Das schwarze, bodenlange Kleid umschmeichelte meine weibliche Figur und die Haare fielen in weichen Locken sanft über meine Schultern. Ein prüfender Blick in meine silberne Clutch, hatte ich alles Wichtige dabei? Mein Handy, Hausschlüssel, Lippenpflege und Handcreme, ebenso wie eine Handvoll Kondome, ob ich sie nun brauchen würde oder nicht.
Dann schlüpfte ich in meine offenen Sandalen und verließ leise summend das Zimmer.
Pünktlich um 19.30 fuhr eine schwarze Limousine vor der Villa vor. Während ich vorsichtig die wenigen Stufen herunterging, stieg der Fahrer aus und öffnete mir mit einer leichten Verbeugung die Tür. »Mr. Folder wird sie vor dem Eleven Madison Park erwarten, Ms. Baxter«, erklärte er freundlich und ich dankte ihm leise, bevor ich elegant auf das weiche Leder glitt. Die Tür schloss sich fast lautlos hinter mir und ich nahm das Interieur in Augenschein.
Wie ich es fast erwartet hatte, besaß der Wagen eine Minibar, in der sich neben den üblichen Verdächtigen zu meiner Freude auch eine kleine Flasche Mineralwasser befand, die ich öffnete und mir eingoss. Ich trank grundsätzlich keinen Alkohol, wenn ich gebucht war, da ich stets die volle Kontrolle über mich und meinen Geist behalten wollte. Es war uns Mädchen ausdrücklich erlaubt, auch Nein sagen zu dürfen, sollte uns der Kunde nicht zusagen, aber ... Annie besaß großes Geschick darin, ihren Laden und die Kunden zu sortieren, sodass ein Nein nur selten vorkam.
Ich war sicher, dass mir der heutige Job gefallen würde, und freute mich zugegebenermaßen bereits jetzt auf das Extra, von dem ich fast sicher war, das es stattfand. Nachdem mich Annie heute Nachmittag erfolgreich von meinem süßen, kleinen Orgasmus abgehalten hatte, galt es nun, die verpasste Gelegenheit möglichst aufzuholen. Allein bei dem Gedanken daran prickelte es zwischen meinen Beinen und ich brachte mich schnell auf andere, damit ich nicht bereits feucht im Restaurant ankam.
Die Fahrt dauerte etwa 20 Minuten, in denen ich mich entspannt in das Leder des Wagens schmiegte und versuchte, mir vorzustellen, wie mein Kunde wohl aussehen würde. Als die Limousine endlich hielt und die Tür geöffnet wurde, atmete ich ein letztes Mal tief durch, raffte mein Kleid ein wenig und schob meinen Fuß nach draußen, um auszusteigen.
Der Tag heute hatte sich wirklich hingezogen, dabei ging ich nicht das erste Mal aus zu einem Geschäftsessen. Und auch weibliche Begleitung hatte ich immer dabei gehabt. Allerdings hatten diese Frauen meist auch schon vorher das Bett mit mir geteilt. Einen Begleitservice hatte ich noch nie Anspruch genommen, und schon gar nicht eine Frau, die man für gewisse Stunden buchen konnte. Ohne eingebildet wirken zu wollen, hatte ich es auch nicht nötig, so etwas zu tun.
Aber Alexander hatte recht. Warum nicht einfach ungezwungen den Service ausprobieren? Außerdem war mir Annie Sheldon sehr sympathisch erschienen. Ihr Etablissement wirkte nicht billig oder schmutzig, sondern sehr gehoben und absolut stilvoll.
Ich war auf diese Kate wirklich gespannt. Auch, wie die Sonderleistung aussehen würde. Wenn ich sie überhaupt in Anspruch nahm. Pünktlich zur verabredeten Zeit hielt meine Limousine vor dem Eleven Madison Park und ich gab meinem Fahrer per Handzeichen Bescheid, dass er sitzen bleiben konnte, und öffnete statt ihm die Hintertür.
Ein zierlicher Fuß mit rot lackierten Nägeln, der in geschnürten Sandalen steckte, erschien, und ich streckte die Hand in den Wagen. Zarte Finger legten sich auf meine und als Kate Baxter endlich vor mir stand, war ich mehr als positiv überrascht. Ihr Erscheinungsbild übertraf all meine Vorstellungen. Sie war vom Aussehen eine absolute Schönheit, was mich aber viel mehr faszinierte, war ihre Ausstrahlung. Diese Frau konnte alles anziehen, allein durch ihr Auftreten würde sie alle anderen in den Schatten stellen.
