Ulrich Urthaler - eins vorwärtsfallen

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Dies ist die tragikomische Geschichte des Tschusch Barbar, einem abgehalfterten Privatdetektiv. Seine wirtschaftliche Lage ist desaströs, obwohl er alles mitbringt, was ihn zu einem erfolgreichen Schnüffler prädestiniert, insbesondere sein phänomenales Gedächtnis. Nie vergisst Tschusch ein Gesicht und selbst nach Jahren kann er sich noch erinnern, wer wann was verbrochen hat, sodass sein Gehirn zu einer famosen Datenbank von Ausreißern, Ehebrechern und sonstigen Kleinkriminellen angewachsen ist.
Seine aktuellen Aufträge bringen jedoch auch einen Überlebenskünstler wie ihn an den Rand der Verzweiflung, gerät er doch in eine absurde Konstellation. Er ermittelt gegen einen angeblich Treulosen, der sich schließlich als sein bester Freund entpuppt, indes ganz anderen Lastern fröhnt. Zudem soll er im Auftrag einer alten Dame den entfleuchten Gatten zurückbringen, bis er herausfindet, dass der Betreffende bereits tot ist. Und als wäre dies nicht genug, wird er einziger Zeuge einer Entführung, die ihm die Polizei aber nicht glaubt, da niemand als vermisst gemeldet wird.
Doch Tschusch wäre nicht Tschusch, wenn er am Ende, trotzdem ihn die Mafia bedroht, nicht mit allem fertigwerden würde, allerdings auf seine ganz eigene Art, dem unfreiwilligen Vorwärtsfallen, von übel Meinenden auch als Fettnäpfchentreten bezeichnet.

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Er liebte die vielen Kleinhäusler Gebäude, die einen glauben machten, in einem Dorf der Jahrhundertwende zu wohnen, in einem Dorf im Millionendorf München, in dem es noch geheime Hinterhöfe und versteckte winzige Parks gab, das schmale Glück im Gewinkel. Tschusch schätzte das kunterbunte Haidhausen, das ihn manchmal an das Bullerbü der Bilderbücher seiner Kindheit erinnerte, ein Stadtquartier, in dem sich allerlei Kulturen im Wohlgefühl eingenistet hatten, italienische Cafes und griechische Schänken, portugiesische Bars und japanische Restaurants. Und wem hätte das nicht gefallen, dies scheinbar zwanglose Miteinander von Reichen und Armen, Singles und Familien, Aus- und Inländern, Künstlern und Spießern, Punks und Trachtlern. Haidhausen war ein Viertel der Flaneure und Tschusch war einer davon.

Nur der Friedhof störte, aber er musste ja nicht nochmal hinein. Den Friedhof besuchten eh nur alte, schwarz gekleidete Leute, die gravitätisch wie die Raben durch die Gräberreihen stelzten und sich von so viel Morbidität offenbar magisch angezogen fühlten, als würden sie schon mal Probe liegen wollen. Tief in den Gedanken versunken, dass physiognomisch beinahe jedem Menschen ein Vogel zuzuordnen war, fand er sich unversehens vor den Schaufenstern eines Möbelhauses wieder. Es war das Geschäft, in dem er einige Wochen als Hausdetektiv herumgeschnüffelt hatte, bevor ihm fristlos gekündigt worden war, weil er in der Stofftierabteilung klauenden Kindern zu viel hatte durchgehen lassen. Um genau zu sein, hatte er keines der Kinder des Diebstahls überführt, nur zum Schein gestellt, um sie dann „husch, husch“ fortzuscheuchen, ohne ihnen das Diebesgut abzunehmen.

Leider war Tschusch von einem zweiten Detektiv dabei gefilmt worden und konnte am Ende froh sein, dass die Geschäftsleitung auf eine Strafanzeige verzichtete. Ohne daran zu denken, dass er hier Hausverbot hatte, trat er ein. Er fühlte sich sofort heimisch, was freilich auch an den fantastisch bequemen Wohnlandschaften lag, die einen geradezu zum Platz nehmen einluden. Tschusch fläzte sich auf eine geblümelte Scheußlichkeit und glotzte herausfordernd in Richtung der Verkäufer. Er hatte, zumal angetrunken, jetzt erst richtig Lust auf Stunk. Niemand aber kümmerte sich um ihn, eines seiner größten Betrübnisse. Seine Unauffälligkeit war legendär. Er besaß ein akzentfreies Gesicht, an dem jeder Blick abglitt. Er war weder groß noch klein, weder schön noch hässlich, nicht dick, nicht dünn und die Farbe seiner Haare und Augen hätte nicht einmal seine Mutter beschreiben können. Obwohl ihn dieses Nichtssagende für einen Detektiv qualifizierte, litt Tschusch darunter. Man erinnerte sich einfach nicht an ihn, sodass ihn manchmal das Gefühl beschlich, er existiere gar nicht.

Die Verkäufer, die an der Theke auf der Suche nach einem Opfer, sprich Kunden, herumlungerten, sahen zwar zu ihm herüber, doch sie erkannten ihn nicht, dabei waren seit seiner Entlassung erst drei Monate vergangen.

