Eine rauchige angenehme Stimme meldete sich. »Diamond Escort, Sie sprechen mit Annie Sheldon, wie kann ich Ihnen behilflich sein?«
»Dean Folder«, stellte ich mich kurz vor. »Mein Kollege Alexander Mey hat mir Ihren Escort wärmstens empfohlen. Ich brauche für heute Abend noch eine Begleitung.«
»Aber natürlich Mr. Folder. Wofür benötigen sie eine unserer Damen?«
»Geschäftsessen. Immobilienbranche.«
»Daher kam mir auch der Name Folder so bekannt vor.« Annies tiefes Lachen erklang durch den Hörer. »Ich selbst habe erst kürzlich eine Ihrer Immobilien erstanden. Der Escort-Service brauchte neue Räumlichkeiten.«
»Dann sind Sie wohl die Käuferin der Roseman Villa?«
»Richtig, die Gegend ist perfekt.«
»Oh ja, das ist sie.« Ich musste an die viktorianischen Häuser und Anwesen denken, in denen sich die Roseman Villa fantastisch einfügte. Das Ambiente passte zu einem stilvollen Escort-Service.
»Wann brauchen Sie die Begleitung und … darf es noch zusätzlich etwas sein?«
»Mein Fahrer würde sie um 19.30 abholen. Der Tisch ist für acht Uhr im Eleven Madison Park reserviert. Danach würde ich ihr gerne ein wenig in der Limousine die Stadt zeigen.«
Mrs. Sheldon verstand sofort. Natürlich wollte ich nicht wirklich eine Stadtrundfahrt machen. Allein der Gedanke, hinter den verdunkelten Scheiben Spaß zu haben, ließ meine Hose augenblicklich eng werden.
»Ich verstehe. Ich möchte Sie nur darauf aufmerksam machen, dass meine Mädchen frei entscheiden dürfen, ob sie an der Stadtrundfahrt interessiert sind. Wenn sie damit nicht einverstanden sind, sollten sie mir das gleich sagen.«
Hieß das, dass ich unter Umständen nicht zu meinem Vergnügen kommen würde? Das konnte ja heiter werden. »Nein, ich bin einverstanden!«, sagte ich dennoch und würde wohl darauf hoffen müssen, keines der ablehnenden Mädchen zu erwischen.
»Eine Frage hätte ich dann noch, Mr. Folder.«
»Fragen Sie, Mrs. Sheldon.«
»Würden Sie die Zügel aus der Hand geben?«
»Nein, nie.«
»In Ordnung. Ich schicke Ihnen die Adresse, wo Ihr Fahrer die Dame abholen soll.«
»Eine Frage habe ich dann ebenfalls noch, Mrs. Sheldon.«
»Nur zu.«
»Wie heißt sie?«
»Kate Baxter.«
Nach dem Telefonat stand ich an der Glasfront und schaute hinaus in den gerade zum Leben erwachten Frühlingstag. Kate hieß sie also. Ein feines Lächeln umspielte meine Lippen und ich musste mich davon abhalten, meine Hose zu öffnen und mir Erleichterung zu verschaffen. Oh nein, das würden heute Abend ihre Lippen für mich besorgen. Welche, war mir dabei ziemlich egal.
Warmes Wasser rieselte sanft auf mich herab und ein zarter Hauch von Vanille umgab mich, während ich meinen Körper ausgiebig mit dem duftenden Duschgel einschäumte. Eines musste ich Annie wirklich lassen, sie hatte sich bei der Neugestaltung der Roseman Villa selbst übertroffen. Wenn es nach mir ginge, würde ich diese traumhafte Wellnessdusche einfach nie mehr verlassen. Entspannt schloss ich die Augen und lehnte mich mit dem Rücken gegen die Fliesen, während meine Hände langsam über meinen Körper wanderten.
Ich mochte und genoss es, mich selbst zu berühren, und spreizte langsam die Beine. Meine Finger glitten über den Bauch hin zu dem kleinen Dreieck, das schon verräterisch pulsierte in Erwartung dessen, was ich vorhatte. Sanft teilte ich meine Schamlippen, um die kleine Perle freizulegen, und strich mit einem Finger über diese. Wohlige Schauer rannen mir über den Rücken und ein leises Seufzen kam über meine Lippen.
