A.E. Eiserlo - Fanrea Band 2

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Endlich – die Fortsetzung der Fanrea-Reihe!
Emma und Ben treffen ihre Freunde aus Fanrea auf Magors Schloss. Dort geniessen sie zunächst ihren Urlaub, doch dann geraten sie in einen Kampf auf Leben und Tod, der sie in einen Strudel reißt aus Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, aber auch Mut, Kraft und Selbstvertrauen.
Spannung und Humor, spirituelle Weisheiten, Drachen, Magie, Liebe und Freundschaft, ein Mix, der junge Leser und junggebliebene Erwachsene fesseln wird!

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Emma hatte eine gewisse Begabung, aber diese ging mehr in Richtung heilen, Geburtshilfe und Hüterin der Bücher. Ihr Charakter war schwierig und sie stand sich oft selbst im Weg. Sie verschloss sich seinem Abtasten, aber das nützte ihr natürlich nichts.

Ben war ein Sonderfall, Magor konnte ihn noch nicht ganz zuordnen, er war einerseits ein Drachenreiter, aber da war noch mehr. Der Zauberer konnte unterdrückte Magie spüren und stellte erleichtert fest, dass es eher weiße Magie war. Aber ihm war durchaus bewusst, dass dunkle Mächte noch nicht gefestigte Persönlichkeiten leicht manipulieren konnten und das wiederum bedeutete, dass Ben möglichst bald in die richtige Richtung gebracht werden musste.

John war ein Schamane und verbunden mit der Natur, er war grundehrlich und eindeutig gut, aber mehr Magie konnte ihm nicht schaden. Er würde es spielend leicht lernen, weiße Magie sinnvoll anzuwenden.

Dann wandte er sich Nala zu und war ausgesprochen überrascht, er fühlte gewaltige Kräfte in ihr, die nur darauf warteten, geweckt zu werden. Sie hatte eine echte Begabung für Magie und Magor spürte enorme Willenskraft in diesem zarten, dunkelhäutigen Mädchen. Könnte Nala vielleicht sein zukünftiger Zauberlehrling sein? Magors Augen leuchteten durch diese Erkenntnis erregt auf.

Über Silly musste Magor später nachdenken und er fand bestimmt eine Lösung, die alle Beteiligten zufrieden stellen würde, selbst dessen Vater. Für seinen jetzigen Lehrling wäre es wahrscheinlich eine Erlösung, wenn er ihn aus seiner Lehre entließe.

Der Magier schaute in die erwartungsvollen Gesichter dieser vier jungen Menschenkinder und stutzte plötzlich. Wo war denn die ganze Zeit sein Spürsinn gewesen? Vier! Die Zahl vier! Was stand noch gleich in der uralten Prophezeiung?

Vier haben Mut - vier sind gut!“

Und wie ging es weiter?

Feuer, Wasser, Erde, Luft, wer ist er, der sie ruft?“

Jetzt wurde es aber richtig interessant, das war ganz nach seinem Geschmack. Ein leichtes Kribbeln durchlief seine Fingerspitzen und Magor konzentrierte sich, er musste die Überprüfung noch ein wenig vertiefen.

Die vier Freunde hatten mittlerweile das starke Gefühl, dass sie gerade einer eingehenden inneren Musterung unterzogen wurden, sie konnten geradezu wahrnehmen, wie Magor in sie hineinschaute und -horchte. Es war ein befremdliches Gefühl und sie reagierten alle unterschiedlich:

John öffnete sich und ließ es einfach zu, er hatte nichts zu verbergen, jedenfalls nicht vor Magor, der zur Seite des Lichtes gehörte. Der Zauberer tastete sich durch seinen Geist, spürte starke Gefühle der Trauer und des Verlustes, aber sie wurden überlagert von Sanftmut und der Fähigkeit, zu vergeben. Und dann fühlte er etwas sehr Schönes: Liebe und Dankbarkeit!

John war voller Liebe zur Schöpfung und allem Lebendigen und nahm dankbar sein Leben an. Das beruhigte Magor, so ein Mensch würde immer die Stütze dieser Vierergruppe bleiben, er war der Kern. Wie ein starker Baum, dessen Wurzeln tief in der Erde Halt fanden und jeglichen Stürmen trotzte. Welch kostbarer, seltener Mensch!

Magor suchte weiter und fand Kraft, Lebensweisheit und Geduld. Der Zauberer war sehr zufrieden, John war ein echter Glücksgriff. Der Indianer mit seiner realistischen und praktisch veranlagten Art konnte auf schnelle Art und Weise Probleme lösen. Perfekt! John stand für das Element Erde .

