In unserer Kantvorlesung wollen wir heute den frühen vom späten Kant unterscheiden, wobei wir von ersterem wissen, dass er der köstlichere von beiden ist, besonders, seit es ihn als Brotaufstrich gibt!
Befassen wir uns mit dem frühen Kant, so müssen wir feststellen, dass er meist unausgeschlafen wirkt, in seinem zerknitterten und unrasierten Gesicht zeichnet sich deutlich ab, dass er einer Argumentation zu folgen offensichtlich noch nicht in der Lage ist. Sein Erscheinungsbild lässt darauf hindeuten, dass ihm eine schwere Nacht nach einem schweren Abend wohl noch immer zu schaffen macht und er für die ihm dargebotenen Kritikpunkte nicht das geringste Interesse aufbringen kann. Nach einer solchen Nacht ist er auch oft übel gelaunt und fährt sich häufig über sein stoppeliges Kinn, was man in seinen Werken mit den berüchtigten Fußnoten gleichsetzen kann. Dieses Verhalten setzt sich bis zum Mittagessen in einem fort, begleitet von ständigem Rauchen und, durch das Dasein als langjähriger Kettenraucher heraufbeschworen, ständigen Husten. Da er sein Frühstück noch nicht angerührt hat, ist der frühe Kant beim Mittagessen sehr hungrig und langt entsprechend zu.
Dahingegen ist der späte Kant meist schwer verständlich. Nach Abklingen seines Katers vom Vortage, einem kräftigen Mittagessen und einer halbherzigen Rasur hat er sich wieder dazu aufgerafft, ein weiteres Mal zu probieren, welche Kritik der Alkohol an der reinen Vernunft zu üben in der Lage ist, was, spätestens nach drei Flaschen Wein, zu argen Verständnisschwierigkeiten führen kann. Zwar ist er jetzt besser gelaunt, doch scheint sein Zustand durch den Zuspruch der geistigen Getränke in seiner Klarheit ein wenig eingeengt zu sein, doch, darauf angesprochen, winkt er nur ab und spendiert eine neue Lokalrunde.
So können wir festhalten, dass der späte Kant, im Gegensatz zum frühen, der ja meist mürrisch und gereizt wirkt, ein lustiger Geselle mit Sinn für die schönen Seiten des Lebens ist, wenn er sich dahingehend auch recht undeutlich ausdrückt. Ich danke Ihnen!
SEKRETÄRIN: Ihr 12 Uhr 15 ist jetzt da.
BÄNKER: Soll reinkommen.
(Der Räuber kommt herein. Er ist maskiert und hat eine Waffe, so, wie es sich für einen Bankräuber gehört.)
SEKRETÄRIN: (zum Räuber) Möchten Sie einen Kaffee?
RÄUBER: Nein, danke.
(Die Sekretärin geht. Der Bankräuber steht vor dem Schreibtisch.)
BÄNKER: (ohne aufzusehen) Bitte, nehmen Sie doch Platz, ich bin in einer Minute bei Ihnen. (füllt noch etwas aus) Und das wäre… das. (sieht auf) Ah. Sie sind hier wegen des… Kredits?
RÄUBER: Überfalls. Wegen des Banküberfalls!
BÄNKER: Ah ja, wegen des Banküberfalls. Sehr schön. Wie haben Sie sich das denn vorgestellt?
RÄUBER: Äh, bitte?
BÄNKER: Wie soll das Ihrer Meinung nach ablaufen? Haben Sie bereits Erfahrungen in diesem Bereich?
RÄUBER: Ach so, das. Ja, also ich bedrohe Sie mit meiner Waffe (hebt die Waffe) und Sie geben mir das Geld aus dem Tresor.
BÄNKER: Aha, also klassischer Banküberfall. (macht sich eine Notiz) Es wäre für Sie in Ordnung, wenn ich das mit dem Geld an einen Mitarbeiter delegiere? Ich habe viel zu tun, wissen Sie?
RÄUBER: Ja, ja, das wäre in Ordnung.
BÄNKER: Sehr schön. Haben Sie eine Art… Spruch?
RÄUBER: „Hände hoch, das ist ein Banküberfall.“
BÄNKER: (notiert es sich) „Hände hoch, das ist ein Banküberfall.“ Nicht sehr originell, oder? Haben Sie vielleicht mal daran gedacht, mit einem neuen Ansatz an diese Sache heranzugehen? Ich kann Sie da gerne mit einer Werbeagentur zusammenbringen, die auf so etwas spezialisiert ist.
RÄUBER: Nein, ich würde gerne dabei bleiben.
BÄNKER: Wie Sie wollen. Müssen wir Ihnen Geiseln stellen oder haben Sie Ihre eigenen?
RÄUBER: Ich würde gerne auf Geiseln verzichten. Zuviel Arbeit.
BÄNKER: Das kann ich gut verstehen. Polizei?
RÄUBER: Wenn es geht, ohne.
BÄNKER: Das wird sich, fürchte ich, leider nicht vermeiden lassen.
RÄUBER: Na, gut, wenn’s sein muss.
BÄNKER: Sehr schön. (schiebt ihm ein Blatt über den Tisch) Wenn Sie dann bitte den Vertrag für den Überfall hier unterschreiben würden.
RÄUBER: In Ordnung. Auf der gestrichelten Linie?
BÄNKER: Ja. Das heißt, eine Frage noch. Haben Sie ein Konto bei unserer Bank?
RÄUBER: Äh, nein.
BÄNKER: Oh, das ist schlecht. Das hätten Sie mir vorher sagen sollen. Da sehe ich leider keine Chance auf eine Zusammenarbeit.
RÄUBER: Ach, Mist.
BÄNKER: Tut mir sehr leid. Aber vielleicht ist unser Angebot „Spar und Raub“ für Sie interessant. Das ist genau auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Moment, ich hab hier gerade zufällig einen Vertrag. Wenn Sie den unterschreiben würden…
RÄUBER: Dann kann ich den Bankraub machen?
BÄNKER: In zwei Jahren, ja. Vorausgesetzt, Sie zahlen jeden Monat eine Summe von mindestens 200,- Euro ein.
RÄUBER: 200 Euro??? Das kann ich mir nicht leisten.
BÄNKER: Das muss Ihnen nicht unangenehm sein. Es ist eben leider so: Nicht jeder hat das Zeug zum Bankräuber!
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