Bei Tempo veröffentlichte Bertelmann bis 1958 etwa 20 Singles, die vielfach wie es bei Tempo üblich war, Coverversionenerfolgreicher Schlager enthielten. Bereits 1954 war es zu einem Plattenvertrag mit der Plattenfirma Electrolagekommen. Im Oktober 1955 wurde er mit dem Titel Tina Marie in der deutschen Schlagerparaden ganz vorne notiert. Im Jahre 1957 kam Fred Bertelmann mit dem Titel Der lachende Vagabund , einer Coverversion von Jim LowesUS-Hit Gambler’s Guitar , in die deutschen Hitparaden. Der Texter Peter Moesser hatte es auf einer Italienreise in der italienischen Fassung gehört und bei Electrola wollte man Bertelmann als Interpreten. Am 9. Juli 1957 wurde es in Köln eingespielt. Dieses Lied passte in die Stimmung des deutschen Wirtschaftswunders, wurde ein Nummer-eins-Hit und die Single verkaufte sich bis zum 1. Mai 1958 eine Million Mal. Insgesamt wurde das Lied 3,5 Millionen Mal verkauft, auch in den USA. Bertelmanns Hitparadenerfolge hielten bis in die Mitte der 1960er Jahre an, insgesamt wurde er mit zwölf Titeln in den Hitlisten geführt. 1961 wechselte er zu Polydor, danach folgten Plattenverträge mit den Plattenfirmen Ariola, Trans World, Koch Internationalund Superton. Seine Plattenveröffentlichungen reichen bis in die 1990er Jahre, er nahm annähernd 100 Singles auf, und es wurde etwa acht Vinyl-Langspielplattenproduziert. Dazu kommen zahlreiche CD-Produktionen.
1958 trat Bertelmann in der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest an. Beim deutschen Vorentscheid 1964sang er das Lied Das macht dein Lächeln, Mona Lisa . Auch die Filmbranche kam auf den erfolgreichen Sänger zu. Er wirkte in sechzehn Filmen mit. 1958 hatte der Film Der lachende Vagabundin Stuttgart und Duisburg Premiere, ein Ereignis, bei dem die Kinder in Duisburg schulfrei bekamen. Da er schauspielerische Fähigkeiten besaß, spielte er später auch klassisches Theater (u. a. Götz von Berlichingen oder Der Widerspenstigen Zähmung ) und übernahm Rollen in Musicals.
Weitere Stationen seiner Karriere waren die Auftritte in US-amerikanischen Fernsehshows, wie denen von Ed Sullivan, Dean Martinund Perry Como. 1961 wirkte er in Chicago im Musical Show Boat mit. In Europa trat er zusammen mit Marika Rökk, Gerhard Wendland, Vico Torriani, Hans-Joachim Kulenkampff, Bibi Johns und Caterina Valenteauf. 1961 wechselte Bertelmann von der Electrola zu Polydor.
Zur Nachwuchs- und Talentförderung gründete er im Olympiajahr 1972 in München die erste Show-Schule Deutschlands zusammen mit der ehemaligen Schlagersängerin Gitta Lind, die zwar Direktorin für die Ausbildung werden sollte, aber zu dieser Zeit eine Schnellreinigung unterhielt. Das Startkapital von umgerechnet 50.000 Euro wurde von beiden aufgebracht [1] [2]
Im Mühlentheater in Kleinseebachbei Erlangen spielte Bertelmann 2003 im Theaterstück Sonny Boysmit. [3]2005 und 2006 trat er an der Bayerischen Staatsoperim Rahmen der Münchner Opernfestspieleals Aeneasauf der Bühne des Prinzregententheatersin der Festspielproduktion Dido & Aeneas – die Barockoper von ihren Liebhabern entblößt (nach Henry Purcell) von und mit Andreas Ammerund Sebastian Hessauf. [4]
Fred Bertelmann war seit 1966 mit der früheren Fernsehansagerin und Filmschauspielerin Ruth Kappelsbergerverheiratet und wohnte in Bergam Starnberger See, wo er am 22. Januar 2014 starb. [5]Er wurde auf dem Friedhof in Aufkirchenam Starnberger See beerdigt. [6]
Ehrungen und Auszeichnungen (Auswahl)[ Bearbeiten| Quelltext bearbeiten]
Seine Karriere brachte dem Sänger und Schauspieler zahlreiche Auszeichnungen ein, so erhielt er
Diskografie[ Bearbeiten| Quelltext bearbeiten]→ Hauptartikel: Fred Bertelmann/Diskografie Filmografie (Auswahl)[ Bearbeiten| Quelltext bearbeiten]
Literatur[ Bearbeiten| Quelltext bearbeiten]
Weblinks[ Bearbeiten| Quelltext bearbeiten]
Einzelnachweise[ Bearbeiten| Quelltext bearbeiten]
Karl Dall[Bearbeiten] Zur Navigation springen Zur Suche springen 
Karl Dall, 2009
Karl Dall bei der „Der alte Mann will noch mehr“-Tour, April 2016
Karl Bernhard Dall(*
1. Februar 1941in Emden, Ostfriesland) ist ein deutscher Fernsehmoderator, Sänger, Schauspielerund Komiker.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft[ Bearbeiten| Quelltext bearbeiten]
Karl Dall kam als Sohn eines Schulrektors und einer Lehrerin zur Welt. In der zehnten Klasse verließ er die Mittelschuleund machte eine Lehre als Schriftsetzerin der Druckerei Rautenberg in Leer. Sein markantes Aussehen mit dem „hängenden“ rechten Auge ist die Folge einer angeborenen Lidmuskelschwäche ( Ptosis).