Tschusch war bereits am Eindösen, als er von Stimmen geweckt wurde. Ein Ehepaar in den besten Jahren, wie man so trefflich die kurze Spanne vor dem Exitus umschrieb, hatte die Couch nebenan in Beschlag genommen. Der Mann hantierte mit einem Zollstock herum und maß das Monstrum ihrer offensichtlichen Sehnsüchte von vorn bis hinten ab. Die Frau saß bereits in einer Entschlossenheit auf dem Sofa, als wolle sie nicht mehr aufstehen, bis das Ding gekauft war. Ihre Beine hatte sie gerade wie Esstischfüße hin gestampft und ihre Hände in eine gewaltige, cremefarbene Handtasche auf ihrem Schoß verkrallt. Tschusch ahnte: Diese Dame wollte die Couch, und zwar mit aller Macht. Der Mann indes pfriemelte so lange an den Maßen, bis er triumphierend verkünden konnte, dass das Teil zu groß für ihr Wohnzimmer sei. Und Tschusch ahnte: Der wollte gar keine neue Couch. Er entschied, der Frau ein wenig beizustehen, sonst hatte sie keine Chance gegen den Vermessungskünstler.

„Verdammt gute Couch“, sagte er laut und nickte anerkennend. „Meine Eltern haben die gleiche daheim. Nur der Bezug ist anders.“

Sofort tauchte der Mann hinter dem Sofa ab, als müsse er dort auch noch messen.

Sie jedoch biss an. „Ach ja? So ein Zufall aber auch! Und, sind Ihre Eltern zufrieden damit?“

„Aber ja doch, gute Frau“, antwortete Tschusch. „Zufrieden ist gar kein Ausdruck. Sie besitzen das Sofa schon seit sechs Jahren und es sieht immer noch wie neu aus, obwohl sie zwei Katzen haben und einen Hund. Der Manni, der Mops, der ist … naja, der ist schon älter und ein bisschen inkontinent, wenn Sie verstehen, was ich meine. Aber gerade daran sieht man, wie toll die Qualität ist.“

Die Frau strahlte. Nur ihr Gatte gab so leicht nicht auf.

„Mamma“, sagte er, „die Garnitur ist zu lang, ganze siebzehn Zentimeter. Das hat doch keinen Zweck.“

„Wieso“, fragte Tschusch und nahm ihn voll ins Visier. „Ist jetzt der Raum zu klein oder müsste man nur etwas umstellen, damit das Sofa reinpasst?“

Der Mann versuchte, Tschusch weiter zu ignorieren und sprach nur zu seiner Frau, doch war sie bloß sein Medium, erkannte Tschusch, sein Medium Mamma und das seit sicherlich vierzig Jahren.

„Der Beistelltisch von Tante Anni. Wo soll der denn hin?“ Er schaute sie an, meinte aber Tschusch.

„Der Beistelltisch von Tante Anni“, wiederholte Tschusch und legte eine Pause ein, als müsse er über das Problem erst nachdenken. „Hmmh. An dem soll es wohl nicht scheitern oder? So eine schöne Couch.“

Die Frau, eifrig nickend, schenkte Tschusch einen dankbaren Blick.

„Herrschaften, wenn ich einen Vorschlag zur Güte machen dürfte.“

Tschusch erhob sich und stellte sich breitbeinig vor das umstrittene Objekt der Begierde. Der Mann, der immer noch mit seinem Meterstab herumfingerte, kam ihm jetzt nicht mehr aus.

„Könnte der Tisch von der Tante Anni nicht ein hübsches Plätzchen im Flur kriegen? Mit einer netten Vase darauf und einem Strauß Trockenblumen sähe das sicher super aus. Ich finde nämlich, dass die Korridore sträflich vernachlässigt werden, dabei sind sie doch die Visitenkarte einer jeden Wohnung. Und mit so Trockenblumen wirkt das gleich freundlicher.“

Tschusch hasste Trockenblumen, doch wettete er, dass die Frau sie mochte, so wie sie nun kuckte.

„Ja, Babba“, sagte sie und strahlte wieder, „dass wir da nicht selber draufgekommen sind. Da muss erst so ein netter junger Herr helfen. Und recht hat er.“

Tschusch grinste innerlich. Der Babba wehrte sich zwar noch, obwohl er wusste, dass er diesen Kampf verloren hatte. Doch er war geschwächt und Tschusch holte zum entscheidenden Schlag aus: Er griff über den Preis an.

„Warum nehmen Sie die wunderbare Couch nicht gleich mit? Die steht garantiert zum Verkauf und da können Sie einen ordentlichen Ausstellungsrabatt herausschlagen.“

Tschusch war sich sicher, dass das zog. Wenn solche Leute das Wort Rabatt hörten, schaltete das Hirn automatisch ab. Die zwei waren noch von der Generation, die Rabattmarken geklebt hatte und tatsächlich blickte der Mann ihm zum ersten Mal ins Gesicht.

„Wirklich? Und was meinen Sie, was das ausmacht?“

„Mindestens dreißig Prozent“, erwiderte Tschusch, „wenn nicht mehr. Aber das haben wir gleich!“

Tschusch hatte bemerkt, dass sich einer der Verkäufer vorsichtig genähert hatte, angelockt von ihrem Gespräch. Er kannte den Mann. Es war Herr Weihrauch, einer der ungeschickten Sorte, stets zwischen Aufdringlichkeit und Resignation schwankend. Tschusch winkte ihn heran.

„Darf ich vorstellen“, sagte er mit generöser Geste, „das ist Familie ...“

„Prechtl“, sagte der Babba und richtete sich zu voller Größe auf.

„Die Familie Prechtl, genau. Die Herrschaften interessieren sich für dieses Sofa hier, Herr Weihrauch. Ist das nicht fantastisch?“

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