A. E. Eiserlo - Fanrea Band 3

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Fanrea Band 3: краткое содержание, описание и аннотация

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Emma und Ben stellen sich erneut dem Kampf gegen Xaria, die zwei ihrer Geschwister entführt. Doch die Krieger des Lichts sind nicht allein, treue Freunde stehen ihnen zur Seite. Der Weg führt in einen unbekannten Teil Fanreas, der die sechs Jugendlichen an ihre Grenzen bringt. Gleichzeitig verfolgen vier Fanreaner einen feigen Mörder und seinen zwielichtigen Gefährten. Die Jagd zwingt sie über reißende Flüsse und endet in einer dramatischen Seeschlacht. Magie und Spannung, Freundschaft und Liebe begleiten die Jäger – sind sie der Herausforderung gewachsen? Band drei der Fanrea-Serie: Ein Buch für junge Leser und junggebliebene Erwachsene!

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Heute begleitete John Annie zu einem traditionellen Powwow *, an dem sie teilnahm. In dem bestickten Lederkleid sah sie wunderschön aus. Kaum konnte John den Blick von ihr wenden. Immer wieder musterte er sie fasziniert und musste sich eingestehen, dass er sie äußerst anziehend fand. Ihr Kleid besaß lange Fransen, war aufwendig mit leise klingelnden Glöckchen und Perlen bestickt, deren Muster verschiedene Tiere darstellten: Bär, Adler und Wolf. Dazu trug Annie Beinlinge und verzierte Mokassins.

Telling Bear lieh John seinen Hirschlederanzug, der mit Stachelschweinborsten, Fransen und blauen Holzperlen verarbeitet worden war.

»John, du siehst toll aus! Endlich wie ein waschechter Indianer!« Annies Augen leuchteten, als sie ihm das Kompliment machte.

»Kein Vergleich zu dir! Hast du das Kleid etwa selbst angefertigt?«

»Ja! Es ist aus Hirschleder. Ich habe es erst gegerbt und danach monatelang daran gearbeitet.«

»White Bird, weißt du eigentlich, wie hübsch du bist? Ich bin tatsächlich mit dem schönsten Mädchen des Powwows unterwegs.«

Errötend schüttelte Annie den Kopf. »Du Spinner!« Doch sie strahlte vor Glück.

Die beiden mischten sich unter die anderen Teilnehmer, von denen sie freundlich begrüßt wurden. John legte den Arm um Annie, die er durch die Menge Richtung Tanzfläche schob.

Der Wettbewerb ging los. Schließlich war Annie dran. In der Mitte des Tanzbodens stand sie, selbstbewusst und schön, ihre Augen suchten Johns. Als die Blicke sich endlich trafen, lächelte die Indianerin, trotz der Anspannung, die langsam in ihr hochstieg. Dann begann sie. Der Klang der Trommeln dröhnte durch den Raum und erzeugte einen ganz eigenen Zauber. Annie nahm den Rhythmus auf, wirbelte im Kreis, sodass die Glöckchen laut klingelten, stampfte mit den Füßen im Takt. Immer schneller drehte sie den Körper. Die Zöpfe flogen hoch, ihr Rock bauschte sich, sie wiegte vor und zurück, verschmolz mit dem Klang der Trommeln.

Bewundernd beobachtete John sie. Ungezähmt und wild wirkte sie, doch zugleich zart und weiblich. Das Indianerblut in ihm regte sich. Der Rhythmus der Trommeln pulsierte in seinen Adern, John konnte kaum noch stillstehen. Er sah nur noch Annie, die herumwirbelte. Unwillkürlich begannen seine Füße im Takt zu wippen, er konnte dem magischen Ruf nicht länger widerstehen. John spürte den Sog der Trommeln und des Blutes. Er war ein Lakota! Diese Erkenntnis füllte sein Herz mit Stolz.

Befreiung

Bosrak, der Gestaltwandler, rannte in seiner Lieblingsgestalt als Ratte durch den Dunkelwald von Fanrea. Nach seinem heimlichen, kurzen Aufenthalt auf der Erde in Emmas winterlichem Garten setzte er die Suche nach seiner Herrin und ihren beiden Schwestern in Fanrea erfolglos fort. Tagelang harrte er im Hexenhaus aus und hoffte auf deren Rückkehr. Dann sah der Diener sich in den Bergen um, legte als Sarkan * große Strecken zurück, stieß aber statt auf Yarkona nur auf mehrere Drachen. Anscheinend lebte ein neues Rudel in Fanrea. Nur knapp entging er dem Tod, als es die Jagd auf ihn eröffnete.

Mittlerweile hatte die Ratte fast den ganzen Wald durchkämmt und setzte sich erschöpft ins weiche Moos. Die sie umgebende Luft begann zu flirren, die Konturen verschwammen, als Bosrak seine menschliche Gestalt annahm. Der gedrungene Körper mit kurzem Hals, faltigem, fahlen Gesicht schälte sich aus der flimmernden Luft. Mit schwieligen Händen strich der Diener das fettige Haar nach hinten.

