A. E. Eiserlo - Fanrea Band 3

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Fanrea Band 3: краткое содержание, описание и аннотация

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Emma und Ben stellen sich erneut dem Kampf gegen Xaria, die zwei ihrer Geschwister entführt. Doch die Krieger des Lichts sind nicht allein, treue Freunde stehen ihnen zur Seite. Der Weg führt in einen unbekannten Teil Fanreas, der die sechs Jugendlichen an ihre Grenzen bringt. Gleichzeitig verfolgen vier Fanreaner einen feigen Mörder und seinen zwielichtigen Gefährten. Die Jagd zwingt sie über reißende Flüsse und endet in einer dramatischen Seeschlacht. Magie und Spannung, Freundschaft und Liebe begleiten die Jäger – sind sie der Herausforderung gewachsen? Band drei der Fanrea-Serie: Ein Buch für junge Leser und junggebliebene Erwachsene!

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Bevor er in die USA flog, trennte er sich in Lissabon von Samuel, der zu Magor zurückkehren wollte. Somit gelangte John allein ans Ziel seiner Reise – Telling Bear. Zwei Autos parkten vor der Hütte des Onkels. Einen Moment lang nahm der junge Lakota sich Zeit, um in Ruhe das verschneite Blockhaus zu betrachten und stellte fest, dass es einen neuen Anbau gab. Sonst entdeckte der Heimkehrer kaum Veränderungen. Der alte Schaukelstuhl mit dem Bisonfell stand noch auf der Veranda, sogar das Mobile, das er als Kind für den Onkel gebastelt hatte, schwang bedächtig klappernd im Wind.

Ein alter, halbblinder Hund trottete neugierig um die Ecke und fletschte die Zähne. John kniete nieder, streckte die Hände aus und sagte leise: »Hey, Ringo. Ich bin’s! Schnupper mal an mir! Erkennst du mich wieder?«

Beim Klang der Stimme stellte der schwarze Hund die Ohren auf, humpelte langsam näher und roch an den Fingern. Die Anspannung verschwand aus dem struppigen Körper, erfreutes Schwanzwedeln setzte ein. Schließlich versuchte der Hund, dem ehemaligen Spielkameraden übers Gesicht zu lecken.

»Komm her, alter Knabe!« Lächelnd kraulte der Lakota den in die Jahre gekommenen Freund. Er erinnerte ihn an vergangene Zeiten. Erst nach einer Weile öffnete John mit klopfendem Herzen die Tür, die nur angelehnt war, und trat mit zögernden Schritten ein. Welche Gefühle und Gedanken tobten in seinem Inneren? Liebe, Sehnsucht, Zuhause, Geborgenheit, Familie, Freundschaft. Aber auch Schmerz, Abschied, Trauer, Außenseiter.

Eine fröhliche Mädchenstimme rief: »Steve? Bist du das?«

Der Lakota nahm Geklapper von Geschirr wahr, während der Duft von Kürbiseintopf ihm entgegenschlug. Es roch verführerisch. John bekam Hunger. Er machte ein paar Schritte, bog um einen Schrank herum und stand direkt in der Küche. »Nein, ich bin nicht Steve!«, erwiderte er.

Ein junges Mädchen hantierte am Spülbecken, summte leise ein Lied.

Telling Bear saß am Küchentisch und las. Er trug ein kariertes Wollhemd zur Jeans. Sein langes graues Haar war wie früher zu einem Zopf gebunden.

Die Köpfe der beiden flogen herum, überrascht wirkende Augen fixierten den Neuankömmling.

Es dauerte ein paar Sekunden, bis sein Onkel ihn erkannte und erfreut rief: »John! Du bist es tatsächlich! Ich wusste, dass du bald kommen würdest!« Schnell stand er auf und schloss den Neffen glücklich in seine Arme, drückte ihn fest und ließ eine Weile nicht los.

Der junge Lakota spürte, dass Telling Bear trotz seines fortgeschrittenen Alters noch über große Kraft verfügte. »Mensch, du siehst aus, als wärst du keinen Tag älter geworden!«, stellte John fest.

Telling Bear grinste. »Jetzt schmeichelst du mir aber! Du bist allerdings kräftig gewachsen, bist ein junger Mann!«

Das Mädchen kam langsam näher und musterte fassungslos den Besucher. »John?« Ihre dunklen, leicht schräg stehenden Augen hielten seinen Blick gefangen.

Da erst löste John sich aus der Umarmung des Onkels und betrachtete eingehend die Indianerin: Das schwarze Haar lag locker über den Schultern und umrahmte ein hübsches Gesicht. Sie trug Jeans mit einem engen Pullover, der ihre schlanke Figur betonte. »Annie! Meine kleine Freundin White Bird, die vor vielen Jahren als Kind so gern in den Pfützen herumsprang?«

»Ja, das bin ich!«, rief sie und flog ihm stürmisch entgegen. Sie umarmte ihn so fest, als wollte sie ihn nie wieder loslassen.

Diese heftige Begrüßung überraschte John, damit hatte er nicht gerechnet. Der Duft von frisch gewaschenem Haar stieg in seine Nase: Pfirsichgeruch. Wie früher!

