Thomas Pfanner - Johann Gabb
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Wobei, wenn er es recht bedachte, der Begriff Fahnenflucht auf praktisch alle Anwesende in diesem Raum anwendbar wäre. Doch der Wissinger gab die richtige Antwort: Sechzig Offiziere auf einen Schlag erschießt niemand.
Dieses eine Mal hätte sich Johann gerne an einem Erschießungskommando beteiligt. Diese aufgeblasenen Offiziere hasste er ohnehin aus vollem Herzen. Wie sie vor den letzten zehn Prozent ihrer Einheit standen und vom Endsieg faselten. Wie sie vom reinigenden Stahlgewitter der Schlacht fantasierten und sich ganz flott verkrümelten, sobald das Töten begann. Wie sie von der moralischen Überlegenheit der deutschen Rasse räsonierten, aber selbst aus einer Ansammlung menschlicher Schwächen bestanden, von ihrer grundsätzlichen Charakterlosigkeit ganz zu schweigen.
Johann spuckte auf den Boden. Moralische Überlegenheit, da konnte er nur lachen. Just in diesem Raum stellten die hohen Herren ihre Überlegenheit unter Beweis. In jeder Klapsmühle ging es gesitteter zu.
Sein mühsam zusammengesuchtes Festessen hätte er besser in den Bach gekippt.
An diesem von Gott verlassenen Ort gewann er ganz neue Einblicke in den Charakter des deutschen Herrenmenschen. Am Nachmittag noch hatte sich der Oberst vor die versammelte Truppe gestellt und eben jenen Herrenmenschen thematisiert, der von der Vorsehung bestimmt sei, die Horden aus dem Osten ein für alle Mal zu zerschmettern. Diese seien nun leider und nur aufgrund der allgegenwärtigen jüdischen Verschwörung in der Überzahl, aber das sei doch für die großartigen deutschen Soldaten allenfalls ein zeitlich begrenztes Problem. Es brauche eben seine Zeit sie alle zu töten.
Mit den anderen einfachen Soldaten hatte sich Johann erstaunt gefragt, wie viel Schnaps man wohl trinken musste, um dergleichen ziemlich überzeugend zu verkünden, während gleichzeitig dem Offizier klar war, dass alle Versammelten die Wahrheit kannten. Jemanden anlügen war eine Sache, dem Wissenden einen Bären aufbinden eine andere.
Nun, an diesem Abend, lernte Johann seine Vorgesetzten von einer anderen Seite kennen. Jede Medaille hatte seine zwei Seiten. Die eine kannte er bereits, sie gefiel ihm kein bisschen. Doch auch auf diese Seite der Medaille wollte er nie im Leben einen Blick werfen.
Das sogenannte Kasino bestand im Grunde aus einer hastig hergerichteten Scheune. In diesen Tagen musste wegen der zahlreichen Feindflugzeuge alles getarnt werden, damit nicht jemand auf die Idee kam, ein paar Bomben abzuwerfen. Die beste Tarnung bestand immer noch darin, ein harmloses Gebäude einfach so zu lassen, während innen diskrete Umbauten für die militärische Nutzbarkeit sorgten.
In diesem Falle sah die Nutzung allerdings ganz und gar nicht militärisch aus und es beruhigte ihn, eine neutrale Position einzunehmen. Immerhin war er der Koch und damit fast so unantastbar wie der Oberst.
Ohne Mampf kein Kampf. So lautete die inoffizielle Binsenwahrheit der Truppe. An diesem Abend galt es, ganz besonderen Mampf zu präsentieren. Das Schwein briet nun an einer Stange über offenem Feuer und nahm im ersten Teil des Abends den Großteil der Aufmerksamkeit in Anspruch. Daneben fand Johann aber immer wieder Zeit, um sich das Treiben anzusehen, welches ringsum in aller Ausgelassenheit tobte. Mit nicht geringem Gruseln betrachtete er die Szenerie und nahm einzelne Details besonders scharf wahr.
Offiziere aller Ränge und jeden Alters machten sich bei Schnaps und Wein zum Affen, lachten, tobten, fraßen, soffen und ließen auch sonst jedes Anzeichen vermissen, man könne es mit den nachmittags erwähnten Herrenmenschen zu tun haben. Zu einer regelrechten Orgie wurde die Veranstaltung aber durch eine große Anzahl Blitz-Mädel .
Johann konnte gar nicht sagen, wie sehr ihn dies alles abstieß. Für einen verlorenen Krieg als Kanonenfutter herangezogen worden zu sein genügte offenbar nicht. Nein, diese ach so großartige Nation verheizte seine eigenen Frauen, nein Mädchen auf gleich zweifache Art. Erst wurden sie an die Front geschickt, um in Schreibstuben, im Nachschub und an der Flak mehr Soldaten für die Front freizumachen. Und dann raubten diese Soldaten den eigenen Mädchen jede Form von Unschuld. Was da der Russe schlimmer machen konnte, blieb ihm schleierhaft. Vielleicht, dachte Johann gallig, verzichtet der Russe aufgrund seiner unmenschlichen Ader darauf, den Mädels Schnaps einzuflößen, bevor er sich über sie hermacht.