»Mr. Folder?«
Sie hatte eine angenehme warme Stimme und ihr leichtes Lächeln ließ ihr Gesicht erstrahlen.
»Einfach nur Dean.«
»Kate«, stellte sie sich vor und ich hakte sie unter, damit ich sie endlich ins Innere des Restaurants bringen konnte. Dabei hätte ich mich ihr jetzt viel lieber sofort anders zugewendet.
»Annie hat nicht zu viel versprochen, Kate. Sie sehen wunderschön aus.« Ich hob ihre Hand an meinen Mund und hauchte einen Kuss auf ihren Fingerspitzen. Ich bemerkte sofort das leichte Zittern und wie sich die feinen Härchen auf ihrem Arm aufrichteten. Diese Frau war höchst sensibel und sehr empfänglich für die kleinste Berührung.
»Danke, Dean. Das Kompliment kann ich nur zurückgeben.« Ihr Blick glitt ungeniert über meinen Körper und ich war mir ganz sicher, dass wir nachher noch eine Menge Spaß zusammen haben würden.
»Hat dir Annie gesagt, um was es heute Abend geht?«
»Geschäftsessen mit der Option auf ein Extra danach.«
In ihren Augen blitzte es. Sie schien sich wirklich auf das Extra, den Nachtisch, zu freuen. Das gefiel mir. Aber erst einmal galt es ein doch recht trockenes Essen hinter sich zu bringen.
»Richtig. Wir treffen uns mit einem Kunden, der Interesse an einem meiner Objekte hat. Ziemlich reich, um nicht zu sagen, steinreich. Sehr lukratives Geschäft. Er würde sofort zugreifen, wenn da seine Frau nicht wäre. Die gilt es heute Abend zu überzeugen. Kannst du das? Deinen Charme auch bei einer Frau spielen lassen.?«
»Du wirst staunen, was ich alles kann«, lächelte sie und ihr Selbstbewusstsein schoss mir augenblicklich in meinen Schwanz.
Die Pettersfields begrüßten uns herzlich, wobei Mr. Pettersfield mir Kate doch ein wenig zu lange anstarrte. Seine Frau hingegen sprang tatsächlich auf den Charme meiner Begleitung an.
Zwei Stunden später, nach einem wirklich gelungenen Abend, war das Essen endlich vorbei. Kate hatte es nicht nur mit ihrer bezaubernden Art geschafft, mir einen Dauerständer unterm Tisch zu bescheren, nein, sie hatte Mrs. Pettersfield um den kleinen Finger gewickelt und morgen würde der Vertrag mit dem Ehepaar unter Dach und Fach sein.
Damit hatte ich einen wirklich dicken Fisch an Land gezogen und das mithilfe einer Escort-Dame, die ich jetzt vorhatte dafür fürstlich zu entlohnen.
»Ich hoffe, du bist noch nicht zu müde, um eine kleine Sightseeingtour durch New York zu machen?«, fragte ich und strich sanft über ihren nackten Arm, als wir nebeneinander zu meinem Wagen gingen.
»Der Abend hat doch gerade erst begonnen«, zwinkerte sie mir zu und ich war mir sicher, dass sie nicht die Uhrzeit damit meinte.
Ich half ihr beim Einsteigen und ließ wie zufällig meine Hand über ihre Hüften streichen. Die feine Gänsehaut in ihrem Nacken blieb mir nicht verborgen.
Bevor ich die Trennwand zu meinem Chauffeur hochfuhr, gab ich Anweisung durch New York zu fahren, bis er eine andere Order erhielt.
Diskret nickte er. »Sehr wohl, Sir« und mit einem leisen Summen schloss sich die blickdichte Scheibe.
»Champagner?«, fragte ich, während ich die Minibar öffnete. »Immerhin haben wir einen krönenden Abschluss zu feiern.«
»Für mich bitte nur Wasser, Dean.«
Ihre weiche Stimme ließ meinen Schwanz, der sich bis eben wieder beruhigt hatte, in Nullkommanichts anschwellen.
Ich schenkte ihr Wasser und mir Champagner ein. Die Gläser klirrten leise, als wir anstießen. »Auf eine bezaubernde Frau, die es tatsächlich geschafft hat, den Drachen zu besänftigen. Cheers, Kate.«
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