Kuschel verließ den Straßenrand, bog auf den Feldweg ein und lief bis zum weiß gestrichenen Haus. Oma stand an der Tür. „Da bist du ja endlich, Liebes, komm rein, wir warten schon mit dem Abendbrot auf dich.“ Opa saß am Tisch. „Hallo, Kuschel, setz dich! Erzähl mal, was hast du denn heute so erlebt?“ Das Mädchen erzählte, von der traurigen Dose, den frechen drei Sandflöhen, dem freundlichen Wind, der aufdringlichen Möwe und dem Versprechen des Kapitäns, sie mit aufs Meer zu nehmen. Opa hörte geduldig zu und sagte: „Käpt’n Achim? Den kenne ich schon seit Jahren. Ich versuche mal herauszufinden, wann er früh mit seinem Kutter ausläuft, und dann lauern wir beide ihm auf, um zu überprüfen, ob er sein Versprechen auch einhält.“ Anschließend knuddelte er das neben ihm sitzende Mädchen, das quietschte vor lauter Glück.
Wenig später lag Kuschel im oberen Teil eines Doppelstockbettes im Gästezimmer. „Gute Nacht, Liebes, schlaf schön!“ Oma zog die Decke zurecht und strich dem Mädchen übers Haar. „Bis morgen früh.“ Sie löschte das Licht und schloss die Tür.
Kuschel schlug die Decke wieder zurück, die Nacht war viel zu warm zum Zudecken. Im Dunkeln tastete sie nach ihrem Teddy, fand ihn aber nicht. „Teddy? Wo bist du?“ – „Hier unten, auf dem Sessel.“ Das Mädchen fluchte verhalten. „Dann muss ich wohl noch mal runtersteigen.“ Sie suchte nach der Leiter, kletterte leise die Sprossen hinab und tastete sich langsam zum Sessel vor. Auf der Sitzfläche erspürte sie etwas sehr Kuscheliges, das war Teddy. Das Mädchen nahm ihn in die Arme und drückte ihn fest an sich. „Da bist du ja! Hab dich schon furchtbar vermisst!“ – „Du hast gut reden, warst den ganzen Tag unterwegs und hast mich hier einfach sitzen lassen“, brummelte Teddy. „Mir war ganz schön langweilig! Warum hast du mich nicht mitgenommen?“ – „Tut mir leid, eigentlich sollte ich ja nur die Coladose zurückholen, die ich durch die Tür geschossen hatte. Aber morgen … morgen nehm ich dich mit! Versprochen!“ Mit Teddy im Arm kletterte sie zurück ins Bett. In der Wand suchte sie nach dem etwas heller leuchtenden Quadrat, einem kleinen Fenster, etwa zwanzig Zentimeter groß. Sie öffnete es, und die Kühle der Nacht schwebte herein. Die frische Luft war aromatisch und roch nach Tannen, Erde und Moos. Von weitem wehte das Rauschen des Meeres herüber, der Wind strich über die Bäume und ließ sie leise rascheln. Müdigkeit legte sich auf Kuschels Gesicht, sie mummelte sich wieder in ihre Decke ein und flüsterte: „Gute Nacht, Teddy!“ Der war bereits halb eingeschlafen und brummelte nur etwas Unverständliches. Von den Baumkronen wehte der Wind herbei, schlich durch das kleine Fenster, schwebte einmal sanft über das Bett und säuselte leise: „Gute Nacht, fffrischer Fffratz! Wir sehen unsss morgen …“
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