Amrei Laforet - Die Religionen der Kornelia Braun

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Lange weiß Kornelia nicht, dass sie ein Opfer der Sekte der Teufel ist. Diese gibt ihren Opfern die Chance, die Ausbreitung der Sekte über die ganze Welt zu verhindern, wenn sie es schaffen, ihr vierzigstes Lebensjahr zu überleben. Was nach sehr viel Action klingt, ist auch eine Reise zu Orten, die Trost und Kraft spenden und einer ganz eigenen Logik folgen.

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Meine Mutter schleicht sich langsam an meine Zimmertür heran. Ich spüre sie hinter mir. Lächerlich, dass sie schleicht, völlig unnatürlich für sie, übertrieben, aufgesetzt, fast schon um mich zu provozieren. „Kornelia“, flüstert sie, „Frau Kuhlmann und ich möchten Dir etwas sagen.“ „Dann sag es doch“, sage ich, noch immer mit dem Rücken zu ihr. „Jetzt kommen Sie da weg und lassen sie uns vernünftig miteinander umgehen“, höre ich frau Kuhlmanns sonore Stimme. Sie lässt eine zentnerschwere Last von meinen Schultern gleiten, einen Stein aus meinem Herzen fallen und ich kann tief durchatmen, Luft holen, wieder atmen. „Gehen wir in das Wohnzimmer?“, fragt meine Mutter und Frau Kuhlmann und ich nicken. Dack bleibt schnarchend auf meinem Bett liegen. Wir gehen wie eine ernste Prüfungskommission hintereinander in das Wohnzimmer. Was geprüft werden soll, wird sich herausstellen. Ich lasse mich in den Sessel fallen, schnappe mir ein Kuchenstück und schlinge es herunter, als ob es mir Zauberkräfte verleihen könnte. Ich spüle mit Kaffee nach. Meine Mutter denkt kurz darüber nach, mich zurückzuhalten, entscheidet sich dann aber, nichts zu tun. Ich habe mich im Schneidersitz hingesetzt und bin jetzt bereit. „So, sagt Frau Kuhlmann“ und schaut zu meiner Mutter, „nun fangen Sie mal an.“ Mir ist die Situation hochgradig peinlich, vermutlich ist ihr Peinlichkeitsgefühl noch zusätzlich, direkt auf meinem eigenen gelandet. Sie schüttelt mit dem Kopf. Und schaut auf den Boden. „Ich bin sowieso bald weg“, seufze ich. „Echt?“, fragt frau Kuhlmann. Ich nicke. „Habe einen Arbeitsvertrag auf einer Farm in Island.“ „Das klingt nicht nach Spaß. Du hast doch Dein Abitur geschafft. Da wäre doch eine Belohnung angebracht.“ Ich zucke mit den Schultern und schaue zu meiner Mutter, die Frau Kuhlmann fassungslos anstarrt. „Was geht Sie das denn an?!“, entfährt es ihr. Frau Kuhlmann dreht sich langsam zu ihr. „Frau Braun“, sagt sie zu meiner Mutter, „ich bin die beste Freundin Ihrer Mutter, Kornelias Großmutter. Ihre Mutter schafft es nicht, selbst hierher zu kommen, um mit Ihnen zu reden. Daher bin ich gekommen. Mich geht das Ganze so viel an, wie ich bereit bin, es mich angehen zu lassen. Und ich bin bereit. Ihre Tochter weiß vermutlich nicht mehr viel von dem, was früher passiert ist, nein; was Sie, Sie beide, Sie und ihr Mann mit ihr angestellt haben. Aber es war ja genug, um Ihrer Mutter die wohl schwierigste Entscheidung ihres Lebens abzuverlangen. Sie hätte Kornelia gern aufwachsen gesehen, wäre gern für sie da gewesen, aber SIE HAT ES NICHT AUSGEHALTEN. Sie hat es nicht geschafft, denn jedes Mal, wenn sie die Kleine sah, musste sie daran denken, was sie letzte Nacht erlebt haben könnte. Oder was sie die kommende Nacht erleben würde. Und jedes Mal, wenn sie einen von euch sah, war ihre Wut so groß, dass ihr Gehirn zu nichts mehr fähig war und sie hat Tage danach noch diesen starren Blick ins Leere gehabt, der weit weg ist, weit, ganz tief im Schock. Sie hat sich gefragt, was das Beste sei. Für alle. Sie hatte ja auf juristischem Weg keine Chance, wie Sie ja wissen. Und das Kind war schon so verstört, Entschuldigung, Kornelia, aber..“ Ich nicke nur mechanisch, meine Lippen sehen aus wie ein Entenschnabel. „Frau Braun. Ihre Mutter hat sich gesagt: ich zeige meiner Enkelin, dass ich mit So etwas NICHTS zu tun haben möchte. Sie und ihr Mann hatten ja genug Anhänger, Sie haben es ja verstanden, sich beliebt zu machen, die Gutbürger zu spielen, die immer für andere da sind, die WERTVOLL für unsere Gesellschaft sind und die meisten wollten das einfach glauben. Aber Gerti nicht. Hannah wusste ALLES, ihr habt ja nicht einmal versucht, es zu verbergen, habt euch noch darin gesonnt, wie frei ihr euch ausleben könnt, dass euch niemand was kann, weil ihr ja so intelligent seid, ein perfektes Verbrecherpaar. Hannah sagte sich: ich zeige meiner Enkelin, dass man keine Kompromisse machen muss. Ich zeige ihr, dass man auch ohne Familie leben kann, dass man sich ausklinken kann. Ihre größte Angst war, dass Kornelia auch ein Sektenmitglied wird.“ Mir wird schwindelig, ich höre das aufgesetzte Lachen meiner Mutter und weiß, jetzt redet sie sich um Kopf und Kragen und behält am Ende beides und meine Oma- ich habe eine Oma, es gibt sie noch!- meine Oma und ich, wir haben unseren Dickkopf. Ich habe gern einen Dickkopf, weil man dann unabhängig bleibt, zumindest innerlich. Ich sehe die Hand meiner Mutter vor meinen Augen und Frau Kuhlmann fragt, warum meine Mutter mit ihrer Hand vor meinem Gesicht herumwedelt und meine Mutter sagt, weil ich so einen starren Blick habe, damit ich wieder normal in die Welt schaue.

