1 ...8 9 10 12 13 14 ...17 5. Meine Frau hat sich scheiden lassen und ich muss jetzt für sie und ihren neuen Lover Unterhalt bezahlen. Außerdem spielt sie unsere Kinder gegen mich aus, hetzt sie gegen mich auf und macht mich zum Sündenbock für alles, was schief gelaufen ist. Sie ist schuld daran, dass meine Kinder mich nicht mehr sehen wollen und ich inzwischen bettelarm bin.
6. Ich bin sexsüchtig und muss ständig Sportficken. Obwohl meine Freundin weiß, dass der Trieb stärker ist als ich und ich den Sex mit ihr brauche wie die Luft zum Atmen, sagt sie, dass sie sich nicht täglich als Turngerät zur Verfügung stellen will. Ihre Verweigerungshaltung zwingt mich dazu, mir ständig einen auf sie herunterholen. Dabei stelle ich mir in allen Einzelheiten vor, wie ich sie zum Sex zwinge, ihr Gewalt antue. Und danach schäme ich mich dafür.
7. Wenn ich Frauen auf der Straße sehe, überfallen mich lüsterne Gedanken. Im Sommer ist es besonders schlimm. Überall kurze Röcke und nacktes Fleisch, wohin ich auch blicke. Dann muss ich immer sofort um die Ecke verschwinden und mir heimlich einen auf sie abwichsen. Dabei läuft voll der Porno ab in meinem Kopf.
Danach fühle ich mich klein und lächerlich. Und kann keiner Frau mehr in die Augen sehen, weil ich jedes Mal das Gefühl habe von ihnen durchschaut zu werden, und dass sie ganz genau wissen, was für einen fiesen Film ich gerade fahre.
8. Um mich als ganzer und attraktiver Mann zu fühlen, brauche ich sehr viel weibliche Aufmerksamkeit. Ich will immer beachtet werden, jeden halbwegs interessierten Blick einer Frau empfinde ich als Kompliment. Das ist mein Treibstoff, mein Lebenselixier. Deshalb bin ich abhängig von dem guten Willen der Frauen. Ich komme mir so jämmerlich bedürftig, klein und lächerlich vor.
9. Sie treibt mich regelmäßig zur Weißglut. Dann bin ich gezwungen, sie für ihre Frechheiten zu bestrafen, sie laut anzuschreien und manchmal sogar zu schlagen. Besonders wenn ich sie körperlich züchtigen musste, fühle ich mich ihr gegenüber schuldig.
10. Sie liebt mich gar nicht wirklich. Sie will nur an mein Geld ran und an meinem gesellschaftlichen Status teilhaben. Ich fühle mich ausgenutzt und verarscht. Nun bin ich zutiefst beleidigt.
11. Sie spielt fiese Machtspiele und macht mich eifersüchtig. Ich fühle mich ihr nicht gewachsen, unmännlich und meiner Potenz beraubt.
12. Sie sagt, sie will nur ihre Freiheit. Ich befürchte aber, dass sich hinter ihrem Freiheitsdrang der Plan verbirgt, mich zu verlassen. Das darf auf gar keinen Fall geschehen, denn ich habe große Angst davor, allein zu sein. Ich möchte sie deshalb am liebsten einsperren. Ich fühle mich abhängig, und fühle, dass sie allmählich den Respekt vor mir verliert.
13. Sie hat mich verlassen. Kurz darauf habe ich angefangen, mich tagtäglich zu besaufen. Aus diesem Grund habe ich inzwischen meinen Job verloren. Jetzt bin ich ein arbeitsloser Alkoholiker und verwahrlose allmählich innerlich und äußerlich. Sitze in einer viel zu großen und teuren, total zugemüllten Wohnung und vergammele am lebendigen Leib. Sie trägt die Schuld daran, dass ich mich einsam und wertlos fühle. Sie wird auch schuld daran sein, wenn ich mich eines Tages umbringe.
14. Ich gucke täglich stundenlang Pornos im Internet, zwanghaft, einen nach dem anderen. Sehe zu, wie Frauen sich gigantische Pferdepimmel in ihre Münder, Vaginas und Ärsche zwingen und dass es ihnen sehr weh tut. Wenn ich abends in der Disco mit einer Frau harmlos flirten will, habe ich plötzlich diese Pferdebilder vor Augen. Ich kann es nicht kontrollieren, sie nicht unterdrücken. Sie sind übermächtig und schieben sich wie eine Doppelbelichtung über die Realität.
