Georg Hermann - Jettchen Gebert

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Klassiker der Weltliteratur! eBooks, die nie in Vergessenheit geraten sollten.
Die Geschichte führt in bürgerlich-jüdische Kreise Berlins zur Zeit des Biedermeiers. Henriette verbringt eine unbeschwerte Jugend im Haus ihres Pflegevaters Salomon. Sie spürt die geistige Enge ihres Elternhauses erst, als sie dem träumerischen Literaten Kößling begegnet und sich zu ihm hingezogen fühlt.

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Er kam quer über den Damm, ein wenig gespreizt, vorsichtig den Pfützen ausweichend, und winkte einem Herrn, ihm zu folgen. Der zog zag, schüchtern, linkisch, hoch und blond hinter ihm her. Er war keineswegs Stutzer wie Jason, eher ein wenig nachlässig, trug einen weichen Schlapphut, eine gelbe Weste zu einem blauen Rock.

Jason blieb vor den beiden stehen, stocksteif, und zwinkerte lustig mit den Augen. Man merkte, der Schalk saß ihm im Nacken. »Bon jour, ma chère amie, bon jour, ma bien aimée«, sagte er und verbeugte sich vor Jettchen. Dann wandte er sich zu Onkel Eli.

»Na, du alter Nußknacker? Das gefällt dir wohl? Nicht?! Das ist was anderes wie deine Zossen, mit so 'nem hübschen Mädchen spazierengehen? Aber ich sage es doch Tante Mine! Heute abend sage ich es Tante Mine!«

»Jason, ich bitte dich«, Onkel Eli schüttelte bedenklich den Kopf, »wozu? Du weißt doch, se ist sowieso neuerdings so komisch. Se red't sich doch schon immer allerhand über mich ein, und ich bin trotzdem bei Gott wirklich ä solider Mann!«

»Das sagt er jetzt.« Jason blinzelte zu Jettchen hinüber. »Ich hab' ihn aber früher gekannt!« Der Herr stand immer noch einige Schritte davon, zögernd, ob er warten oder weitergehen sollte.

»Na, Kößling, kommen Sie heran. Sans gêne et sans souci! Doktor Friedrich Kößling – Herr Elias Gebert, der jeweilige Senior der Geberts, der Bruder meines Vaters; er hat noch jeden Mittwoch nachmittag mit dem alten Fritzen Franzefuß gespielt.«

Onkel Eli hob seinen braunen Zylinder, daß der Puder stäubte, zog dann eine schmale emaillierte Taschenuhr – ganz schmal, mit silbernem graviertem Zifferblatt – und hielt sie sich dicht vor die Augen.

»Se fahren mer sonst fort«, sagte er und ging ohne Abschied.

»Adieu, Onkel, also heute abend!« rief Jettchen ihm nach. Aber der drehte sich nicht um. Jason blickte vor sich hin.

»Wir sind mit neunundsiebzig nicht mehr so! Wissen Sie, da werfen sie mit meinen Gebeinen schon die Äpfel von den Bäumen, daß 's man so hagelt.«

»Neunundsiebzig Jahr! Der könnte erzählen, nicht wahr, Demoiselle?«

»Ach nein, Kößling, der hat nichts erlebt. Er ist 'n alter Pferdeknecht. Die Quadrupeden haben ihm immer mehr gesagt als die Bipeden. Den Geschmack kann ich übrigens begreifen. Der Mensch ist zwar nach Hegel ein mit Vernunft begabtes Wesen, aber die Pferde sind mir auch lieber. Aber, Kößling, kennen Sie denn schon meine Nichte, Jettchen Gebert? Sehen Sie, da haben Sie ja gleich die drei Generationen von uns beieinander gehabt. Den alten Nußknacker, mich und sie ... Doktor Friedrich Kößling. Ich gab dir neulich die Erzählung von ihm im Gesellschaften.«

Jettchen knickste. »Gewiß, ich kenne Sie schon! Schreiben Sie nicht auch für die ›Elegante Welt‹?«

»Ab und zu, Demoiselle!«

»Aber wir wollen doch hier nicht Wurzel schlagen!... Jettchen, wo gehst du noch hin?«

»Ich will noch einiges für heute abend kaufen.«

»Wir werden mitkommen.«

»Das wird aber vielleicht Demoiselle nicht recht sein.«

»Warum nicht – ich geh' auf den Markt!«

»Darf ich das Netz tragen, Demoiselle?«

Jettchen sah ihn an und lächelte. Der lange, blonde Mensch wurde rot wie ein Schulknabe.

»Das heißt, wenn's sich ziemt. Was lachen Sie über mich, Demoiselle?«

»Über Sie gar nicht. Aber die Weste da ist von uns, H.M.B.17.«

»Bei Ihrem Vater werden diese Westen gefertigt?«

Jettchen wurde ernst, kniff die Lippen ein und schwieg.

Kößling, der bemerkte, daß er hier eine wunde Stelle berührt hatte, zupfte verlegen an seinem Schaltuch.

