Martin Rose - Amnesia Orange

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26 Jahre lang leidet der Ich-Erzähler an Amnesie, dann erinnert er sich plötzlich: an ein Gewaltverbrechen, das er als Kind nur knapp überlebte. Eine Weile lag er als Neunjähriger im Koma, als er erwachte, wusste er nicht mehr, wer er war, und was geschehen war – und seine Eltern begegneten ihm mit Schweigen. «Amnesia Orange» handelt vom manchmal verwirrenden, manchmal komischen Prozeß der Erinnerung, die sich der Ich-Erzähler als Erwachsener mühsam zurückerobert. Es ist die Geschichte über ein betrogenes Leben, über Lüge und Schuld, über die Macht und die Ohnmacht weißer Flecken in der Geschichtsschreibung eines Menschen. Ein grausiges und brutales Familiengeheimnis prägt das Leben des Erzählers, ohne, daß er es weiß, fast drei Jahrzehnte lang. Erst Zusammenbrüche und Klinikaufenthalte führen ihn auf die Spur seiner Vergangenheit. Es beginnt die Suche nach der eigenen Identität von einem, der keinerlei Erinnerungen an die ersten neun Jahre seines Lebens hat.

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Ich blickte aus dem Fenster und sah in der Ferne die Insel der nied­lichen Wolkenkratzer mit schichtweise erhellten und ver­dunkelten Etagen und mit rot blinkenden Lämp­chen auf den Funkmasten der Dächer. Auch sah ich die kleinen roten Lichter der Flug­zeuge, die sich näherten und entfernten und an der aus dem trüben Nichts wie eine Pappeloase sich hervorhebenden Ansammlung von Hoch­­­­­­häusern vorbei­zogen. Im Inneren des Zuges hatten sich die Licht­verhält­nisse nicht wesentlich verändert, seit wir die Katakomben von Hauptbahnhof tief verlassen hatten, lediglich ein neonblasser Schim­mer durch­brach bei der Durch­fahrt eines Provinz­bahnhofes das ansonsten vor­herrschende matte Gelb unseres Abteils.

Sebald hatte seine Sitz­position lange Zeit kaum ver­ändert, die Beine gelegentlich ausgestreckt, einmal hatte er den Hut hochgehalten und sich an einer hinteren Stelle des Schädels gekratzt, ansonsten hatte er sich nach wie vor kaum gerührt und seinen Mantel nicht ausgezogen. Nun sah ich zu ihm herüber, sah, dass sein Oberkörper leicht vornüber gekippt war und mit den Erschütterungen der Uneben­heiten des Gleis­geflechts ab und zu ein bißchen wippte. Ich meinte, seine Augen zu sehen, die bei genauer Betrachtung von den Lidern überzogen sein konnten, es war nicht zu unterscheiden im dumpfen Matt der gelben Be­leuchtung. Als auch ich mich nach vorne beugte, um an Sebald näher heran zu kommen, richtete er sich unverrichteter Dinge auf, öffnete die Augen, blinzelte ein paar wenige Augenblicke orien­tierungs­los in den kleinen Raum, sah zu mir herüber, sah mir in die Augen noch mit dem Anblick des Erschrockenen, und er lächelte, er lächelte mich an, zog seinen Mantel ein wenig zurecht, richtete sich vollends auf und streckte seinen Oberkörper, streckte die Arme von sich, warf einen flüchtigen Blick aus dem Fenster und sah, dass der Tag sachte auf­dämmerte.

Ich blickte erneut zu Sebald herüber, und weil er meinen Blick fragend erwiderte, sagte ich: „Sie ähneln sehr einem Autor, von dem ich einen Roman dabei habe“, und ich hob das Buch, hielt ihm den Titel entgegen, und fragte: „Kennen Sie den?“ Sebald blickte ein wenig bemüht auf den Buch­deckel, er beugte sich vor, da ich ihn vermutlich in keinem günstigen Winkel hielt, dann schüttelte er den Kopf, sagte: „Habe ich nie gehört. Aber Sie glauben ja gar nicht, für wen man mich schon alles gehalten hat: für Einstein, für einen altmodisch auftretenden Arzt, für einen Professor der Raumfahrt­technik. Mit all dem habe ich nichts am Hut, aber es schmeichelt mir, und dank Ihnen bin ich heute zum Schriftsteller gekürt worden.“ Er grinste, streckte seine Beine, seine ganze Körperhaltung er­schien mir plötzlich ein wenig ordinär, für Augen­blicke. Der Zug blieb stehen, Sebald erhob sich. „Be­dauere, dass ich nicht der bin, für den Sie mich halten.“ Er reichte mir die Hand, sie war kalt und samtig. Sebald ver­schwand im Dämmerlicht des Ganges.

Inzwischen war es taghell geworden, jedenfalls so, wie es an einem grauen Novembertag möglich ist, mit mattem Dunst in der Ferne und sich ab­hebende Konturen in gerin­gerer Distanz: eine Stahl­gitter­brücke, die über eine schmale, baumbewachsene Schlucht führt, Handy­masten, die sich wie Markierungs­fähnchen ver­schos­sener Muni­tion am Schau­platz einer tödlichen Schießerei über das wellige Land ver­teilen.