Ich sehe dann, wie einer dieser Riesenpimmel den Kopf meines Flirts spaltet. Dabei wollte ich mich doch eigentlich nur ein bisschen nett unterhalten. Dann schäme ich mich meiner brutalen Phantasien und möchte mich am liebsten verkriechen. Ich hasse mich so sehr, dass ich es kaum ertragen kann. Noch viel mehr hasse ich die Frauen für das, was sie in mir auslösen. Ich möchte sie und ihre sündigen Leiber dafür bestrafen, ihnen die Lust für immer austreiben, am liebsten mit einer Peitsche aus Stacheldraht.
Rasend vor Wut gucke ich dann wieder diese Pferdepimmelbilder und freue mich zu sehen, wie sehr diese monströsen Penetrationen den Frauen Schmerzen zufügen. In meinem Kopf dreht sich ein Teufelskreis aus Schuld und Gier.
15. to be continued...
All das und mehr sollen diese verfluchten Schlampen büßen, verdammt noch mal! Sie werden es noch bitter bereuen, jetzt zahlen wir es ihnen heim. Da öffentliche Pranger und Scheiterhaufen aber leider der Vergangenheit angehören, wird der Pornofilm zum verlängerten Arm der Gemeinde heimlicher Rächer.
„Ja, los doch!“, schreien sie im Chor. „Macht die Drecksäue fix und fertig, reißt ihnen alle Löcher auf, fickt sie kaputt!“
Zerstörung und Unterdrückung auf Knopfdruck, das ganze Horrorprogramm wird blitzschnell via Stream direkt ins heimische Wohnzimmer geliefert. In der linken Hand die Fernbedienung und in der rechten der Schwanz, so wird das Sofa zum Schlachtfeld. Dasselbe Sofa, auf dem Papa am Sonntagnachmittag mit den lieben Kindern kuschelt.
Endlich Fronturlaub,
ich war zurück in meinem Revier. Mein erster Weg führte mich zu meinem Dealer, ich musste dringend meine Vorräte auffüllen.
Jonas war nicht nur mein allerliebster Organizer, sondern auch ein guter Kumpel. Wir hatten in Sachen Weltsicht und Politik gewisse gemeinsame Nenner, aber unser hauptsächlicher Schnittpunkt war natürlich der Stoff. Das, was uns verband Freundschaft zu nennen, wäre vermutlich eine verfehlte Definition gewesen. Vor allem war er leidenschaftlich gut in dem, was er tat. Und er machte, abgesehen vom Kiffen und dem systematischen Verarschen des Arbeitsamts, eigentlich nur eine Sache. Nämlich alles zu organisieren, was ein Junkieherz höher schlagen ließ. Weiche und harte Drogen, von synthetischem Zeug bis zu getrockneten Psylos von der Kuhwiese.
Er selbst rauchte nur Dope. Hasch, braune Platte, das war voll sein Ding. Egal zu welcher Tageszeit ich ihn besuchen kam, stets klemmte ein bläulich qualmender, weißer Keil zwischen den braun verfärbten Resten seiner Kauleiste.
„Hy, Jonas! Sag bloß, du hast dich vor die Tür gewagt?“
Sein Gesichtsfarbe tendierte in Richtung krebsrot, sah verdächtig nach einem Sonnenbrand dritten Grades aus. Und das bei ihm, der normalerweise weiß war wie eine frisch gekalkte Wand und das Wort Sommer nur aus dem Fernseher kannte.
„Jau Clemens, hab eine Frau kennengelernt.“
Er nahm einen tiefen Zug und reichte mir den Joint. Ich wollte mehr Infos, seine Andeutung war mir zu mager.
„Sag bloß, du bist verliebt?“
Obwohl es ein Ding der Unmöglichkeit zu sein schien, wurde er tatsächlich noch eine Spur röter und grinste verlegen.
„Bis über beide Ohren...“
„In eine Sonnenanbeterin? Oder was ist mit deinem Gesicht passiert?“
„Nee, das heißt Sonnengruß oder so. Wir machen Yoga im Park.“
Die ganze Angelegenheit war ihm sichtlich peinlich, aber mich packte ehrlich gesagt der blanke Neid. Dass eine Frau es schaffte, Jonas, den Eremiten, aus seiner Höhle zu locken, grenzte an ein Wunder. Ganz im Gegensatz zu Marie, meiner aktuellen Lebensabschnittsbegleiterin, schien sie ihm wirklich gut zu tun.
Der Rest des Tages verging sprichwörtlich wie im Flug. Wir kifften um die Wette und redeten über die Höhen und Tiefen, die das Leben mit sich brachte. Als ich mich abends auf den Heimweg machte, war ich reichlich stoned, mein Portemonnaie ein bisschen leerer und meine Taschen dafür prall gefüllt mit genügend Treibstoff für die nächsten zwei Wochen.
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