Georg Hermann - Jettchen Gebert
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Die Geschichte führt in bürgerlich-jüdische Kreise Berlins zur Zeit des Biedermeiers. Henriette verbringt eine unbeschwerte Jugend im Haus ihres Pflegevaters Salomon. Sie spürt die geistige Enge ihres Elternhauses erst, als sie dem träumerischen Literaten Kößling begegnet und sich zu ihm hingezogen fühlt.
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»Hast de mir denn wenigstens bei Fernbach das Buch umgetauscht?«
Jettchen holte aus dem Pompadour ein kleines, abgegriffenes Bändchen mit einem marmorierten Umschlag.
»Ivanhoe?! – Ich weiß nicht, was der Fernbach heute für langweilige Bücher hat. Kannst du nicht mal was von Siede oder von Rambach bringen. Die Bücher habe ich immer gern gelesen. Oder was Neues von Sue! Aber immer wieder Scott und Dickens und Dickens und Scott und Sternberg und die Schopenhauer.«
»Na, das nächstemal will ich nach Siede fragen.«
»Nu, geh mal hinter, Jettchen, und sieh nach 'm Essen«, sagte die Tante und schob sich, das Buch in den dicken Fingern, nach der ›Guten Stube‹.
Jettchen ging in ihr Zimmer, das gleich am Vorflur lag. Es hatte ein Fenster mit kleinen Scheiben, und eine Tür führte nach dem Hof auf die Galerie hinaus. Es war ein kleines, stilles Zimmer. Das Licht sang nur darin, und es roch herb nach Pfefferminz; denn auf dem Fensterbord standen zwei Balsaminen in hohen, spitzen, weißen Porzellantöpfen mit goldenen Masken. In einer Ecke des Zimmers stand ein Bett unter einem Betthimmel von rotgeblümtem Kattun. Am Fenster selbst waren weißgemusterte Gazegardinen, und vor einem geschweiften Ledersofa mit langen Reihen weißer Knöpfe stand ein hellbirkener Tisch, klein, länglich mit hohen dünnen Beinen. Auf der bedruckten Ripsdecke lag da Jettchens Stammbuch, ein braunes Lederbüchelchen mit einem flammenden Herzen auf dem Altar der Liebe in Goldpressung darauf; lag gerade neben einem Goldfischglas mit bronziertem Tonfuß, an den sich eine Rokokoschäferin von klagender Liebestrauer lehnte. Und der dicke rote Goldfisch schwamm lässig in der Glaskrause hin und her, wurde hinter der bauchigen Glaswand unförmig und wieder schmal, je nachdem er sich wandte, und glotzte ab und zu mit blöden quellenden Augen auf das längliche Lederbändchen und die sentimentale Schäferin. Ein paar weiße Stühle mit geschwungenen Lehnen hielten still an der Wand Wache, rechts und links von einer Mahagoniservante mit allerhand Wunderlichkeiten hinter ihren blanken Scheiben.
Jettchen band sich eine große Schürze vor und ging draußen die Galerie entlang, streifte die Zweige des alten Nußbaums, der sich in dem engen Hof nach allen Seiten ausbreitete und Jettchen mit seinen schwarzen, pendelnden Blütentrauben und seinen klebrigen, scharf duftenden jungen Blättern beinahe berührte.
In der Küche war das neue Mädchen ratlos, und Jettchen drehte das Fleisch, begoß es, legte Feuerung zu, und als der Onkel kam, war der Braten gar und fertig.
Onkel Salomon trug im Hause einen langen Rock mit komplizierten Landkarten von Flecken und dazu stets ein gesticktes Käppchen von schwarzem Samt mit einer Eichenlaubgirlande in Kettelstich. Wenn er das vergaß, so war er am nächsten Tag erkältet, und dann war sogleich das ganze Haus verschnupft.
Solomon sah Jason ähnlich, war aber älter, schon ganz grau, dazu etwas gedunsen. Und die gleichen Züge, die bei Jason fein, scharf geschnitten und geistvoll erschienen, waren bei ihm mit den Jahren stumpf und grob geworden. Die Dezennien kleinlichen Kontorlebens, das Gezänk und Gefrett der Ehe, der Stumpfsinn dieses Zusammenlebens, das Jahrzehnte hindurch schon in den gleichen Bahnen verlief, ohne daß das Morgen sich vom Heute unterschied, all das hatte ihn mürbe und etwas mißtrauisch gemacht. Während er früher von dem berühmten drastischen Witz der Geberts seinen Teil hatte, waren jetzt nur noch ein paar Redensarten übriggeblieben und eine Anzahl von Witzen, die man nicht in jeder Gesellschaft erzählen kann. Auch waren in seinem Spielplan ein paar Scherzchen, die nicht gerade fein waren. So hielt er den ausgestreckten Finger hin, wenn jemand den Kopf wegwandte, rief ihn dann bei Namen und freute sich wie ein Schneekönig, sobald er dem anderen bei der Wendung in die Backe piekte. Tante Rikchen war jedesmal aufs neue darüber aufgebracht und empört. Aber er ließ es nicht. Es war das einzige noch, was er sich erlaubte. Sonst war er längst gewohnt, in allem, auch in allem seiner Frau nachzugeben. Aber das hielt er nun mal für sein verbrieftes und versiegeltes Reservatrecht.