Wenn ich aus dem Fenster blickte, sah ich die Welt an mir vorbei schwirren, und ich erahnte an den Rändern meines Blickfeldes ihre Auflösung, ihr Verschwinden. Ich wußte nicht, was mich im Sanatorium erwartete, ich war un­entschlossen zwi­schen Neugier und Skepsis. „Vegetative Dystonie“ hatte Doktor Bernauer, meine Hausärztin, in der Diagnosenzeile der „Ver­ordnung von Krankenhaus­behandlung“ ein­getragen. Ich war ent­täuscht über diese banale und zugleich alle Möglich­keiten offen haltende Diagnose, wie mir schien, es kam mir vor als sei sie unter- und über­interpretiert zugleich. Ich hatte, nach­dem ich den Begriff im bebilderten Gesundheits­lexikon aus den 60er Jahren nicht gefunden hatte, Doktor Google befragt. In Bruchteilen von Sekunden hatte er für die Begriffspaarung etwa 26.000 Einträge aus den Weiten des Netzes zu­sammengestellt, die in alle Richtungen wiesen: Angst und Panik, Trauer und Schwermut, Neurosen und Psychosen, zerbrochene Lebensläufe, Strafe Gottes, wenn man wollte, und sogar Wahn.

Ich nahm die Zeitungen zur Hand. Ich blätterte die vorderen Seiten mit dem Habitus der gesättigten Un­interessiertheit vor, innenpolitische Scharmützel und komplizierte internationale Belange wollten mich nicht infizieren an diesem Morgen. Ich hatte zunehmend Gefallen an den kleinen ungewöhnlichen Geschichten gefunden, die sich in den hinteren Seiten befanden, an den Meldungen des Ressorts Pano­rama, die mich neben den Wissensseiten gelegentlich in Staunen versetzten. Nun las ich einen kurzen Bericht über das Gerichts­verfahren eines Einbrechers: ein Marok­kaner war am frühen Abend in eine Wohnung ein­gebrochen, um sein Ticket zurück nach Marokko zur finanzieren. Nach­dem er Laptops, Schmuck und Bargeld eingesammelt hatte, ging er in das Kinderzimmer, in dem die sechs und neun Jahre alten Jungs mit Computer­spielen be­schäftigt waren. Der Einbrecher erbat die Herausgabe des Kinder­computers, woraufhin der größere Junge in heftigen Protest verfiel. Der Einbrecher versuchte, den Jungen zu überreden, doch der verhandelte und gab dem Einbrecher schließlich 15 Euro anstelle des Com­puters, womit er sich begnügte unter mit Worten der Entschuldigung die Wohnung verließ.

Ich blickte aus dem Fenster, sah, als der Zug ge­räuschlos eine weite Kurve fuhr, in der Ferne den Turm des Münsters, der wie ein Fingerzeig Gottes in den Himmel wies. Ich verließ eiligst den Intercity­express , nachdem er geräuschlos auf das Gleis ein­gefahren war, und stieg in ein regionales Bähnchen, das mich über Meckbeuren und Kressbronn an den See bringen würde.

Als wir uns vom Bahnhof entfernten, sah ich die Straße in Brüssel vor mir, in der ich aufgewachsen war. Ich sah die sechs oder sieben Häuser auf jeder Seite der stark abfallenden Straße, sah mich aus dem Kinder­zimmer blicken auf das gegenüberliegende Haus. In meiner inneren Welt spielte sich jetzt die Szene ab, die ich als Kind aus diesem Blickwinkel beobachtet hatte. Ich war in der Nacht vom Türschlagen eines Autos aufgeschreckt worden, das einzige Geräusch in stiller Nacht in unserer kleinen, bürgerlichen Straße. Ich spürte oder ahnte oder wußte, dass etwas geschah, ich stand auf und blickte hinaus und sah einen blauen Renault 5 vor dem Haus gegenüber stehen, den ich dort noch nie gesehen hatte, und dann bemerkte ich den Schwarzen, einen Jugendlichen, der vermutlich an der Regenrinne hinauf zum Küchenfenster in der ersten Etage geklettert war, und just in diesem Augenblick, da der Fensterflügel sich mit einem dumpfen Knacken nach innen öffnete, erschall der gräßliche Ton der Alarm­anlage, die, das war üblich in unserem Viertel, auch bei Anwesenheit der Bewohner in der Nacht eingeschaltet worden war.

Erschrocken sprang der Bursche vom Fensterbrett, ins Auto hinein, rollte ohne Licht und ohne laufenden Motor die Straße hinunter, startete schließlich den Wagen und verschwand in der Seitenstraße. Nur wenige Augenblicke später erschien der Herr von gegen­über, ein Immo­bilienmakler, der sein Geld im Kongo gemacht hatte, in früheren Jahren. Er stand breitbeinig in der Tür in einen weißen Schlafrock gekleidet, das speckige, tags ge­scheitelte Haar ver­wuschelt in alle Rich­tungen stehend, in den Händen, ein wenig auf seinen runden Bauch abgelegt, ein Schießgewehr mit doppeltem Lauf. Da stand der Nachbar, blickte links die Straße hinunter, rechts hinauf, und dann sah er zu mir, fixierte mich mit seinem Blick, ich winkte.

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