Langsam war er es leid, sinnlos herumzulaufen. Müde stützte er die Ellbogen auf seine Beine und danach den hässlichen Kopf in die Hände. Nachdenken schien die Lösung zu sein, um zu versuchen, das Puzzle zusammenzusetzen. Allerdings strengte Denken an und führte zu Kopfschmerzen. Bosrak seufzte gequält und zwang sich, sein Hirn einzusetzen.

Zuletzt hatte er Yarkona beim Kampf vor Woraks unterirdischem Tunnel gesehen, sie dann jedoch aus den Augen verloren. Was war damals passiert? Hatte Magor etwa die Hexe, ihre Schwestern und Worak entführt? Eher unwahrscheinlich!

In Woraks Behausung gelangte Bosrak seit dem Kampf nicht mehr hinein, scheinbar wurden die Türen von Magor mit Magie versiegelt. Eine Idee nahm Formen an: Was wäre, wenn der Zauberer Worak sowie die drei Schwestern in der unterirdischen Höhle festsaßen und nicht hinauskonnten? Dann wäre nur er, der plumpe, hässliche Kerl, in der Lage, die vier zu retten! Vielleicht wäre seine Herrin ihm endlich dankbar!

Er musste dort unten hinein. Unbedingt! Verwandelt als Sarkan flog er in rasantem Tempo zur unterirdischen Höhle des Zauberers. Dort angekommen, wurde er erneut zu Bosrak. Alle Eingänge ging er ab, fand aber keinen Durchgang. Wieder überlegte er. In dieser Sache kam er nur weiter, wenn er seinen Kopf endlich richtig benutzte!

Unvermittelt wusste er die Lösung: Er selbst musste zu einem so winzig kleinen Tier werden, dass er sämtliche Türen umgehen konnte und einfach durch irgendeine Ritze passte. Kaum hatte er den Gedanken zu Ende gebracht, als auch schon die Transformation begann – Bosrak wurde zur Ameise.

Der Gestaltwandler fand eine Spalte, durch die er hindurchpasste und behielt aus Gründen der Vorsicht zunächst diese äußere Form bei. Als Ameise trat er völlig unauffällig auf, egal, wer oder was hier unten lauerte. So zügig wie möglich, setzte er den Erkundungsgang fort und gelangte schließlich zu der Überzeugung, auf der richtigen Spur zu sein.

Woraks Höhle war unübersichtlich, für eine Ameise bedeutete sie ein ganzes Universum. Stundenlang wurden die weitverzweigten Gänge nach dem Zauberer mit den drei Hexenschwestern durchsucht. Der Diener fühlte nun deutlicher, dass er dem Ziel näherkam. Zumindest seine Herrin Yarkona steckte hier irgendwo, das fühlte er einfach. Glücklicherweise konnte er in den nahezu lichtlosen Tunneln sehen, obwohl die Fackeln schon lang nicht mehr brannten.

Plötzlich flogen schwarze Schatten durch die Dunkelheit, Bosrak wagte nicht mehr zu atmen. Schatten und Dunkelheit wurden eins, verschmolzen zur absoluten Schwärze. Die Masse des schwarzen Nichts raste pfeilschnell durch die Tunnel an ihm vorbei und verschwand. Wie sollte er diese gestaltlosen Wesen bändigen? Dieser Aufgabe fühlte der gedrungene Kerl sich nicht gewachsen, er war bedeutungslos. Aber es blieb ihm nichts anderes übrig! Ihm musste etwas einfallen, denn seine Herrin wartete auf ihn!

Immerhin gelang es ihm in der Gestalt der Ameise, nicht entdeckt zu werden. Weiter rannte er durch die Dunkelheit – da nahm er endlich die Gegenwart seiner Herrin ganz deutlich wahr. Sie befand sich hinter der Tür, vor der er stand. Das fühlte er jetzt mit Gewissheit!

Flink lief der Diener unter der Tür hindurch und orientierte sich: Er stand in Woraks Schutzkammer, vor ihm saß bewegungslos der Zauberer mit den drei Hexen an einem Tisch.

Waren sie tot? Licht musste her! Die Ameise veränderte die Gestalt, wurde wieder zu Bosrak, der mit zittrigen Händen eine Kerze entzündete. Dann konzentrierte er sich auf Atmung und Herzschläge der vier und nahm beides sehr verzögert wahr. Sie lebten also! Sollte er sie berühren und ansprechen?

Jetzt hieß es erneut nachdenken. Was sollte der todesähnliche Zustand? Worak und die Hexen hatten sich vor den Schatten in der Schutzkammer versteckt, aber ihm gelang es scheinbar nicht, die Gefahr zu bändigen. Somit musste er sich selbst und die Schwestern in eine Art Winterschlaf versetzt haben, um zu überleben. Schlau, sehr schlau von Worak!

Das bedeutete für den Diener, dass er die Gruppe erst einmal besser nicht aufweckte. Zunächst musste er eine Lösung für die Beseitigung der Schatten finden. Suchend schaute er in der Kammer umher und entdeckte ein Regal mit Büchern. Vielleicht fand er dort etwas, was ihm weiterhalf? Wie gut, dass er sich selbst – wenn auch mühsam – heimlich das Lesen beigebracht hatte. Während er langsam das Regal entlangschritt, las er stockend die Titel auf den Buchrücken. Bosrak besaß Zeit! Er würde einen Weg finden, die Schatten außer Gefecht zu setzen!

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