Mike Nebel - Hereinspaziert!

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Wie der Zufall es will: Ronny wird in den Bergen von einem Traktor angefahren und sein Leben erfährt durch dieses Malheur eine entscheidende Wende. Er wird zum Frittatensuppenmann und lernt Gunda, seine erste große Liebe, kennen. Beide verwirklichen sich einen Traum. Im Harz eröffnen Ronny und Gunda eine Pension. Als absolute Grünschnäbel in diesem Geschäft erleben sie allerhand Skurrilitäten mit ihren Gästen und mit sich selbst.
Ein echter Ronny Luschke.

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Doch Karl hatte eine ganz andere Idee und seine Geschichte war längst noch nicht am Ende angelangt. Nun wurde es selbst für mich ziemlich absurd. Karl wollte die Geldstrafe auf einen Schlag bezahlen, ohne, dass sein Lohn gepfändet wird, und so, eines Abends, vom Alkohol stark durchtränkt, ließ er sich in seinen Polo plumpsen und fuhr ins letzte Dorf im Nachbartal, dorthin, wo er meinte, niemand würde Karl kennen. Er raubte einen Tabakladen aus, um mit der Beute die Strafe zu begleichen. Er raubte ihn zwar nicht aus, denn es blieb bei einem stümperhaften Versuch und da er keine Pistole im Schrank hatte, nahm er seine Axt mit. Mit Axt in der Pranke und ohne sich eine Netzstrumpfhose über den Kopf zu ziehen, stand er wankend im Tabakladen, doch der robuste Mann hinterm Tresen setzte erst den Notruf ab und bewarf Karl sodann minutenlang mit Zigarettenschachteln. Summasummarum: Karl wurde eingebuchtet, für sage und schreibe acht Monate. Jetzt war Karl wieder ein freier Mann und saß weinend neben mir. Was konnte ich zu so einer Geschichte bloß sagen?

„Mann, Karl, vielleicht war das alles nicht super clever von dir, aber bestimmt filmreif, deine Aktionen. Bist du denn wieder in der Schlachterei untergekommen?“

„I hob jedn dog zum Herrgott gebetet, dass da Egon mi wieda zuaruggnimmt und da Herrgott hod 's gehört und i deaf wieda zu den Schweina.“

Andi, unser Wirt, stellte frisch Gezapftes für die Männer am Tresen bereit und rief mir mit aufmunternder Stimme zu: „Frittatenmo, da Karl, da is a guada Junge. Jeda macht doch a´mal schoass in seim Lebn. Prost Männa, drinkt!“

