Reiner Kotulla - Michelle

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Der Journalist und Autor Alexander Fabuschewski schreibt sein neues Buch, dieses Mal auch zum Thema Stalking und Rechtsradikalismus. Da bekommt er mysteriöse E-Mails von Michelle, einer jungen Frau, die er bei der Recherche zu seinem letzten Buch kennen gelernt hat. Er verstrickt sich bei seinen Recherchen immer tiefer im braunen Sumpf. Als er bei einer Lesung überfallen wird, dämmert ihm langsam, dass er seinem Forschungsobjekt vielleicht doch etwas zu nah gekommen ist.

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„Entstanden im Zusammenhang mit den Befreiungskriegen gegen Napoleon“, so las er, „wurde 1815 in Jena die Urburschenschaft gegründet. Ihr gemeinsamer Hintergrund waren nationale, christliche und freiheitliche Ideen. Zu ihren geistigen Wegbereitern gehörten unter anderem der als Turnvater bekannt gewordene Friedrich Ludwig Jahn und der Philosoph Johann Gotthelf Fichte. Auf ihre Fahnen hatten sie die Werte ‚Ehre-Freiheit-Vaterland‘ geschrieben. Der vaterländische Gedanke aber war die wichtigste Idee, für den sich auch viele damalige Studenten begeistern konnten. Schon früh jedoch wurden antisemitische Tendenzen deutlich. So kam es 1817 zu ersten Bücherverbrennungen, unter anderem des Buches Germanomanie des jüdischen Autors Saul Ascher. Dabei wurde dreifach ‚Wehe über die Juden!‘ gerufen. Später wurde die Machtübertragung auf Hitler von einer großen Mehrheit der deutschen Burschenschaften begeistert begrüßt. Bald darauf initiierten einige ihrer Führer zusammen mit Hitlerjugend und SA öffentliche Bücherverbrennungen. Völkermord und Judenvernichtung wurden von ihnen akzeptiert. Heinrich Heine sollte recht behalten, wenn er voraussah: ‚Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende Menschen.‘“

So gerüstet, wählte Alexander Fabuschewski die Nummer, die sein Vater ihm gegeben hatte.

„Grün.“

„Alexander Fabuschewski, guten Tag, Herr Grün. Ich habe Ihre Telefonnummer von meinem Vater, Peter Fabuschewski, bekommen.“

„Guten Tag, Herr Fabuschewski, was kann ich für Sie tun?“

Eine in letzter Zeit häufig gebrauchte Floskel, dachte Alexander. „Mein Vater sagte mir, dass Sie an einer Dokumentation über Burschenschaften arbeiten.“

„Ja, das stimmt.“

„Ich bin Schriftsteller und recherchiere in dieser Richtung. Vielleicht können Sie mir da weiterhelfen?“

„Schon möglich, aber telefonisch ist das vielleicht nicht so gut. Wo wohnen Sie?“

Alexander spürte Ablehnung und wollte schon sagen, dass er es sich noch einmal überlegen möchte, als Volker Grün, als wenn er Alexanders Bedenken gespürt hätte, fortfuhr: „Sie müssen meine Skepsis Anrufern gegenüber verstehen, ich habe da schon schlechte Erfahrungen gemacht.“

Alexander unterließ die Nachfrage, die ihm schon auf den Lippen lag, und antwortete auf Grüns Frage: „Ich wohne Am Fischmarkt.“

„Da können wir uns doch auf dem Kornmarkt treffen, dort gibt es ein Café mit Außenterrasse.“

„Wann passt es Ihnen?“

„Sofort, wenn Sie wollen.“

Alexander war einverstanden, und sie beendeten das Gespräch. Erst, als er das Haus verließ, stellte er fest, dass es heute ein schöner Sommernachmittag war. Er kehrte noch einmal um und hängte seine Jacke an einen Garderobenhaken im Flur seiner Wohnung.

Als er über den Domplatz lief, genoss er die warmen Sonnenstrahlen. Viele Tische der Straßencafés waren besetzt. Ein fast mediterranes Ambiente tat sich vor ihm auf.

Vorbei an der Akro erreichte er nach wenigen Minuten den Kornmarkt. Auch hier waren einige Tische vor dem Eiscafé besetzt. Alexander blieb unschlüssig stehen, als sich an einem der Tische ein Mann erhob und ihm zunickte.

„Wie haben Sie mich erkannt?“, fragte Alexander.

„Aufs Geratewohl, aber nehmen Sie doch bitte Platz.“

Sie gaben sich die Hand, und Alexander kam der Aufforderung nach. Volker Grün schaute ihn auffordernd an. Alexander ergriff das Wort und beschrieb mit wenigen Worten sein Romanvorhaben. „Eine der Hauptpersonen meiner Geschichte ist ein Mann, man kann auch sagen, der Antiheld, den ich im rechten Milieu ansiedeln möchte“, beendete er seine Ausführungen.

