rieselten noch von Bäumen.
>>Sie haben den Zug gestoppt?<<, fragte Katy.
>>Ja Madam, das habe ich. War nicht so schwer, Notbremse
ziehen und alles ist gut!<<, lachte er herzlich und Katy
dachte daran, dass es sicher mehr Arbeit bedurfte einen
Zug anzuhalten, als nur an der Bremse zu ziehen.
>>Die Polizei sollte jeden Moment da sein<<, fuhr der alte
Schaffner fort.
>>Denke, die werden die Leiche des Wahnsinnigen
irgendwo im Frühling finden, wenn der Schnee abgetaut
ist.<<
Er schüttelte leicht den Kopf.
>>Arme Leute. Drei Tote in einer Nacht.<<
>>Wären Sie nicht gewesen, wären es fünf geworden!<<,
sagte Katy und drückte seinen Arm. Der Schaffner lächelte
traurig und nickte.
>>Mein Verlobter muss hier irgendwo auf mich warten.
Ich werde rasch zu ihm gehen und ihm erklären, was
passiert ist, er macht sich sonst sicher Sorgen<<, sagte Katy
und sprang auf den schneebedeckten Boden.
>>In Ordnung, ich werde hier die Stellung halten!<<, rief
der Schaffner ihr hinterher.
Katy sah den Wagen ihres Verlobten bereits nach wenigen
Schritten.
Der schwarze Ford parkte zwischen einigen Baumreihen.
Das Wagendach war unbedeckt von Schnee, ein Zeichen,
dass er gerade erst angekommen sein musste.
Sie hob den Arm und winkte. Ihr Verlobter bestätigte mit
einer Lichthupe.
Katy ging auf den Wagen zu und schaute durch das Fenster.
Das Gesicht, das sie so sehr liebte, lächelte zu ihr.
Er kurbelte die Scheibe herunter und küsste sie.
Sie erklärte ihm alles.
Nachdem sie sämtliche Fragen beantwortet hatte, ging sie
allein zurück zu dem Zug.
Polizisten nahmen ihre Aussage ins Protokoll auf, stellten
unzählige Fragen, ließen sie von einem Arzt untersuchen.
Nachdem alles geklärt war und auch der Schaffner gehen
durfte, schickte man Katy nach Hause.
Mit den Worten Falls wir noch Fragen haben sollten. .
verabschiedete man sich von ihr.
Katy lächelte. Sie durfte nach Hause, die Nacht der
Schrecken war vorüber. Rasch eilte sie auf den Wagen
ihres Verlobten zu, öffnete die hintere Tür und kroch
hinein. Sie brauchte Schlaf.
Nachdem sie sich auf die Rückbank gekuschelt hatte,
wandte sie sich an ihren Verlobten.
>>Wir können los, Schatz. .<<
Alles blieb ruhig. Aber der Geruch war wieder da.
>>Ich kriege dich.. <<
>>Kannst du etwas erkennen?<<, fragte Tim.
Mit zitternden Fingern griff ich nach der Kordel der
Gardine, schob sie zur Seite.
>>Sie sind noch da draußen.. <<, flüsterte ich.
>>Was zum Teufel ist in sie gefahren?<<
Tims Stimme bebte. Schweiß rann von seiner Stirn.
>>Ich weiß es nicht, Kleiner. Leg dich wieder hin und
versuch ein wenig zu schlafen, sie gehen schon weg.<<
Tims kleiner Körper verkrampfte sich.
>>Kannst du Daddy sehen, Mom?<<, fragte er.
Ich schaute ihm tief in die Augen, versuchte nicht zu
weinen.
>>Daddy geht es gut, Kleiner. Jetzt sei ein braver Junge und
geh wieder in deinen Schlafsack.<<
Tim nickte kaum merklich und ging wieder zurück zu
seinem Schlafsack.
Die Luft war stickig hier oben, der Dachboden war
jahrelang nicht gelüftet worden.
Schwer hing der Geruch von alter Kleidung in der Luft.
Ich schaute zu Tim, merkte, wie sein Atem langsam ruhiger
und tiefer wurde. Er schien eingeschlafen zu sein.
Der Hof lag ruhig da, die Nacht war angebrochen.
Leise zog ich das kleine Kofferradio zu mir heran, drehte
am Rad der Sendersuche und fand was ich suchte.
Im Flüsterton hörte ich die Stimme des
Nachrichtensprechers.
>>.. passiert überall auf der Welt. Wir haben zahlreiche
Meldungen über ...<<
Tim zuckte im Schlaf zusammen. Er wälzte sich hin und
her.
Ich schaltete das Radio wieder ab, ich wollte nicht, dass
mein Sohn mitbekam, was wirklich vor sich ging.
Ich schaute erneut auf den Hof. Neben Stroh und Tierfutter
sah ich Mike liegen.
Sein zerstampfter Schädel, aus dem braunroter Schleim
floss, hatte das Stroh roströtlich verfärbt.
Wie konnte all das passieren? Warum kam niemand und
half uns?
Ich dachte daran, wie Mike das Vieh füttern wollte.
Das war vor vier Tagen gewesen, zu diesem Zeitpunkt
saßen Tim und ich noch am Frühstückstisch und aßen das
letzte Mal etwas.
Mein Magen knurrte. Ich schielte zu den Müsliriegeln zu
meinen Füßen, überlegte. Ich durfte nichts essen, Tim
brauchte es dringender als ich.
Mike war tot. Ich hatte seine Schreie noch immer im Kopf.
Das Geräusch tretender Hufe, das Wiehern eines unserer
Pferde.
Es passierte überall auf der Welt. .
Mein Kopf schien zu explodieren, was war nur in die
Viecher gefahren?
Waren die Tiere nicht des Menschen bester Freund, so wie
Hunde?
Ich hörte Tim nicht mehr.
Ich wandte mich ab, ging auf seinen Schlafsack zu und sah
sie: die Katze.
Und Tims offene Kehle.
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