Martin Rose - Amnesia Orange

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26 Jahre lang leidet der Ich-Erzähler an Amnesie, dann erinnert er sich plötzlich: an ein Gewaltverbrechen, das er als Kind nur knapp überlebte. Eine Weile lag er als Neunjähriger im Koma, als er erwachte, wusste er nicht mehr, wer er war, und was geschehen war – und seine Eltern begegneten ihm mit Schweigen. «Amnesia Orange» handelt vom manchmal verwirrenden, manchmal komischen Prozeß der Erinnerung, die sich der Ich-Erzähler als Erwachsener mühsam zurückerobert. Es ist die Geschichte über ein betrogenes Leben, über Lüge und Schuld, über die Macht und die Ohnmacht weißer Flecken in der Geschichtsschreibung eines Menschen. Ein grausiges und brutales Familiengeheimnis prägt das Leben des Erzählers, ohne, daß er es weiß, fast drei Jahrzehnte lang. Erst Zusammenbrüche und Klinikaufenthalte führen ihn auf die Spur seiner Vergangenheit. Es beginnt die Suche nach der eigenen Identität von einem, der keinerlei Erinnerungen an die ersten neun Jahre seines Lebens hat.

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Am frühen Vormittag klingelten die Gendarmen, sie sagten, ich sei der einzige Zeuge, sie benötigten meine Aussage. Meine Mutter bat die Herren von der Gen­darmerie und den Nachbarn herein, sie setzte Kaffee auf und servierte Aachener Printen mit den Worten, dies sei eine deutsche kulinarische Spezialität, sie mögen sie probieren, deutsche Küche sei besser als ihr Ruf, am besten tunke man die Printen in den Kaffee, dann seien sie leichter zu kauen. Die drei Herren interessierten sich nicht für den missionarischen Eifer meiner Mutter. Ich berichtete, was ich sah, und der dicke Nachbar schüttelte immer wieder den Kopf: „Ausgerechnet ein Schwarzer!“, empörte er sich, „dabei bin ich im Kongo immer so gut zu denen gewesen!“ Später, als ich allein in meinem Zimmer saß, fühlte ich mich schuldig, weil ich den entscheidenden Hinweis gegeben hatte, ich hoffte, sie würden den Burschen nicht finden, und ich war froh, dass ich das Nummern­schild im diffusen Schein der Straßen­laterne nicht erkannt hatte.

Wir näherten uns dem See, der sich in der Ferne durch ein fleckiges rosaviolettes und blechernes Schimmern an­kündigte. Die Berge, die ich, der von Norden kam, zu meiner linken Seite vermutete, sah man kaum, eine sachte Ahnung nur, so wie man das Meer zu riechen meint, wenn man weiß, dass es in der Nähe ist. Von hellen Wol­ken­­schwaden waren die Berge umhüllt, dunkle Grun­dierun­gen deuteten sich an. In der Mitte des Sees zog eine Fähre ein sich ins Un­end­liche weiten­des V hinter sich her. Zeiten später fuhren wir mit lang­samem, regelmäßigem Gepoche über einen Damm auf die Inselstadt, die auf mich wie eine fried­liche, unflucht­bare Sackgasse wirkte.

Die Luft war mild und süßlich, Möwen kreisten ge­räuschlos über dem Bahnsteigdach, eine lärmende und alkoholi­sierte Männerhorde zog durch die Bahn­hofs­halle. Da bin ich, dachte ich, und wünschte mir, sogleich zu ver­schwin­den, zurück­zufahren, wohin auch immer, mich vielleicht in meine Altbau­woh­nung zu flüchten, zu verharren und abzu­warten, bis die Welt unterging und alles belanglos wurde. Ich war klein, erbärmlich und lächer­lich, in diesen Minuten, doch drückte ich meinen Rücken durch, zog den Koffer hinter mir her und lief forschen Schrittes geradewegs auf den Taxistand zu.

Der Fahrer wußte, dass die Adresse des Sanatoriums nicht die von einem Sporthotel war, er fuhr los mit der schweigsamen Abgeklärtheit des Wissenden, auch ich blickte auf die Straße und schwieg. An einer Baustelle am Rande der Stadt unter­breitete uns die für Bau­stellen und Verkehr zuständige Behörde zwei mög­liche Umleitungen: „Alle Richtun­gen“ besagte ein Schild, und wies nach rechts, und ein anderes, mit der Auf­schrift „Andere Rich­tungen“ versehen, wies nach links. Der Fahrer fuhr un­bekümmert geradewegs in die Baustelle hinein, das ein Verbotsschild zierte mit den Worten „Anlieger frei“. Nach mächtigem Geholper auf schotterigem Belag fand sich ein Ausgang aus dem Baugelände, der Fahrer beschleunigte auf der breit­spurigen Bundes­straße.

Ich beobachtete das Taxameter, vermutete, dass die Fahrt hinauf in die Berge etwa eine halbe Stunde dauerte. Jetzt sah ich die Zahlen, die sich stetig empor drehten, es erinnerte mich an die Drehscheibe des Stromzählers, die sich fortwährend und eiligst drehte, wenn ich im Flur stand und darauf wartete, bis Shirin mit dem Duschen fertig war, doch das Wasser strömte durch den Durch­lauferhitzer, und ich wartete gebannt vor der rasenden Drehscheibe des Stromzählers, deren feine Riffelungen zu einem dünnen Strich ver­schwam­men. Wir fuhren durch Wald, dann nahm die zuvor breitspurige Straße einen engen Verlauf, in zunehmend scharfen Kurven zog sie sich den Hang empor, und dort, wo die Kurven sich am engsten bogen, waren sie mit Namensschildern ver­sehen: Kehre 7, Kehre 6, et cetera.