»Ach nee, Kößling«, sprang Jason ein, der nebenher hinkte... Und seine Stimme verlor ihren spöttischen Klang, wurde ruhig und freundlich. »Das ist mein Bruder Salomon, der die Westen macht. Jettchens Vater hat längst das bessere Teil erwählt. Schade, ich hätt' es gern für ihn getan, denn ich hatte nichts zu verlieren, aber er ist damals gleich draußen geblieben, und ich bin wieder nach Hause gekommen. Er war der Beste von uns vieren. Das sehen Sie ja auch an dem Mädchen. Aber, Kößling, nun frage ich Sie: ist es nicht immer so? Der Schund bleibt übrig. Börne stirbt, aber die Pückler und Menzel leben, wachsen und gedeihen.« Er hatte sich in Wut geredet. »Für eine Sache, die nicht einen Dreier, nicht einen roten böhmischen Heller wert war, haben wir leichtsinnig unser Leben eingesetzt. Und wir hatten's dabei gar nicht nötig. Meinem armen Bruder ist ja die Angelegenheit schlecht genug bekommen. Und die hier«, er nahm Jettchens Hand, »und eine Silhouette, das ist alles, was ich von ihm noch habe. Aber die hier ist ähnlicher.«

Sie gingen eine Weile nebeneinander her, so in den hellen Tag hinein, jeder mit seinen eigenen Gedanken.

»Wissen Sie, Kößling, zwei große Dummheiten habe ich in meinem Leben begangen. Erstens 1813 – es ist uns allen viel wohler gewesen vordem, seien Sie versichert, die Welt ist seitdem rückwärts gerollt – und dann 1825 – da habe ich mir eingeredet, ich habe nicht genug zum Leben. Na, die Sache hat nicht lange gedauert. Das Tuchgeschäft aufmachen und liquidieren war eins. Und seitdem langt es wirklich nicht mehr hin und her. Sehen Sie, mein ältester Bruder, Salomon – das ist der einzige Mensch, den ich beneide. Der ißt, trinkt, schläft, spielt Whist und L'hombre, legt mit seiner Frau Patience, fabriziert Westen H. M. B. 17, Schalkragen, exportiert Umschlagetücher, führt italienisch, spanisch, neugriechisch doppelt und dreifach seine Bücher, und das einzige, was ihn aus seiner Ruhe bringen kann, ist, wenn eine Rimesse aus Sommerfeld kommt, oder die Wechsel auf England lang statt kurz sind.«

»Sie wohnen bei Ihrem Onkel, Demoiselle Jettchen?«

»Ja, so lange ich denken kann,... ich bin dort aufgewachsen.«

»Sie sind also so gut wie Eltern für Sie?«

Jason nahm ihr die Antwort ab.

»Ach nein, Kößling, das kann man nun gerade nicht behaupten. Meine Schwägerin hat nur einen Menschen auf der Welt lieb, und das ist sie selbst, in höchsteigener Person. Und mein Bruder, der ist eben mit den Jahren doppelte und dreifache Buchführung geworden.«

»Aber Onkel Jason, das ist doch nicht wahr.«

»Also comme yous voudrez, ma belle Henriette. Wissen Sie, Kößling, Sie kennen das ja. Man kommt in einen großen Kreis von Leuten hinein, in einen Tee, in eine Gesellschaft, in eine Familie, und man riecht da einen Verwandten heraus, den Bruder, die Schwester, unter Larven die fühlende Brust. So ist das mit uns beiden gegangen ... aber Eltern hat meine Nichte deswegen doch nicht.«

»Wir wollen hier die Spandauer Straße hinunter gehen, am Molkenmarkt sitzt eine Frau, die mit ihrer Ware sehr billig ist«, sagte Jettchen.

»Na, Doktor, Sie kommen wohl nicht früh genug zum Drucker?«

Der fuhr auf. Denn er hatte eben Jettchen Gebert ganz versunken und verloren angestarrt, ungefähr so, wie man ein schönes Bild betrachtet und sich ganz darin vergißt. Er hatte das Haar gestreichelt mit den Blicken, die weiche Haut an den Schläfen berührt mit den Blicken, ganz leise, er hatte das wie eine physische Berührung empfunden, wie einen Nervenreiz, den man in den Fingerspitzen fühlt. Er war fast über sich selbst erschrocken.

»Wollen wir denn noch zu Drucker? Ich möchte lieber bei Stehely ein paar Blätter lesen. Man erfährt ja gar nichts mehr.«

»Man kann ja das eine tun und braucht das andere deswegen nicht zu lassen. Aber erst wird der Fisch gekauft. Sie sollen mal sehen, Doktor, wie ich mit Hexen umzugehen weiß.«

Ein kleines zerlumptes Kind drängte sich an Kößling heran, ein Mädchen, barbeinig, zwölfjährig, blaß.

»Ach, Herr Jraf, koofen Se ma doch en Veilchensträußchen ab für Ihr Fräulein Braut. Mir hungert so, ick habe heute noch ken Handjeld verdient.«

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