Anja Gust - Nur eine Petitesse

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Von Schleswig-Holstein ins schweizerische Engadin –
die Geschichte der Sina Brodersen geht weiter.
Von wegen Kleinigkeit!
Der für den Tod ihres Liebsten Verantwortliche befindet sich noch immer auf freiem Fuß, die Justiz zeigt sich weiterhin passiv. Kein Wunder, dass Sina zur Selbstjustiz greift. Sie will Gerechtigkeit und dazu scheint ihr jedes Mittel recht. Nach dem Motto: «Friss oder stirb» setzt sie alles auf eine Karte. Dann aber trifft sie eine fatale Entscheidung.
Dunkle Geheimnisse und seelische Abgründe in einer Welt von Macht und Gewalt – ein Thriller über das Netzwerk der Mafia.

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„Lass ihn doch. Ich habe nichts anderes erwartet“, hielt ihn seine Schwester zurück. „Vater stellt mal wieder klar, was keiner Klarstellung bedarf. So ist es doch immer. Er hat recht und die Welt ist in Ordnung.“

„Du wirst deiner Mutter immer ähnlicher“, grummelte Urs. „Sie war ebenfalls um Ausreden nie verlegen und hatte ständig das letzte Wort. Nur mit dem Unterschied – die Anna hatte meistens recht.“

„Dann wird sie auch ihren Grund dafür gehabt haben“, meinte Rosanna. „Aber da du nie darüber nachgedacht hast, war das wohl nötig.“

„Von wegen! Ich kann dir sagen, was nötig gewesen wäre! Ich hätte dir öfter mit dem Holzlöffel eins überziehen sollen! Dann hättest du vielleicht nicht so viel Schande über unsere Familie gebracht!“

„Papa!“, intervenierte Maurice erneut und sprang auf. „Das gehört jetzt nicht hierher!“

„Und ob! Sie soll ruhig wissen, wie ich und unsere Nachbarn darüber denken! Früher hatte man einen Bastard den Nonnen vor die Tür gelegt! Gott sei Dank ist das Wissen um deinen Fehltritt unserer Mutter erspart geblieben!“

„Maxi ist kein Fehltritt! Im Gegensatz zu dir hätte Mama wenigstens so viel Anstand besessen, ihren Enkel mal zu besuchen! Als ob das Kind etwas dafür kann“, warf ihm Rosanna an den Kopf.

„Es geht nicht um den Bankert, es geht um dich, verdammt! Ständig machst du Schwierigkeiten!“, wetterte Urs mit sich überschlagender Stimme. „Bei all unseren Vorfahren hat es das noch nie gegeben! Daher schäme ich mich für dich! Aber es gibt ein Gericht Gottes, sei dir gewiss! Und eines Tages wirst du für deine Ehrlosigkeit büßen müssen! Du glaubst dich bevormundet, nur weil ich dir ein anderes Leben vorschreibe, und meinst, das sei altmodisch! Wer gibt dir das Recht, dich über unsere Traditionen zu stellen? Lass dir gesagt sein, dass es einen großen Unterschied zwischen Eigenwillen und Unvernunft gibt! Offenbar hast du noch nie darüber nachgedacht, sonst hättest du längst bemerkt, dass jede Tradition ihren Sinn hat!“

Hasserfüllt starrte sie ihren Vater an. Wahrlich, es fehlte nicht viel und sie hätte ihm den Rest des lauwarmen Kaffees ins Gesicht gekippt, in dem sie die ganze Zeit mit dem Löffel rührte. Warum tat sie sich so etwas immer wieder an? Wäre ihr Bruder nicht gewesen, sie hätte den Alten längst über den Jordan gejagt. Diese ständigen fadenscheinigen Moralappelle konnte er sich sparen. Und wenn sie jetzt nicht ging, dann nur aus Rücksicht auf ihren Bruder.

Um die erhitzten Gemüter abzukühlen, schlug Maurice vor, die Steigeisen auf Verschleiß zu überprüfen. „Hilfst du mir, Vater?“

„Später. Erst muss die Sache zu Ende gebracht werden“, stänkerte der Alte weiter, der jetzt offenbar in Fahrt kam. „Erst einmal will ich wissen, was deine Schwester dazu sagt!“

„Was willst du denn jetzt hören?“, raunzte diese schnippisch. „Im einundzwanzigsten Jahrhundert hat sich der Sinn von Traditionen verändert. Heutzutage sind sie keine Fesseln mehr und jeder hat das Recht …“

„Bitte hört auf! Ihr habt sicherlich beide recht!“, versuchte es ihr Bruder ein letztes Mal, wurde aber sofort von seiner Schwester ausgebremst.

„Lass’ gut sein, Maurice! Hier geht’s ums Prinzip. Vater sollte endlich begreifen, dass jeder das Recht auf seine eigenen Entscheidungen hat.“

„Wohlan! Dann bist du ja das beste Beispiel einer Fehlentscheidung“, spottete Urs weiter und massierte einen Krampf in seiner Nackenpartie, der ihn inzwischen infolge seiner Anspannung befallen hatte.

