Reiner Kotulla - Michelle

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Der Journalist und Autor Alexander Fabuschewski schreibt sein neues Buch, dieses Mal auch zum Thema Stalking und Rechtsradikalismus. Da bekommt er mysteriöse E-Mails von Michelle, einer jungen Frau, die er bei der Recherche zu seinem letzten Buch kennen gelernt hat. Er verstrickt sich bei seinen Recherchen immer tiefer im braunen Sumpf. Als er bei einer Lesung überfallen wird, dämmert ihm langsam, dass er seinem Forschungsobjekt vielleicht doch etwas zu nah gekommen ist.

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„Also, der Mann heißt Volker Grün, ist Sozialarbeiter und Lehrer an einer Wetzlarer Gesamtschule. Er wohnt in der Obertorstraße hier in Wetzlar. Du erreichst ihn unter der Telefonnummer 240678. Als Sozialarbeiter hat er es unter anderem mit Flüchtlingen zu tun, denen die Abschiebung droht. In der Schule organisierte er schon einige Projekte zum Thema Rassismus und Neofaschismus. Im Moment arbeitet er an einer Dokumentation über deutsche Burschenschaften, mit dem Thema: „Kein Bock auf deutsche Traditionen“. Wenn du willst, kann ich dich mit ihm bekannt machen.“

„Ich weiß noch nicht. Muss noch weiter darüber nachdenken.“

„Gut, wie du willst. Ich gehe dann mal, muss noch einiges für den Urlaub erledigen.“

Sie verabschiedeten sich. Alexander wünschte seinem Vater einen schönen Urlaub. Der versprach, sich zu melden, sobald sie das Haus am Plauer See bezogen hätten. Schon im Bett überlegte Alexander, wo er mit seinen Recherchen beginnen sollte. Ein Gespräch mit Volker Grün schob er hinaus. Er glaubte noch nicht so recht daran, dass der ihm weiterhelfen könnte. Da täuschte er sich gewaltig.

Dreizehn

von: michellecarla@web.de

Hallo Herr Fabuschewski,

bis jetzt bin ich froh darüber, dass Sie meine Nachrichten kommentarlos hinnehmen. Trotzdem gehe ich davon aus, dass Sie sich zu dem, was ich schreibe, Ihre Gedanken machen. Ich hoffe das sogar. Und irgendwann werde ich auch den Kontakt zu meiner alten Umwelt wieder herstellen können.

Zurzeit lebe ich in einer Gegend, die wohl nicht zu meiner zweiten Heimat werden wird. Ich möchte damit nicht sagen, dass die Landschaft hier nicht schön ist. Im Gegenteil, hierher kommen viele Menschen, die ihrer Heimat entfliehen, um Urlaub zu machen. Die Einstellung zu meinem gegenwärtigen Aufenthaltsort hat sicher auch mit meiner derzeitigen Befindlichkeit zu tun. Zu sehr beschäftigen mich die Ereignisse der Vergangenheit. Es ist ja nicht so, dass mich irgendeine fremde Person verletzt hat. Meine Verletzungen stammen von einem Menschen, dem ich nicht nur vertraut, sondern mit dem ich mir auch eine gemeinsame Zukunft vorgestellt habe. Was mich letztendlich zur Flucht getrieben hat, das wissen Sie noch nicht. Deshalb werden Sie auch noch nicht verstehen, wenn ich sage: Weil es mir nicht gut geht, fühle ich mich auch hier nicht wohl.

Meine bisherigen Nachrichten an Sie stellen den Versuch dar, das Charakterbild einer Person zu zeichnen. Das war nicht von Anfang an meine Absicht. Die nachträgliche Lektüre meiner Briefe an Sie führte mich zu dieser Erkenntnis. Und das, so denke ich, macht den therapeutischen Aspekt meines Schreibens aus. Beim Schreiben und Nachlesen erkenne ich die Ursachen für das, was mir passiert ist. Nachdem ich das nun erkannt habe, werde ich weiter versuchen, herauszufinden: Was ist das für ein Mensch, dieser Klaus Wagner?

Jetzt habe ich mich warm geschrieben und kann über etwas berichten, was sich für mich nicht so leicht erzählen lässt.

Ich habe Ihnen schon früher einmal erzählt, dass mich Klaus Wagner sexuell nicht befriedigen konnte. Mein Bericht damals war sehr oberflächlich, weil ich Wagner kaum kannte. Ich hatte gehofft, dass sexuelle Befriedigung das Ergebnis eines längeren Prozesses des sich Kennenlernens ist. Deshalb hat es mir auch nichts ausgemacht, mich selbst zu befriedigen, wenn ich glaubte, Wagner sei bereits neben mir eingeschlafen.

Einmal, ich berichtete bereits darüber, sah ich, wie er sich eine Fernsehsendung anschaute und dabei eine Hand in der Schlafanzughose hatte. Ich ging in mein Bett, konnte aber nicht einschlafen, weil ich mir vorstellte, was Klaus gerade tat. Diese Vorstellung erregte mich so sehr, dass ich das Gleiche tat. Meine Gedanken waren dabei ausschließlich bei ihm.

