Martin Rose - Amnesia Orange

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26 Jahre lang leidet der Ich-Erzähler an Amnesie, dann erinnert er sich plötzlich: an ein Gewaltverbrechen, das er als Kind nur knapp überlebte. Eine Weile lag er als Neunjähriger im Koma, als er erwachte, wusste er nicht mehr, wer er war, und was geschehen war – und seine Eltern begegneten ihm mit Schweigen. «Amnesia Orange» handelt vom manchmal verwirrenden, manchmal komischen Prozeß der Erinnerung, die sich der Ich-Erzähler als Erwachsener mühsam zurückerobert. Es ist die Geschichte über ein betrogenes Leben, über Lüge und Schuld, über die Macht und die Ohnmacht weißer Flecken in der Geschichtsschreibung eines Menschen. Ein grausiges und brutales Familiengeheimnis prägt das Leben des Erzählers, ohne, daß er es weiß, fast drei Jahrzehnte lang. Erst Zusammenbrüche und Klinikaufenthalte führen ihn auf die Spur seiner Vergangenheit. Es beginnt die Suche nach der eigenen Identität von einem, der keinerlei Erinnerungen an die ersten neun Jahre seines Lebens hat.

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In der Folge hatte ich mich auf leichtere Lektüre be­schränkt, auf die Süddeutsche und den Spiegel , dessen Bilder und Grafiken meine Aufmerksamkeit für eine Weile aufrecht hielten. Auf den Wissensseiten las ich über schwarze Löcher und schwarze Materie, ohne etwas zu ver­stehen, über ferne, bedrohliche Asteroiden und Ko­meten, die bald auf die Welt stürzen würden, solche Ängste hatte ich damals. Ich las über die abstoßende Casimir-Kraft, das Quantenrauschen des Vakuums, stieß auf einen Artikel, der vor Langzeitfolgen von Schlaf­störungen warnte: Tumor­e, Schlag­anfälle, Herzstill­stand, Wahn­sinn. Meine persönliche Sorgenliste las sich in um­gekehrter Reihenfolge, Wahnsinn und Herz­versagen standen an vorderster Stelle, an Hirnschläge und Tumore dachte ich auf unerklärliche Weise so gut wie nie.

Shirin kam meistens an den Abenden, als wir noch ein Paar waren, wir aßen zu einer Flasche Rot­wein. Ich erzählte von irgend­welchen Artikeln, die ich gelesen hatte, und sie hörte mir zu und störte sich nicht daran, dass ich manchmal recht lange brauchte, weil ich Mühe hatte, zusam­men­hängende Gedanken zu formulieren.

Es gab Augenblicke, in denen ich mich der Welt zugehörig fühlte und sie festzuhalten versuchte. Ich sah Schwalben, die an einem milden Früh­sommer­abend im Gleitflug die Baum­wipfel streiften, ein Kas­tanien­blatt, das im Wind schwang, den zucken­den Schatten, den eine Gaslaterne nachts auf das Relief einer Balkonputte warf. Ich hörte ein Lachen in der Ferne, erhaschte das Lächeln einer Kellnerin, ein Kranken­schwester­lächeln, vertrauen­erweckend und in der nächsten Sekunde schon verflogen. Noch heute gelingt es mir, einzelne Moment­aufnahmen von damals abzurufen, obwohl die Zeit, von der ich berichte, schon mehr als fünf Jahre zurück liegt.

Der Schaffner war der einzige Mensch, der die sonder­bare Intimität unseres abgegrenzten Raumes durch­brach. Er erschien mir wie ein Gespenst, ein Wesen, das hier nicht hingehörte, ein Eindruck, der dadurch verstärkt wurde, dass der Mann mit den faustbreiten roten Streifen am Revers kein Wort sprach, als er hineintrat, sondern wartete, dass wir ihm unsere aus­gedruckten Fahrscheine und Kredit­karten hin­hielten, und es war vor allem die Tatsache, dass er weder Sebald noch mir auch nur einen flüchtigen Moment lang in die Augen sah. Er riß die Schiebetür auf und blinzelte ins schwarze Nichts, das nach wie vor hinter dem Fenster vorbeiflirrte, er blickte auch kaum auf den Bogen Papier, als er ihn abstempelte, und es erschien mir sonderbar, beinahe erschrak ich, als das dunkel­blaue Gespenst mit der roten Armbinde „Danke, meine Herren“, sagte, bevor es die Tür mit einem Lufthauch wieder schloß und nun den Blick in ein sich irgendwo auf dem Gang befindliches Vages richtete. In der Ferne flimmerte rosaviolett ein dünner Himmelssaum, das Land verbarg sich noch in der Vordämmerung, ich sah schemenhaft Hügel und Waldparzellen, sanft gewellt, novemberkahl.

Der Zug rollte sanft an Glasfassaden und Beton­klötzen vorbei, über denen Lasergebilde grelllila und orange am an­sonsten dunklen Himmel zuckten, und ich entnahm den beleuchteten Schriftzügen, die das Ufer eines Gewässers zierten, dass die Eisenbahn sanft und beinah geräuschlos in den Bahnhof der Auto­stadt Wolfsburg einfuhr. Wir hatten also bereits eine beträchtliche Strecke zurückgelegt, von Hauptbahnhof tief bis zur Autostadt, wobei es mir vorkam, als hätten wir den Geisterbahnhof vom Pots­damer Platz gerade erst hinter uns gelassen. Auch hier waren die Bahnsteige ges­pensterhaft leer, wie auch die ganze steinerne Promenade und die angrenzenden Vor- und Busbahn­hof­­plätze frei von jeglicher organischen Regung zu sein schienen. Der Zug setzte sich sogleich wieder geräuschlos in Bewegung und glitt, während er be­schleunig­te, gemächlich an monströsen Ziegel­stein­­gemäuern und qualmenden Schloten vorbei.

