A.E. Eiserlo - Fanrea Band 2

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Endlich – die Fortsetzung der Fanrea-Reihe!
Emma und Ben treffen ihre Freunde aus Fanrea auf Magors Schloss. Dort geniessen sie zunächst ihren Urlaub, doch dann geraten sie in einen Kampf auf Leben und Tod, der sie in einen Strudel reißt aus Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, aber auch Mut, Kraft und Selbstvertrauen.
Spannung und Humor, spirituelle Weisheiten, Drachen, Magie, Liebe und Freundschaft, ein Mix, der junge Leser und junggebliebene Erwachsene fesseln wird!

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„Also abhängen“, stellte John lakonisch fest.

Agatha murmelte: „John, sei nicht immer so ein Getriebener. Du musst mal nichts tun. Keine Fische fangen oder Hütten bauen, nicht an deinem Kanu schnitzen, keine Kinder retten, nicht in der Schwitzhütte schmoren. Sei mal locker!“

Seufzend streckte John sich aus, legte seine Arme unter den Kopf und betrachtete den stahlblauen, wolkenlosen Himmel. Einfach nur abhängen, ohne Griff am Messer oder angespannte Muskeln. Die Gedanken schweifen lassen, träumen. An Emma denken. Ob sie sich genauso auf ihn freute, wie er sich auf sie?

Am Nachmittag gingen Nala und John zurück zum Fuchsmann. Migune hatte ihm einen Teller mit belegtem Baguette gebracht, das noch unberührt dort stand.

„Ronaldo, du bist unglaublich. Du hast ja gar nichts gegessen.“, tadelte Nala.

Versunken stand der Fuchsmann vor der riesigen Weltkarte und starrte auf die blinkenden Lichter. Als Ronaldo das Baguette anvisierte, schien er erstaunt zu sein. Für ihn war ein belegtes Brot irritierender als die ganze Technik.

„Äh, stimmt. Obwohl...“ Kurz hielt Ronaldo inne. „Moment mal, ich habe was gegessen, der Mäusespeck ist leer.“

„Das gilt nicht. Komm schon, iss das Baguette“, befahl Nala.

John schmunzelte: „Mach lieber, Ronaldo, sie ist ganz schön rabiat.“

Folgsam aß der Fuchsmann sein Baguette, wahrscheinlich schmeckte er noch nicht einmal, dass es mit Serranoschinken, Tomaten und Salat belegt war.

„Was sind das für Lichtpunkte auf der Karte?“, fragte John interessiert.

Kauend nuschelte Ronaldo: „Aktuelle Brennpunkte, Kriegsschauplätze, bekannte und geheime Militärstützpunkte. Dann ehemalige sowie noch vorhandene Weltentore, Atommülllager und vieles mehr.“

Nala und John bestaunten die gigantische Karte und Ronaldo kam in Fahrt. Er erklärte ihnen deren Geheimnisse, bis die Köpfe der Fanreaner erneut rauchten.

„Ronaldo, du hörst doch gerne Musik. Bring mich mal auf den aktuellen Stand“, bat John.

„Kommt, ich zeige euch mein momentanes Lieblingsvideo. Es ist von Ed Sheeran, Thinking out loud . Ich suche es euch raus.“ Ronaldo tippte etwas in seinen Laptop ein und das Musikvideo begann. Der romantische Song füllte den Computerraum, während die beiden Fanreaner wie gebannt vor dem Bildschirm saßen. Ed Sheeran wirbelte seine Tanzpartnerin in einem riesigen Ballsaal herum und die Bewegungen der Tänzerin waren betörend und anmutig.

„Ist das schön“, flüsterte Nala und John stimmte ihr zu. Seine Gedanken waren bei Emma und dass sie ebenfalls Ballett und Modern Dance tanzte. Ob sie sich auch so elegant bewegen konnte?

„Du kriegst ja ganz glänzende Augen, siehst du schon, wie deine Emma sich um dich herumschlängelt?“, zog Nala John auf. Der wurde rot und schwieg ertappt.

„Volltreffer“, kicherte Nala. „Braucht dir doch nicht peinlich zu sein. Ich verrate es keinem.“

„Hast ja recht, könnte ich mir gut mit Emma vorstellen“, grinste John. „Komm, Ronaldo, was hast du noch in deiner Zauberkiste?“

Mithilfe des Fuchsmannes durchforsteten sie Youtube und die dortigen Musikvideos, doch nach einer Weile wurde Ronaldo unruhig, er hatte noch Wichtiges zu erledigen. Nala und John dagegen konnten keine Computer mehr sehen, für sie war diese virtuelle Welt auf Dauer sehr anstrengend. Zusammen flüchteten sie in die Muckibude und trafen dort auf Magor, der gerade Gewichte stemmte.

„Ein Zauberer, der die Hanteln schwingt“, flüsterte Nala.

