G. J. Wolff - Zerstörung

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Eine ethnische Minderheit lebt zwar weit weg vom Heimatstaat in einem fremden Land, fühlt sich jedoch wie im Paradies, da es diesem Volk erlaubt ist, in seiner eigenen Welt zu leben. Das ändert sich, als eine neue Regierung keine ethnischen Minderheiten mehr duldet und alles unter Kontrolle bringen will. Die Menschen erfahren nun den zunehmenden Terror des Staates, der schließlich in einer ethnischen Säuberung endet. Und von nirgendwo war Hilfe zu erwarten.

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Alle sahen ihn mit einer Mischung aus Trauer und Unverständnis an.

„Die Zeiten, wo wir unser Schicksal bestimmten, sind vorbei!“, ergänzte der Vater. „Neue Zeiten, andere Zeiten stehen uns bevor!“, wusste er mit einem drohenden Ton. „Hoffentlich kommt es nicht zu schlimm.“

10

Hans und Martin waren auf dem Feld und säten Getreide. Hans saß auf der Sämaschine und kippte die Säcke mit dem Samen in den Verteiler, während Martin die beiden Pferde lenkte. Die jungen Männer unterhielten sich, während sie eine Spur nach der anderen einsäten.

„Jetzt wollen sie uns auch noch unsere verschiedenen Steuerbefreiungen nehmen!“, empörte sich Martin. „Die sind uns vom König seit Jahrhunderten garantiert. Das können wir uns nicht gefallen lassen. Wer weiß, was ihnen noch alles einfällt.“

„Der neue Staat braucht Geld!“, rief Hans von der Sämaschine herüber. „Und da müssen alle ihren Beitrag leisten, auch wir.“

„Du redest, als wärest du einer von ihnen!“, brüllte Martin zornig zurück. „Wir sollen jetzt alle Steuern zahlen, die die Agisen bezahlen und sogar noch mehr. So war das nicht abgemacht!“ Er schlug mit der Faust auf seinen Oberschenkel. „Und das bei einem Steuersatz, bei dem nicht mehr viel übrig bleibt zum Leben. Schon gar nicht bei den heutigen Preisen.“ Er stapfte wütend weiter.

Hans musste über seinen ungestümen und temperamentvollen Bruder lächeln. Aber bald wurde er wieder ernst. „Wir als deotische Volksgruppe interessieren den neuen Staat doch überhaupt nicht. Wir sind nur als gute Arbeiter und gute Steuerzahler interessant. Also müssen sie uns tüchtig besteuern, wenn sie Geld einnehmen wollen. Das ist doch ganz logisch.“

„Für dich ist immer alles logisch. Und damit begründest du immer deine nachgiebige Haltung.“ Er schnaubte so laut auf, dass die Pferde kurz scheuten. „Ich bin anders. Ich will mir nicht alles gefallen lassen. Ich will um alles kämpfen.“

„Wie willst du denn gegen einen Staat kämpfen. Das ist doch Unsinn!“

„Ich weiß auch nicht!“ Martin starrte kurz ratlos zu Boden.

„Sei froh, wenn es bei den Steuern bleibt. Wer weiß, was ihnen sonst noch einfällt, um uns zu drangsalieren?“

Da sah Martin ihn wieder zornig an. „Ich werde mir das nicht alles gefallen lassen. Ich werde kämpfen!“

„Wie willst du denn das machen?“

Martin bebte vor Zorn, wusste aber keine Antwort.

„Glaub mir, Bruder! Wir können froh sein, wenn sie es bei den Steuern belassen!“

11

„Warst du schon auf dem neuen Amt, das sie in unserem Gemeindehaus eingerichtet haben, um deine Volkszugehörigkeit eintragen zu lassen?“, fragte die Mutter Anna, als sie aus der Schule nach Hause kam.

„Nein, das war ich nicht!“, meinte Anna unbedarft.

„Dann beeile dich! Heute ist der letzte Tag, an dem man dies tun kann. Wir waren schon alle!“, rief die Mutter empört. „Und vergiss auch deinen Pass nicht! Man bekommt einen Stempel in seinen Pass, aus dem ersichtlich ist, zu welcher Volksgruppe du gehörst. Wir haben alle ein „D“ bekommen.“

Anna sah sie kurz nachdenklich an. „Ich gehe nicht!“, grübelte sie und dachte nach. „Es ist gar nicht sicher, ob sie das dürfen!“, wusste sie. „Völkerrechtlich, meine ich.“

Die Mutter begriff nicht, wovon sie redete. Sie sah sie nur entsetzt an. „Aber, aber du musst gehen, sonst musst du eine Strafe zahlen oder was weiß ich, was ihnen noch einfällt?“ Die Mutter war außer sich vor Angst.

„Die wissen doch eh, wer hier Deote ist und wer nicht, was müssen sie uns noch demütigen und auf ihr dummes Amt bitten?“, antwortete nun Anna.

