Ria Klug - Rotverschiebung

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Der vier Bände umfassende Gesamtausgabe «Rotverschiebung» beginnt in Brasilien, wo die Transfrau Nel Arta auf kriminelle Machenschaften stößt, während sie sich in einer Anpassungs-OP unterziehen wollte. Ein deutscher Honorarkonsul ist darin verstrickt.
Mehr als einmal kann sie nur knapp ihrem Kopf aus der Schlinge ziehen.
Zurück in Deutschland kann sie ihre Verstrickungen nicht loswerden und gerät immer wieder in Konflikt mit der Polizei. Sie muss lernen ihren Jähzorn zu zügeln, Konflikte zu vermeiden und zu vertrauen, was ihr sehr schwer fällt.
Im vierten Band sorgt sie in ihrem Heimatort für erheblichen Aufruhr, findet aber auch eine lange vermisste Nähe zu ihrer Mutter wieder.
Im flammenden Finale geht es für sie ums Ganze.
Die Bände «Kleine Betriebsstörung», «Schnicksenpogo» und «Popelige Mauscheleien» sind vor Jahren schon im Print erschienen. In dieser Gesamtausgabe sind sie gründlich überarbeitet und um den vierten, bislang unveröffentlichten Band «Nachts Zündeln», ergänzt worden.

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»Das ist Ruben Felipe Pinhão Coelho«, flüsterte Carmen, »er ist Polizeioffizier.«

Verdammt, das hatte ja so kommen müssen. Ich hoffte nur, die Testoschübe vernebelten seinen Verstand.

Außer dem Polizeioffizier lümmelten noch vier andere Männer auf den Polstern herum. Einer von ihnen hatte schon gut getankt. Er redete viel, laut und jovial. Sicher ging er stramm auf die Sechzig zu, trotz seiner vollen, grauen und dunklen gesträhnten Haare.

Ich war überzeugt, dass sein Krawattenknoten das Einzige war, das auf Halbmast hing. Wenigstens hockte er nicht so steif herum wie die anderen.

Er war auch der erste, der handgreiflich wurde. Er zog Dayana auf seinen Schoß und fummelte an ihr rum.

Dann übergab er sie dem kleinen Dicken mit der Goldrandbrille neben ihm. Ich hätte wegen seinem Urlaubsteint wetten können, das er ein Brasilianer war. Dayana lachte vergnügt und strich dem Dicken über den Kahlkopf.

Der angesäuselte Typ stemmte sich aus den Polstern und schritt zur Theke. Mit dem, was er bestimmt für unwiderstehlichen Charme hielt, ging er Giovanna um einen Drink an.

»He, Frank«, sagte er zu Schaffrath, »haben Sie das auch schon mal probiert? Caipirinha mit Guarana, hervorragend, wenn Sie den Kater ohne Kopfschmerzen überstehen wollen.«

Vor Schreck zuckte ich zusammen. Kein Wunder, das waren die ersten deutschen Worte, die ich seit dem Telefonat mit dem Konsul hörte.

Schaffrath zeigte seine Bierflasche vor.

»Danke für den Tipp, aber ich trinke am liebsten Bier.«

»Matthew, wie ist es mit Ihnen? Einen brazilian macho?« 6060, fragte er nun den Burschen neben Schaffrath.

Der schüttelte den Kopf.

»No, Mr. Cleancomer.« Nach brazilian macho sah er auch überhaupt nicht aus, eher schlapp und schwammig. Allerdings klingelte es bei mir, als ich diesen Namen hörte. Ich wusste bloß nicht, wann und wo ich ihn schon mal gehört hatte.

»Hey Klaus, komm her«, rief Pinhão Coelho den Angesäuselten. Der Polizeioffizier balancierte ein Tablett auf den Knien. Aus einem Beutel mit weißem Pulver formte er auf der glatten Fläche einige Linien. Die erste zog er sich mit einem grüngelb geringelten Strohhalm selbst in die Nase. Vorsichtig reichte er das Tablett herum. Ich sah genau, wer sich bediente und wer nicht. Der Dicke mit dem Urlaubsteint griff ebenfalls zu, ein alter, hagerer Typ mit dickrandiger Brille und Sonnenbrand zwischen seinen flusigen Haarresten lehnte ab.

Die Vertretertype mit dem geschniegelten Graukopf und dem Schnauzer musste sich erst erklären lassen, wie er sich bedienen musste. Das übernahm Klaus, der sofort zur Stelle war. Ich hörte ein paar deutsche Wortfetzen.

Vielleicht sollte ich mich an einen Deutschen ranmachen, damit er mir hilft, überlegte ich. Männer neigten ja immer zur Gefühlsduselei, wenn sie gesoffen und gefickt hatten. Zuerst war ich aber dran. Auf Remos Zeichen nahm Carmen mich mit zu den Lederpolstern, wo Franca sich an einem etwa fünfzigjährigen Kerl mit raspelkurzem Haar zu schaffen machte.

Wir schnappten uns Franca, jede auf einer Seite. Carmen rollte ihr Stretchkleidchen hoch und zeigte dem Typen ihre rasierte Möse. Er starrte wie das Kaninchen auf die Schlange. Oder umgekehrt.

Wir zogen Francas Schenkel weit auseinander, damit er auch einen Blick auf ihr rosiges Arschloch werfen konnte.

Klaus beugte sich zu ihm hinüber.