Der Onkel beobachtete die beiden schmunzelnd, setzte sich hin und forderte die zwei auf, dasselbe zu tun.

Nur zögernd ließ Annie den Freund los und bestürmte ihn sogleich mit Fragen: »Wo warst du die ganze Zeit? Wie lang bleibst du? Wie geht es dir?« Ihre Stimme klang aufgeregt.

»Mein Herz ist voller Freude, dich zu sehen. Gut siehst du aus, Junge!«, bemerkte Telling Bear.

»Stimmt!«, bestätigte Annie und kaute nervös auf der Lippe. »Obwohl du deine Haare kurz trägst.«

John räusperte sich und gab das Kompliment an Annie zurück: »Du siehst jedenfalls umwerfend aus. Gar nicht mehr das kleine Mädchen, das mit mir bei deiner Tante die leckeren Kuchen klaute.«

Annie grinste: »Du hast sie geklaut! Ich hab nur Schmiere gestanden.«

Die Erinnerung löste die Anspannung bei Annie. Binnen Sekunden kehrte die alte Vertrautheit zurück, sodass beide einander verschwörerisch anlächelten.

»Wieso trägst du deine Haare kurz?«, hakte Annie nach.

»Sie sind schon nachgewachsen, sie waren richtig kurz. Ich wollte es mal ausprobieren.« Den wahren Grund verschwieg er und stellte erstaunt fest, dass er Annie nichts von Emma erzählen mochte.

Mit einer zärtlichen Geste fuhr die Indianerin ihm durch das Haar: »Lang gefällt es mir besser. Dann siehst du mehr wie ein Lakota aus. Aber nun erzähl mal! Wo hast du dich so lange Zeit herumgetrieben?«

Mit einem fragenden Blick schaute John zum Onkel, dessen Augen noch immer vor Glück leuchteten, weil sein Neffe ihn endlich besuchte. Liebevoll betrachtete der das wettergegerbte Gesicht des Mannes, der ihm den Vater ersetzt hatte und in den schwersten Stunden seines Lebens für ihn dagewesen war.

»Annie weiß, wo du jetzt lebst und was damals passiert ist«, erklärte Telling Bear. »Du kannst bei der Wahrheit bleiben!«

»Womit soll ich beginnen?«

»Na, mit dem Anfang«, schlug Annie vor. »Ich mache uns einen Tee dazu.«

A lltag

Nala kehrte nach ihrem Kurzurlaub mit Samuel nach Frankreich zurück, da beide wieder ihren Aufgaben nachkommen mussten: Nala als Zauberlehrling, Sam als Entwickler. Nach dem Ende der Weihnachtsferien umfing der Schulalltag Leni, Ben und Emma erneut mit festem Griff.

Als es an der Haustür klingelte, brach bei ihr die übliche Hektik aus. Gestern hatte sie bis spätabends gelesen und war danach zu müde gewesen, um die Schultasche zu packen. Das musste sie nun nachholen. Während das Mädchen Hefte mitsamt Ordnern in die Tasche warf, hörte es, dass Ben unten im Flur mit Marlene flachste, die er dadurch zum Lachen brachte. Endlich stürmte Emma, zwei Stufen auf einmal nehmend, nach unten. Auf der vorletzten Stufe stolperte sie und fiel.

In letzter Sekunde fing der Freund sie mit seinen starken Armen auf. »Wow, Baby! Ich wusste ja, dass du es nicht erwarten kannst, mich zu sehen, aber so stürmisch musst du auch nicht sein!«, grinste er.

Sie kicherte. »Du bist eben mein Held!«

Erleichtert atmete Marlene auf und schimpfte los: »Das war knapp! Mensch Kind, du hast deine Tasche bestimmt nicht früh genug gepackt! Wie oft soll ich dir eigentlich noch sagen …?«

»Mama, nerv nicht! Ich weiß das alles, aber …«

»… das Buch war mal wieder so spannend«, ergänzte Ben und ließ das Mädchen los. »Komm, wir sind spät dran!«

»Wie jeden Morgen«, murmelte Marlene, verdrehte die Augen und öffnete die Tür. »Hier, deine Brote. Viel Spaß in der Schule!«

»Guter Witz, Mama. Bis nachher!«

»Ciao, Marlene.«

Die beiden Freunde eilten zur Schule. Mit einem Seitenblick zu Ben fragte Emma: »Hunger? Salami, Schinken oder Gesundheitsbrot?«

»Schinken!«

Sie griff in die Tüte, um das gewünschte Brot herauszuholen.

Ben schnappte danach und biss glücklich hinein. Mit vollem Mund nuschelte er: »Mmhh, lecker! Du hast es gut, deine Mutter macht dir immer so leckere Brote. Meine kriegt nicht mal das hin! Meistens vergisst sie die Butter oder streicht Leberwurst unter die Marmelade.«

»Na ja, dafür schimpft meine dauernd mit mir.«

»Du machst ja auch nur Mist!«

Emma knuffte ihn in die Seite. »Laberkopp! Ich hab die Vokabeln noch nicht drauf. Frag mich mal ab, sonst verkack ich gleich den Test!«

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