Mike Nebel - Hereinspaziert!

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Wie der Zufall es will: Ronny wird in den Bergen von einem Traktor angefahren und sein Leben erfährt durch dieses Malheur eine entscheidende Wende. Er wird zum Frittatensuppenmann und lernt Gunda, seine erste große Liebe, kennen. Beide verwirklichen sich einen Traum. Im Harz eröffnen Ronny und Gunda eine Pension. Als absolute Grünschnäbel in diesem Geschäft erleben sie allerhand Skurrilitäten mit ihren Gästen und mit sich selbst.
Ein echter Ronny Luschke.

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„Desn schoass hom mia oi de Joare gekocht und unsan Gäsdn gegem?“

„Ja, Marianne, diesen Scheiß habt ihr jahrelang gemacht“, konnte ich der Herrin der Küche nur bestätigen. „Ab jetzt machen wir den Teig selbst, wir machen Kräuter rein und nehmen die besten Brühwürfel, die man im Tal kriegen kann“, fuhr ich fort, wobei ich ihr vor Erregung fast an die Küchenschürze ging.

Marianne schickte unverzüglich Alois in den Schuppen, der auf der Stelle ein Schild bauen musste. Ich sah, wie er Minuten später mit einem Holzpflock und Holzschild unterm Arm zur Bergstraße hinunterlief, und damit begann, an der kleinen Auffahrt zur Pension, herumzuwerkeln. Er schlug mit einem schweren Hammer fest den Pflock in die Wiese, nagelte das Schild dran, zog ein Stück Kreide aus seiner Joppe und schrieb. Er schrieb lange aufs Schild und wischte immer wieder mit dem Ärmel drüber. Eine halbe Stunde später standen Marianne, Elisabeth, Alois und ich am Schild und wir lasen voller Stolz: „Neue Frittatensuppe vom neuen Koch!“ Es konnte beginnen.

Zwei Wochen später hatte es sich im ganzen Tal herumgesprochen. Egal, wo ich auftauchte, ob im Spar-Laden, im Tabakgeschäft, in der Wirtschaft, überall wurde, sobald ich irgendwo eintrat, getuschelt. „Des is ea, da Frittatenmo, da macht de beste Suppe im Doaf, i glaub ea is a richtiga Koch …“, hörte ich die Leut` untereinander reden. Ich war natürlich alles andere als ein richtiger Koch, ich war nur jemand, der etwas an den Zutaten drehte. Schon nach nur ein paar Tagen waren unsere Tische im Gasthaus stets gut besetzt. In großer Bescheidenheit, fast schon schüchtern, nahm ich Lob an den Tischen an, für etwas eigentlich ganz Simples. Nur merkte ich auch, nicht jedes Wiesenkraut war geschmacklich geeignet. Es gab aber auch Gäste, die es nicht so gut mit mir meinten und sich mit mir schlechte Späße erlaubten. Meist waren es junge Männer, die in Anwesenheit ihrer jungen Frauen, allesamt Touristen durch und durch, in ihre billigste Trickkiste griffen und den uralten Gag mit dem Salzstreuer herauskramten. Dem neuen Koch die Suppe versalzen, und während der neue Koch dabei zuschauen durfte, wurde nach Marianne zwecks Beschwerde gerufen. Bis Marianne zur Aufnahme der Beschwerde am Tisch war, demonstrierte ich den Männern und ihren feixenden Damen, wie es richtig geht. Ich ließ den kompletten Salzstreuer so in die Suppenschale, der am lautesten lachenden Göre, hinein plumpsen, dass ihr Bluse suppennass wurde. Ja, ihr Freund hatte mächtige Oberarme, ja, ihr Freund forderte eine Entschuldigung und neue Suppe ein, und ja, ihr Freund drohte mir schließlich heftige Prügel an.

Doch auf Marianne war Verlass. Marianne funktionierte in solchen Momenten wie auf Kommando und bebte mit einer großen Pfanne aus der Küche heran, die sie wie eine Waffe zum Angriff hielt. Man verstummte oder floh. Einem anderen habe ich tatsächlich meine Rezeptur verraten, dies, als der Kerl der Meinung war, ihm war aufgrund Ungenießbarkeit kotzübel geworden. „Werter Herr, ich habe die Suppe speziell für Sie so gemacht. In unserem Geräteschuppen habe ich einen alten Bauhandschuh gefunden, den ich kurzerhand aufgekocht habe, danach spuckte ich noch dreimal in ihre Suppe und voilà, da ist das Meisterwerk.“ Marianne stand bereits pfannenschwingend hinter mir, und wie ich später von ihr erfuhr, war der Kerl ein miserabler Koch aus dem Nachbardorf. Meistens bekam ich jedoch immer ein paar Euros mehr und senkte mein Haupt bis fast zur Tischkante. Marianne, die sich in all den Jahren immer nur in ihrer Küche versteckte – auch wegen ihres schlimmen Beins, wie mir Elisabeth erzählte –, quetschte sich neuerdings in ein enges und langes Dirndl hinein, schlenderte von Tisch zu Tisch, wobei sie gut gelaunt kleinere und größere Geschichten aus der Bergwelt und aus ihrer Küche über die Köpfe der Gäste hinweg schleuderte. Marianne war wie ausgewechselt und ich bildete mir sogar ein, ihr offenes Bein würde langsam aber sicher zuwachsen.

