A. E. Eiserlo - Fanrea Band 3

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Fanrea Band 3: краткое содержание, описание и аннотация

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Emma und Ben stellen sich erneut dem Kampf gegen Xaria, die zwei ihrer Geschwister entführt. Doch die Krieger des Lichts sind nicht allein, treue Freunde stehen ihnen zur Seite. Der Weg führt in einen unbekannten Teil Fanreas, der die sechs Jugendlichen an ihre Grenzen bringt. Gleichzeitig verfolgen vier Fanreaner einen feigen Mörder und seinen zwielichtigen Gefährten. Die Jagd zwingt sie über reißende Flüsse und endet in einer dramatischen Seeschlacht. Magie und Spannung, Freundschaft und Liebe begleiten die Jäger – sind sie der Herausforderung gewachsen? Band drei der Fanrea-Serie: Ein Buch für junge Leser und junggebliebene Erwachsene!

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*

Mit dunkel umwölkten Augen starrte der Elf mit Namen Gyar aus dem Fenster, nahm allerdings nichts wahr. Das schmale Gesicht des hübschen Elfen wurde eingerahmt von hellblonden Strähnen, die lose auf seiner Schulter lagen. Nervös tigerte er im Zimmer hin und her, band dabei sein Haar mit einem Lederriemen zum Zopf, sodass spitze Ohren sichtbar wurden. Nachlässig steckte der Elf ein paar Efeuranken dazu.

Unruhig knetete er seine Hände, rieb sich die Stirn und nahm schließlich einen Dolch aus dem Gürtel. Mit den Fingerkuppen strich er an der scharfen Klinge entlang, seufzte und steckte ihn zurück. Der Blick fiel auf ein Kästchen, und ein verschlagenes Grinsen überzog das Antlitz. Als der Elf den Kasten öffnete, schaute er auf eine Phiole, die eine grüne Flüssigkeit enthielt. Tödliches Gift! Mit zittrigen Händen versteckte Gyar den Kasten hinter einem losen Stein der Mauer, dort würde ihn niemand entdecken.

Die Enge des Zimmers quälte den Elf, schnürte ihn ein, trieb seine Gedanken im Kreis. Immer wieder dieselben Worte, die wie ein Echo durch seinen Kopf hallten: ›Tod und Macht! Tod und Macht!‹

Wenn er an die Macht wollte, führte der Weg dorthin nur über den Tod. Aber wollte er diese unbedingt? War er bereit, dafür zu morden? Ja! Sein ganzes Leben verbrachte er im Schatten der Königskrone und verzehrte sich danach, selbst an der Spitze zu stehen.

Anfangs quälte ihn Scham wegen dieser Gedanken und Gefühle, sodass er haderte, zweifelte, dagegen ankämpfte. Doch inzwischen hatte die Gier sich in jeder Zelle seines Körpers eingenistet. Der Geschmack von Eifersucht und Hass belegte die Zunge, und Gyar kostete das bittere Aroma.

Normalerweise lebten die Elfen seines Clans frei von negativen Wünschen, aber warum sollten Elfen stets nur gut, weise und gerecht sein? Wo stand geschrieben, wie er zu sein hatte? Nirgends! Er war eben anders!

Ein tiefer Seufzer entrang sich Gyars Brust. Die Weite der Wälder rief ihn, er brauchte die Freiheit der Wildnis, konnte nicht länger in den steinernen Wänden verharren. Mit herrischen Schritten verließ er das Zimmer und ergriff die Flucht – vor sich selbst.

Er sattelte sein Pferd und galoppierte ziellos durch den Dunkelwald. Es trieb ihn weiter weg von Zuhause. Konnte er vor den eigenen Gedanken und giftgetränkten Wünschen davonlaufen, indem er das Schloss verließ?

So viel Gier loderte in Gyar, schrie nach Befriedigung und zermürbte ihn. Bilder fluteten die Gedanken: Sein Bruder und er als kleine Kinder, wie sie miteinander um die Wette kämpften. Jedes Mal gewann der Bruder. Das Handfasting* des Bruders mit der Elfe, die er selbst begehrte. Die respektvolle Zuneigung der anderen Elfen für seinen Bruder, nach der er sich gesehnt und nie erhalten hatte. Das strahlende, stolze Lächeln des Vaters, das nur dem Bruder galt und nie ihm selbst!

Mühsam verdrängte er die Bilder, sie fraßen ihn schmerzhaft von innen auf. So lang kämpfte er schon gegen diese niederträchtigen Gefühle an, um letztendlich dennoch zu verlieren. Er, Gyar, Bruder des Königs, gab den Kampf gegen sich selbst auf und fügte sich seiner dunklen Seite!

*

Endlich hatte Bosrak ein passendes Buch gefunden. Da ihm die Übung fehlte, kämpfte er um jeden einzelnen Satz. Ebenso unermüdlich wie konzentriert arbeitete er Stunde um Stunde, denn jedes Wort brachte ihn der Befreiung der Herrin ein wenig näher.

Die Zaubersprüche für das Erwachen der vier Schlafenden sowie das Zerstören der Schatten lagen nun vor ihm. Jetzt hing alles von ihm selbst ab! Mit einem siegessicheren Grinsen stellte er sich vor die Gestalten, um sie intensiv zu betrachten.