„Anna, wie du redest! Du redest dich ja um Kopf und Kragen.“ Sie sah ihre Tochter flehend an. „Ich bitte dich, mach, was sie verlangen! Am Ende verbieten sie dir noch, Lehrerin zu sein.“

Anna schüttelte ungläubig den Kopf. „Das ist doch Unsinn, Mutter! Das widerspräche jedem Recht. Der deotische Bürgermeister setzt mit Genehmigung des Schulamtes die Lehrer in der deotischen Schule ein, das ist geschriebenes Recht.“

Die Mutter sah sie ratlos an.

Da mischte sich der Großvater ein, der bereits am Tisch saß und noch in der Zeitung las. „Du sprichst wie eine Lehrerin Anna“, begann er.

„Ich bin Lehrerin.“

„Ja, aber das Leben ist manchmal anders, als es in den Büchern steht.“ Er sah sie liebevoll an. „Geh und erfülle den Wunsch des Staates, damit du und wir keine Schwierigkeiten bekommen!“

„Aber gerade, wenn man sich nie wehrt und wenn man sich alles gefallen lässt und unwidersprochen hinnimmt, dann macht doch der Staat mit einem, was er will, schon gleich der Staat dieser ungebildeten Barbaren!“, rief Anna nun empört aus.

Der Großvater sah sie eindringlich an. „Ich bitte dich, Anna, ich bitte dich, geh auf das Amt und lass deine Volkszugehörigkeit eintragen! Glaube deinem Großvater, der schon vieles erlebt hat, was er nicht für möglich hielt, dass das Leben oft anders ist, als in den Büchern! Geh auf das Amt und erfülle ihren Willen! Wenn du es nicht wegen dir tun willst, dann tu es für deine Familie! Ein solcher Staat lässt seine Wut oft nicht nur an dem aus, der etwas gegen ihn getan hat, sondern auch an der ganzen Familie!“ Er blickte sie bittend an.

„Das wäre Sippenhaft!“, rief sie aus. „Das ist völkerrechtlich ebenfalls verboten!“ Sie betrachtete ihn kurz. „Mein Gott, Großvater, du hast ja Angst!“

Er nickte. „Die habe ich!“

Sie dachte kurz nach. „Ich bin gleich wieder da“, meinte sie dann und war im nächsten Moment zur Türe hinaus.

12

„Schnell, schnell, schnell!“, rief Maria die anderen Frauen, die im Hof beim Wäschewaschen waren, zusammen.

Sie hatten Wasser aus ihrem Brunnen nach oben gepumpt und in einen Kessel gegossen. Danach hatten sie das erhitzte Wasser mit Eimern in Schüsseln gekippt, in denen sie die Wäsche mit Hilfe von Waschbrettern wuschen.

Dann hatten sie von der Straße ein Geräusch gehört, Maria war zum Tor geeilt und hatte durch ein kleines Sichtfensterchen hinaus geschaut. Gleich darauf hatte sie ihre Mutter, die Großmutter und die Schwestern gerufen, die auch so schnell sie konnten zum Hoftor geeilt waren. Abwechselnd warfen sie nun Blicke hinaus.

„Was ist denn da los?“, wollte die Großmutter wissen, die als letzte am Hoftor ankam.

„Das ist doch nicht zu glauben!“, rief ihre Tochter aus.

„Es ist genauso, wie Vater vermutet hat!“, erklärte Anna. „Die agisiche Regierung siedelt lauter Tagelöhner und Dienstboten aus den Bergen in der neuerrichteten Siedlung am Rande des Dorfes an. Seht nur, wie viele Wagen es sind, seht nur, wie viele Menschen es sind!“

Die Frauen verfolgten den Zug der Wagen, die auf der Hauptstraße durch das Dorf zur neuen Siedlung zogen. Der Zug wurde begleitet von den jubelnden agisischen Tagelöhnern, die bisher den Deoten bei der Arbeit als Knechte und Mägde und als Dienstboten geholfen hatten.

„Ja, ja, ja, dann ist es genauso gekommen, wie es Vater gesagt hat. Wie konnte er das nur wissen?“, fragte sich Sofia.

„Großvater hat ihm erzählt, was er auf seinen Verkaufsfahrten erlebt und erfahren hat und was in anderen Dörfern passiert ist und er wusste, dass der Staat es bei uns auch so machen würde. Ganz einfach!“, wusste Anna.

Die Aufgabe des Großvaters war es, die Produkte des Hofes in die Kreisstadt sowie in die umliegenden Städte und Dörfer zu fahren und dort zu verkaufen. Oft fuhr er am Montagmorgen los bis weit hinauf in die Berge und kam erst wieder am Samstag von den Märkten oder Kunden zurück.

Die Frauen drängten sich um das kleine Sichtfenster, schoben sich beiseite und drängten erneut hinzu und schimpften dabei leise.

„Warum, warum tun sie das nur?“, wollte die Großmutter wissen.

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