drei Hexen. Lieber wäre er jetzt allein, denn er musste seine Gedanken sortieren und Plan G ausarbeiten. »Nein, ich habe zu tun! Ich komme nach. Nehmt die Reitwölfe! Aber du, Bosrak, könntest mal bei König Rurk herumschnüffeln und Neuigkeiten in Erfahrung bringen! Mal sehen, was bei den Achillikrussen in der Zwischenzeit passiert ist. Ich hab noch den Deal mit Rurk laufen.«

Mit fragendem Blick schaute der Gestaltwandler zu Yarkona. Immer wieder ballten seine Hände sich zu Fäusten, ohne dass er das steuerte.

Sie keifte: »Ja, hau ab, du hässliche Rattenfratze! Brauchst dich nicht auf deinen Lorbeeren auszuruhen. Tu was!« Schlecht gelaunt kratzte sie ihr Gesicht und riss dabei die Haut mit den Fingernägeln auf. Dann musterte sie nachdenklich die Schwestern, die alt, mitgenommen und müde aussahen. Die mussten in ihr Zuhause, um sich zu erholen.

Ohne weitere Worte lief Bosrak los, zu seinem Versteck im hohlen Baum, in dem er die wenigen persönlichen Gegenstände und ab jetzt den kostbarsten Schatz aufbewahrte: Wissen! Dort hinein steckte er die Tasche mit den Zauberbüchern. Nach dem Erkundungsgang für Yarkona würde er sich der Magie widmen. Heimlich und mit Geduld!

Danach rannte Bosrak weiter, während seine Gestalt allmählich verschwamm und die Luft flimmerte. Als einsame Ratte streunte er durch den Dunkelwald. Unsortierte Gedanken wirbelten ihm durch den Kopf, die ihn schließlich zwangen innezuhalten, um sich erneut zu verwandeln. Verloren stand Bosrak mitten im Wald, lehnte Halt suchend den Rücken gegen einen Baum und stöhnte. Zum ersten Mal in seinem miesen Leben brachte Yarkona ein kostbares Lob zustande, aber zerstörte es mit Gekeife und Demütigungen sogleich wieder. Sogar hässliche Rattenfratze nannte sie ihn, wo doch die Ratte seine Lieblingsgestalt war.

Langsam rutschte Bosrak am Stamm herunter, bis er saß, umschlang die Beine und starrte hasserfüllt den Erdboden an. Eine Ameise plagte sich mit einem Samenkorn ab. Genüsslich zerquetschte Bosrak sie und leckte danach den Finger ab. Unmut und trotziger Widerwillen durchströmten jede Zelle seines Körpers, tropften wie zäher Schleim durch die Adern und verteilten ihr Gift. Er, Bosrak, hatte die vier aus ihrem elenden Schicksal erlöst, dennoch wussten sie das nicht zu würdigen, sondern schickten ihn auf armselige Botengänge. Sein Wert lag unter dem eines Dieners, schien weniger als der eines Sklaven! Er hasste es, so behandelt zu werden! »Genug, genug, genug!«, flüsterte er heiser.

Voller Verzweiflung fasste der Gestaltwandler einen Entschluss: Er wäre niemandem mehr untertan! Nur noch um sein eigenes Leben wollte er sich kümmern. Sollte Yarkona schauen, wen sie tyrannisieren konnte – er wäre nicht mehr ihr Opfer! Dann gehörte er eben zu niemanden!

Wie so oft in der letzten Zeit, seit dem Erlebnis unter der Erde bei den Achillikrussen, dachte er an das Menschenmädchen. Zu gern hätte er sich beim letzten Besuch auf der Erde zu erkennen gegeben, aber ihm fehlte der Mut dazu. Was hätte er sagen sollen? Wie erklären, was er in ihrem Garten tat oder dass er ihr beim Tanzen zusah? Die Gefühle zu ihr verwirrten und quälten ihn, Emma musste aus den Gedanken verschwinden. Mit seiner gespaltenen Seele konnte Bosrak nicht umgehen. Mit der geballten Faust schlug er auf den Boden, schrie Wut und Verzweiflung heraus, brüllte wie ein Tier und durchschnitt mit seiner Stimme die Stille des Waldes. Mit dem Schrei befreite er sein gefesseltes Herz von den Verbindungen zu den Hexen, Worak und Emma. Er war ein Gestaltwandler, er konnte das Wetter beeinflussen, sogar Lesen, die Magie fiel ihm immer leichter. Verdammt, er mochte nicht länger nur ein elender Schleimfurz sein, sondern Macht verkörpern!

