Georg Hermann - Jettchen Gebert
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Die Geschichte führt in bürgerlich-jüdische Kreise Berlins zur Zeit des Biedermeiers. Henriette verbringt eine unbeschwerte Jugend im Haus ihres Pflegevaters Salomon. Sie spürt die geistige Enge ihres Elternhauses erst, als sie dem träumerischen Literaten Kößling begegnet und sich zu ihm hingezogen fühlt.
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Der Onkel war mißgestimmt, denn er hatte aus guter Quelle von hintenherum erfahren, daß es dem König nicht gut gehe. Nicht, daß dieses etwa sein vaterländisches Gemüt erschüttert hätte, aber er sagte sich, wenn dem König etwas Menschliches zustieße, jetzt, gerade jetzt... und auch ein König ist ja vor solchen Zufällen – er selbst sprach ungern von dieser Endaussicht unseres Daseins – ja, er bekam den Schlucken, wenn er nur daran dachte – selbst ein König ist vor solchen Zufällen, sagte er sich, nicht sicher; ebenso wie ein Geheimer Hofrat sterben kann... Also, wenn sich dieses ereignete, so würde er – Salomon Gebert & Co. – sicherlich mit der Hälfte seines Lagers farbiger Westenstoffe sitzenbleiben... ganz zu schweigen von den Stücken, welche noch einkämen und im nächsten Jahr unmodern sein würden. Und er überlegte hin und her, ob es nicht ratsam wäre, um sich wenigstens etwas zu decken, das schwarze Lager, ebenso wie die schwarz in schwarz gemusterten Sachen zu komplettieren.
Tante meinte, das würde nicht so schlimm sein mit dem König. Er würde wohl noch einige Jahre am Leben bleiben, auch wünsche sie sich, gottlob, keinen anderen. Sie hatte nämlich so eine Art dunkler Empfindung, als ob sie mit dem preußischen Königshaus verwandt oder verschwägert wäre, weil ein preußischer Prinz einmal auf einem Bürgerball mit ihr getanzt hatte, damals, als sie noch hübsch, jung und weniger umfänglich war. Ihr Mann war auf diese Erinnerung, die sie ihm in etwas eigenartiger Beleuchtung auftischte, als ob es nur an der eisernen Widerstandskraft ihrer angeborenen Weiblichkeit gelegen hätte, daß ihre Schönheit nicht die Falle ihrer Tugend geworden wäre, nicht gerade stolz. Aber er sagte sich – und er hatte diese Erfahrung durch dreißig Jahre genugsam erprobt und bestätigt gefunden –, daß sich in dem kleinen Hirn seines Eheweibes die Dinge der Welt etwas anders spiegelten, als sie waren, und daß die Geschehnisse etwas anders darin haften blieben, als sie sich gerade ereignet hatten. So gut, wie sie die Toten und die Lebenden zusammenhetzte und Leuten Dinge nachsagte, die nicht gestoben und geflogen waren, würde wohl auch in diesem Punkt ihre üppige Phantasie ihr einen Streich gespielt haben.
Jettchen meinte, daß Onkels Nachricht wohl zu überlegen wäre. Aber Onkel sollte nur noch nichts unternehmen. Im Notfall würde er immer noch das Ausland als Abnehmer haben. Und ein absoluter Rückgang der farbigen Westen wäre mit Landestrauer wohl kaum verbunden. Jason, der sonst alles hörte, hätte heute vormittag noch nicht gewußt, daß es dem König schlecht erginge.
Mit der Erwähnung Jasons war Tante Rikchen aufgezogen wie ein Mühlenwehr; und ihr kurze Zeit gehemmter Redestrom floß frei und breit dahin.
Sie erging sich in Exkursen über Jasons Daseinsberechtigung und seinen moralischen Wandel und fügte hinzu, daß damit nicht genug, Jason noch einen seiner Spießgesellen heute abend zum Essen bei ihr einführen wollte. Sie begriff nicht, weswegen – schloß sie mit einem langen Seitenblick auf Jettchen.
Salomon aber ging darauf nicht ein, denn er liebte seinen Bruder Jason, weil er heimlich fühlte, daß vieles in jenem zur Reife gekommen war, was bei ihm verkümmerte. Und zudem wußte er nur zu gut, daß seine Frau nun seit dreißig Jahren einen steten Krieg führte gegen alles, was Gebert hieß, weil das höher, seelisch vornehmer und lebensstärker war als die kleinlich beschränkte Gehässigkeit, die die Ihrigen zierte. Trotz der Verschiedenheit jedoch hatte das Band der Gewohnheit dieses ungleiche Menschengespann eng zusammengekoppelt, und sie wollten es nicht anders haben, als nebeneinander herzugehen. Die Stürme der Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen wühlten den ehelichen Hafen nicht im Grunde auf. Ja, sie kräuselten kaum dessen Oberfläche, und der Onkel mochte eben noch seine Frau »Dickkopp« angebrüllt haben, nachher saßen sie doch beide wieder friedlich nebeneinander auf dem Sofa und machten ein Schläfchen; – entweder die Köpfe eng zueinander geschoben oder jeder in seiner Ecke, das Gesicht gegen die Schlummerrolle gepreßt, daß der Onkel noch die nächste halbe Stunde den Kopf des Papageien in Blinddruck und die Tante »Sanft« in Spiegelschrift auf der Backe trug, wenn sie aus dem Fenster sahen, gelehnt auf ihre Kissen von Rosenketten, purpurn und unschuldsweiß –, bis diese Zeichen ihres friedlichen Schlummers langsam verblaßten, um am nächsten Tage wieder zu erblühen.