„Und Wetzlar soll den Handlungsort abgeben?“

„Hab ich mir so gedacht, ja.“

„Gut, wenn Sie möchten, berichte ich zunächst ein wenig Allgemeines über den heutigen Charakter der Bünde.“

Gut, dachte Alexander, dass ich mich zuvor über die historische Seite der Sache informiert habe. „Gerne. Darf ich mir Notizen machen?“

„Das ist vielleicht nicht nötig, denn ich kann Ihnen auch entsprechendes Material zukommen lassen.“

„Danke, gerne, trotzdem möchte ich Ihnen zuhören.“

Übergangslos begann Volker Grün, dass der hessische Verfassungsschutzpräsident kürzlich davon gesprochen hatte, dass solche Verbände auf dem Weg seien, zu Denkfabriken der organisierten Neofaschisten zu werden. Darüber dürften primitive Rituale wie Säbelrasseln und Komasaufen nicht hinwegtäuschen. In diesem Zusammenhang wurde auch die ultrarechte Gießener Verbindung Dresdania-Rugia genannt, die auch einen Wetzlarer Ableger besitzen soll.

Interessiert hörte Alexander zu, nutzte zudem die Gelegenheit, seinen Gegenüber zu beobachten. Er schätzte ihn auf ungefähr vierzig Jahre. Er war eine sportliche Erscheinung, hatte braunes, halblanges Haar und graue Augen. Er war bartlos und etwa ein Meter achtzig groß. Er trug schwarze Jeans und ein passendes T-Shirt. Er sprach, in einer für Alexander angenehmen Tonart, ein dialektfreies Gebrauchsdeutsch. Insgesamt, dachte Alexander, eine sympathische Erscheinung, die ihn ein wenig an Juri Brelow erinnerte, der beinahe ein Freund für ihn geworden wäre.

„Vielleicht möchten Sie noch etwas Spezielles wissen“, riss Volker Grün ihn aus seinen Gedanken. „Etwas, das für die Beschreibung Ihrer Romanfigur von Bedeutung sein könnte?“

Alexander überlegte einen Moment, dachte an das Verhalten Klaus Wagners Michelle gegenüber, bevor er fragte. „Vielleicht etwas zu deren Ansichten hinsichtlich der Geschlechterrollen?“

„Von feministischer Seite werden Burschenschaften oft als männliche Seilschaften bezeichnet, die sowohl im universitären als auch im wirtschaftlichen Bereich Postenschacher betreiben und damit Frauen explizit aus wichtigen Positionen ausschließen. Im Zentrum jeder Verbindung steht ein Verständnis von Männlichkeit, welches sich an Werten wie Ehre, Mut, Härte und Standfestigkeit orientiert. Emanzipationsbestrebungen von Frauen werden abgelehnt. Frauen bleiben grundsätzlich ausgeschlossen, da sie gegenüber dem Mann als minderwertig angesehen werden. In den Augen der Männer dort gilt der männliche Bund als Keim und Hort aller höheren Ordnung, zu der Frauen aufgrund ihrer angeblichen biologischen Beschaffenheit nicht in der Lage seien. So etwa hat es einmal ein konservativer hessischer Politiker ausgedrückt. Aber auch darüber besitze ich Material, das ich Ihnen geben kann.“

„Da wäre ich Ihnen dankbar“, sagte Alexander. „Sozialarbeiter und Lehrer, wie passt das zusammen?“

„Das bin ich schon oft gefragt worden. Eigentlich bin ich Sozialpädagoge. Weil es aber im Fach Gesellschaftslehre zurzeit einen gewissen Lehrermangel gibt, unterrichte ich als sogenannter Quereinsteiger an der Gesamtschule in diesem Fach. Wenn es Sie interessiert, kann ich Ihnen auch etwas über meine Lehrertätigkeit erzählen.“

Und wieder dachte Alexander an Juri Brelow. „Ja, gerne, aber zunächst muss ich verarbeiten, was ich heute von Ihnen erfahren habe. Vielleicht besuchen Sie mich einmal, wir wohnen ja nicht weit auseinander. Rufen Sie mich einfach an, wann immer Sie wollen.“

Als Alexander für sie beide die Rechnung begleichen wollte, wehrte Volker Grün ab. Er sagte, dass er sowieso hierher gegangen wäre.

„Ich würde mich wirklich freuen, wenn wir unser Gespräch fortsetzen könnten“, sagte Alexander zum Abschied.

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