A.E. Eiserlo - Fanrea Band 2

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Endlich – die Fortsetzung der Fanrea-Reihe!
Emma und Ben treffen ihre Freunde aus Fanrea auf Magors Schloss. Dort geniessen sie zunächst ihren Urlaub, doch dann geraten sie in einen Kampf auf Leben und Tod, der sie in einen Strudel reißt aus Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, aber auch Mut, Kraft und Selbstvertrauen.
Spannung und Humor, spirituelle Weisheiten, Drachen, Magie, Liebe und Freundschaft, ein Mix, der junge Leser und junggebliebene Erwachsene fesseln wird!

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„Meines auch nicht“, bestätigte Nala.

Ronaldo zuckte mit den Schultern. „Ihr habt einfach keine Ahnung, was gut ist. Ich könnte mich den ganzen Tag damit vollstopfen.“

John zog eine Grimasse: „Also, ich muss jetzt aus dem Bunker hier raus. Nala, was hältst du von einer Runde Kampfsport? Oder sollen wir zusammen mit Komor noch mit den Armbrustpistolen trainieren?“

„Nee, nicht schießen, ich muss mich richtig bewegen. Erst Sport, dann essen und danach tüfteln wir hier unten weiter. Ronaldo, kommst du gleich auch hoch zum Essen?“

„Äh, nein. Ich muss da …“

„ … noch ein Problem lösen“, ergänzte Nala. „Das kennen wir schon. Mensch, komm doch mal nach oben und iss mit uns zusammen.“

„Vielleicht ….“

„ … morgen“, unterbrach dieses Mal John und grinste.

Seufzend zuckte Ronaldo mit den Schultern: „Ich lasse mir was von Migune bringen.“

Nala zog eine Schnute und stöhnte: „Du bist ein eigenbrötlerischer Computerfreak - wie ein Maulwurf. Schrecklich mit dir.“

„Ach Nala, ich kann nicht im Garten sitzen und fröhlich sein, wenn so viele Probleme in meinem Kopf herumschwirren und die Lösungen ganz nah sind. Ich wäre sowieso nicht kommunikativ.“

„Hoffnungslos“, murmelte Nala.

„Sei mir bitte nicht böse“, bat Ronaldo.

„Bin ich nicht, aber du verschwendest dein Leben und schenkst es irgendwelchen Maschinen. Das finde ich schlimm.“

„Ich nicht.“

Jetzt mischte John sich ein: „Nala, lass ihn doch. Es ist sein Leben und seine Entscheidung. Ist schon in Ordnung, Ronaldo, bist trotzdem ein feiner Kerl. Danke, dass du uns hilfst.“

Ein zögerliches Lächeln huschte über das Gesicht des Fuchsmannes. „Vielleicht morgen“, versuchte er es noch einmal.

„Schon gut, Kumpel“, beruhigte ihn Nala. „John, ab an die Luft.“

Der Fuchsmann begleitete sie durch die Sicherheitsschleuse und kehrte zufrieden ins Technikzentrum zurück. Mit den Gedanken war er schon wieder in seine eigene Welt eingetaucht.

Draußen erwartete die beiden Fanreaner strahlender Sonnenschein und sie atmeten tief durch.

„Endlich frische Luft. Wie kann der Fuchs es da unten nur so lange aushalten?“, wunderte sich Nala.

„Keine Ahnung, ich könnte das nicht. Ich würde es auch nicht in einer Stadt aushalten, aber wir sind eben alle verschieden. Fangen wir mit Karate an?“

„Okay.“

Die zwei begannen mit Dehnübungen und starteten dann ihr Trainingsprogramm im Schatten alter Olivenbäume. Als sie schließlich schweißüberströmt waren, duschten sie sich schnell ab und sprangen in den Pool. Nach einer Weile entschlossen sich die beiden, einen kleinen Mittagssnack einzunehmen. Nala und John stürmten in die Küche und trafen dort auf die Köchin, eine menschengroße Maus.

„Dürfen wir uns einen Smoothie und etwas zu essen machen?“, fragte Nala.

„Aber klar doch. Ich habe verschiedene Melonen, Granatäpfel, Ananas, Feigen, Bananen und frisch gepressten Apfelsaft.“

„Mmhh, lecker, komm John, du schälst, ich schneide klein“, ordnete Nala an und drückte John verschiedene Messer in die Hand.

