Thomas Pfanner - Johann Gabb

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Erzählt werden die Jahre 1944 bis 1954 im Leben des Bauern Johann Gabb. 1944 zur SS zwangsweise eingezogen überlebt er mit Glück und Cleverness. Nach dem Krieg wird er enteignet und vertrieben und findet sich in der DDR wieder, somit im nächsten Schlamassel. Hier arbeitet er gegen das Regime, um sich eine Zukunft aufzubauen. Doch am Ende wartet ein Haftbefehl auf ihn.

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»Kannst du dir das vorstellen? Drei Jahre lang rennen wir durch ganz Russland und ziehen diese scheiß Geschütze mit Pferdefuhrwerken hinter uns her. Und jetzt haben sie uns diese tollen Zugmaschinen gegeben. Die hätten wir mal vor Moskau haben sollen, als uns im Winter die Tiere verreckt sind und wir nicht nach vorne kamen. Jetzt ist es zu spät. Nun haben wir prima Lkw, die pünktlich geliefert wurden. Kannst du dir das vorstellen? Vor drei Wochen war die Auslieferung, genau einen Tag später war der Sprit alle. Kam auch keiner mehr. Wir fahren auf den letzten zwanzig Litern. Keine Ahnung, wie wir es an die Front schaffen sollen. Ist mir andererseits auch sehr recht. Wer zu spät zur Schießerei erscheint, kann auch nicht erschossen werden.«

Er zwinkerte Johann zu, machte einen Knoten, mit dem er den Verband schloss. Anschließend ließen die Beiden ihn ratlos zurück und schafften es ganz ohne seine Hilfe, den Opel auf die Straße zu schleppen. Sie starteten sogar den Motor für ihn und verabschiedeten sich mit Handschlag.

»So, alles klar. Und immer gut aufpassen, ja? Immer wissen, wo die Gefahr lauert und gleich in die entgegengesetzte Richtung marschieren. Unsichtbar bleiben, nicht zu schwer arbeiten, aber immer irgendetwas tun. Niemals freiwillig melden für eine unabsehbare Sache. Ehe du dich versiehst, hängst du sonst tot über einem Zaun.«

Ein letztes Zwinkern, dann verschwand der Dreiachser hinter einer fettigen schwarzen Abgaswolke. Johann mühte sich beim Einsteigen ab, legte unter Schmerzen den Gang ein und fuhr los, nun wesentlich bedächtiger. Was meinten diese Heinis nur? War es üblich, in kryptischen Sätzen zu sprechen und die mageren Andeutungen nie zu erläutern? Zudem fiel es ihm schwer, zwischen Scherz und echtem Ratschlag zu unterscheiden.

Es dauerte noch einige Zeit bis zu seiner Ankunft, weil er nun überaus vorsichtig fuhr. Als er in der Kaserne ankam, war der vorgegebene Zeitpunkt längst verstrichen. Hinter den Blocks zur Linken hörte er die dröhnende Stimme des Obersten, der offenbar eine seine anfeuernden Ansprachen hielt. Johann glaubte zu hören, wie zwischendurch immer wieder Namen aufgerufen wurden. Da es ihn nicht dazu drängte, vor versammelter Mannschaft seinen Unfall zu beichten, erinnerte er sich an den Rat des freundlichen Soldaten und fuhr gleich durch zum Sanitätsgebäude. Dort sah man ihn skeptisch an, behandelte ihn aber doch zügig und gewissenhaft.

Er erhielt einen neuen Verband, in den eine Schiene eingearbeitet wurde. Zwei schmerzhafte Spritzen rundeten die Behandlung ab. Erst danach erschien ein Arzt, der sich nochmals alles ansah, soweit es durch den Verband nicht im Unsichtbaren blieb. Er ließ sich den Unfall schildern, füllte ein paar Formulare aus und sprach im Übrigen sehr wenig. Schließlich reichte er ihm einen Zettel, stand auf und meinte im Hinausgehen, über die Schulter gesprochen.

»Herzlichen Glückwunsch, Soldat. Sie sind zwei Tage vom Dienst befreit. Durch diesen tragischen Umstand bleibt Ihnen die Tätowierung verwehrt. Halten Sie immer den Ausweis und das Soldbuch bereit, sonst könnte noch jemand auf den Gedanken kommen, Sie gehörten gar nicht zur glorreichen Waffen-SS.«

Buisdorf

Wir sind glücklich zu Hause angekommen. Gerade rechtzeitig, beginnt es doch, leicht zu regnen. Meine Tante nimmt den Opa in Empfang, führt ihn ins Bad und versorgt ihn dort. Sie hat Dienst heute, meine Mutter und sie wechseln sich ab. Dabei geht es insbesondere um die Nacht. Nachts entpuppt sich mein Opa in schöner Regelmäßigkeit als Ausbrecherkönig. Was der alles drauf hat, versetzt mich immer wieder in Erstaunen. Vor drei Tagen hat er ein paar Stäbchen aus der Küche geholt, mit denen man normalerweise Rouladen fixiert, und schaffte es doch tatsächlich, die abgeschlossene Wohnungstür zu öffnen.