Gestern war ich im Nachbardorf in einer Bank. Da Bergablaufen noch immer nicht ganz problemlos verlief – bekomme ich nur etwas zu viel Fahrt drauf, haut es mich nieder –, fuhr mich Alois mit seinem alten Opel Astra Kombi zur erstbesten Bushaltestelle und mit dem Bus ging es ab dort für mich weiter. Die Busse durchfuhren über viele Stunden viele Täler und im Winter sind sie vollgestopft mit Skitouristen, die zu den Liftanlagen gekarrt werden müssen, doch im Sommer sind sie fast menschenleer. Auch in der Bank war es menschenleer, und folglich hielt nur ein einziger Bankangestellter in der Mittagshitze dort die Stellung. Ich war die letzten Tage schon drauf und dran es zu vergessen, jedoch war da noch die Sache mit meiner kleinen, möblierten Wohnung in Hannover. Ich überwies meinem Vermieter die noch offene Miete und schrieb ihm aus der Bank heraus meinen ersten und auch hoffentlich letzten Brief:

„Hallo Herr Vermieter, ich kündige! Ich kündige meine Wohnung, jetzt, hier und sogleich. Ich habe Ihnen gerade die letzte Miete geschickt, ich bin längst nicht mehr in Hannover, bin ganz woanders, nur sage ich Ihnen nicht wo. Sie denken jetzt, ah, okay, die Überweisung ist von der Bank soundso im Ort soundso gemacht worden, aber dies ist nur eine Finte von mir! Ich bin jetzt schon wieder ganz woanders. Sie werden mich nicht finden, nie! P.S.: Der Wasserhahn tropft, der Mülleimer ist voll und das Geschirr in der Spüle, nun ja, sie können es haben. Legen sie bitte alles auf den Sperrmüll und meine Klamotten, es sind weiß Gott nicht viele, können sie verbrennen oder besser noch, den Obdachlosen geben! Ronny Luschke.“

Das saß und ich musste schnell zurück zur Pension, da die Nachmittagsgäste schon bald auf Suppe warten würden.

Es gab die unterschiedlichsten Gäste, die uns im Tagesrhythmus ihre Aufwartung machten. Mittagsgäste, Nachmittagsgäste, Abendgäste, und alle wurden zunehmend suppensüchtig. Sogar einige der Übernachtungsgäste bestellten nach dem Frühstück einen Teller Suppe. Ich hatte bereits damit begonnen, sie im Zehn-Liter Topf zuzubereiten, unendlich viele Kellen in Aberdutzende Teller wurden von mir geschwenkt, während Marianne hinter mir am Küchentisch saß und den Inhalt im Portemonnaie zählte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich vorgehabt, das Tal, die Berge, Marianne, Elisabeth und Alois nicht mehr zu verlassen. Nie mehr. Ich war einer von ihnen geworden.

Heute redete ich länger mit Elisabeth. Das Pensionsgeschäft, oder besser gesagt, mein Gasthausgeschäft, hatte den Vorteil, dass es tagsüber eben auch viel Leerlauf gab. Es gab Zeit und ohne jegliche Hektik konnte ich über Stunden mich auf der Veranda treiben lassen, oder, wie an diesem Spätvormittag, mit Elisabeth reden. Und das war genau der springende Punkt: Es war später Vormittag und ich saß mit Elisabeth auf der Veranda, was nichts anderes bedeutete, dass sie nicht in der Schule war. Sie erklärte mir, heute gäbe es keine Schule, was ich ihr nicht abnahm. Für sie gab es an diesem Tag keine Schule. Elisabeth erzählte, dass sie hin und wieder den Unterricht schwänzen würde. Hin und wieder hieß, sie knabberte fast jeden Tag am Unterrichtsplan. Meine Frage war: Warum? Warum im großen Stil die Schule schwänzen? Ich konnte mir beispielsweise nicht vorstellen, dass Elisabeth zu der Kategorie von jugendlichen Schülern gehörte, die sich bewusst dafür entschieden hatten, nur und ausschließlich von der Natur zu lernen. Die Natur als Lehrmeister für alles und nichts. Nein, dafür war sie einfach nicht der Typ und was sie mir als Grund nannte, ließ mich enttäuscht zurück. Sie tat mit ihrer gewonnenen, daher geschwänzten Zeit einfach überhaupt nichts. Mit einigen anderen, ähnlich gelagerten Fällen, hing sie irgendwo hinter Supermärkten lediglich nur ab und rum. Ein wahres Trauerspiel einer Spätteenagerin. Hätten sie sich wenigstens, dort, hinterm Supermarkt, im Straßentheater probiert, oder zumindest doch etwas Petting untereinander betrieben, aber nein, nicht einmal dafür reichte es. Es reichte für wahrlich nichts.

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