Anja Gust - Nur eine Petitesse

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Von Schleswig-Holstein ins schweizerische Engadin –
die Geschichte der Sina Brodersen geht weiter.
Von wegen Kleinigkeit!
Der für den Tod ihres Liebsten Verantwortliche befindet sich noch immer auf freiem Fuß, die Justiz zeigt sich weiterhin passiv. Kein Wunder, dass Sina zur Selbstjustiz greift. Sie will Gerechtigkeit und dazu scheint ihr jedes Mittel recht. Nach dem Motto: «Friss oder stirb» setzt sie alles auf eine Karte. Dann aber trifft sie eine fatale Entscheidung.
Dunkle Geheimnisse und seelische Abgründe in einer Welt von Macht und Gewalt – ein Thriller über das Netzwerk der Mafia.

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Nachdem er über kurz oder lang einige Klienten maßlos übertölpelt hatte und diese ihn vor Gericht bringen wollten, zog er sich aus diesem Geschäft zurück und wechselte in die Rotlicht- und Türsteherszene. Allerdings brach man ihm schon bald darauf nach einer Meinungsverschiedenheit die Nase, sodass er dort ebenfalls das Handtuch schmiss. In der weiteren Folge fokussierte er sich auf das Hotelgewerbe.

Hier fand er wiederum, unter Ausspielung seiner Talente und von seinem Bruder lanciert, schnellen Zugang und konnte als inoffizieller Begleiter gut betuchter Gäste einen halbwegs ordentlichen Schnitt machen. Zu seinem Ärger war es damit aber jetzt auch wieder vorbei. Wenn sich nicht bald Neues fände, könnte er sich den Strick nehmen. Kein Wunder, dass er seine Sorgen zunehmend in Alkohol ertränkte.

Von Stütze konnte er weder leben noch sterben. Anderweitige Hilfe hatte er nicht zu erwarten. Seine alte Mutter lebte von einer kärglichen Rente und sein Bruder Francesco wurde von seiner desolaten Beziehungskiste erdrückt. Dabei war noch unklar, ob die beiden rothaarigen Rabauken wirklich von ihm stammten. Weder er noch seine Gefährtin (oder besser Gespielin) verfügten über eine solche Eigenschaft. Dass dieses Weibsbild nicht das Schwarze unter dem Nagel taugte, stand außer Frage. Alle Welt wusste das, nur Francesco nicht oder wollte es nicht wissen. Aber ehrlich gesagt, gönnte er ihm diesen Drachen und konnte nicht genug von irgendwelchen Hiobsbotschaften bekommen. Das half ihm für Momente über sein eigenes Elend hinweg.

Aber selbst das vermochte ihn jetzt nicht mehr zu trösten. Was würde jetzt aus ihm werden? Darüber war er ständig am Grübeln. Und was ging ihm nicht alles durch den Kopf: Angefangen von einer möglichen Bewerbung als Beratungsassistent über Schnorren am Bahnhof bis hin zu möglichen Diensten als ‚Gay‘, obwohl er längst aus der Rolle herausgewachsen war. Es schien wie verhext. Nicht einmal auf seinen Instinkt war Verlass. Wütend drosch er gegen einen Laternenmast, der daraufhin bis in die Spitze vibrierte. Hätte ihn jetzt jemand schief angesehen – er hätte ihm sofort die Fresse poliert.

Anscheinend hatte sich alles gegen ihn verschworen, selbst das Wetter. Die Wolken zogen sich weiter zu und das Gewitter schien zum Entladen bereit. Erste große Buchen ächzten im Wind. Der Sandboden zwischen den folgenden Tannen war mit einem Teppich aus rotbraun gebogenen Nadeln bedeckt und dämpfte seine Tritte. Der modrige Geruch des Waldes erfüllte die feuchte Luft. Ab und an versetzte Eddi den am Boden liegenden Zapfen im Vorbeilaufen Fußtritte. Jetzt grollte es schon direkt über ihm. Hastig zog er seine Wasserflasche aus dem Gürtel und nahm einen Schluck, ohne den Lauf zu unterbrechen.

Der Wind wirbelte Laubblätter vor sich her. Ängstlich sah Eddi zu den Bergen hinauf. Die Gipfel verschwanden in einer grau-schwarzen Wolkenwand. Wenig später zuckte ein erster Blitz, gefolgt von grollendem Donner.

Sekunden später prasselte erster Regen nieder und durchnässte ihn bis auf die Haut. Sein Speichel schmeckte nach Blut, das Herz stach unter dem Brustbein. Doch er stemmte sich eisern gegen den Wind. Noch ein kleines Stück. Er biss die Zähne zusammen und hastete weiter. Das Bodengeröll ließ ihn stolpern. Laufen, weiterlaufen, immer vorwärts, nur nicht stehen bleiben. Bald würde das Ziel erreicht sein.

Rinnsale schossen inzwischen durch tiefe Pfade. Sämtliche Umrisse des Weges lösten sich auf. Die Umgebung verschwand hinter einer bleigrauen Regenwand. Der Boden wurde von Schritt zu Schritt weicher, aber Eddi gab nicht auf.

