Jan ging hinaus und daneben wieder hinein, zum Büro. Nach der Daumen und Augenprozedur, betrat er das Sekretariat. Ein Hort der Logik und der Computerdateien. Die Nonne und die noch- Sekretärin konnten sich nicht mehr halten, vor lachen. Frau Miller deutete einen tritt an, „…Der Typ ist richtig abgehoben…“
„…Bestimmt einen halben Meter.“ ergänzte Sophie lachend. Jan musste sich erst einmal setzen, die kleine Sitzecke, vor dem Schreibtisch.
„Guten Morgen Herr Volz.“ sagte Frau Miller.
„Guten Morgen Jan“, sagte die Nonne, „wir reden gerade über dich.“
„Guten Morgen“, brummte Jan, „freut mich wenn ich zur Belustigung meiner Mitarbeiterinnen beitragen kann!“
„Schwester, Lektion eins!“
Die Nonne lief zum Kühlschrank, hinter dem Schreibtisch, holte ein Bier heraus und stellte es vor Jan, auf den Tisch.
„Bitte, dein Dienstliches Mittagsbier!“
„Ah, danke, das rettet euch vor der ersten Strafe, für heute!“
Jan machte die Pulle mit seinem Feuerzeug auf, setze an und machte dieselbe gleich halb leer.
„Welche Strafe denn und wofür denn?“ Wollte Sophie nun wissen.
„Muss ich denn immer alles begründen?“ Gegenfragte Jan müde.
„Hat die Sache Gestern noch etwas gegeben?“ Fragte Sophie Schuldbewusst.
„Nein, was denn? Henson meinte doch, wir seien ein Super eingespieltes Team und ich neige dazu alles wortwörtlich zu nehmen.“
„Andererseits“, wandte Sophie ein, „ sagte er auch, wir sollen das Schiff in ein Schwarze Loch steuern und uns nur melden wenn wir einen idealen Planeten gefunden haben. Also wenn du das jetzt wortwörtlich nimmst: aus einem Schwarzen Loch können wir uns nicht mehr melden. Es wäre da auch schwierig, einen idealen Planeten zu finden.“
„Ihr sollt das Schiff in ein Schwarzes Loch steuern?“ Fragte nun Frau Miller.
„Henson“, führte Jan nun aus, „war ein wenig verärgert, weil ich Myers Liegestützen machen ließ, und sie da“, Jan zeigte mit dem Zeigefinger auf Sophie, „gepetzt hat!“
„Weil es meine Idee war!“ Versuchte Sophie sich zu rechtfertigen.
„Vielleicht“, sinnierte Jan wieder, „macht der das nächste mal ein paar sit- ups?“
„Langsam verstehe ich Henson“, Sagte die gute Frau Miller nachdenklich, „und er hat euch dennoch nicht auf irgend ein unbewohnten Planeten ausgesetzt?“
„Wäre auch eine tolle Sache“, sagte Jan zu Sophie, „da gäbe es bestimmt keine Langeweile.“ Er grinste wieder eindeutig zweideutig. Jan leerte die Pulle.
„Bekomme ich noch eine?“
„Ist das nicht zu viel?“ Fragte Sophie leicht verärgert.
„Ist doch nur im Dienst! Die Mission scheint mir auch nur besoffen Sinn zu machen!“ Sophie ging wieder zum Kühlschrank und holte die nächste. Jan machte sie wieder mit dem Feuerzeug auf, stand auf und erhebte die Flasche Feierlich.
„Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes…!“
„…Ketzer“, unterbrach Sophie ihn doch wieder wütend, „da, wissen Sie jetzt was ich meine, Frau Miller!“
„… Amen!“ Jan nahm wieder einen großen Schluck und setzte sich.
„Seltsam“, meinte Frau Miller extremst Neugierig, „etwas Gotteslästerisch war der schon immer, aber das andere? Vielleicht sollten wir ihn noch ein paar Pullen geben, da erfahren wir vielleicht mehr?“
„Können Sie nicht mitfliegen, Frau Miller, Sie haben immer so vernünftige Ideen. Was mache ich nur ohne Sie?“
„Nein, Sophie weiß wo der Kühlschrank ist, dass muss reichen!“
„Übrigens, mit achtzehn“, erläuterte er wieder. „sagten mir meine Eltern, dass ich bei der Taufe ins Taufbecken gefallen sei! Am nächsten Tag, also mit achtzehn, bin ich aus der Katholischen Kirche ausgetreten, dass zu meiner Ketzerei!“
Sophie hatte schon wieder einen sehr Gruseligen Gedanken. Sie wollte ein schreckliches Experiment machen. Also nahm sie ihr Holzkreuz, fasste all ihren Mut zusammen und drückte es Jan, der neben ihr saß, auf die Stirn. Ein paar Sekunden nur….
