Mario Worm - Der Junge aus der Vorstadt

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Der Junge aus der Vorstadt: краткое содержание, описание и аннотация

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Er war der Beste seines Studienjahrgangs. Doch gleich bei seinem ersten Fall muss der junge Anwalt aus der Strausberger Vorstadt feststellen, dass Uni und anwaltliche Praxis weit auseinanderliegen können. Bei der Verteidigung seiner ehemaligen Lebenspartnerin, die des Mordes an einem Flüchtling aus Syrien beschuldigt wird, stößt er recht schnell an seine Grenzen. Und an die des deutschen Rechtssystems.
Ein Buch gegen Vorurteile – schonungslos, provokant, spannend.

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Unmittelbar, nachdem die Hohmanns die Kanzlei verlassen hatten, drückt er die Karte seiner Rechtsanwaltsgehilfin in die Hand: „Sei bitte so nett und vereinbare mit diesem Herrn einen Termin. Ich will ihn schnell treffen. Wenn möglich, gleich morgen Vormittag. Sag ihm, es geht um den Fall Sonja Hohmann.“ Alisha greift wortlos die Karte und hebt den Hörer ab.

Koch macht sich auf den Weg zu Dr. Winfried Sandow. Dieser führt ihn in die Berliner Kantstraße. Unweit des Kurfürstendamms betreibt der Kollege in diesem, vom Volksmund als Nobelgegend titulierten westlichen Teil der ehemals getrennten Frontstadt, seine Kanzlei. Ein goldfarbenes Schild an der Haustür weist den Weg über die Stufen, die in die erste Etage führen. Schon der Empfangsbereich zeugt davon, dass hier vorwiegend Klienten Rechtsbeistand suchen, deren üppige Einkünfte das Einholen gut bezahlter juristischer Ratschläge erst möglich machten. Hier waren kaum sogenannte „Normalbürger“ in der Kartei zu erwarten. Die nette Empfangsdame erkundigt sich nach seinem Anliegen und dirigiert ihn mit den Worten „Herr Dr. Sandow ist gleich für Sie da“ in das Wartezimmer. Im Gehen fragt sie noch: „Darf ich Ihnen noch einen Kaffee anbieten?“ Der „Kaffeejunkie“ verneint dankend und nimmt auf einem der edlen Ledersessel Platz. Koch sieht sich um. Ein größerer runder Tisch, vermutlich aus hochglanzpoliertem deutschem Eichenholz, sicherlich handgeschnitzt, steht im Zentrum des Zimmers, eingerahmt von den vier Ledersesseln. An den Wänden befindet sich eine schlichte, aber sicherlich hochwertige Tapete, die durch fünf Gemälde aufgewertet wird. Die aufwendig verschnörkelten Bilderrahmen lassen an einen barocken Stil erinnern. Das Blattgold hat allerdings seine besten Tage hinter sich. Die dunkelroten Samtvorhänge an der Fensterfront runden den ambivalenten Eindruck zwischen Seriosität und Pomp ab. Hier sind Prunk und Lifestyle gleichermaßen anzutreffen. Wer hier in diesem Raum sitzt, musste einfach das Gefühl haben richtig zu sein. Trotz aller edlen Ausstattung – man fühlte sich gut aufgehoben und kam wahrscheinlich erst auf andere Gedanken, wenn man die Schlussrechnung aus dem Briefkasten gefischt hatte. Das Ensemble, das Koch hier erlebte, war nicht zu vergleichen mit der spartanischen Einrichtung seiner eigenen Kanzlei. War diese vornehme Adresse der Grund, dass er nicht so viele Aufträge zu verzeichnen hatte, oder lag es doch eher daran, dass Sandow mehrere Jahre Berufserfahrung besaß? Jahre, in denen er kaum einen seiner Prozesse verlor, sich als Staranwalt profilieren konnte. Umso mehr stellt sich Koch die Frage, weshalb ein Gericht gerade solch einen Anwalt als Pflichtverteidiger einsetzte und schließlich auch, warum sich Sandow auf einen wenig lukrativen Prozess einließ, anstatt sich mit Zeitmangel herauszureden. „Herr Koch. Kommen Sie bitte!“ Die nette Empfangsdame führte ihn in einen großzügigen Raum, wo ihm der prominente Rechtsbeistand freundschaftlich die Hand entgegenstreckte: „Guten Tag, Kollege. Bitte nehmen Sie doch Platz.“ Koch mustert sein Gegenüber. Irgendwie hatte dieser Sandow eine gewisse Ähnlichkeit mit Hunscha. Er war womöglich im gleichen Alter, hatte ebenfalls eine Halbglatze und die Nickelbrille im Gesicht gab ihm den Touch eines Intellektuellen. Gehen allen erfolgreichen Anwälte im fortgeschrittenen Alter die Haare aus? Eine Anwaltskrankheit, hervorgerufen vom Stress der Prozesse? Dann bräuchte er sich im Moment ja keine Gedanken machen.