Punkt ein Uhr saß Onkel Salomon schon an seinem Platz in seinem hohen Stuhl mit geschweifter Lehne am runden Mahagonitisch. Er hatte die Serviette vorgebunden und sie sorgfältig mit drei Nadeln an dem alten Rock befestigt. Er saß da, sagte kein Wort und piekte nur mit der Gabel taktmäßig in die Serviette, um damit seiner Ungeduld Ausdruck zu leihen, denn sein Leben war so auf die Minute geregelt, daß die Nachbarn nach ihm die Uhr zu stellen pflegten.
Das Zimmer war groß, hell und blau gestrichen. Um das Gesims lief ein breiter silberner Mäander. Dunkle Eichenstühle mit hoher geschweifter Lehne paradierten in langer Reihe an der Wand. Auf dem Büfett, einem braunen, hohen, glatten Kasten, standen rote, geschliffene Gläser, die blitzten und kleine Lichtscheine zur Decke warfen. Sie spiegelten sich lustig in einer blanken Sinumbralampe, solch einer zum Verstellen, und sie umringten die beiden porzellanenen Leuchter, steile dorische Säulen, mit den dicken gelben Talglichtern, von denen wieder jeder eine silberne Putzschere im Gefolge hatte. Unter dem Sofa mit dem blauen Damastbezug standen noch jetzt im April ganze Reihen von Töpfen voll eingemachter Früchte. Eine Schlummerrolle, die einen blauen Papageien in geschorener Arbeit zeigte, hing über einer Ecke des Sofas, und eine zweite mit schönen geschwungenen Schriftzügen über der anderen. Auf der Fußbank war in gleicher Art ein weißes Seidenhündchen auf blauem Grund mit schwarzen, krillerigen Perlenaugen zu sehen; und die Fensterkissen, die hoch und weich die beiden Fensterbänke deckten, zeigten Rosengirlanden in Kreuzstich. Rote Rosen an Onkels Fenster, unschuldsweiße an Tantens. Schlummerrolle, Fußbank- und Fensterkissen waren Jettchens Werke. Vor dem Fenster aber hingen an kleinen Kettchen weiße Biskuitbilder, die durch das durchscheinende Licht eine schöne Plastik der Figuren zeigten. Onkel hatte sie erst vor kurzem gekauft. »Abendgebet« und »Morgengruß« waren Pendants, und die »Mohrenwäsche« und »Der Krieger und sein Sohn«, meinte Onkel, könnten doch immer noch als Gegenstücke gelten.
Onkel Salomon saß immer noch ungeduldig allein und piekte mit der Gabel in das Tischtuch. Dann kam Rikchen und war ungehalten, daß das Essen noch nicht fertig wäre; Jettchen wäre aber so spät gekommen. Und endlich kam Jettchen, hochrot mit tränenden Augen – der Herd hatte geraucht –, und hinter ihr her tänzelte das neue Mädchen mit dem Tablett.
So saßen sie nun immer schon zusammen, die drei. Onkel und Tante waren alt geworden um diesen runden Tisch, in diesen Zimmern. Und auch Jettchen hatte nun schon bald ein Vierteljahrhundert an dem runden Tisch mit der Wachstuchplatte mit ihnen gegessen. Als sie in das Haus kam, hatte man ihr Kissen auf den Stuhl legen müssen, daß sie nur mit der Nase über die Tischkante sähe. Jetzt brauchte sie kein Kissen mehr.
Sie hätte sich wohl schon längst verheiraten können, wenn sie nicht eben aus angesehener Familie gewesen wäre. Der Vater hatte ihr zwar kein Vermögen hinterlassen, er hatte alles kleinbekommen; aber man müßte doch dafür sorgen, daß sie nun gleichfalls in eine gute Familie käme. Das hätte man eigentlich schon oft gekonnt, wenn der Onkel Salomon sein Geld nicht festgehalten hätte, und wenn es den beiden nicht bequemer und billiger gewesen wäre, Jettchen zur Unterstützung der Tante im Haus zu haben. Sie bekäme ja sowieso später genug und übergenug. Da brauche man sich doch nicht jetzt schon zu verausgaben; und sie würde schon noch einen Mann finden. Wenn es durchaus nötig, würde man ihr einen Mann suchen. Vorerst lägen die Dinge ganz gut so, wie sie wären. Und Jettchen wäre noch hübsch genug, um an jedem Finger zehn für einen zu kriegen. –
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