Jacques Varicourt - Die Villa
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Die Geschichte meiner Familie, mit allen politischen Irrungen und Wirrungen, ebenso im sexuellen und im Drogenbereich wird hier schonungslos, am Rande des Wahnsinns, dargestellt.
Ein vermögender Mitläufer des Dritten Reiches heiratet eine Jüdin, um sie vor dem Konzentrationslager zu bewahren. Im Rausch des Glückes verliert er seine zwei jüngsten Kinder; Alkohol, Drogen und ein dubioser Freundeskreis bestimmen seinen Alltag.
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Als Carina ihr daraufhin sagte, dass es doch an jedem Menschen selbst liege, was unabhängig von der Schulzeit, aus ihm werden würde, entgegnete ihr meine weltbürgerliche Mutter ziemlich hart: „Das habe ich ja auch anfangs, und später noch sehr viel mehr, bei „dir“ gesehen, wie du dich aufgeführt hast, als du „nur“ das Hausmädchen in „unserer“ Villa warst, von einem reaktionären Flittchen hast „du“ dich doch damals kaum unterschieden - erziehungsbedingt eben. Dir fehlte die schulische Grundlage einer optimalen und ausgewogenen, völkerverbindenden Freiheitsstruktur, die es einem jeden Menschen ermöglichen sollte, unabhängig und frei von Zwängen zu wählen. Ja, und wenn ich mich recht entsinne, wurdest du uns doch: Durch irgend so eine kirchliche, verkalkte, dem Mittelalter entsprungene Organisation für Hausmädchen empfohlen, und wir haben „dich“ aus „Mitleid“ in unser Haus aufgenommen, oder irre ich mich da etwa?“
Carina streckte ihr, nach dieser Attacke, die Zunge weit entgegen. Meine Mutter verzog jedoch keine Miene, sie blickte zu Melanie, Melanie jedoch hatte keine Lust mehr auf Streit, sie entschärfte die angespannte Lage am Kaffeetisch, indem sie die zur Neige gehende Schwarzwälderkirschtorte ausdrücklich lobte und sagte: „Das gibt es in Amerika zum Beispiel noch nicht so richtig zu kaufen, jedenfalls nicht in der Qualität.“
Und somit war fürs Erste Ruhe.
Der Nachmittag verlief unerwartet angenehm, und verglichen mit anderen Nachmittagen – friedlich, das Thema verlorener Krieg wurde zum Beispiel völlig außer Acht gelassen, man wollte keine, noch offenen Wunden, mit dem Salz der Schadenfreude auspinseln. Besonders hielten sich die amerikanischen Ehemänner von Mutter und Schwester zurück, sie plauderten mehr, als dass sie sich ernsthaft mit mir oder mit Carina unterhielten, allgemeines Geschwätz, nichts Wichtiges: Hollywood-Stummfilmstars, der Broadway, erste Anzeichen eines bevorstehenden, eventuellen Börsen-Crashs, das waren die Themen, aber alles eben auf eine sehr lockere Art, die ich als harmlos und nett einstufte, ebenso beurteilte Carina die beiden soliden und gestandenen Männer: Roger Gould und Dave Finney. Beide liebten ihre deutschen Frauen aufrichtig und mit einer geschickten Hand, um Schreiereien und Pöbeleien, von vornherein zu vermeiden, denn Mutter und Tochter hatten die Fähigkeit, durch enorme Gesprächslautstärke, aus dem Stegreif heraus, ihre direkte Umgebung, wenn sich beide in Debatten „unterlegen“ fühlten, oder „verhedderten“, die Betroffenen die ihnen als zu „überlegen“ erschienen, in Angst und Schrecken zu versetzen; gezielte Einschüchterung auf unterstem Niveau nennt man so etwas, glaube ich zumindest? Einerseits verfügten beide, wenn man es auf die Lautstärke beschränkte, über ein angeborenes Talent, andererseits war es der Wunsch nach großer, innerlicher Befreiung, wenn die äußeren, zum Teil, vordiktierten Zwänge und Verordnungen, einengend und züchtigend wirkten; also behalfen sich Mutter wie auch Tochter mit „Geschrei“ im weitesten Sinne, insbesondere in Momenten der Not. Ohnmachtsanfälle, Übelkeit und eine gewisse naive Hingabe zum speziellen europäischen Weltuntergangssyndrom waren mit inbegriffen, wenn es darum ging, das letzte Wort zu haben, und sei es auch noch so verkehrt. Ich kannte diese Dinge zur Genüge von früher, auch Carina waren sie nicht entgangen, nur der puritanische Roger machte den Eindruck, dass er in seiner Frau immer wieder neue Abwandlungen eines Drachen entdeckte. Melanies Ehemann „Dave“, der in seiner etwas schrulligen Darstellung so mancher Fakten, seine Erfüllung gefunden zu haben schien, war gar nicht erst daran interessiert, seine Ehefrau in direkten Augenschein zu nehmen, Dave hatte sich offensichtlich mit der Tatsache abgefunden, dass Mutter wie auch Tochter, zwei impulsive Zeiterscheinungen waren, denen man besser aus dem Weg geht, in Phasen der Streiterei.