Wir tranken und Karl wischte sich die letzten Tränen aus dem Gesicht. Eine halbe Stunde später gesellte sich ein älterer Her zu uns, der im Unterschied zu Karl, in ganz anderer Weise vom Leben gezeichnet war. Karl hatte sein ganzes Leben noch vor sich, doch bei diesem Mann hatte ich das Gefühl, er würde seine letzten Tage oder Stunden bereits zählen. Der Mann hatte kein Gesicht, zumindest eine Gesichtshälfte fehlte und ein Teil von seinem Hals. Er nahm ganz am Ende Platz, dort, wo sich eine kleine Sitzecke am Tresen befand. Außer einer kurzen Begrüßung wurde er von keinem weiter beachtet. Nur einen Moment glotzte ich ihn an, dann wandte ich mich wieder von ihm ab und lauschte den anderen, wie sie über den trägen Tourismusverband im Ort sprachen, der wohl nicht verstand, dass mit nur einem Schlepplift kein Winter zu machen ist. Doch meinen Gedanken blieben beim Mann ohne Gesicht. Was war ihm bloß widerfahren? Er war von kleiner, dürrer Gestalt, fast wie Alois, nur Alois hatte ein Gesicht, er nicht. Und warum redet niemand mit ihm? Ich trank mit einigen großen Schlucken meinen Humpen leer, bestellte bei Andi ein Frisches, ging zum gesichtslosen Mann und setzte mich zu ihm auf die Bank. Als ich das tat, war es für einen Moment totenstill in der Wirtschaft und alle gafften mich an, um sodann wieder in das übliches Palaver zu verfallen. Ich saß auf der richtigen, oder war es doch die falsche Seite?, da seine fehlende Gesichtshälfte mir zugewandt war. Ganz nah an ihm saß ich dort, und da man Menschen ja ins Gesicht, besser noch in die Augen schauen soll, wenn man mit ihnen redet, blieb mir nichts anderes, als ihm direkt ins Gesicht zu blicken, während ich ihn ansprach. Vielleicht, wäre ich weniger oder gar nicht angetrunken gewesen, ich wäre nicht zu ihm gegangen, aber so zog es mich förmlich zu ihm. Seine linke Gesichtshälfte war von der Wange bis zum Kiefer offen und ich konnte in seinen Mund schauen. Auch sein Hals war offen, Fleisch und Sehnen zwar verwachsen, aber nicht mit Haut bedeckt. Dann passierte etwas sehr Merkwürdiges. Er steckte sich eine Zigarette an und begann zu rauchen und ich sah den Zigarettenqualm in seinem Mund. Als würde ein skelettierter Kopf rauchen. Für einen Augenblick war seine Mundhöhle voller Qualm, dann zog er ihn tief ein, und wie von einem Luftzug erwischt, verschwand der Rauch in seinem Körper. Ich erstarrte zu einer lebenden Salzsäule. Ich blickte zu Andi hinüber, der mich etwas misstrauisch beäugte, und mein fragender Blick sollte ihm sagen: Was ist mit ihm? Und warum behandelt ihr ihn wie einen Fremdkörper? Weil ihm das Gesicht fehlt? Ich sagte bis zu diesem Moment nicht viel zu diesem Mann, eigentlich war es nur „Prost“, um schließlich, gedankenversunken trinkend, nur neben ihm dazusitzen. Einige Gedanken später wusste ich warum alle Anwesenden sich so verhielten, wie sie sich verhielten. Oder ich dachte es zu wissen. Sie hatten einfach genug von ihm gesehen, sie wollten nicht mehr mit ihm konfrontiert werden, mit diesem Mann, der ihnen zwar nichts tat, jedoch ihnen eine schreckliche Fratze vor ihr eigenes Gesicht hielt. Wahrscheinlich war es anfangs noch anders, als alle noch bemüht waren, sich um ihn zu kümmern, doch kam der Moment, wo komplette Übersättigung sich breitmachte und ich war mir sicher: Jeder wünschte sich nur noch, er würde nicht mehr in die Wirtschaft kommen, oder einfach sterben. So ist das mit Fremdkörpern, die irgendwann für alle anderen zu Aussätzigen werden. Dann sprach ich zu ihm und wir sprachen länger und länger und wenigstens verstand ich, was im widerfahren war. Er war Starkraucher. Er war es sein Leben lang, schon als Kind, und nun, als ich neben ihm saß, war er es noch immer. Krebs im Mund und im Hals, alles weggeschnitten, großflächig und nicht wieder zugemacht. Ich fragte ihn, warum die Ärzte sein Gesicht nicht verschlossen hatten und seinen Hals natürlich auch, doch die Frage blieb unbeantwortet. Er krächzte nach ein paar Momenten der Stille, dass die OP für ihn gut und glatt lief. Besser so, als tot, und ist doch sowieso alles schon sehr lange her, viele Jahre mittlerweile. Er isst und trinkt und raucht, wie jeder andere auch, krächzte er. Doch die Sache hatte einen entscheidenden Haken: Er war wieder da, dieser verdammte Krebs, zwar nicht mehr in seinem Mund, dafür anderswo im dürren Körper, und dieses Mal ganz besonders in seiner Lunge. Kaum noch Zeit, wenige Wochen, vielleicht Monate und es mache wenig Sinn, jetzt mit dem Rauchen aufzuhören. Wir qualmten eine durch. Für alle anderen war er nur ein sichtbarer menschlicher Tumor, der jedem der Raucher in der Wirtschaft nur eines vorhielt: So kann´s enden, liebe Leute! Und genau das wollte niemand haben. Karl dagegen war kein Aussätziger, er hatte nur Mist gebaut und war doch einer von ihnen.

Als wir, der Gesichtslose und ich, für eine zu lange Zeit schweigsam auf unsere Humpen geglotzt hatten, stand ich mit einem letzten Zuprosten und einem freundlichen Servus auf. Ich hockte mich an einen freien Tisch, einen Stammtisch, an dem keine Stammtischler saßen, sondern eine rotweintrinkende Frau ungefähr in meinem Alter, von der ich bisher keine Notiz nahm. Neben ihr auf einem Stuhl hatte sie ihren Rucksack abgestellt, einer von der Sorte, die man braucht für viele Tage einer Alpenüberquerung oder für den Himalaja. Es war noch früh am Abend, im Juli gegen neun noch taghell, nur in der Wirtschaft wurde es bei einigen Gästen schon tief dunkel im Kopf. Die Frau in meinem Alter und ich beobachteten gemeinsam stumm am Tisch sitzend, wie einer der Einheimischen am Tresen rücklings vom Hocker flog, als er vom Toilettengang zurückkam. Obwohl er einer der Trinkfestesten war, kam sein Gleichgewichtssinn vollkommen aus dem Konzept. Wir nahmen wortlos den Aufschlag seines Körpers hin, ich hob kurz die Schulter an, wie für ein „ist halt so“, worauf wir uns anlächelten. Erst lange, und daraufhin sehr lange.

„Sie kommen von einer längeren Wanderung zurück? Ihr Rucksack ist von enormer Größe, sicher waren Sie ein paar Tage unterwegs ...“

„Ganz so wild treibe ich es nicht mit dem Wandern, es war eine Tagestour ... der Rucksack, nun, er ist so groß, wie er ist … Viel Wasser und Brote, und Wanderzeugs halt, für den Fall von Schlechtwetter.“

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