Die Scheune kam ihm vor wie eine Zeitreise zum Ende des Römischen Reiches. Draußen stehen die Barbaren und schreien nach Blut, drinnen feiern die Edlen ihren eigenen Abschied von der Welt. Nur war nichts Edles an dem, was sie taten. Die arglosen Mädchen wurden mit Alkohol nahezu besinnungslos gemacht, dann schleppte man sie eines nach dem anderen in das Obergeschoss. Zurück kamen sie meist erst nach mehreren Schichtwechseln, und dann waren sie sehr verstört, wollten nichts essen und nichts trinken.
Natürlich gab es Ausnahmen, Mädels, die ihren Spaß hatten ebenso wie Soldaten, die Ehre genug im Leib besaßen, um die Finger bei sich zu behalten. Merkwürdigerweise fanden sich ehrenwerte Soldaten fast ausschließlich bei Männern, die erst seit Kurzem bei der Armee dienten. Die alten Haudegen, die erfahrenen Soldaten, sie alle nahmen sich, was sie kriegen konnten. Keine Skrupel, kein Mitleid.
Zum ersten Mal überlegt Johann ernsthaft, ob es desertieren solle. Er durchdachte einige Optionen und Pläne, während er äußerlich stoisch Fleisch vom Schwein säbelte und in Blechteller warf. Er kam nach einer Weile zu dem Schluss, noch ein wenig zu warten. Hinter der Front klappte es noch ganz gut, die Militärpolizei lauerte überall auf Deserteure, als sei dies das Hauptproblem des Reiches.
Er überdachte seine Möglichkeiten noch die ganze Nacht, bis das Schwein verspeist war und alle Männer in eine Art Tiefschlaf fielen. Auch als das Feuer nur noch schwach flackerte und nur mehr vereinzeltes Wimmern durch die wabernde Dunkelheit drang, dachte er nur daran, wie er wieder nach Hause kommen könnte. Er hatte genug von Deutschland und dankte dem Herrn dafür, in Ungarn leben zu dürfen. In Ruhe, ohne ständig mit einem Haufen kriegslüsterner Idioten konfrontiert zu sein.
Er nahm sich vor, alle erreichbaren Karten auswendig zu lernen. Er müsste in der Lage sein, blind nach Hause zu kommen und unterwegs allem Ärger auszuweichen. Schließlich konnte er jetzt Auto fahren.
Buisdorf
Mein Großvater schweigt für eine Zeit, ein bitterer Gesichtsausdruck zieht die Mundwinkel nach unten. Er ist jetzt ganz in der Vergangenheit. Oder auch nicht, wie er sogleich beweist.
»Zu allen Zeiten litt das Volk unter dem Größenwahn der Mächtigen«, murmelt er fast unhörbar und spuckt tatsächlich verächtlich auf den Boden.
»Die Menschen kommen miteinander aus, immer. Das ändert sich erst, wenn die Herrschenden Langeweile empfinden. Langeweile bekämpfen sie immer mit Krieg. Sie haben ja nichts zu verlieren, am Ende des Krieges sind immer nur die einfachen Leute tot, vertrieben, gefangen oder wenigstens mittellos. Die Herrschenden sind fein raus. Ihnen gehören die Fabriken und der Grund und Boden, alle Sachwerte und die ganze Kunst. Das alles verliert nicht an Wert, nur weil die Zahl der Menschen kleiner wird oder ein neuer Herr einzieht. Manchmal ist Krieg sogar profitabler als Frieden, dann knallt es eben. Wenn alle Menschen alles haben, dann gibt es Krieg und die Leute müssen sich wieder alles neu kaufen. Bei den Reichen. Deswegen gibt es Krieg. Ganz einfach.«
Eigenartige Wendung. Will er sich freisprechen von den damaligen Ereignissen?
»Aber wir haben doch Frieden. Alle Völker sind in der EU vereint und arbeiten zusammen.«
»Papperlapapp!«, ruft er voller Verachtung. »Das sieht nur so aus. Österreich-Ungarn war auch mal ein toller Staat. Bis die Einwohner vergaßen, was sie ihm zu verdanken hatten. Nehmen wir doch mal Ungarn als Beispiel. Zwei Jahrhunderte unter der Türkenherrschaft haben das Land und seine Bewohner nahezu vernichtet. Alle waren bettelarm, das Land lag brach und Hunger herrschte. Dann konnten die Österreicher die Türken vertreiben, anschließend haben sie das leere Land mit Siedlern gefüllt. Das Land hat sich erholt, die Menschen hatten wieder zu essen und alles war gut. Sogar für das, was ihr heute Integration nennt, wurde gesorgt. Die Ungarn machten Wehrdienst bei den Deutschen, und die Deutschen dienten in ungarischen Regimentern. Jeder musste die Sprache des anderen sprechen und verstehen, damit niemand sich abschotten konnte.«
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