Und so rückte der Tag der Abreise des Besuches aus Amerika immer näher. Nach zweieinhalb Wochen, mit allen Höhen und Tiefen zog es die vier samt ihrer Kinder weiter Richtung Venedig, so wie sie es immer schon gemacht hatten, wenn sie uns in den vergangenen Jahren besuchten. Der Abschied war kurz und knapp, man sagte: „Auf Wiedersehen“, schüttelte sich die Hände, wünschte sich alles nur erdenklich Gute und trennte sich, bis zum nächsten Mal. Eine Woche später erreichte uns eine Karte aus Venedig, mit ein paar lieben Grüßen unserer Umherreisenden, die Europa systematisch abgrasten, auf der Suche nach Gründen, sich eines Tages irgendwo in der Alten Welt vielleicht doch wieder niederzulassen, vorerst nur rein geschäftlich, soviel hatte Roger durchblicken lassen, denn er wusste, dass meine Mutter niemals wieder für die Ewigkeit europäischen Boden betreten würde, mit Melanie war es da ja nicht großartig anders, aber ich und Carina fanden den Aspekt einer solchen Überlegung durchaus interessant. „Es ist die heimische Erde, die einen wohl immer wieder zurückkehren lässt?“ Meinte Carina. Sie vergaß dabei nur, dass meine Mutter auf Roger nicht angewiesen war, sie hätte ihn ohne jeden Zweifel den Laufpass geben können, wann auch immer ihr danach war. Mutter hatte nun mal mehr Geld als er; er war zwar nicht ärmer als sie, oh nein, so ist das nicht gemeint, er hatte „nur“ halb so viel mit in die Ehe gebracht, und war deshalb in einer anderen Situation. Meine Mutter, und da stand sie auch indirekt zu, maß, das Ansehen und den Charakter eines Menschen, lediglich an der Höhe seines, sicher angelegten, Bankkontos, das hatte sie auch schon zu meines Vaters Lebzeiten so gehalten, und sie würde sich niemals mit dem Gedanken anfreunden, daran auch nur irgendetwas zu ändern, dafür kannte „ich“ sie einfach zu gut...
