A.E. Eiserlo - Fanrea Band 2

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Endlich – die Fortsetzung der Fanrea-Reihe!
Emma und Ben treffen ihre Freunde aus Fanrea auf Magors Schloss. Dort geniessen sie zunächst ihren Urlaub, doch dann geraten sie in einen Kampf auf Leben und Tod, der sie in einen Strudel reißt aus Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, aber auch Mut, Kraft und Selbstvertrauen.
Spannung und Humor, spirituelle Weisheiten, Drachen, Magie, Liebe und Freundschaft, ein Mix, der junge Leser und junggebliebene Erwachsene fesseln wird!

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Quarx und Kontax hatten sich als Begleitschutz angeboten und vertrieben sich die Wartezeit bis zum Aufbruch damit, ein Spiel zu spielen, das sie Dreieckswurf* nannten. Dabei ritzten sie ein großes Dreieck auf den Boden, in das sie Querlinien einzeichneten. Jedes so entstandene Feld erhielt eine Zahl, die breite Basis die eins, die Spitze eine zehn. Die Zahlen standen für zu gewinnende Punkte. Mit Steinen warfen die beiden nun aus zwei Metern Entfernung und versuchten die höchste Punktzahl zu ergattern.

„Verdammt. Nur ne´acht. Du bist dran“, schimpfte Quarx.

„Hast es eben nicht drauf, alter Knabe“, zog Kontax ihn auf.

Der Elf Glenn gesellte sich zu ihnen: „Kann ich mitspielen?“

„In der nächsten Runde“, knurrte Quarx.

„Mein Abschiedsspiel. Ich fliege gleich mit Ilian und Orell zum Brüten.“

Zwei grinsende Gesichter sahen ihn an.

Glenn warf ihnen wütende Blicke zu: „Sehr witzig, da habt ihr euren Spaß. Ich habe mich nicht darum gerissen, das Ei von Bernsteinauge auszubrüten. Aber wie hätte ich einer sterbenden Drachenlady den letzten Wunsch abschlagen sollen?“

Das Grinsen verstärkte sich und schließlich brachen Kontax und Quarx in schallendes Gelächter aus.

„Na ja, Dracheneier ausbrüten ist eben die richtige Arbeit für einen Jäger und Kämpfer“, kugelte sich Quarx und hielt sich seinen dicken Bauch.

„Nimm es nicht so tragisch, es ist doch eine echte Alternative zu deiner süßen Quiana“, setzte Kontax noch einen drauf. „Außerdem mögen Frauen Männer, die gut mit Babys umgehen können.“

„Ihr seid echt tolle Freunde“, beschwerte sich Glenn und trat wütend einen Stein weg.

Kontax lenkte ein: „Spielst du nun mit, du Trauerkloß?“

Die Antwort blieb Glenn schuldig, denn schon galoppierten Ilian, der Pegasus und Orell, der geflügelte Hirsch, auf die kleine Gruppe zu und kamen erst kurz vor ihnen zum Stand. Ilian bäumte sich auf und schnaubte lustlos: „Es geht los!“

„Tja, dann muss ich wohl. Bis bald, ihr beiden“, verabschiedete sich Glenn.

Kontax und Quarx hauten ihm grinsend auf die Schultern, ersparten ihm aber weitere blöde Kommentare. Missmutig sprang Glenn auf Ilians Rücken, der wissen wollte: „Hast du dich von Quiana verabschiedet?“

„Klar, alles schon geschehen.“

„Hast du das Drachenbuch?“, hakte Ilian nach.

„In meiner Tasche.“

Glenn, Ilian und Orell verließen das Trainingslager und machten sich auf den Weg zum Ei von Bernsteinauge, das momentan noch in der Obhut von Königin Anijala und ihren Feuerelfen war.

Grinsend sahen Quarx und Kontax sich an und schüttelten wortlos die Köpfe, schließlich erinnerte der Zwerg: „Du warst dran.“

Kontax warf einen Stein und landete damit in der neun.

„Ha, auch keine zehn. Steht jetzt fünfundsiebzig zu dreiundsiebzig für mich.“

„Nee, nee, für mich, du vertust dich.“

„Du kannst nur nicht verlieren“, konterte Quarx.

Da wurde ihr Spiel erneut unterbrochen, dieses Mal durch die Ankunft von Djalal und Osane.

Die Heilerin sprach die beiden an: „Seid gegrüßt, ihr zwei. Wir sind soweit, ihr auch? Ich will lieber gar nicht fragen, wer von euch beiden das Spiel gewonnen hat, da ihr sowieso unterschiedlicher Meinung sein werdet.“

Djalal nickte Kontax und Quarx zur Begrüßung freundlich zu und schulterte eine Ledertasche. Kurz darauf brachte ein Elf Osanes Einhorn Estrella und ein paar Pferde.