Plötzlich packte etwas wie aus dem Nichts seinen Fuß und riss ihn den Hang hinab. Machtlos schlitterte er über das Geröll und rutschte mehrere Meter die Schräglage hinunter. Seine Flüche verhallten ungehört. Niemals zuvor hatte er ein solches Seitenstechen verspürt. Es war, als stecke eine Heugabel zwischen den Rippen.

Mühsam quälte er sich wieder hinauf und setzte seinen Lauf fort. Keine hundert Meter und er hatte das Ziel erreicht. Die alte Birke am Wegesrand markierte das Ende der Strecke. Vornübergebeugt blieb er stehen und stützte keuchend die Hände auf die Knie. Wasser lief ihm in den Nacken. Sein Herz klopfte ihm bis zum Hals und seine Klamotten waren voller Dreck. Doch er war zufrieden. Er hatte nicht aufgegeben.

Langsam richtete er sich auf und setzte seinen Weg im Schritt fort. Nun war es nicht mehr weit. Als er kurze Zeit später den Stadtpark erreichte und in der Via Mezdi einbog, erregte ein Schaukasten seine Aufmerksamkeit. Er trat näher heran.

Laut Aushang beabsichtigte ein Maître de Cuisine namens Alfredo Hochstetter am letzten Freitagabend des Monats im Badrutt’s seinen neuen kulinarischen Marathon zu servieren. Spargel en papillote mit zartem Lammrücken. Anbei Pfifferlinge auf erlesenem Trüffelschaum. Das Ganze abgerundet durch einen 2016er Sauvignon Blanc und andere Delikatessen. Und, und, und …

„Ja, ist das die Möglichkeit?“, rief Eddi aus und bekam den Mund nicht mehr zu. Das war doch nicht etwa ‚Knolle‘ Hochstetter, die alte Flitzpiepe aus Jugendtagen? Nach seinen letzten Informationen war er im Kanton Freiburg abgetaucht und hatte nie wieder etwas von sich hören lassen. Und jetzt Michelin-Sternekoch? Wie ging das zusammen?

Einst waren sie gute Bekannte (Freunde wäre zu viel gesagt), denn Alfredo war in seinen Augen eine Schwuchtel und das konnte Eddi nicht leiden. Sie stammten aus dem gleichen Ort und kannten dort so manche Pappnase. Als der gelernte Koch auf der Suche nach einer Anstellung war, hatte ihm Eddi einen Tipp zu einem renommierten Hotel gegeben, wo eine Stelle als Koch frei geworden war. Dem vorherigen Küchenchef – ein Franzose namens Gaston – hatte man wegen Unzuverlässigkeit fristlos gekündigt.

Nach der Freistellung ging es mit diesem Gaston steil bergab. Zum Schluss hatte seine ganze Habe aus einem alten Mantel, einer wertlosen Uhr und einem aufwendig gearbeiteten Nesmuk Messer Besteck bestanden, an dem er sehr hing. Obwohl ihm von mehreren Seiten lukrative Kaufangebote unterbreitet wurden, wollte er sich davon nicht trennen. Alfredo hatte Eddi davon erzählt und seine Verwunderung darüber geäußert.

Da sich Knolle als sein Nachfolger dem Franzosen gegenüber verpflichtet fühlte, waren sie nach dessen Rauswurf miteinander verbunden geblieben. Aufgrund seiner Trunksucht hatte Gaston mehr und mehr die Kontrolle über sich verloren, sodass Alfredo die kostbaren Messer aus Furcht vor Verlust in Verwahrung nahm. Die Folge waren bald eigene Begehrlichkeiten.

Wiederholt erwähnte er überaus lobend die Schärfe der Klingen und dass man damit äußerst präzise filetiere. Mit einem solchen Besteck, meinte er, könnte man die besten Menüs zaubern. Angeblich habe Gaston versprochen, es ihm später zu vererben.

Wenig später kam der Franzose bei einem Verkehrsunfall unerwartet zu Tode. Alfredo wusste, dass er das Besteck unweigerlich verlieren würde, da das Hotel eine nachträgliche Geldforderung für etwaige Außenstände an den Verstorbenen erhoben hatte und somit einen Rechtsanspruch auf dessen Nachlass begründete.

Das sah er aber partout nicht ein. Sofort berief er sich auf die mündliche Zusicherung des Verstorbenen, ihn als Erben zu bestimmen. Es kam zu einem Rechtsstreit, in dessen Folge er einen Zeugen brauchte. Da sprang ihm Eddi bei, allein schon, um den Kläger zu ärgern. Im Brustton der Überzeugung beeidete er, jenes Versprechen zu kennen, mit der Folge, dass Alfredo die Messer behalten durfte. Zwar zog er sich dadurch den Zorn seines Arbeitgebers zu und verlor seine Anstellung, aber, wie man jetzt sah, zu seinem Vorteil. Eddi war davon überzeugt, dass es Alfredo ohne seine Hilfe niemals so weit gebracht hätte.

Was lag also näher, als ihn jetzt daran zu erinnern. Immerhin hatte er für ihn einen Meineid geleistet und das belastete seine Seele. Jedoch war die Vorstellung, auf diese Weise ein paar Fränkli in seine klamme Kasse zu bekommen, zu verlockend. Und siehe, schlagartig ging es ihm besser.

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