Um so enttäuschter war ich später. Eines Abends, Klaus war schon zu Bett gegangen, saß ich im Wohnzimmer und las. Ich hatte mich schon gewaschen, die Zähne geputzt und mein Nachthemd angezogen. Ich hielt das Buch mit der rechten Hand, und völlig unbeabsichtigt lag meine linke Hand zwischen meinen Oberschenkeln.

So musste er mich eine Zeit lang beobachtet haben. Plötzlich stand er neben mir und schaute auf mich herab, genauer gesagt: auf meine linke Hand. Ich wollte gerade etwas sagen, als er sagte: „An wen denkst du denn jetzt, wenn du dir einen runterholst? Ich habe dich schon öfter dabei beobachtet, wenn du geglaubt hast, ich sei schon eingeschlafen. Sind es mehrere Männer oder immer derselbe, an den du dabei denkst?“

Zuerst war ich nur geschockt, dann wurde ich wütend, besonders über seine primitive Ausdrucksweise. „Einen runterholen benennt wohl eher das, was Männer tun, zum Beispiel du, wenn du dir im Fernsehen Mädchen anschaust, die sich vor der Kamera ausziehen. Ich habe nichts dagegen, wenn es dir Spaß macht. Im Gegenteil, es würde mich erregen, wenn du es vor meinen Augen tun würdest, und ich würde dich nicht fragen, an wen du dabei denkst. Selbstbefriedigung, so hat mich meine Mutter erzogen, ist etwas völlig Normales, für Männer und für Frauen.“

Ich war erstaunt über meinen Mut und um so erstaunter über seine Reaktion. Auf mein Gesagtes ging er überhaupt nicht ein. Er hockte sich neben mich und streichelte mich dort, wo ich es seiner Meinung nach vorher getan hatte. „Ich liebe dich, Michelle, und möchte, dass du nur an mich denkst, wenn wir zusammen sind. Ist das so schlimm?“

Ich war versöhnt. Wieder einmal glaubte ich, alles würde sich mit der Zeit regeln lassen, wenn ich es nur wollte. Aber weit gefehlt.

Bis dann, Ihre Michelle

Vierzehn

„Wenn du nicht weißt, wie du beginnen sollst, fang einfach an.“ Diese Journalistenregel hatte er schon oft beherzigt, wenn er einen Text schreiben wollte. Sie funktionierte auch dann, wenn es um das Schreiben eines Romankapitels ging, dessen Inhalt ihm in groben Zügen vorschwebte. Anders war es, wenn das nicht der Fall war und er noch nicht wusste, welche Handlungsstränge wie zusammengefügt werden könnten.

So war es heute. Im Kopf hatte er nur ein diffuses Bild des allgemeinen Handlungsablaufes. So begab er sich, ohne jegliche Absicht, sah man einmal von der Vordergründigen ab, die einen an diesen Ort trieb, auf die Toilette. Unbewusst nahm er das Problem mit dorthin, und tatsächlich, kaum dass er saß, hatte er eine Idee. Drei Handlungsstränge tauchten vor seinem inneren Auge auf, wie aus dem Nichts. Da war Michelle Carladis, ihre Beziehung zu Klaus Wagner und Klaus Wagner selbst, seine Herkunft sowie sein politisches Umfeld. Der Dritte betraf ihn, Alexander Fabuschewski selbst, seine Beziehungen und seine Arbeit.

Zufrieden verließ er den Ort der Ideenfindung. In seinem Arbeitszimmer an der Clusterwand zeichnete er mit einem dicken Filzstift entsprechende Kreise und Verbindungspfeile. Mit einem dünnen füllte er die Kreise mit Stichpunkten. Diese Aufzeichnungen wiesen ihn klar auf die anliegende Aufgabe hin: Klaus Wagner. Einiges vom Charakterbild dieses Mannes kannte er schon, konnte es den Briefen von Michelle Carladis entnehmen. Seine nächste Arbeit würde nun darin bestehen, für Klaus Wagner ein soziales Umfeld zu konstruieren.

Jetzt erinnerte er sich an den Vorschlag seines Vaters, Verbindung zu Volker Grün aufzunehmen. „Der Mann ist Sozialarbeiter und Lehrer an einer Wetzlarer Gesamtschule. Im Moment arbeitet er an einer Dokumentation über deutsche Burschenschaften. Er wohnt in der Obertorstraße, hier in Wetzlar“, hatte der gesagt. Auch dessen Telefonnummer hatte er aufgeschrieben. Das könnte, so überlegte Alexander, zu Klaus Wagner passen. Völlig unvorbereitet mochte er nicht zu einem Gespräch mit Volker Grün erscheinen. Im Netz informierte er sich über die Geschichte der Burschenschaften im Allgemeinen.

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