Nala hielt ihm ihre Stärke entgegen, erlaubte ihm aber trotzdem, ihre Innenwelt zu erkunden. Da war dieses tiefe, dunkle Loch aus schrecklichen und traurigen Erinnerungen, Schmerz, grenzenloser Wut und Angst. Diese düstere Geschwulst musste entfernt werden, es würde sie sonst langsam vergiften. Das würde er hinkriegen, da war er zuversichtlich. Magor gefiel es, wie willensstark und zäh sie war und spürte noch etwas anderes: Ehrgeiz. Das war einerseits gut, da dieser beflügelte, andererseits konnte Ehrgeiz auch dazu verleiten, sich der vermeintlich leichteren und verlockenden Seite des Bösen zuzuwenden. Das stellte eine echte Bedrohung dar. Intensiv suchte er nach Sanftmut in ihr, aber da waren nur noch kümmerliche Reste, scheinbar war diese Eigenschaft ihr im täglichen Überlebenskampf ihrer Kindheit verloren gegangen. Stattdessen nahm er unbändige Wildheit wahr und das war ebenfalls hinderlich, da diese schwer zu kontrollieren war.

Ob er Nala zurechtbiegen konnte? Er würde es einfach versuchen, besser als Silly Sidney war sie auf jeden Fall. Es würde mit ihr nicht langweilig werden und das war ganz nach Magors Geschmack. Was spürte er noch? Sie war geistig rege, voller Visionen und Ideen, flexibel und einfallsreich und er entschied sich für Nala als seinen ersten Zauberlehrling. Magor nahm einen Lufthauch wahr, ein zartes Flüstern und Rauschen umgab Nala. Sie war das Element Luft.

Nun wandte Magor sich Ben zu und stieß auf leichte Verärgerung. Ben schien sich gegen die Innenschau zu sträuben, er nahm sie selbst nicht gerne vor und andere sollten es auch nicht tun. Da waren ebenfalls Verlust und Wut zu fühlen, aber auch Eifersucht, allerdings nur noch eine kleine Spur davon, es schien so, als ob Ben dieses Thema schon bearbeitet hatte. Dann war da noch ein cholerischer Zug in ihm, der aber selten durchbrach. Magor musste Ben schulen, diese Energie zu lenken.

Ansonsten? Der Junge war etwas oberflächlich, und er nahm die Dinge eher leicht. Das konnte gut und schlecht sein, denn wenn er die Dinge nicht ernst genug nahm, war das bei dem Thema Magie sehr heikel, allerdings war Leichtigkeit im Leben besser als Schwermut. Mal sehen, wie Ben sich unter seinen Fittichen entwickelte.

Magor forschte weiter, spürte überraschenderweise eine tief verwurzelte, weiße Magie in Ben. Magor war irritiert, es gelang ihm nicht, dieser auf die Spur kommen. So als ob jemand einen Schutzzauber darüber gelegt hätte, um die weiße Magie zu verbergen. Aber wer und warum? Rätselhaft, spannend und reizvoll.

Starke Hitze umgab das Innere von Ben, Magor sah Lava und feuerspeiende Drachen im Kampf. Feuer war natürlich das Element von Ben. Das hatte der Zauberer auch nicht anders erwartet.

Nun wandte Magor seinen Blick Emma zu und Ben nuschelte möglichst leise: „ Wenn`s mal wieder länger dauert - schnapp dir´n Snickers* .“

Amüsiert zog Magor eine Augenbraue hoch, ließ sich aber nicht ablenken und nahm Emma ins Visier. Eindeutig war sie die Störrischste, und trotzig sperrte sie sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, da ihr Inneres Magor überhaupt nichts anging. Sie war ein eigensinniges Mädchen, wie einen Rohdiamanten würde er sie noch schleifen müssen. Aber sie war es wert, für sie zählten Werte wie Freundschaft und Verlässlichkeit und sie hatte ein liebevolles Herz. Mut machte sie stark, sie war schlau und in der Lage, mit List zu kämpfen. Aber da war diese hemmungslose Wut in ihr, die sich in sie hineingefressen hatte und die sie nicht loslassen wollte. Magor sah blaue und grüne Farben vor seinem geistigen Auge und eine angenehme Kühle legte sich auf seine Haut, Meeresrauschen drang an seine Ohren. Emma war das Element Wasser.

Magor zog sich wieder zurück und schaute diese vier Menschenkinder an. Da standen diese Vier vor ihm und waren vielleicht zukünftige Magier, eventuell sogar die aus der alten Prophezeiung.

Eigentlich kam ihm dies sehr gelegen, er brauchte tatkräftige Unterstützung in seinem Kampf gegen das Böse. Manchmal fühlte er sich unendlich müde und spürte, dass die seit Jahrhunderten andauernden Kämpfe ihn langsam auslaugten. So viele Siege, so viele Niederlagen und ein Ende war niemals in Sicht. Immer öfter wünschte er sich, mehr Zeit auf seinem Chateau zu verbringen und sich seinem Wein zu widmen, statt ständig Kriege zu verhindern.

So weit, so gut. Gleich würde er sie in seiner Alchemistenkammer einem Test unterziehen, wie gut sie ihr Element jeweils schon beherrschten. Magor fasste seinen Entschluss: Er würde sie alle vier ausbilden, und Nala würde sein ganz spezieller Lehrling werden. Es kam ihm überhaupt nicht in den Sinn, dass einer der vier Auserwählten mit seinem Plan nicht einverstanden sein könnte. „Nala und John kommen auch mit. Silly, würdest du dich netterweise solange um Agatha, Esther und Komor kümmern? Für dich ist das ja alles alter Zauberkram.“

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