Schwarze Wolkengebilde schoben sich ineinander, ver­schachtelte Wolkenmasse. Der Himmel war mit jedem Kilometer dunkler geworden, den wir hochwärts fuhren. Wind peitschte in Böen über das Alpenvorland, nackte Jungbäume bogen sich wie Kunsttänzerinnen auf der Turnmatte. Die ersten traurigen Gestalten kamen uns entgegen, als wir das Dorf hinter uns ließen und uns dem Gelände näherten, gekrümmte, gebückte Gesellen, die Kapuzen zugezogen, eine Frau kämpfte mit einem Schirm gegen den Wind, obwohl es nicht regnete. Als ich ausstieg, roch es nach Schnee. Schnee, dachte ich, Weiß.

Kalt wirkte das Gebäude, ein Neubau mit schmuddel­weißem Putz und Balkonen aus nacktem Beton. Die Empfangshalle hatte das Flair eines altmodischen Sport­hotels, mit rosa­farben überzogenen Polstersesseln und angekratzter Patina an den Lehngriffen, überhaupt hatte alles hier einen Rosa­stich, sogar die künstlichen Blumen­gewächse, die gleich­mäßig im Foyer in kleinen weißen Väschen verteilt waren, hatten zentimeterbreite rosa­farbene Riffellungen. Ein Flügel stand wie verloren neben dem Aufzug, im Hinter­grund standen mit weiß­lichen und rötlichen Stoffdecken über­zogene Tische, hell­hölzerne Stühle im rustikalen Stil. Die Empfangsdame hieß mich willkommen, drückte mir die Hausordnung und den Zimmerschlüssel in die Hand, das Abendessen gab es in zwei Stunden.

Auch das Zimmer hatte einen rosa geprägten Stich, rosa­farbene Tischdecke und Kunstblumen in der Vase auch hier, immerhin ging der Teppich in Bordeaux über. Das Tischlein stand auf einer kleinen Empore, die man über zwei mit hölzernem Gelände versehene Stufen betrat, das Fenster war breit in die Schräge des abfallen­den Daches geschlagen.

Draußen stürmte es. Ich horchte in die tosende Stille, vernahm kein störendes Geräusch, das aus dem Inneren des Hauses kam, ich war froh und dankbar, eines der wenigen Dachgeschoßzimmer bekom­men zu haben, noch dazu mit Bergblick, wenn die düsteren Wolken­gebilde verwehten. Ich war erleichtert, mich hier oben unterm Dach in der räumlichen Ab­geschiedenheit zu befinden, und zugleich überkam mich ein Gefühl von Bedrängnis, eine sich mir nicht weiter erschließende Bedrücktheit schlich sich ein, eine Ahnung von einem Lagerkoller, von einer Einengung in einer mir fremden, unentrinnbaren Welt, wenngleich mein Aufent­halt hier freiwillig war und ich jederzeit wieder abreisen konnte. Ich blickte mißtrauisch in die grauschwärzliche Trübnis vor dem Fenster und erschrak, als ich in der Scheibe plötzlich mein Spiegelbild erblickte.

Als ich den Speisesaal betrat, vorsichtig noch und zögerlich, schwappte mir ein sonderbares Gemurmel entgegen. Etwa sechzig Personen saßen auf rosa gepolsterten Stühlen und kauten, wie es mir schien, alle im Gleichtakt, und wenn sie die Gabel und das Messer ablegten, redeten sie durcheinander, gleich­zeitig und gleich­mäßig, so dass sich das Gerede gegenseitig ab­sorbierte. Eine Kellnerin kam auf mich zu und erkundigte sich nach meinem Namen, sie bat mich, ihr zu folgen. Sie drückte mir eine rosafarbene Stoffhülle in die Hand, in der eine harte, blütenweiße Serviette steckte, die knarzen würde, wenn man sie entfaltete. An der Stofftasche waren zwei kleine Plastiketiketten befestigt, jeweils mit meinem Namen versehen, das orangene war für normale Kost und das grüne für vegetarische, man konnte an einer Wand das entsprechende Schildchen an einen Nagel hängen, damit die Kellnerin wußte, welche Speise man am nächsten Tag wünschte.

An dem Tisch, an den sie mich plazierte, saßen eine alterslose Frau und ein Mann, er hatte einen wuscheligen Schnurrbart und mußte um die fünfzig Jahre alt sein. Ich stellte mich artig vor, nannte meinen Namen, die Frau verweigerte meinen Handschlag und der Mann erwiderte mit tiefer Stimme den seinigen, ohne aufzusehen, er kaute weiter an seiner Brotkruste, und sagte, nachdem er ausgekaut hatte: „Ich rede nicht viel und beim Essen schon gar nicht.“ Der dritte Platz war abgeräumt, Brot­krumen und Käserinden zeugten von ab­geschlossenen Vorgängen. Als mein Sitznachbar behäbig aufstand, grummelte er etwas, das ich nicht verstand, er hatte schon seinen sperrigen Körper in Richtung Ausgang gerichtet, als er sich noch einmal zu mir umwandte und sagte: „Du weißt schon, dass man den Tisch auch wechseln darf…?“ Ich erwiderte nichts und war geradezu erleichtert ob dieser grob über­mittelten Information, und ehe ich es selber merkte, hielt ich bereits Ausschau nach einem anderen Tisch.

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