Karriere[ Bearbeiten| Quelltext bearbeiten]
1967 gründete er mit Ingo Insterburg, Jürgen Barzund Peter Ehlebrachtdie Komödiantengruppe Insterburg & Co., der er bis Ende der 1970er Jahre angehörte. Durch die Radio-Bremen-Reihe Musikladen wurde das Quartett weithin populär. Nach der Auflösung von Insterburg & Co. begann Dall umgehend eine Solokarriere als Bühnenkünstler und arbeitete auch fürs Fernsehen. In der WDR-Produktion Plattenküchetrat er 1979 in mehreren Folgen als Kantinenkoch „Karl Toffel“ in zahlreichen Sketchenauf. In der von Kurtund Paola Felixpräsentierten Sendung Verstehen Sie Spaß? , die im ersten Programm der ARDausgestrahlt wurde, war er von 1983 bis 1990 unter anderem als chaotischer Filmvorführer und Spaßtelefonierer vertreten.
Im deutschen Hörfunkprogramm von Radio Luxemburgmoderierte Dall eine Blödelshow. Im regionalen Fernsehprogramm Südwest 3hatte er beim „Brettl-Talk“ seine Form des Nonsens-Gesprächs entwickelt. Als RTLplusEnde 1984 einen Nachfolger für den zur ARD gewechselten Mike Krügersuchte, der im RTL-Vorabendprogramm ebenfalls eine Blödel-Talkshow präsentiert hatte, war Dall eine naheliegende Wahl. Am 19. Januar 1985 hatte seine Sendung Dall-As Premiere; ab dem 31. August 1985 wurde sie bis Ende 1991 alle 14 Tage im Spätprogramm des Senders ausgestrahlt. [1]Als ein Höhepunkt des Formats, dessen Konzept es war, Gäste zu irritieren und zu provozieren, gilt Dalls Spruch zu Roland Kaiser: „Na, sing schon mal, damit wir es hinter uns haben“, worauf dieser die Sendung wütend verließ. Die Wildecker Herzbubennannte er „Wildecker Speckbuben“. Einen anderen Gast fragte er: „Was macht Ihr Friseur im Hauptberuf?“ Nach seinem Wechsel zu Sat.1setzte Dall die Sendung seit dem 4. Januar 1992 dort unter dem Titel Jux und Dallerei fort. Eine Klage des Fernsehsenders RTL gegen Sat.1 wegen inhaltlicher Überschneidungen wurde abgewiesen.
Ab 1991 moderierte Dall zwei Jahre lang die Sendung Koffer Hoffer bei Tele 5. 1996 war er Mitglied im Anfangsensemble der von Rudi Carrellproduzierten Sendung 7 Tage, 7 Köpfe auf RTL. Differenzen zwischen Carrell, der seine Sendungen generell mit Akribieplante, und dem spontanen Dall führten dazu, dass dieser das Ensemble 1997 wieder verließ.
Des Weiteren moderierte er bei RTL die Sendungen Karls Kneipe (1997), Die Karl Dall-Show (1999–2000) sowie bei Kabel 1 Weißt Du noch? Das Retro-Quiz (2003–2004). Mitte September 2006 erschien Dalls Autobiografiemit dem Titel Auge zu und durch . Im Oktober 2012 feierte Dall mit dem Ein-Mann-Theaterstück Der Opa des isländischen Autors Bjarni Haukur Thorsson Premiere. Dall stand damit auch zum ersten Mal für ein Theaterstück auf der Bühne. [2]Von Mai 2015 bis Oktober 2016 war Dall mit seinem letzten Live-Programm Der alte Mann will noch mehr unterwegs, in dem er einen Querschnitt aus allen Jahrzehnten seines Schaffens zeigte. [3]
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