A. E. Eiserlo - Fanrea Band 3

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Fanrea Band 3: краткое содержание, описание и аннотация

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Emma und Ben stellen sich erneut dem Kampf gegen Xaria, die zwei ihrer Geschwister entführt. Doch die Krieger des Lichts sind nicht allein, treue Freunde stehen ihnen zur Seite. Der Weg führt in einen unbekannten Teil Fanreas, der die sechs Jugendlichen an ihre Grenzen bringt. Gleichzeitig verfolgen vier Fanreaner einen feigen Mörder und seinen zwielichtigen Gefährten. Die Jagd zwingt sie über reißende Flüsse und endet in einer dramatischen Seeschlacht. Magie und Spannung, Freundschaft und Liebe begleiten die Jäger – sind sie der Herausforderung gewachsen? Band drei der Fanrea-Serie: Ein Buch für junge Leser und junggebliebene Erwachsene!

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Nach weiteren mühsamen Minuten erreichten sie endlich völlig durchgefroren und entkräftet die Hütte. Ein kleiner Schuppen fungierte als Stall, in den sie die Pferde mit dem Kalb unterstellten. Nachdem die Freunde die Tiere versorgt hatten, gingen beide zum Eingang und traten ein. Der Wind fegte so heftig, dass John kaum die Tür zubekam. Er drückte mit der ganzen Kraft dagegen. Annie kam ihm zu Hilfe und gemeinsam gelang es ihnen, die Tür zu schließen.

»Das war knapp!« John drehte sich zu der Freundin um und grinste erschöpft. »Jetzt siehst du wirklich wie White Bird aus – oder wie ein Schneemann.«

»Du siehst nicht besser aus«, kicherte Annie.

»Wir müssen die nassen Klamotten ausziehen und uns trocknen!«

Ein erschrockener Ausdruck trat in ihre Augen. »Ganz nackt?«

Er lachte lauthals. »Von mir aus!«

»John!«

»Du hast eine Frage gestellt, ich hab dir eine Antwort gegeben.«

Sie lächelte. »Aber eine freche!«

Flüchtig musterte der Lakota die Hütte. Ein offener Kamin mit einer grob gezimmerten Bank und Holzstapel davor, ein schmales Bett mit fadenscheiniger Decke, zerbeulte Töpfe, Schrank, Tisch mit zwei Stühlen.

Als das Mädchen die Kleidung bis auf T-Shirt und Unterwäsche ablegte, konnte John sich nicht verkneifen, hinzusehen. Verlegen hielt Annie die Jacke vor den Körper.

Ertappt schaute der Indianer weg und entzündete das Feuer. Das Mädchen besaß wunderschön geformte, muskulöse Beine, denen er noch einen weiteren verstohlenen Blick zuwarf.

Endlich flackerte das Feuer, und die beiden saßen leicht bekleidet vor den wärmenden Flammen. Fürsorglich breitete der Junge die Decke um die Schultern der Freundin.

»Komm mit hier drunter«, bot das Mädchen an und lüftete die raue Decke. Es gab nur die eine.

Er nahm das Angebot an, Annie schmiegte sich zitternd an ihn. Als er den Arm um sie legte, spürte er, wie eisig sie war. Ihre beiden Körper bebten vor Kälte, die nassen T-Shirts klebten an der Haut.

»Hast du Hunger?«, fragte Annie. »Ich habe einen Beutel mit Nüssen dabei.«

»Wie früher! Irgendetwas hast du immer aus deinen Taschen gezaubert, du bist nie ohne Verpflegung losgezogen.«

»Du warst oft froh, dass es so war!«

John lächelte. »Stimmt! Jetzt bin ich es auch wieder.«

Die Indianerin griff nach der Tasche, wühlte darin herum und beförderte einige Nüsse zutage.

Als sie alle aufgegessen hatten, bemerkte John, dass das Mädchen noch zitterte. »Wir ziehen besser unsere T-Shirts aus, sie sind zu nass. Sonst werden wir krank«, schlug er betont sachlich vor. Innerlich schüttelte er den Kopf über sich. In was war er hier nur hineingeraten? Annie wirkte äußerst reizvoll. Es wäre besser, er bliebe auf Abstand. Stattdessen warfen sie ständig mehr Kleidung ab. Die ganze Situation brachte den Lakota in einen starken Gewissenskonflikt, er dachte an Emma und sein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Dem einen Glatteis konnte er entkommen, aber gerade begab er sich auf ein weitaus gefährlicheres. Wie fände er es, wenn Emma mit einem Jungen erlebte, was er hier tat? Aber es bestand die Notwendigkeit, den Körper zu wärmen! Das Kribbeln im Bauch sprach allerdings eine eigene Sprache … Emma! Warum rief sie ihn nicht zu sich? Weshalb offenbarte sie ihm nicht endlich ihre Gefühle und sprach offen von Liebe? Als Annie das T-Shirt auszog, verdrängte John die Gedanken an Emma. Er legte seines ebenfalls ab und hing fürsorglich die nassen Sachen zum Trocknen auf.