„Schon möglich. Aber es war mein Entschluss und ich trage die Verantwortung“, erklärte Rosanna entschieden und sah keinen Sinn mehr in einem weiteren Gespräch. Denn wie immer hörte der Vater nicht zu und wollte auch gar nicht verstehen. Sie beschloss, dass dieser Besuch der letzte gewesen war. Mochte der Alte doch in der Hölle schmoren. Was kümmerte es sie?

Eine geniale Idee

In der Ferne grollte der Donner. Eddis Lunge brannte. Trotzdem quälte er sich weiter die Via Dimlej entlang in Richtung Lej da Staz. Längst war es ihm zum Bedürfnis geworden, seinen Astralkörper regelmäßig zu stählen, denn er musste fit bleiben. Zu vieles hing davon ab. Nicht auszudenken, er würde Straffheit und Esprit verlieren. Das war sein Kapital. Schon deshalb konnte er sich trotz seiner Zugehörigkeit zur ‚Wählscheibengeneration‘ nicht schonen.

Natürlich verband er dieses Training mit einer regelmäßigen Show, wobei er einen möglichst großen Effekt anstrebte. Das begann schon mit seinem knallgelben Joggingdress und den dunkelblauen Pantalons, die seine Figur ganz besonders betonten. Verbunden mit seinem weißen Stirnband und den albernen Wadenschonern erinnerte er damit zwar an einen Papagei. Aber genau das beabsichtigte er.

Spätestens wenn er locker tänzelnd in das Parkrondell einschwenkte und mit gespreizten Beinen seine Dehnübungen vollführte – besonders gern in Gegenwart weiblicher Passanten – wuchs er über sich hinaus. Dann pumpte er mit eingezogenem Bauch wie ein testosteronstrotzender Superathlet und hätte selbst einen Mitch Buchannon von Baywatch, alias David Hasselhoff, locker ausgestochen.

Zu seinem Bedauern musste diese Show heute jedoch ausfallen. Aufgrund des nahenden Unwetters waren die Straßen wie leer gefegt. Ununterbrochen wälzten sich neue Wolkenwände heran und verdunkelten den Himmel, während er unter mächtigen Rotbuchen hindurchlief.

Eddi hatte gerade den städtischen Park durchquert und nahm den Weg zum Grydasee, als ein greller Blitz die Wolken durchzuckte. Vereinzelte Schreie fliegender Räuber, die demnächst in den Bäumen, an schroffen Abhängen oder zerklüfteten Felshängen Schutz suchen würden, zerschnitten die Luft.

Jeder vernünftige Mensch wäre jetzt umgekehrt. Nicht aber ein Mann wie Eddi Corleone. Selbst wenn sich jetzt eine Erdspalte vor ihm aufgetan hätte, brächte ihn das nicht davon ab. Schließlich war er so etwas wie ein ‚Steher‘ und das in jeder Beziehung.

Jetzt hatte er einen Abschnitt erreicht, zu dessen linker Seite eine Steilwand aufragte, bedrückend und mächtig. Mit federndem Schritt und Rasierklingen unter den Armen steuerte er sie an.

Aufgrund der nachfolgenden Geröllstrecke verlor er jedoch bald an Tempo und kam aus dem Rhythmus. Das war für seine momentane Lage symptomatisch. Aber der Rauswurf aus dem Kempinski glich einem Fluch. Niemals zuvor empfand er eine solch beklemmende Endgültigkeit. Ganz zu schweigen von der nunmehr drohenden Finanznot, woran er noch gar nicht denken mochte.

„Dannazione, cazzo 4!“, schimpfte er, einen Fluch, den er auf Deutsch auszusprechen stets vermied. Wieso musste ihm der Lapsus bei dieser Ziege passieren? Bisher hatte der Trick immer funktioniert. Wurde er langsam alt? Doch sein aufglimmender wilder Zorn wurde sogleich von Weinerlichkeit erstickt.

Wie sollte es bloß weitergehen? Ohne weitere Qualifikation würde er gnadenlos auf der Strecke bleiben. Seine Talente beschränkten sich im Wesentlichen auf Keckheit und weltmännisches Auftreten. Gepaart mit dem Gespür für den rechten Augenblick und ein paar passenden Worten verstand er, sich bisher immer gut zu verkaufen. Mehr hatte er leider nicht drauf.

Dabei hatte sein Werdegang durchaus verheißungsvoll begonnen. Nach seinem Schulabschluss und einer Lehre als Verkäufer für Skiausrüstungen waren ihm das lange Stehen und die ermüdenden Kundenfragen bald zu anstrengend. (Noch heute wurde ihm übel, dachte er an den musikbeschallten und nach Reinigungsmittel stinkenden Laden zurück). Folglich schmiss er bald hin. Er fühlte sich zu Höherem berufen und war überzeugt, eines Tages noch zu Potte zu kommen.

Und in der Tat – nach einigen unsteten Jahren, in denen er sich durchs Leben schlängelte, entdeckte er ein Geschäftsmodell, das seinen Talenten entgegenkam. Der Kern bestand darin, durch entsprechendes Auftreten, verbunden mit dem nötigen Charisma und einer Portion Skrupellosigkeit, Geschäftsabschlüsse zu erzwingen, die vorrangig den Vorteil seines Auftraggebers bedienten.

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