»Oh, da erscheine ich wohl gerade noch rechtzeitig!«, kicherte es auf einmal hinter mir.
Diesmal empört über die unwillkommene Störung seufzend, öffnete ich meine Augen, stieß mich von der Wand ab und drehte mich zu Annie Sheldon um, die mit vor der Brust verschränkten Armen in der Tür meines Badezimmers stand und mich frech angrinste. Anni gehörte all das hier und außerdem war sie meine Chefin.
»Mach dich trocken und komm raus, ich habe einen Escort für dich!«
Mit kurzem Bedauern wusch ich mir die samtige Feuchtigkeit zwischen meinen Schenkeln fort, trocknete mich in Windeseile ab und schlang mir ein trockenes Handtuch um den Körper. Meine Haare trockenrubbelnd trat ich dann ins Schlafzimmer, wo Annie es sich auf meinem Bett bequem gemacht hatte. »Erzähl!«, forderte ich sie auf.
»Acht Uhr, Eleven Madison Garden zum Geschäftsessen. Du begleitest Mr. Folder, Immobilienmakler. Ich habe sozusagen die Außenmauern deiner offensichtlich neuen Lieblingsdusche von ihm gekauft ...«, Anni lachte leise und auch ich musste lächeln. Ich liebte Annie wie eine Mutter und hatte sofort zugeschlagen, als sie mir und 2 weiteren ihrer Mädchen vor wenigen Wochen je eins der Zimmer mit eigenem Bad in der Villa zu einem sensationellen Preis angeboten hatte.
Mit meiner Chefin unter einem Dach zu wohnen, hatte sich als weniger problematisch erwiesen, wie ich befürchtet hatte. Ganz im Gegenteil. Chloe, Jane und ich verstanden uns ausgesprochen gut. Ein weiterer Vorteil war, dass Annie durch unsere Anwesenheit auch flexibel und extrem schnell reagieren konnte, wenn eine kurzfristige Buchung, wie soeben geschehen, hereinkam.
»Mr. Folder hat die Option auf Zusatzleistungen gebucht und ...«, Annie machte eine Kunstpause und zwinkerte mir zu, »wünscht, die Zügel in der Hand zu behalten!«
»Verstehe.« Sicher würde Mr. Folder im späteren Verlauf des Abends nichts dagegen haben, wenn ich andere Dinge von ihm in die Hand nahm, also sollte er seine Zügel ruhig behalten.
»Sein Fahrer kommt dich um 19.30 abholen.«
Mein Blick schnellte zur Uhr. Es war bereits fünf, also würde ich mich etwas sputen müssen.
Nachdem Annie mich wieder allein gelassen hatte, ließ ich das Handtuch auf den Boden fallen und trat nackt an meinen Kleiderschrank. Geschäftsessen unter Immobilienmaklern also, ja? Kurz glitt mein Blick über die Auswahl an Kleidern für alle möglichen und unmöglichen Anlässe, ehe ich gezielt eines hervorzog und es von außen an den Schrank hing. Dann schlüpfte ich in schwarze Spitzenunterwäsche, schließlich sollte mein Kunde auch unter dem Kleid etwas Anregendes zu sehen bekommen.
Anschließend trug ich gekonnt weinroten Nagellack auf den Fußnägeln auf und blieb so lange auf dem Rand meines Bettes sitzen, bis ich sicher war, dass der Lack getrocknet war, und drehte meine Haare auf große Wickler. Außer einem Svarovski-Armband und dazu passenden Ohrringen legte ich keinen Schmuck an, da das ärmellose Kleid am Oberteil ebenfalls mit Strassapplikationen verziert war und ich nicht overdressed erscheinen wollte. Auch beim Make-up hielt ich mich zurück und betonte lediglich meine Augen. Etwas Lipgloss und fertig war ich.
Vorsichtig zog ich das bodenlange, schwarze Kleid vom Bügel und schlüpfte hinein. Dann löste ich die Wickler aus meinen Haaren und zupfte die Locken mit den Fingern vorsichtig in Form. Zu guter Letzt tupfte ich etwas Parfum auf meine Handgelenke und in die kleine Kuhle am Hals, bevor ich vor den Spiegel trat, um mein Werk zu begutachten. Mir gefiel, was ich sah.
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