Sebald lächelte mich an, und ich bemerkte beinahe mit Erleichterung, dass er sich zum ersten Mal, seit ich in Hauptbahnhof tief zugestiegen war, wahrnehmlich be­wegte, indem er die Beine streckte und seinen Mantel auf Brust­höhe ein wenig lockerte, ohne ihn aus­zuziehen. Dann sah er mich einen Augenblick lang an, er sah mir in die Augen, mit Skepsis im Blick, die gebogene Falte über der Nasenwurzel zog sich zusam­men. Der Zug bremste ruckelnd ab, rollte mit mittlerer Geschwindigkeit durch die Nacht, bevor er wieder Fahrt aufnahm. Man konnte das tak-tak, tak-tak in der Phase der Be­schleuni­gung deutlich ver­nehmen, und es schien mir, dass mein Puls sich dem Takt des schneller werdenden Zuges für Momente an­paßte, bevor er weniger geräusch­voll als zuvor und nun mit rasendem Tempo über das nahezu un­sicht­bare Land glitt.

Schon eine ganze Weile hatte ich be­merkt, wie sich eine perfide, noch leise und scheinbar harmlos daher­kom­mende Übelkeit heran­schlich, die sich nach und nach entfaltete. Ich führte es auf die neue Gene­ration der Wagen zurück, die mit ihrer innovativen Technik schwank­ten und wogen. Ich öffnete die Schatulle, in der ich meine Medikamente aufbewahrte, und warf mir eine der kleinen rötlichen ein, die als Neben­effekt auf wundersame Weise Übelkeit unter­­drückten, mit einem Schluck kalten Kaffee, der sich am Grund des Papp­­bechers wie die letzte Pfütze in einem aus­trocknen­den Moorloch gehalten hatte. Sebald blickte nach draußen, ein Lächeln schien über seinen schnurr­bart­beschatteten Mund zu huschen, doch es konnte ein Lichtreflex sein, der, als wir einen im fahlen Neonlicht vor sich hin schlummernden ländlichen Bahnhof passier­ten, eine Irritation bewirkt haben mochte.

Ich hatte mich inzwischen im Buch, das mich gleich von der ersten Seite an regelrecht in einen Sog gezogen hatte, weit vorgelesen. Ich war passagenweise in der Lage, wach­­sam und konzentriert zu lesen, ganze Ab­schnitte mit all ihren geschilderten Details zu erfassen, wo hingegen ich an anderen Stellen seiten­weise Wort um Wort und Zeile um Zeile aufsog, ohne den Inhalt aufzu­nehmen, doch selbst in dieser kaum bewußten Lektüre konnte ich mich der Textmelodie nicht ent­ziehen und hatte das Gefühl, unbewußt Wissen und Bilder aufzu­nehmen, die ich später auf der einen oder anderen Weise erinnern würde. Jetzt stieß ich auf eine Stelle, in der Sebald beschreibt, wie sich der Prota­gonist als Junge um die Eichhörnchen und ihren Winter­vorrat sorgte: Wenn die Eichhörnchen, wie er stundenlang an milden Herbst­tagen beobachtet hatte, die Eicheln und Buch­eckern und Haselnüsse im Boden verscharrten, wie sollten sie sie wiederfinden, wenn im Winter der Boden von einer weißen Schneeschicht bedeckt war? Ich las: „Wie wissen die Eichhörnchen das, und was wissen wir überhaupt, und wie erinnern wir uns, und was entdecken wir nicht am Ende?“

Ich freute mich über die kleine Hommage an das Eich­hörnchen. Häufig war ich im Volkspark oder auf Fried­höfen, auf denen ich spazierengegangen war, stehen geblieben und hatte minutenlang Eichhörnchen beo­bachtet, wie sie erstarrt und verwundert sich an die Rinde einer Eiche klammern, das Knopfauge einen reglos be­trachtet und auch der schmale Körper sich scheinbar keinen Millimeter bewegt, keine Atmungs­dehnung ist zu sehen, noch nicht einmal das Zucken eines Muskel­stranges oder des Schweifs, und dann, wie auf ein un­sichtbares Zeichen hin, hüpfen sie leicht­füßig den Baum­stamm hinauf, schwerelos, grazil. An manchen Tagen meiner Irrungen war das Eich­hörn­chen das einzige Lebe­wesen, das mich zum Lachen brachte, daran dachte ich jetzt, als ich die ent­sprechende Stelle bei Sebald las. Auch kam mir wie dem Sebald-Protagonisten, dem als erwach­sener Mann das seit seiner Kindheit nicht mehr ver­wendete tschechische Wort veverka in den Sinn kam, der französische Name für Eichhörnchen aus fernen Zeiten in Erinnerung, écureuil . Ich war ihm seit meiner Kindheit, als ich die Eichhörnchen im Parc de Woluwé beobachtet hatte, wie sie sich auf den mächtigen Stämmen der Buchen und Eichen und über die herabhängenden Äste hinweg regelrecht jagten, nicht mehr begegnet.

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