Ein neues Gefühl ergriff Besitz von dem hässlichen Diener. Es lag nun in seiner Hand, ob die Hexen und der Zauberer aufwachten. Der Diener besaß gerade die Herrschaft über Leben und Tod. Genussvoll kostete er aus, was sich über ihn ergoss: Machtgier!

Sollte er die vier vielleicht weiter hier schmoren lassen und einfach wieder abhauen? Dann wäre er frei! Frei für immer! Ein sehr reizvoller Gedanke. Keine Prügel mehr, keine Vorhaltungen, nie mehr Yarkonas Gekeife oder Angst haben müssen vor Worak.

Bosraks Magen krampfte sich zusammen. Aber er wäre allein! Niemand, der zu ihm gehörte, niemand, der nach ihm verlangte, ja sogar niemand, der die Hand gegen ihn erhob! Der Gestaltwandler stieß einen verzweifelten Schrei aus und sank schwer atmend auf einen leeren Stuhl. Stöhnend barg er den Kopf in den Händen und schluchzte gequält.

Nein, er wollte nicht ohne Yarkona sein, auch wenn sie ihn nur schlug und peinigte! Besser Prügel als gar keine Aufmerksamkeit! Zitternd stand er auf, zog das Buch zu sich heran und flüsterte mit heiserer, brüchiger Stimme den Zauberspruch, der die schwarzen Schatten bannen würde. Nichts geschah!

Tief Luft holend richtete Bosrak sich auf und murmelte ein weiteres Mal: »Umbra expellerisatum diversus mortatum para siempus.« Eine Windböe fegte durch den Raum, Kälte breitete sich aus, die Hände begannen zu zittern. War das der falsche Spruch? Der Diener las ihn noch einmal sorgfältig durch. Die Worte beinhalteten die richtige Magie.

Bosrak straffte die Schultern und sprach erneut die Zauberworte, dieses Mal mit gebieterischer Stimme, laut und deutlich: »Umbra expellerisatum diversus mortatum para siempus!«

Der Wind verstärkte sich. Ein unerträgliches Kreischen erfüllte die unterirdische Höhle, schwoll an zu einem hohen, grellen Sirren, das die Sinne quälte. Erschrocken presste der Diener die klobigen Hände auf die Ohren. Sirenenartige Laute gellten durch die Gänge, schrill und betäubend. Dann herrschte abrupt Stille!

Ein zufriedenes Grinsen verzerrte Bosraks Gesicht. Der Zauberspruch war ein Erfolg gewesen. So einfach ging zaubern? Bedeutete das etwa, dass er nur ein paar Zaubersprüche benötigte, um Magie auszuüben? Als Gestaltwandler mit magischen Fähigkeiten läge ihm die Welt zu Füßen. Versonnen sah er umher und starrte die Regale mit Büchern an. Mit bedächtigem Schritt trat er zu einem davon und steckte mehrere Zauberbücher in eine herumliegende Tasche.

Nun musste der Zauberspruch zur Erweckung gesprochen werden. Hatte der Diener die richtige Entscheidung getroffen? Ja, auf jeden Fall! Ohne Yarkona fühlte er sich nach wie vor verloren. »Despertangan persalos pergidos qumquan« , murmelte er.

Stocksteif kippte Worak in Zeitlupe vom Stuhl.

Veränderungen

Nach erfolgreicher Fischjagd lag Nijano allein vor seiner Höhle am See in der Sonne, die das Wasser wie einen blauen Spiegel glitzern ließ. Lichtreflexe huschten über die Oberfläche, die manchmal von einem jagenden Fisch durchbrochen wurde. Ein Vogel rief nach dem Gefährten, der wie ein Echo fröhlich antwortete. Warmer Wind strich durch Äste und über Blätter, liebkoste die Schuppen des Jungdrachen. Dessen Bauch war prall gefüllt mit leckeren Lorells . Niemand meckerte herum oder mischte sich in Dinge ein, die nur Nijano und Soraya betrafen. Außerdem konnte er kommen und gehen, wann er wollte – ohne Erklärungen abgeben zu müssen. So gut ging es ihm lang nicht mehr. Ein träges Brummen schnurrte aus dem gewaltigen Maul.

Als einzigen vermisste der grüne Gigant seinen Drachenreiter Melvin. Die Sehnsucht tat plötzlich körperlich weh, sodass die Glückseligkeit verschwand. Der Schmerz begann im Herz und breitete sich von dort langsam weiter aus. Schließlich wurde Nijano so unbeschreiblich traurig, dass er am liebsten in die Menschenwelt gestürmt wäre, um mit seinem Reiter über die Erde zu fliegen.

Irgendwann döste Nijano ein und träumte von Melvin. Er fühlte die Freude in dessen Herz, hörte seine Jubelrufe, während sie gemeinsam einen Salto vollführten. Die tiefe Verbundenheit wob den Drachen wieder in ein Netz aus Glück. Erst die Ankunft Sorayas riss ihn aus dem schönen Traum. Als sie vor ihm landete, öffnete Nijano träge ein Auge. Nach einer Weile gähnte er herzhaft.

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