„Ich habe was vergessen, ich muss noch kurz ins Haus der Kranken. Wartet einen Moment“, bat Osane und lief wieder fort. Brankos, der Schmied, hatte sich gestern während seiner Arbeit fast eine Hand abgetrennt, die Quiana nun versorgte. Doch Osane wollte einen letzten Blick auf die tiefe Wunde werfen.

Blass saß Brankos auf einem Stuhl und ließ Quiana brummelnd gewähren. Osane trat hinzu und begutachtete fachmännisch die Wunde: „Sieht gut aus, genauso soll es sein. Brankos, in ein paar Tagen ist alles wieder in Ordnung. Quiana, bevor du den Verband neu wickelst, streich ihm diese Paste auf die Wunde. Ich habe sie eben frisch angemischt, hier ist das Rezept dafür.“

Sie reichte Quiana ein beschriftetes Blatt, die es entgegen nahm und schnell überflog: „Zweimal täglich wickeln und dick die Paste auftragen. Mach ich, du kannst dich auf mich verlassen.“

„Wolltest du dich nicht von Glenn verabschieden?“, fragte Osane.

„Hab ich doch schon. Aber ohne Zuschauer. Ich erspare mir die Kommentare von Quarx und Kontax lieber“, schmunzelte Quiana.

Osane nickte: „Das kann ich verstehen. Also, bis bald, ihr beiden.“

Brankos grummelte vor sich hin und Quiana fiel noch etwas ein: „Gebt acht auf euch, ich hatte letzte Nacht einen seltsamen Traum, in dem Steine glühten und auf uns herabregneten. Ich weiß ihn nicht zu deuten, aber er bereitet mir Sorge.“

Nachdenklich verließ Osane das Haus der Kranken und begab sich wieder zu der wartenden Gruppe. Dort wies sie an: „Wir nehmen Verstärkung mit. Holt mindestens zehn weitere Krieger dazu.“

Kontax zog direkt los und kümmerte sich darum, Djalal und Quarx wollten wissen, warum. Als Osane von Quianas Traum erzählte, band sich Djalal seinen Krummdolch um und Quarx nahm seine Axt zur Hand. Es war für sie selbstverständlich, einen solchen Traum als Warnung zu deuten. Eine Horde Zentauren näherte sich in einem so wilden Galopp, dass die Erde unter ihren Hufen aufwirbelte. Es folgten ein paar Bogenschützenelfen auf Pferden und das Schlusslicht machte Kontax. Nachdem alle versammelt waren, verließen sie gemeinsam das Lager.

Wachsam ritten sie durch den Wald, achteten auf jede Bewegung und ungewöhnliche Geräusche. Tannennadeln, vermoderte Blätter und dicke Moosflächen dämpften ihre Schritte. Plötzlich hob Djalal die Hand und ließ die Truppe anhalten. Fragend sah Osane ihn an.

„Irgendetwas stimmt hier nicht, ich spüre es. Auch wenn ich nicht weiß, was“, erklärte Djalal und beobachtete angespannt den Himmel.

„Ich fühle es auch“, flüsterte Osane sorgenvoll und bemerkte, dass die Tiere des Waldes abrupt verstummten. Ihre Reitpferde schnaubten und tänzelten nervös.

Sie nahmen ein fernes Summen wahr, das sich zu einem hohen, durchdringenden Ton steigerte, dann durchschnitt ein Fauchen und Zischen die Luft. Auf einmal erschienen viele helle Lichtpunkte, die vom Himmel fielen und sich sehr schnell und glühend dem Boden näherten.

„Verdammter Hammerguss, was ist denn das?“, fluchte Quarx und nahm seine Axt fester in die Hand.

„In Deckung, presst euch an die Stämme der dicken Bäume! Das sind Meteoriten* !“, rief Djalal

„Was für Dinger?“, brüllte Quarx.

„Mach, was er sagt, Zwerg!“, schimpfte Kontax.

„Kann man die zu Klump hauen?“, ereiferte sich Quarx und sprintete zu einem Mammutbaum.

Djalal presste sich an einen riesigen Stamm und erklärte: „Das sind Steine aus dem All, die beim Eintritt in unsere Atmosphäre verglühen.“

Verständnislos starrte Quarx ihn an und Osane murmelte: „Quianas glühende Steine, sie hat von ihnen geträumt.“

„Die Fortsetzung der Prophezeiung kündigt sie an, es heißt dort: Vom Himmel fallen flammende Sterne“, erinnerte Djalal.

Mit rasender Geschwindigkeit näherten sich die feurigen Geschosse.

„Sie werden uns zerschmettern, sie kommen genau auf uns zu“, flüsterte Osane. Ihnen blieben noch wenige Sekunden bis zum Einschlag...

Glenn flog auf Ilian zur Höhle von Bernsteinauge. Orell befand sich direkt neben ihnen, als der Elf plötzlich ein bedrohliches Zischen wahrnahm. Feuer schoss an ihnen vorbei. Fliegendes Feuer? Die drei erschraken und sahen, wie weitere Feuerkugeln auf sie zurasten.

„Vorsicht, da kommen wieder welche! Weicht aus!“, schrie Glenn.

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