Die Worte schien Magor gehört zu haben und er grinste verhalten: „Magie ist nicht alles. Körper, Geist und Seele bilden eine Einheit und wenn etwas im Ungleichgewicht ist, hat das negative Folgen. Das gilt auch für einen Zauberer. Doch das ist nichts Neues für euch, oder?“

John schüttelte den Kopf: „Nein, ist es nicht. Ich versuche, danach zu leben. Mens sana in corpore sano* würde unser schlauer Melvin jetzt sagen.“

Nala grinste: „Wenn er nicht da ist, vermisst man die Nervensäge mit den coolen Sprüchen richtig, oder? Ich freue mich schon darauf, wenn unsere Truppe wieder vereint ist.“

Schmunzelnd nickte Magor: „Ich weiß. Gefällt es euch hier?“

Nala stellte fest: „Ich könnte mich daran gewöhnen. Ist toll hier!“

„Ich käme mir auf die Dauer ein wenig nutzlos vor. Definitiv zu wenig Fische fangen, Hütten bauen und Kanus schnitzen“, witzelte John.

Eine aufschlussreiche Fahrt

Esther freute sich unglaublich auf den Urlaub in Frankreich mit ihrer Nichte Emma und deren Freund Ben, und war ganz aufgekratzt. Endlich konnte sie Zeit mit ihrer Freundin Agatha verbringen und musste sich dennoch nicht auf Kämpfe und Entbehrungen einstellen. Das Abenteuer in Fanrea hatte ungewollt dazu geführt, dass sie etliche Kilos weniger wog, was ihr richtig gut stand, dadurch sah sie deutlich jünger aus.

Energiegeladen packte sie ihren Koffer und stand vor dem Kleiderschrank, aber irgendwie passte ihr alles nicht mehr richtig und es gefiel ihr auch nichts. Es ging in den Süden und ihr war nach den Strapazen nach mehr Farbe und Fröhlichkeit.

All die Jahre hatte Esther in ihrem Haus alleine und halbwegs glücklich gelebt, aber seit Fanrea fühlte sie sich einsam und wollte nun viel mehr Zeit in dieser anderen Welt verbringen. Dort wurde sie gebraucht und musste sich nicht verstellen.

In ihrem Übermut fuhr sie mit ihrem alten Auto, einem Volvo Kombi, in die nächst größere Stadt, kaufte sich bunte Sommerkleider und ein paar Leinenhosen. Sogar zum Friseur ging sie. Das Tollste daran war, sie fühlte sich großartig dabei. Ganz knapp war sie einem schrecklichen Tod entronnen, mit Grauen dachte sie an dieses Spinnenvieh, als deren Futter sie hatte herhalten sollen. Esther hatte sich vorgenommen, ihr Leben nun in vollen Zügen zu genießen und endlich die Schatten, die schwer auf ihr lasteten, zu vertreiben.

Nach außen hin hatte sie stets Fröhlichkeit verbreitet, aber in ihrer Gedanken- und Gefühlswelt war es oft dunkel gewesen, weil sie unbeschreiblich traurig über den Verlust ihres Mannes und ihrer Tochter Leni war. Nun wollte sie endgültig diese alte Trauer abschließen, denn das Leben war schön und wertvoll. Gestern hatte Esther fast den ganzen Abend geweint, sich die alten Fotos angeschaut und dann den zermürbenden Schmerz in einer Zeremonie verabschiedet. Es hatte gut getan, die Tränen laufen zu lassen, doch nun begann ein neuer Abschnitt.

Dieses Mal nahm sie Fips, ihren treuen Mischlingshund, direkt mit. Jidell und Quidell durften sie ebenfalls begleiten, denn die beiden Ratten waren mächtig sauer gewesen, dass Esther sie in der Menschenwelt zurückgelassen hatte, statt sie mit nach Fanrea zu nehmen.

In ihren Koffer packte Esther vor allem die neue Kleidung und freute sich darauf, sie anzuziehen. Natürlich konnte sie es nicht lassen, auch ein paar Kräutercremes, verschiedene Tees und Heilerde mitzunehmen, ohne ihre eigene Hausapotheke fühlte sie sich nicht wohl.

Endlich war es soweit. Der Koffer war im Auto, ihre tierischen Begleiter Fips, Jidell und Quidell sprangen in den Wagen und die Ratten versteckten sich in einer Korbtasche. Schon fuhr Esther los, um Emma und Ben abzuholen.

Voller Ungeduld und Vorfreude wartete Emma auf ihre Tante Esther. Marlene ließ ihre Tochter gar nicht gerne gehen. Nachdem Marlenes Mann sich vor nicht allzu langer Zeit auf und davon gemacht hatte, war sie froh, wenn alle beisammen waren und sie sich um niemanden sorgen musste.

Um sich von Amapola zu verabschieden, rannte Emma in den Garten. Nach kurzer Suche entdeckte sie die Blumenelfe: „Hi, du. Was treibst du?“

„Mich um meine Pflanzen kümmern. Gestern haben mehrere Bauern ihre Felder gegüllt und der Mist ist ins Grundwasser gesickert. Jetzt kann ich schauen, wie ich alles wieder ins Lot bringe!“, ereiferte sich Amapola.

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