„Nun…“, begann der Hausherr. „Wenn Sie mich fragen, ist das ganze Unterfangen eher sinnlos. Ich habe dem Mandat auch nur zugestimmt, weil mich das Ehepaar Hohmann sehr eindringlich darum gebeten hat. Die Sache ist eigentlich klar. Fräulein Hohmann hat unter Drogeneinfluss ihren Lebensgefährten umgebracht. Die Beweise der Staatsanwaltschaft sind mehr als eindeutig, Zeugen sind vorhanden. Was fehlt, ist ein Geständnis und der reale Tathergang. Speziell aus dem letzteren Umstand könnte man, mit ein wenig Glück, vielleicht noch etwas Potenzial für verminderte Schuldfähigkeit sehen. Glaube ich aber selbst nicht so recht daran. Der Drogenkonsum ist das einzige Argument, das ich anführen kann. Sie wissen selbst, dass das weniger als wenig ist. Ein Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft bestätigt die volle Schuldfähigkeit, und wegen der äußerst brutalen Ausführung des Tötungsdeliktes ist die besondere Schwere der Tat quasi unausweichlich. Und meine Mandantin schweigt beharrlich. Ich gehe auch davon aus, dass sie diese Haltung während des Prozesses nicht ändern wird. Aber wie schon erwähnt, ist das im Grunde genommen unerheblich. Aber fahren Sie ruhig zu ihr. Mit ein wenig Glück entlocken Sie ihr ja vielleicht ein Hallo.“ Koch sieht ihn fragend an: „Nehmen wir mal an, sie redet wirklich mit mir. Welche Strategie schlagen Sie vor?“ „Wie schon gesagt, es gibt keinen wirklichen Anhaltspunkt.“ Sandow greift hinter sich, holt eine Akte aus dem Beistellschrank und reicht sie über den Tisch: „Hier, nehmen Sie die Akte mit, bringen Sie diese aber mindestens drei Tage vor Prozessbeginn zurück. Das ist zwar nicht ausdrücklich erlaubt, aber auch nicht unbedingt illegal. Blättern Sie das Ding durch, dann wissen Sie, wovon ich rede! Ich habe für Sie einen Termin in der Untersuchungshaftanstalt organisiert. Für übermorgen zehn Uhr. Eine entsprechende E-Mail sende ich Ihnen heute noch zu.“ „Für einen Mordprozess ist der Ordner aber ziemlich schmal.“ Sandow zuckt mit den Schultern: „Steht aber alles detailgetreu drin. Mehr ist halt nicht.“ „Und es gibt nicht das geringste Anzeichen, dass Fräulein Hohmann doch nicht für die Tat verantwortlich ist?“ Der Kanzleichef schüttelt mit unterschwelligem Lächeln den Kopf: „Lesen Sie alle Dokumente! Wenn Sie dann noch immer der Meinung sein sollten, dass es Zweifel gibt, bin ich sehr gerne dazu bereit, Ihnen den Fall abzutreten. Wer verliert schon gerne freiwillig. Ich habe mich ohnehin nicht darum gerissen, die Sache zu übernehmen, war aber noch jemandem einen Gefallen schuldig. Also lesen Sie und urteilen dann selbst.“

Koch packt die Akte unter seine Jacke, um sie vor dem erneut einsetzenden Schneefall zu schützen, und macht sich auf den Rückweg in seine schmucklose aber vertraute Kanzlei. Ja, Sandow müsste man sein, dann könnte man sich seine Klienten aussuchen. Es sei denn, man müsste jemand einen Gefallen tun.

Der Inhalt des Ordners ist wirklich erschreckend. Gleich auf den ersten Seiten sind Kopien der Tatortfotos. Man sieht einen unbekleideten Mann in einer Badewanne. Der linke Arm baumelt schlaff über den Wannenrand, die Kehle ist anscheinend durchschnitten. Neben dem Kopf steht das kleine dreieckige Schild mit der Nummer eins. Damit zeigt die Kriminaltechnik, dass dies das erste Foto vom vermuteten Tatort ist und weitere Fotos folgen. Foto zwei zeigt den Oberkörper des Opfers, ebenfalls blutverschmiert. Foto drei und vier stellen das Badezimmer in der Totalen da, Blutspritzer sind an den Kacheln und auf dem Fußboden erkennbar. Nummer sechs, sieben und acht, bilden den kleinen Flur ab. Man sieht einen Garderobenschrank mit aufgezogenen Fächern, auf dem Boden liegen beschriebene Papierseiten. Es folgen vier Bilder aus unterschiedlicher Perspektive, die die vermutliche Tatwaffe, ein großes Fleischermesser zeigen, das in einer dunklen Ecke des Flurs liegt. Schließlich befinden sich noch Fotos vom Wohnungseingang, dem Treppenhaus und eine Außenansicht des Gebäudes in der Mappe. Als nächstes Blatt ist das Untersuchungsprotokoll einer DNA Probe abgeheftet. Sie bestätigt, dass die Blutspritzer auf der Kleidung der Beschuldigten mit absoluter Sicherheit dem Blut des Opfers entsprechen. Wieder sind Fotos mit Nummern beigefügt. Sie zeigen eine blutbefleckte Jacke, einen Pulli sowie eine Hose der Beschuldigten. Allesamt Textilien, die diese bei ihrer Festnahme trug. Koch legt die Akte auf seinen Wohnzimmertisch und zündet sich nachdenklich eine Zigarette an. Sonja! Warum, Sonja? Kräftig zieht er an dem weißen Stäbchen, lässt die Glut tiefrot aufleuchten, stößt den Rauch aus. Im Gegensatz zu dem Nebel des Rauchs, der sich im Zimmer verflüchtigt, vergehen die Erinnerungen nicht. Nostalgische Bilder einer unbeschwerten Zeit bauen sich vor ihm auf, sind einfach da, wollen sich nicht vertreiben lassen.

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