Georg Hermann - Jettchen Gebert

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Klassiker der Weltliteratur! eBooks, die nie in Vergessenheit geraten sollten.
Die Geschichte führt in bürgerlich-jüdische Kreise Berlins zur Zeit des Biedermeiers. Henriette verbringt eine unbeschwerte Jugend im Haus ihres Pflegevaters Salomon. Sie spürt die geistige Enge ihres Elternhauses erst, als sie dem träumerischen Literaten Kößling begegnet und sich zu ihm hingezogen fühlt.

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Sie ging ganz steif und gerade, ohne nach rechts und links zu sehen, wie alle Geberts. Sie hatte etwas wundervoll Stolzes in Gang und in Bewegung. Sie rauschte daher in ihrem silbergrauen Taffetkleid wie ein Fünfmaster mit vollen Segeln. Sie wußte, daß die Leute stehenblieben und ihr nachsahen... aber es gehörte zu ihr. An ihr war alles von einer stolzen Schönheit: die große Figur, dieses lange und doch volle Antlitz mit der hohen und weißen Stirn und den schweren Lidern, und der feste, geschlossene Mund, mit jenem leichten Anflug von Flaum darüber wie ein Schatten. In je drei Puffen, sorgsam gedreht, blank und schwarz, legte sich das Haar in der großen Schute rechts und links an die Schläfen und die Wangen, – wie ein Palisanderrahmen um einen englischen Farbenstich sich schließt. Kraft, Lebensstärke und ein Hauch von Schwermut teilten sich in das brünette Gesicht.

Das waren wieder die dunklen Gebertschen Augen, mandelförmig vom bläulichen Weiß, die vom Großvater an alle Männer zu Schwerenötern und Mädchenjägern gemacht hatten. Sie verrieten Eigenschaften, diese dunklen Augen, über die wir grübeln wie über Rätsel und die wir nie ergründen, weil sich die Schönheit, der sie dienen, ihrer selbst nicht bewußt ist, ja, sie vielleicht nicht einmal besitzt. Diese Erscheinung und dieses Gesicht hatten eine gewisse Tragik in sich. Sie machten neugierig auf den Menschen und mußten dann Enttäuschung bringen, weil ein solcher Charme, eine solche Anmut und Gesundheit, eine solche Pfirsichweiche der Seele nur denen zu eigen ist, die wir nachts in unseren Träumen küssen.

Sie war nicht mehr jung, sah älter, voller, reifer aus, als sie war. Doch sie war schön. – Oh, was war sie schön, Jettchen Gebert.

Aber nicht allein nach ihr drehten sich die Leute um; auch nach einem alten, uralten Herrn – bartlos, verschrumpft das Gesicht –, der, wie ein Überbleibsel von ehemals, an der Ecke des Hohensteinwegs stand ... an ihm ging ebenso niemand vorbei, ohne ihn genauer zu betrachten und sich noch mal nach ihm umzuschauen, ob er nicht vielleicht doch heimlich unter dem Rockkragen einen Zopf trüge. Ein paar kleine Mädchen mit schottischen Röckchen, mit langen weißen gestärkten Spitzchen an den Hosenbeinen, starrten ihn sogar unverhohlen eine Weile an wie ein veritables Meerwunder. Nein, einen Zopf, den trug er nicht mehr. Aber er hatte einen Zylinder auf seiner weißgepuderten, starren, kurzgeschorenen Perücke, der oben bald doppelt so breit war wie unten, einen braunen, rauhen Filz, mit geschweifter Krempe, wie man sie Anno dazumal hatte, als der Franzose im Land war. Auch trug er noch hohe gelbe Stulpenstiefel und einen langen, ganz langen braunen Frack mit goldenen Knöpfen. An der zweireihigen Weste baumelten dicke Berloques, Siegelringe, silberne Pferdchen und Wägelchen; und im gefältelten Brusttuch sonnte als Busennadel sich ein großer gesprenkelter Karniol.

Er stand breitbeinig da, der alte Herr, und stützte sich mit beiden Händen auf sein Palmenrohr mit dem Goldknopf. Aufmerksam und unbewegt sah er auf ein paar Postpferde, die vorübertrabten, sah nach ihnen mit einem Gesicht wie ein Nußknacker, den Mund weit offen und die Augen weit vor. Jettchen erblickte ihn schon von weitem, lachte und winkte ihm mit dem Fischnetz. Aber er sah nur nach den Pferden, ernst mit der Miene des Kenners.

»Tag, Onkel Eli!«

»Na, Jettchen, so so, wo gehste hin, mein Kind?«

»Auf 'n Markt, Onkel, ich will 'n Fisch kaufen!«

»E Hecht?«

»Ja, Onkel!«

»Zu heut abend?«

»Ja, Onkel!«

»Nu, was preisen denn jetzt die Hechte?«

»Fünfzehn gute Groschen.«

»Fünfzehn gute Groschen! Zu meine Zeit, Jettchen«, er sprach sehr langsam und umständlich, er mimmelte, er kaute gleichsam die Worte durch, »zu meine Zeit hat man nicht fünf Groschen gezahlt – für so e Fisch; weißte, hier am Schwibbogen, wo an das Haus steht: Petrus kehrte einst bei einem Fischer ein, drum soll dies Haus gesegnet sein.«

»Sag mal, was macht denn Tante Mine, Onkel Eli?«

Onkel Eli hob bedächtig eine Hand vom Stockgriff, legte sie Jettchen auf den Rücken und sah sie ernst an.