Im Jahre 1928 kam auf allen Vieren, des Hauses ehemaliger Chauffeur „Albert“ wieder angekrochen, er hatte nach diversen Tätigkeiten, die mit dem Fahren überhaupt nichts zu tun hatten, zurück zur seiner Berufung gefunden, so oder so ähnlich war seine Ausdrucksweise, als er in meinem Arbeitszimmer, sich dabei schämend, in geduckter Haltung, mit zittriger Stimme um eine erneute Anstellung bewarb. Auch er, der ewige Junggeselle, der seinen Hang zu Wein, Weib und Gesang nie so ganz abgelegt hatte, war die allgemeine wirtschaftliche Situation auf den Magen geschlagen. Seine offene Wesensart, seine Aufrichtigkeit und nicht zuletzt seine Fähigkeit Automobile nicht gleich an die nächst beste Wand zu setzen, machten es mir leicht ihn wieder einzustellen. Er kannte Carina seit damals immer noch recht gut, beide waren im gleichen Alter und Albert war ihr gegenüber sehr untergeben, sehr anständig sowie aufmerksam gegenübergetreten, als sie sich nach so langer Zeit wiedersahen. Die kleinen Gemeinheiten, die meine Mutter einst zu verantworten hatte, welche Carina am deutlichsten zu spüren bekam, bekanntermaßen „auch“ von dem seinerzeit etwas dämlichen und unbeholfenen Albert - das alles schien vergessen, und Carina reichte ihm, mit einer nicht zu übersehenden Schadenfreude, in Manier einer Dame die Hand, so dass Albert in der Hüfte, sauber abgeknickt, die Mütze vorher abgenommen, tief Luft holend, sich über die gestreckte Hand von Carina neigte, um einen Handkuss anzudeuten. Carina nahm diese Geste der totalen Unterwürfigkeit, die dem eines Sklaven glich, wohlwollend zu Kenntnis, sie weidete sich am Anblick Alberts, der mit blutunterlaufenen Augenrändern, rot angelaufenen Ohren, fest aufeinander gebissenen Zähnen, anschließend, stramm stehend vor ihr Haltung annahm, um ihre Befehle entgegen zunehmen. Ich ließ, nachdem ich mehrmals Zeuge dieser Prozedur gewesen war, Carina im Umgang mit Albert machen, was sie für richtig hielt, schließlich war sie diejenige die in unserer Villa das Sagen hatte. Der getreue Albert hatte, nachdem er gierig den, von mir unterzeichneten Arbeitsvertrag an sich gerissen hatte, allen Erwartungen zum Trotz, nicht in unserem Hause ein Zimmer bezogen, nein, er besaß eine eigene kleine Wohnung direkt am Hafen, die er sich mit seinem Lohn, den er von mir erhielt, auffallend geschmackvoll einrichtete; er hatte den Stil, im Kleinen natürlich, von uns, ganz genau von Carina übernommen, denn sie hatte in unserer Villa, im Laufe der Jahre so einiges modernisiert. Warum es bei ihm genauso aussehen musste wie bei uns? Das war mir ein Rätsel, vielleicht war er aber auch nur zu verblödet sich nach seinem eigenen Geschmack zu orientieren. Als ich Carina von meiner Beobachtung erzählte, dass sich in Albert seiner Wohnung derartige Gleichnisse befinden, und ich das doch, mehr oder weniger, merkwürdig finde, da meinte Carina nur, dass „er“ eben keine Ahnung habe, was gut und schön ist, darum kopiert er andere, die das Einrichten eines Zuhauses besser bewerkstelligen können. „Vielleicht ist er aber auch nur zu verblödet?“ Sagte Carina zu mir. „Ja," erwiderte ich, „das habe ich auch schon gedacht, na ja, wie auch immer, Hauptsache er baut keine Unfälle und fährt vernünftig,“ fügte ich leicht beschwingt hinzu. Und in der Tat, irgendetwas passte mir plötzlich nicht, da war so eine Ahnung, so ein Gefühl von zu großer Anhänglichkeit, denn, wenn einer so ist wie Albert, dann sollte man ihn trotz aller beruflichen Qualitäten im Auge behalten und das tat ich auch. Er beschiss sich fast vor Freundlichkeit, wenn er mit Carina und dem kleinen Nachwuchs unserer Familie in die Stadt zum Einkaufen fuhr, oder sonst irgendwo hin zitiert wurde. Albert genoss die Nähe, die Schönheit, die alles verzaubernde Unkompliziertheit und das Vergessen meiner Frau, sowie deren Fähigkeit zum Verzeihen, in Bezug auf frühere Ereignisse, an denen er nicht ganz unschuldig war. Ja, und ob das nun alles deutliche Warnzeichen waren, dass unsere Ehe sich auseinander bewegte, eventuelle Eifersucht meinerseits inbegriffen? Mir kam das zu jener Zeit, in der so vieles schwierig zu werden drohte - noch nicht so vor. „Ich“ vertraute. Ich vertraute so lange, bis unser Nachbar, der alles und jeden kannte und das bis ins kleinste Detail, mir, durch ein paar Worte der Vertraulichkeit, und nur erst dadurch, in mir, Misstrauen erzeugte.
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