Schließlich saßen die zwei Jugendlichen Haut an Haut, nur die Unterwäsche trugen sie noch. Verlegen sahen beide in die Flammen und spürten intensiv die Nähe des anderen.

Die Indianerin legte den Kopf an die Schulter des Freundes, sodass die nassen Haare seine Haut streiften. Verstohlen musterte das Mädchen die proportionierten Muskeln und konnte nicht verhindern, dass eine Hand den Bizeps streichelte.

Die Berührung ließ John zusammenzucken. Er hielt kurz die Luft an. Gleichzeitig schoss das Tempo des Herzschlags in die Höhe.

»Du trainierst viel, oder?«, fragte Annie mit Bewunderung in der Stimme.

»Ja, jeden Tag. Ich bin daran gewöhnt, ich kann gar nicht anders.«

»Du siehst toll aus, John!«

»Danke! Du siehst auch nicht übel aus! Um ehrlich zu sein: Du bist verdammt hübsch!«

Das Kompliment ließ Annie erröten, doch sie freute sich. »Erzähl mir noch mehr von Fanrea«, bat sie.

»Was möchtest du denn wissen?«

»Viel mehr über die Magie. Am besten zeigst du mir deine Elementemagie!«

»Nein! Das ist voll angeberisch!«

»Komm schon, stell dich nicht so an! Bitte!«

Als John ihren flehenden Blick sah, gab er nach. »Okay! Wie du weißt, ist mein Element die Erde. Dazu gehören auch Pflanzen und Bäume. Siehst du die Holzschale da im Regal?«

»Ja!«

Er hob eine Hand, mit der er kleine Fingerbewegungen machte. Die Schale hob ab und schwebte in Annies Hand.

»Oh, wie toll!« Sie strahlte ihn an, die Augen voller Begeisterung.

Zunächst ließ John das gestapelte Feuerholz umherwirbeln, das er anschließend neu sortierte. Der Boden war mit Staub und einigen Erdkrümeln bedeckt. Durch einen Schlenker der Hand brachte der Junge diese dazu, sich auf einem Haufen zu sammeln.

Fasziniert beobachtete die Freundin die Zauberei. »Erspart einem das Kehren!« Sie lächelte ihn matt an. »Vermisst du Fanrea?«

Ein wehmütiger Ausdruck trat in Johns Augen. Er seufzte. »Ja, sehr! Die Erde ist wunderschön. Ich bin froh, dass ich mir mit meinem Freund viel angesehen habe. Aber die Menschen darauf sind oft grausam und egoistisch. Es fällt mir immer besonders auf, wenn ich Nachrichten höre oder lese. Jedes Mal bin ich danach traurig. Es geht ständig um Korruption, Grausamkeit, Skandale, Umweltsünden. Sogar vor Morden schrecken sie nicht zurück.«

»Das stimmt leider. Aber es gibt manchmal auch Erfreuliches.«

»Was denn? Mir fällt nichts ein! Trotz aller Schönheit deprimiert mich die Erde. Viel zu viele Menschen sind süchtig nach Macht und Geld. Um ihre Ziele zu erreichen, holzen sie den Regenwald ab, überfischen die Meere, fälschen Untersuchungsergebnisse, leiten Gift ins Grundwasser, manipulieren und betrügen. Wie Marionetten der Mächtigen tanzen die Politiker nach deren Plan, sie dienen nur sich selbst und den großen Strippenziehern.«

»Ach John, du hast ja recht! Aber es gibt auch großartige Menschen auf der Erde, die sich für Arme einsetzen. Sie helfen uneigennützig und unermüdlich. Das darfst du nicht vergessen! Je mehr du mir von Fanrea erzählst, glaube ich, dass ich dort ebenfalls glücklicher wäre!«

Erstaunt musterte er Annies Gesicht und las darin ihre Sehnsucht. »Du würdest gut dahin passen. Ja, dir würde es gefallen, White Bird!« Nachdenklich stocherte er mit einem Stock im Feuer. Es knisterte, Holz zersprang. Funken flogen hoch und leuchteten kurz auf. Licht und Schatten spielten miteinander, verwandelten die einfache Hütte in einen romantischen Zufluchtsort. »Dieses Lügengebilde auf der Erde schnürt mir die Luft zum Atmen ab. Fast nichts ist so, wie es dargestellt wird! Erfindungen werden nicht auf den Markt gebracht, weil sie irgendeinen Profit gefährden. Riesige Summen Geld werden von den Mächtigen hin und her geschoben, aber viele zu viele Menschen haben kaum etwas zu essen. Sinnlose Kriege werden angezettelt, damit die Waffenindustrie Gewinne einfährt. Es ist eine Endloskette aus Schmutz, Lug und Betrug!« Er verfiel in Schweigen.

Niedergeschlagen und erschöpft starrten beide ins Feuer. Seine Worte hallten in den Köpfen nach. Nach einer Weile bemerkte Annie, wie ihr die Augen zufielen, die Anstrengungen forderten ihren Tribut. »Ich bin müde, John.«

»Ich auch. Komm, wir legen uns hin!«

Wärme suchend kuschelten sie sich unter der Decke auf dem schmalen Bett aneinander.

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