»Ich sag' der, meine Tochter, was ist das menschliche Leben? Nu, was is es? Meine einzige Goldmine da oben.« Onkel zeigte mit dem Stock nach dem Hohensteinweg hinunter, hinten nach dem Turm der Marienkirche. »Meine Goldmine, da oben liegt se.«

»Um Himmels willen, aber was ist denn mit ihr, Onkel?«

»Se weiß sogar gar nicht, ob sie heute abend zu Salomen kommen kann.«

»Aber was fehlt ihr denn«, fragte Jettchen erleichtert, denn sie hatte schon gemeint, man müsse den Leichenbitter holen.

»Denke dir, denke dir, Baumbach hat doch gestern dreimal kommen müssen, sie schröpfen, solch einen Zustand hat sie gehabt. Am Donnerstag hat se ein Huhn vom Gendarmemarkt mitgebracht. Vier Stunden hat's gekocht. Nicht kaputtschlagen hat man's können. Ich habe gesagt: ›Minchen, eß nicht!‹ Deine Tante, se hat doch gegessen.«

»Meinst du, Onkel Eli, ob sie heute abend wieder –«

»Meine Mine, so is se. Se trinkt dabei 'ne Tasse Schokolade ... Weißt de, aus ihre feine Täßchen ... wenn Baumbach sie schröpft, als ob's gar nichts wär'.«

»Geht's denn Tante schon besser?«

»Ich weiß doch nicht, aber ich denk' schon. Se hat nämlich de Minna heute 'rauswerfen wollen.«

»Na, dann ist sie ja wieder auf 'm Posten!«

»Kommste hier mal 'n bißchen mit, mein Kind, ich will mal auf die Post 'runtergehn. Vor dem Prenzlauer Wagen kommen heute zwei neue ostpreußische Wallache. Nagler kennt mich doch schon. Er hat sich – wie ich höre – erkundigen lassen, wer ich bin, weil ich mir immer seine Gäule ansehe. Er hat gewiß gemeint, ich bin ä Demagoge, Jettchen«, er blieb stehen, »siehste, von de Menschen versteh' ich heutzutage nichts mehr. Se sind mir alle zu schief. Aber mit de Pferde, da kenn' ich mich noch aus. Ebenso wie der Herr Postmeister von Nagler. Das kannst de deinem alten Onkel glauben. Hörst de de Singuhr von de Parochialkirche? Üb – immer Treu –« Plötzlich stockte Onkel Eli und zog hastig seinen braunen Zylinder, daß aus der kurzen Perücke eine Puderwolke stäubte.

»Bon jour, Herr Viertelkommissarius, bon jour untertänigst!« Der Konstabler nickte und ging gelassen vorüber.

»Er kennt mich«, sagte Onkel Eli stolz. »Was lachste? Wenn de klug wärst, Jettchen, würdst de nicht über deinen alten Onkel lachen! Heutzutage, sage ich dir, heutzutage muß man mit 'm Spitz vom Nachtwächter gut Freund sein, denn man kann gar nicht wissen, wie er mit 'm Oberpräsidenten in Verbindung steht.«

Eli blieb wieder stehen.

»Siehste, Jettchen, kommt er nicht daher wie 'ne lahme Sandkrake, dein Onkel Jason? Und was hat er da schon wieder vor 'n lateinischen Schnorrer aufgegabelt? Wo er se nur immer herkriegt?«

Richtig, Onkel Jason! Er war der einzige, den Jettchen wirklich liebte, der jüngste, ein Hagestolz, ein bißchen Enfant terrible der Familie, derb, Durchgänger, aber von Takt und Bildung. Er hinkte ein wenig, seitdem man ihm bei Großbeeren eins aufgebrannt hatte, grad in die linke Hüfte hinein ... als er Estafette ritt für Bülow, dessen Sekretär er als Freiwilliger war, ehedem in seiner Jugend, da er noch Arndts und Körners Lieder sang. Heute sang er die von Béranger... Er hinkte ein wenig, aber sonst sah er gewiß nicht einer lahmen Sandkrake gleich. Groß, schlank, hager, ein guter Achtundvierziger, ein wenig angegraut, die Züge mit dem Grabstichel gezogen, scharf in das bartlose Gesicht hinein. Nur von den Ohren ging ein schmaler Streifen Bart zum Kinn hinunter. Er trug einen geradkrempigen Zylinder, einen flaschengrünen Rock mit enger Taille und breiten Schößen, lang, mit zwei Reihen von Knöpfen; und der Rockkragen war so breit und hoch, daß er die Hälfte vom Hinterkopf bedeckte. Und dazu nach der neuesten Mode ganz helle enge Beinkleider mit Sprungriemen. Aus dem Ausschnitt der rotseidenen Weste quoll ein schwarzer Schal hervor, breit und bauschig, zusammengehalten von einer Agraffe, einer goldenen Lyra mit silbernen Saiten. Und in die scharf gestärkten hohen Vatermörder hatte Jason fest und soldatisch das Kinn gezogen.

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