Ich finde es bemerkenswert, wie gewaltlos er bei seinen Ausbrüchen vorgeht. Nie schlägt er die Scheibe ein oder versucht, sich mit schwerem Gerät zu befreien. Immer frickelt er ausdauernd herum, mit ein paar kleinen Hilfsmitteln und viel Kreativität, um an sein Ziel zu gelangen. Vielleicht sind wir ja irgendwie mit McGyver verwandt, man weiß es nicht.

Meine Tante kommt aus dem Bad, ein etwas mürrisch dreinblickender Opa hinterher. Er beginnt schon wieder mit seinen forschen Blicken, mit denen er die Optionen für sein baldiges Verschwinden abcheckt. Dement sein bedeutet jedenfalls nicht, blöd zu sein.

Dann sieht er mich und sein Gesicht hellt sich auf.

»Na, da siehst du es wieder. Sobald die Leute nackt sind, zeigen sie ihr wahres Gesicht.«

Meine Tante schaut weg, sie kennt seine Kommentare zur Genüge. Für mich bedeutet er, dass mein Großvater immer noch in der Vergangenheit umherwandert. Ich habe keine Ahnung, warum er mich erkennt und dennoch die damaligen Ereignisse hautnah durchlebt. Laut den Fachbüchern über Geronto-Psychiatrie sollten sich die Dinge ein wenig anders verhalten. Wer in der Vergangenheit schwelgt, hat sein Kurzzeitgedächtnis verloren und damit alle Erinnerungen an aktuelle Verwandte, an die zum damaligen Zeitpunkt noch nicht zu denken war.

Spielt auch keine Rolle, die wissenschaftlichen Erkenntnisse in diesem Bereich wechseln alle zehn Jahre. Die Wissenschaft vom Vergessen wird somit regelmäßig selbst vom Vergessen befallen. Heute zählt für mich nur eins: Wie bringe ich meinen Großvater dazu, noch mehr zu erzählen? Es muss einen Grund geben für den urplötzlich eintretenden Drang, sich mitzuteilen.

Mein Großvater war bis vor vier Wochen völlig klar. Dann haben sie ihn im Krankenhaus ein Formular unterschreiben lassen, was die Ärzte dazu berechtigte, ihm eine Darmspiegelung zu verpassen. Das hat er nicht verkraftet. Noch im Untersuchungsraum begann er, von Gefangenschaft und Befreiung zu fantasieren. In den folgenden Wochen war er einfach nur auf der Flucht, ein sinnvolles Gespräch war nicht möglich gewesen. Tagsüber stritt er alles ab und nachts steppte der Bär.

Heute hat sich etwas verändert. Vielleicht war er die ganze Zeit auf der Suche nach einer neuen Realität, ich weiß es nicht. Was immer er auch suchte, er scheint es gefunden zu haben. Ganz offensichtlich ist es ihm wichtig, sich mitzuteilen. Er will erzählen, vielleicht sogar alles erzählen. Ich sehe ganz klar die Gefahr, dass es mit ihm abwärtsgeht, wenn sein Wunsch nicht erfüllt wird, wenn er allein gelassen wird in seinem Drang. Etwas bang wird mir bei der Vorstellung, es könnte sich womöglich um seinen letzten Wunsch handeln. So, wie er im letzten Sommer ein letztes Mal Ungarn sehen wollte, was man ihm aber verwehrte.

Ich entschließe mich, sein Zuhörer zu sein. Nicht nur aus einem Gefühl der Verpflichtung ihm gegenüber heraus, nein, es interessiert mich auch. Als ich klein war, wollte ich wissen, wie es damals war, wie alles gekommen ist. Beide Großeltern hatten stets ausweichend geantwortet, fast schon einsilbig, immer wieder dieselben allgemeinen Auskünfte gegeben. Jetzt ist die Chance da.

Hastig hole ich mir etwas zu schreiben, ein Klemmbrett mit ein paar Blättern darauf.

Meine Tante reagiert erleichtert auf mein Angebot, die Nachtschicht zu übernehmen. Als Tochter nimmt es sie ziemlich mit, ihren Vater derart durcheinander und hilfebedürftig zu erleben. Sie macht noch ein paar Brote nach Art des Hauses, sehr dick mit reichlich Wurst darauf, stellt sie ins Wohnzimmer und geht sichtlich bedrückt.

Ich setze mich neben meinen Großvater, der sich bereits bedient hat und auf beiden Backen zufrieden kaut. Nach einer Weile setzt die Sättigung ein, ein lautes Rülpsen wird zum Zeichen für das Ende der Mahlzeit.

Mein Großvater schaut rosig aus der Wäsche, blickt sich um, zwinkert mir zu.

»Ohne Mampf kein Kampf«, grunzt er voller Freude. »Das ist eine der Grundwahrheiten in jedem Krieg. Niemand kämpft lange ohne Nahrung. Solche Sachen muss man wissen, wenn es ums Überleben geht.«

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