Die Köchin reichte ihnen die Früchte: „Das meiste Obst und Gemüse kommt von unserem Gut und wird natürlich nicht mit Pestiziden verseucht. Unsere Blumenelfen organisieren sofort einen Aufstand, wenn wir auch nur ein Gramm Gift versprühen. Na dann legt mal los, ich muss mich noch um meine Bouillabaisse* kümmern.“

Während die beiden Freunde gemeinsam schnitten und schnippelten, unterhielten sie sich. Nala überlegte laut: „Weißt du, wem es hier gefallen würde und wer sich blendend mit dem Fuchsmann verstanden hätte? Nijano! Der Fuchsfreak wäre sein Ding gewesen. Denkst du noch viel an Nijano?“

Über Johns Gesichtszüge glitt ein Hauch von Schmerz: „Ja, oft, der Katzenjunge fehlt mir sehr. Er war für mich der Bruder, den ich nie hatte. In meinem Kopf redet oder schimpft er manchmal mit mir.“

„Er schimpft mit dir?“

John grinste: „Ja, wenn ich wieder zu zögerlich, ernst und verantwortungsbewusst bin.“

„Bist du ja auch.“

Schulterzuckend nahm John ein Stück Wassermelone und steckte es Nala in den Mund. „Ja, warum wohl? Ich hatte immer die Mitverantwortung für all die Kleinen im Lager und musste täglich die hungrigen Mäuler füllen. Da kann ich doch nicht rumalbern und verrückt sein.“

„Nijano war es trotzdem“, konterte Nala.

„Stimmt. Dann bin ich eben einfach langweilig von meiner Grundstruktur her.“ Schmunzelnd zuckte John mit den Schultern.

„Ach John, du bist unglaublich, du bist alles andere als langweilig. Dein ganzes Leben hat dich zu dem gemacht, der du bist, und so bist du genau richtig.“

Während John die Früchte in den Mixer steckte, den Apfelsaft draufschüttete und dann die Maschine anwarf, bereitete Nala einen großen Teller Tomaten mit Mozarella zu.

„Gib mir mal Basilikum und grobes Meersalz“, bat sie John und roch an einer Tomate. „Hm, die riecht intensiv. Weißt du, was mir an der Menschenwelt gefällt?“

Erwartungsvoll schaute John zu ihr: „Nein, aber du wirst es mir bestimmt verraten.“

„Dass ich nicht alles selber herstellen muss, sondern in einem Geschäft kaufen kann.“

Die Köchin reichte Nala Olivenöl und Baguette, dann mischte sie sich ein: „Na ja, so stimmt es auch nicht. Auf Magors Schloss wird jede Menge angebaut. Das Öl ist aus unseren Oliven gemacht und schmeckt köstlich, das Mehl für das Baguette ist aus unserem Getreide hergestellt, die Tomaten und Kräuter sind aus dem Schlossgarten.“

Grinsend zwinkerte John der Köchin zu: „Das war wohl nichts, Nala.“

„Aber zum Beispiel die Anziehsachen, die Migune uns besorgt hat, die sind gekauft, und ich finde sie richtig cool. Mal ehrlich, so ein schönes Sommerkleid steht mir gut und du siehst auch toll mit deinen Shorts aus.“ Nala drehte sich im Kreis.

„Stimmt, du siehst süß damit aus.“

„Oh, ein Kompliment von John. Du übst wohl schon für Emma“, zog Nala ihn auf.

„Wer weiß? Vielleicht?“

Als ihr kleines Picknick fertig zubereitet war, gesellten Nala und John sich mit ihren Leckereien zu den Fanreanern Agatha und Komor, die hier ebenfalls Urlaub machten und träge am Pool im Schatten lagen.

„Möchtet ihr auch etwas zu essen?“, fragte Nala die beiden.

„Nein danke, wir hatten gerade eben einen Riesenbecher Eis, wir sind satt“, wehrte Agatha ab und band sich ihre langen, braunen Haare zu einem Zopf zusammen.

„Wir haben Hunger“, seufzte Nala. „Diese Denkarbeit mit Ronaldo schlaucht ganz schön. Das ist alles neu für uns und wir müssen uns anstrengen, das zu kapieren. Ich will es aber unbedingt verstehen.“

„Ich finde, du hast es schon echt gut drauf, du verstehst es schneller als ich. Mir schwirrt der Kopf“, stöhnte John und trank genussvoll einen Schluck von seinem Smoothie.

Komor grinste und um seine dunklen Augen bildeten sich Lachfältchen. „Ich habe meine Lektionen mit Ronaldo schon hinter mir, der Freak ist echt gut. Vor allen Dingen erklärt er es so, dass ich es nachvollziehen kann.“

Hungrig spießten Nala und John die Tomaten und den Mozarella auf. Nach dem Essen fragte Nala schläfrig: „John, Muckibude oder weiter abhängen?“

Die Luft war erfüllt vom Duft des Lavendels und die Sonne machte alle träge. Verlockendes Nichtstun, Stille genießen, Augen schließen.

„Hm“, brummte John unschlüssig.

„Macht einfach Pause. Komm her, meine Kleine“, mischte Komor sich ein, zog Nala zu sich heran und bettete ihren Kopf auf einem seiner Arme.

Wie oft hatten sie schon so dagelegen? Wenn Komor bei ihr war, fühlte Nala sich beschützt und konnte entspannen. Komor war ihr Vaterersatz, genauso schokoladenbraun wie sie, kampferfahren, groß und muskelbepackt auf der einen Seite, sanft und gutmütig auf der anderen Seite.

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