„Und was wird das jetzt?“ Fragte Jan durcheinander. Sophie nahm das Kreuz wieder ab und schaute sich Jans Stirn an.
„Hm, leichte Rötung der Haut, sieht fast aus wie eine Allergische Reaktion?“
„Na klar, du kannst mir das Ding auch mit dem Hammer vor den Kopp knallen, da habe ich wohl nach zehn Tagen noch eine Delle daran!“
Sophie verwarf den schrecklichen Gedanken wieder.
„War nur so eine Idee von mir, hätte doch sein können, starke Verätzungen und so, ach… lassen wir das!“ Nun ging Frau Miller zum Kühlschrank, holte eine Flasche Wein und zwei Gläser und ein Aschenbecher.
„Sie haben doch nichts dagegen, oder?“
„Nein, geben sie Gas. Heute ist Freitag, da machen wir sowieso eher Feierabend. Also bis 14:00 Uhr sollten wir noch ausharren!“
„Bis dahin müssten unsere Vorräte noch reichen“, meinte Frau Miller erleichtert, „aber Montag müssten wir wieder Nachschub kommen lassen, was dann Ihre Aufgabe wäre.“ Sagte sie Sophie zugewandt.
„Ich“, sagte Sophie nun ausnahmsweise mal prahlerisch, „mache heute länger, alle Nachrichten die so hereinkommen sortieren, alles ordnen, und alles für Montag vorbereiten. Brauchst dir dann nur die wichtigen ansehen und dein Ketzerischen Daumen draufdrücken.“ Zu Jan gewand.
„Ich sollte meinen Daumen Klonen lassen, dann kannst du das auch noch erledigen!“
„Am besten gleich den ganzen Typen Klonen, bloß als anständigen Christ!“
„Interessant, und dann würdest du mit mir meinen Persönlichen Tempel einweihen? Kein Problem, dann tauf mich doch einfach“, Jan zeigte auf die Weinflasche, „geht das auch damit?“ Sophie war beleidigt.
„Nein, nur mit Weihwasser!“ Brummte Sophie.
Frau Miller schenkte die zwei Gläser ein. Jan hielt ihr seine Schachtel hin, sie nahm sich eine Zigarette, Jan gab ihr und sich selbst Feuer. Sie nahm einen großen, genüsslichen Zug.
„Sie rauchen?“ Fragte Sophie sie entsetzt, als hätte sie sie bei der Götzenanbetung erwischt.
„Och ja, gelegentlich, wenn es Gemütlich wird!“ Jan nahm ebenfalls einen genüsslichen Zug.
„E Nomini Padre!“ Stichelte er.
„Ungläubiger!“ Fauchte Sophie.
„Und ob!“ erwiderte er und grinste wieder blöd/ fies.
„Ihr beide“, Frau Miller nahm noch einen genüsslichen Zug, „solltet dringendst zur Paartherapie.“
„Wir sind kein Paar!!“ Schrieen beide gleichzeitig, Entsetzt.
„Ihr solltet“, fuhr Frau Miller fort, „euch aber vertragen, wenigstens die Hand geben und euch wie Erwachsene benehmen.“ Die beiden brummten, verschränkten die Arme vor der Brust.
„Hand geben!“ Befahl Frau Miller laut. Die beiden Delinquenten gaben sich, brummelnd und knurrend die Hand.
„Geht doch“, meinte Frau Miller noch, „wie wär’s mit Küsschen? Geht auch mit Zunge. Fummeln erst wenn ich weg bin.“
„Ich muss doch sehr bitten!“ Sagte die Nonne empört. Nach den ganzen Jahren war Frau Miller ihrem Chef natürlich noch immer treu ergeben, deshalb konnte sie nicht vollkommen unparteiisch sein, diese Anmerkung konnte sie sich nicht verkneifen. Alle drei leerten ihre Getränke. Jan nahm sich die leeren Flaschen und holte Nachschub. Es war noch nicht 14:00 Uhr, sie mussten durchhalten. Auf dem Rückweg sah Jan über der Eingangstür die grüne Leuchtschrift –Autorisierter Zutritt-. Wer ist das denn, allzu viele haben hier kein Zutritt ?
Die Tür öffnete sich und General Henson trat ein, mit einem großen Blumenstrauß. Jan setzte sich und machte die Flasche auf.
„Guten Tag Herr General!“ Sagten die beiden Frauen Artig und überrascht.
„Guten Tag, die Damen!“ Sagte Henson, freundlich aber Jan ignorierend.
„Was machst du denn noch hier“, sagte Jan unfreundlich, „hat dich deine Frau endlich rausgeschmissen?“ Henson versuchte wieder Jan zu ignorieren.
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