Ich sehe sie an. Sehe ihre schönen Augen, die langen blonden Haare, die sie zu einem glänzenden Knoten zusammengesteckt hat, ihr Gesicht ist etwas streng, es zeugt von Disziplin und Gepflegtheit, Sorgfalt und Ehrgeiz. Sie, die Ballettlehrerin, die freundlich und herzlich wirkt, wenn sie mit ihr anvertrauten Kindern und Jugendlichen und deren Angehörigen umgeht. Sie, die von vielen geschätzt wird. Sie, die Wohltätigkeitsveranstaltungen mit Aufführungen unterstützt. Kann das alles eine Person sein? „Geht es Dir nicht gut?“, fragt sie. Aber ich habe schon lange aufgehört, dem besorgten Tonfall in ihrer Stimme zu vertrauen. Es ist fast unerträglich, wie gut sie schauspielern kann. Ich frage mich, ob man das alles so zusammenfassen könnte: sie erfüllt ihre Pflicht, ihrer Meinung nach ist das ausreichend. Aber für wen erfüllt sie ihre Pflicht. Für sich selbst oder das Dunkle dahinter. Ich finde, dass beides verachtenswert ist. Für sich selbst eine Pflicht zu erfüllen ist egoistisch und manchmal dient es einfach nur dazu, die Achtung vor sich selbst nicht zu verlieren. Pflichten hat man doch anderen gegenüber, oder nicht? Ich seufze und sage: „Ach Gottchen.“ Meine Mutter lächelt. Es tut mir weh, wenn ich sie amüsiere. Ich gönne ihr das nicht. Dass ich mich verausgabe und sie die Früchte davon trägt. Ich weiß, dass sie denkt, ich sei schwerer psychisch krank, als ich es bin. Ich habe mir abgewöhnen können, mich ihr gegenüber zu öffnen. „Was wünscht Du Dir am allermeisten?“, fragt sie und ich bin entwaffnet. Eine alte, automatische Reaktion von mir auf diese Frage ist Freude, Begeisterung, Verdrängung. Alles neu. Einen Wunsch erfüllen wir Dir. Ich verfalle zum ersten Mal nicht der Versuchung. Ich denke, dass ich mir wünsche, meine Oma zu besuchen. „Möchtest Du Deine Oma einmal wieder sehen?“, fragt meine Mutter vorsichtig, als wäre ich eine Bombe, die bei einem bestimmten Wort explodiert. Ich lehne mich zurück, meine Augen weiten sich. „Es geht ihr nicht gut. Wir vermuten, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt“, flüstert meine Mutter. Das Flüstern passt nicht zu dieser direkten Aussage. „Puh“, sage ich. Ich stehe auf und gehe in mein Zimmer. „Du hast fast nichts gegessen“, sagt meine Mutter. Ich drehe mich um, gehe zum Kühlschrank und nehme mir zwei Becher Joghurt hinaus, drehe mich um und gehe in mein Zimmer. Ein zu dünnes Kind ist ihr wahrscheinlich zu auffällig, denke ich und überlege, wie ich den Joghurt aus dem Becher in meinen Mund bekommen soll. „Verdammte Scheiße!“, schreie ich, „Verdammte verfuckte Mistscheiße!!!“ „Alles ok?“, ruft meine Mutter. Ich stehe auf und gebe meiner Zimmertür einen harten Tritt, so dass sie in das Türschloss knallt und die Wände zu zittern scheinen. Ich drehe den Schlüssel um und lasse mich wieder auf mein Bett fallen. Dabei habe ich einen der beiden Joghurtbecher zerquetscht, der nun zwischen meinem hintern und der Bettdecke klebt. Den anderen habe ich in meiner Hand. Ich ziehe den Deckel ab und schütte mir den Joghurt in den Rachen. Ich glaube, die Freundin meiner Oma hat sich jetzt von meiner Mutter verabschiedet. Einer mehr, denke ich, dem ich jetzt vermutlich gleichgültig geworden bin. Ich liege die halbe Nacht wach und tränen laufen aus meinen Augen. Mein Hals tut vom unterdrücken des Schluchzens sehr weh und ich denke, dass es verdammt ungerecht ist, dass manche sich eine schöne Fassade erhalten können und dahinter die größten Arschlöcher sind und andere niemandem etwas Böses wollen und als Arschlöcher abgestempelt werden.

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