Ab jetzt würde er nur noch für sich selbst sorgen. Endlich war er in der Lage, Yarkona zu verlassen, um einen eigenen Weg einzuschlagen. Die Zeit der Unterwerfung gehörte der Vergangenheit an! Knurrend stand der Geschundene auf und straffte die Schultern. Sein neues Leben begann. Jetzt!

»Mein Leben! Ich entscheide über mich!«, gellten die Worte durch’s Dickicht.

*

Worak hatte die Reitwölfe für die Hexen gesattelt. Er trat als Gentleman auf, der wusste, was sich gehörte. »So, ihr alten Weiber, bis bald! Was werdet ihr tun, bis ich komme?«

»Ach, Raupenrotz, erholen werden wir uns! Lecker essen, schlafen, Pläneschmieden. Ich will meine Schönheit zurück, verdammter Krötenschleim!«

»Lass das mit dem Pläneschmieden mal meine Sorge sein! Ich kümmere mich um Plan G.«

Worak schlug einem der Reitwölfe aufs Hinterteil, sodass der mit einem großen Satz losrannte, die beiden anderen Wölfe folgten. Kreischend fiel Olandra fast herunter und konnte sich nur mühsam halten. Nach der Abreise der Hexen entkorkte Worak die nächste Flasche Schnaps und fasste einen Entschluss. Zuerst sattelte er einen weiteren Reitwolf, packte eine kleine Reisetasche aus Einhornfell und verstaute darin die letzte Schnapsflasche. Er wollte seinen Bruder Berretsch besuchen. Der lebte weit hinter den Rough Mountains als kleines Licht, was die Zauberkunst betraf. Nicht im Ansatz konnte er ihm, Worak, das Wasser reichen! Allerdings brauchte er dringend mal einen Höhlenwechsel, da wäre ein Besuch bei seinem Bruder genau richtig. Manchmal glänzte Berretsch sogar mit guten Ideen, denn er bezog viel Wissen aus Büchern. Im Grunde genommen tat er nichts anderes, als die Nase zwischen die Seiten zu stecken. Bücher – immer nur Bücher! Ständig redete er davon, ja, sammelte diese sogar! Trotzdem zog es Worak hin zum Bruder. Obwohl der wahrscheinlich erst einmal eine Schimpftirade losließe, denn beim letzten Besuch hatte Worak ein Zauberbuch mitgehen lassen. Er kicherte ausgelassen. »Ich habe es mir nur ausgeliehen, Bruderherz! Ach, was soll’s, ich kann dich sowieso besänftigen, hast ja nur mich als Zuhörer!«

Leise schnalzte Worak mit der Zunge. Sogleich setzte der Wolf sich träge in Bewegung. Auch ihm würde die Reise guttun, denn er schien eingerostet vom langen Herumliegen im Zwinger. Der Zauberer begann, ein Lied zu summen, denn seine Laune stieg. Auf der Reise wäre genug Gelegenheit, über Plan G nachzudenken, um alles zum Guten zu wenden!

Schneesturm

Annie und John ritten durchs Gebirge, um ein entlaufenes Kalb zu suchen, das zur Herde ihres Vaters gehörte. Der stahlblaue Himmel bildete einen starken Kontrast zum frisch gefallenen Schnee. Das sonst so karge Land wirkte wie in flüssige Sahne getaucht. Fast klirrte die Luft vor Kälte, sodass beim Ausatmen kleine Wolken entstanden. Die Hufe der Pferde hinterließen eine deutlich sichtbare Spur in der weißen Pracht. Dies machte es leicht, den Abdrücken des Kalbes zu folgen. Den Blick auf den Boden gerichtet, führten die beiden jungen Menschen ein intensives Gespräch. Dabei achteten sie nicht weiter auf die Wolken, die den Himmel zwar langsam, aber stetig verdunkelten. Erst als ein kalter Wind einsetzte, nahmen sie die Wetterveränderung wahr.

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