»Hey Jack, was mögen Sie lieber? Cunt or ass?« 6161

Statt einer Antwort schluckte Jack nur schwer.

Wir platzierten Franca auf ein bereitgelegtes Polster, dann ging es zur Sache.

Zuerst knutschten wir herum und brachten uns soweit wie möglich auf Touren. Dann schälten wir Franca komplett aus ihrem Kleidchen.

Ich ignorierte alles andere und orientierte mich nur an Carmen.

Zuerst griff sie in Francas braune Mähne und bugsierte sie so zwischen uns auf die Knie. Dann schob sie meinen Schwanz zwischen Francas Lippen. Ich ließ Franca nur kurz gewähren, dann drehte ich ihren Kopf herum und dockte sie bei Carmen an. Wenn die ganzen Typen nicht gewesen wären, hätte mich das Spiel richtig angemacht, so musste eben Viagra helfen. Carmen drückte Franca in meine Arme und setzte den bereitliegenden Vibrator an. Dazu spreizte ich Francas Schenkel so weit als möglich. Auch Carmen achtete darauf, dass die Männer alles sehen konnten. Franca maunzte und windete sich ein bisschen, aber es war alles nur Show. Zuerst ließ Carmen den Vibrator um Francas Loch herum tanzen, bevor sie ihn langsam versenkte.

Die Typen dahinter sabberten mit leicht offenen Mäulern. Ich musste meinen Blick abwenden, sonst wäre mir schlecht geworden. Zum Abschluss nahmen wir Franca zwischen uns, penetrierten sie von zwei Seiten und ließen sie hin und her flippern, bis sie Orgasmus spielte.

Ich musste anschließend ganz schön fummeln, um meine Erektion wieder unter den Klamotten zu verstauen.

Franca machte sich dagegen an Jack ran. Dessen Kopf leuchtete wie eine Glühbirne. Carmen brauchte sich nicht anzuziehen, sie wurde von Pinhão Coelho, dem Polizeichef, abgeschleppt.

Bei der Gelegenheit entkam ich zur Theke und orderte bei Giovanna ein Glas Wein. Klaus folgte mir, zum Glück hatte er aber Patty, Jack und Franca im Schlepptau. Sie verschwanden durch eine Tür.

Gerade als Remo mich zurück zu den Männern schicken wollte, tauchte Schaffrath neben mir auf. Kurz entschlossen rettete ich mich in ein Gespräch mit ihm.

»Gehört das hier zur normalen Entspannung für Leute vom Konsulat?«

»Nein, das nicht.« Er rieb sich den Unterkiefer. »Das sind besondere Umstände. Aber Sie haben mir einen Bären aufgebunden. Ich dachte, Sie seien aus Berlin und nun jobben Sie hier. Fanden Sie das zu peinlich, um es mir zu erzählen?«

Remo beobachtete uns. Es kam hier sicher nicht oft vor, dass er als mehrsprachiger Lude verständnislos neben einem Gespräch stand.

»Doch, ich komme aus Berlin. Aber nach der Sache mit der Klinik habe ich Geld gebraucht. Wenn Sie mir geholfen hätten, müsste ich hier nicht jobben.«

»Es tut mir leid. Aber inzwischen habe ich neue Informationen. Vielleicht …« Er brach ab und schaute sich nach Worten suchend um.

»Los, spucken Sies aus. Ich brauche immer noch Hilfe.«

»Ja«, sagte er zögernd, »eigentlich bin ich beruflich hier, zu dieser … hm, Veranstaltung hat mich Dr. Klinkhammer, äh, Klaus eingeladen. Den haben Sie sicher schon bemerkt.«

»Himmel, das ist ihr fachkundiger Konsul? Verdammt, seine Stimme kam mir bekannt vor.«

»Nicht so laut. Der mit dem Schnäuzer ist auch Deutscher. Ich weiß noch nicht, was hier alles läuft. Aber vielleicht können wir uns gegenseitig helfen.«

»Raus damit, wenn Sie eine Idee haben.«

Er nickte.

»Okay. Es wäre ganz gut für mich, wenn Sie mit mir in eins von den Schlafzimmern gingen. Keine Sorge, ich will nichts von Ihnen. Für mich ist es aber besser, wenn die anderen denken, ich würde hier richtig mitmachen. Ich muss Ihnen da noch was erklären, aber nicht hier. In einem Schlafzimmer können wir uns in Ruhe unterhalten. Okay?««

Ich ließ mich nicht lange bitten, schnappte mein Glas und hakte mich bei ihm ein.

»Gehen wir, Frank.«

Schaffrath führte mich und sein Flaschenbier durch die Tür, hinter der die anderen verschwunden waren. Wir betraten einen kurzen Flur. An der Stirnseite endete er in einer Tür mit Rauchglasscheibe, durch die mattes Licht schien. Rechts und links gab es noch mehr Türen.

Schaffrath öffnete die letzte links. Uns erwartete ein kleines Schlafzimmer mit einem breiten Bett. An der gegenüber liegenden Wand gab ein Fenster den Blick auf die Skyline frei. Das Zimmer war gerade groß genug, damit man um das Bett herumgehen konnte. Schaffrath verriegelte die Tür, wir setzten uns auf die Bettkante. Über dem Kopfteil hing ein Kunstdruck à la Diego Riviera, der sich in der Spiegeltür des Einbauschrankes verdoppelte.

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