Früher hatten sie beide ganz gut nebeneinander aus einem Fenster geblickt, aber in den letzten Jahren war das aus physiologischen Gründen unmöglich geworden, und so hatte nun jeder sein Fenster.
In diesem Kreislauf wickelten sich auch heute die Ereignisse ab. Im Laufe des nun folgenden angeregten Gesprächs über Onkel Jason verglich Onkel Salomon Tante Rikchen mit einer Pute. Ein Bild, das, wenn man das Gesamtgewicht ihres Körpers gegen die Menge ihres Hirns hielt, gar nicht so falsch war, und nannte Tante Rikchens Sippe ein »hinterlistiges Otterngezücht«. Bei der Bekräftigung dieses letzten Wortes löste sich ein alter Suppenteller aus englischem Steingut, der ein Muster von allerhand tiefblauen Wundervögeln trug – aber er hatte schon lang eine Niete –, in zwei ungleiche Hälften. Doch nach zehn Minuten saßen sie trotzdem wieder beide, Salomon und Rikchen, leise den Odem durch die Nasenlöcher ziehend und blasend, nebeneinander auf dem Sofa, entrückt dem irdischen Gezanke und Getriebe. Und nach einer guten Stunde blickten sie beide wieder hinaus in den schönen sonnigen Nachmittag, jeder aus seinem Fenster, und riefen einander über die Vorübergehenden Bemerkungen zu.
Onkel Salomon hatte eine große Fertigkeit darin, zu erraten, welchen Beruf diese Leute hatten. Er hatte sich das im Laufe der Jahrzehnte, da er jeden Nachmittag um die gleiche Zeit auf die Straße blickte ... im Sommer aus dem geöffneten Fenster, im Winter von seinem Fensterplatz mit Hilfe des Spions – hatte es sich so angeeignet; und seine Kenntnisse täuschten ihn nur selten. Die Tante machte ihm immer wieder das Vergnügen, ihn zu fragen, und sie spielten beide wie die Kinder.
»Sieh mal, Männchen, den da?« kam's von den weißen Rosen.
»Er wird gut Violine spielen«, klang's von den roten.
»Warum, Salomon?« fragten die weißen.
»Er hat's Kinn rechts und die Schulter links hängen«, gaben die roten zurück.
»Und der?«
»Das siehst du doch allein!« entgegnete er halb beleidigt, als wäre diese Frage doch zu leicht. »Nein?! ... Ein Schuster ist der Kerl. Merkst du denn nicht, wie er den Daumen hält ... als ob er Pechdraht zieht?«
Während sich aber so die beiden Alten auf ihre Art erlustierten und unterhielten und nur ihr Spiel unterbrachen, um über einen Nachbarn herzuziehen, dem sie über die Straße fort freundlich zunickten –, saß Jettchen in ihrem Zimmer vor dem weißen Birkentischchen, hatte ein kleines Büchelchen vor sich, ganz klein, zierlich und zart. Onkel Jason hatte es ihr geschenkt. Er hatte ihr selbst – er pusselte gern ein bißchen mit Blei, Tusche und Farbe herum – ein grünes Kränzchen hineingemalt und dahinein wieder in schwungvollen Zügen Kringelchen und Schnörkelchen, eine sinnvolle Zueignung geschrieben. Onkel Jason liebte dieses kleine Büchelchen, diese wenigen Seiten von Jean Paul vor allem, weil er Hagestolz war und sich nunmehr schon bedenklich jenen Jahren näherte, da wir nachzugrübeln pflegen über das »Immergrün unserer Gefühle«. Jettchen aber blickte heute in das Buch, ohne eigentlich zu wissen, was sie las. Und schon zum zwanzigsten Male hafteten ihre Blicke an dieser Stelle. »Und so liegt denn ein Goldschatz von Liebe wenig sichtbar als bis auf ein kleines Flämmchen in der Brust, bis ihn endlich ein Geisterwort hebt und der Mensch den alten Reichtum entdeckt.« Die Worte sprach Jettchen vor sich hin, und sie übten einen leichten, ermüdenden Zauber auf sie aus, ohne daß sie doch eigentlich ihren Sinn ganz offenbarten.
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