Georg Hermann - Jettchen Gebert

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Klassiker der Weltliteratur! eBooks, die nie in Vergessenheit geraten sollten.
Die Geschichte führt in bürgerlich-jüdische Kreise Berlins zur Zeit des Biedermeiers. Henriette verbringt eine unbeschwerte Jugend im Haus ihres Pflegevaters Salomon. Sie spürt die geistige Enge ihres Elternhauses erst, als sie dem träumerischen Literaten Kößling begegnet und sich zu ihm hingezogen fühlt.

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»Na, kommen Sie nur heute zu meinem Bruder, ich hole Sie ab, Doktor. Da werden Sie Menschen kennenlernen, die Ihnen neu sind; sie sind nicht immer angenehm, aber sie haben auch ihr Gutes. Warum denn –, es muß doch nicht alles Literat sein!«

Sie schlenderten wieder die Spandauer Straße herauf, streckenweise mußte Onkel Jason hinterherhinken, da nicht drei nebeneinander gehen konnten auf dem schmalen höckerigen Streifen von Bürgersteig. Jason tat das fluchend und räsonierend, daß eigentlich Kößling hinterherlaufen müßte, da besagte Dame seine Nichte wäre und jenen gar nichts anginge. Aber Kößling meinte, daß der andere so lange Jahre schon den Vorzug genossen habe, neben ihr diesen Lebensweg zu gehen, daß man es ihm nicht verargen könne, wenn er nun auch der gleichen Vergünstigung teilhaftig werden möchte. Er proklamiere nach dem Preußischen Landrecht gleiche Nichten für alle.

Sie standen wieder an der Ecke der Königstraße.

»So, ich muß jetzt herüber, da drüben wohnen wir.«

»Ich werde den Hecht nicht eher aus den Händen lassen«, sagte Kößling, »ehe ich nicht sicher weiß, daß er in die Pfanne kommt. Außerdem muß ich das Haus sehen, damit ich es wiederfinde. Berlin ist so arm an Sehenswürdigkeiten – – –

– – – Also hier wohnen Sie. Hübsch, recht hübsch, hier müßte eigentlich ein Dichter wohnen wegen der Lorbeerkränzchen unter den Fenstern. Wie lange mag das Haus stehn? ... Vierzig Jahre vielleicht! Wo ist Ihr Fenster?«

»Bemühen Sie sich nicht mit 'nem Ständchen; Jettchen schläft nach hinten 'raus!« stichelte Jason.

»Sie müssen es mir nicht übelnehmen. Ich bin heute ganz außer Fasson. Es kann ja jeder nach der seinen selig werden, und ich bin das immer, wenn mir etwas Hübsches begegnet ist.«

»Selig oder außer Fasson?« fragte Jason mit Unschuldsmiene.

»Beides, Freund meines Herzens! Liebling der märkischen Musen.«

Eine ganze Weile standen sie noch an der zweiflügeligen breiten Tür, nahmen wohl fünfmal voneinander Abschied und konnten sich doch nicht voneinander trennen, bis oben am Fenster im ersten Stock eine große, weiße, puffige Tüllhaube sichtbar wurde und jemand nölig und langgezogen »Jettchen, Jettchen«, rief.

Jason schwenkte den Zylinder und deklamierte:

»Und alle lauschten ängstlich

Auf jeden Blick von ihm,

Auf jede der Gebärden

Wie auf ein Ungetüm. –

Wissen Sie, wer das singt? Unser Freund, unser Freund: Doktor Ludwig Liber, alias: Ludwig Lesser: ›Lieber wärst du uns geblieben, Lesser hätt'st du nicht geschrieben.‹«

»Also, Herr Doktor, Sie kommen heute abend?!«

»Ach nein, ich habe ja nur aus Scherz zugesagt.«

»Beruhige dich, Jettchen, ich werde ihn dir schon mitbringen.«

»Ja, ich werde es gleich der Tante sagen, daß Sie uns beehren.«

»Jettchen, Jettchen«, klang es wieder lang und hell von oben.

»Na, auf Wiedersehen!« Sie streckte ihren Begleitern die Hand hin, den Handschuh hatte sie abgezogen – eine schmale, aber fleischige Hand mit Grübchen, da wo die Finger ansetzten, rund, rosig, wie gedrechselt.

Kößling reichte das Netz und hielt dabei die Hand Jettchens etwas länger als gerade nötig. Dann erschrak er, wurde rot und zog sehr förmlich den Schlapphut tief und linkisch.

Jason pfiff und trällerte eins, nahm Kößling unter den Arm, und Jettchen huschte in den Torweg.

Im Torweg, dessen Bohlen gescheuert waren und von Sand knirschten, waren rechts und links zwei Gipsreliefs in die Wand gelassen, zwei weiße Platten im Halbrund, in die fein säuberlich und abgezirkelt die Figuren eingeschnitten waren. Das eine zeigte Amor und Psyche, das andere Baccchus bei der Erziehung des jungen Liebesgottes, Jettchen hatte seit Jahr und Tag nicht mehr auf sie geachtet. Heute aber ging sie ganz langsam zwischen ihnen hindurch, hob den Blick halb flüchtig, grüßte sie wie gute Bekannte und lächelte.

Rechts ging es gleich in den Laden. Die Buchhalter mit den Gänsekielen hinter den Ohren wiegten sich vor hohen Stehpulten auf den Beinen wie Pferde vor der Krippe. Jettchen sah durch die Glastür, deren helle Mittelscheibe von einem Rand von roten, grünen und gelben Glasstücken umrahmt war, und grüßte hinein. Der Onkel hatte diese Scheibe erst vor kurzem einsetzen lassen; früher war dort eine weiß lackierte Holztür gewesen mit allerhand Schnitzwerk und Schweifungen. Aber der Onkel hatte die Füllung herausbrechen und durch buntes Glas ersetzen lassen, weil ihm das vornehmer dünkte.

Die Treppe war sehr dunkel; tief, muldig und ausgetreten die Stufen. Vor den Fenstern mit den weißen bauschigen Mullgardinen zogen sich Galerien hin und nahmen der Treppe noch das bißchen Licht, das die Gardinen zu ihr lassen wollten. Aber Jettchen kannte den Weg. Sie fand im Dunkeln den gestickten Klingelzug, der in Perlen mit schönen, geschwungenen Buchstaben den Namen S. Gebert trug. Jettchen war wohl die einzige, die diese Worte je gelesen hatte, denn sie hatte sie Perle für Perle zusammengesetzt. Hier, wo der Klingelzug jetzt hing, war er nur durch den Tastsinn in Blindenschrift erkenntlich und lesbar. Die Glocke pinkerte lange und konnte sich gar nicht beruhigen. Immer wieder gluckste sie noch einmal hinterher.

Tante Rikchen öffnete. Sie hatte die bauschige Haube auf, schlürfte noch in Morgenschuhen und trug ein weites faltiges Kleid von einem grau- und weißgestreiften Seidenstoff, wie er vor vier Jahren modern war. Sie war billig dazu gekommen, denn sie hatte das alte Stück, das verramscht werden sollte, vom Lager genommen und sich einen Tag die Schneiderin hingesetzt, die ihr mit tausend Fältchen, Volants und Basteleien für ihre umfangreiche Person eine Hülle geschaffen hatte, die eine Art Mittelding zwischen einem Ballkleid und einem Morgenrock war.

Tante Rikchen war sehr klein, gedrungen und von beträchtlichen Fettmassen. Dabei war ihr Gesicht hübsch, fast kindlich, aber es zeigte auch eine kindliche Enge und Beschränktheit. Zwei schwarze Augen saßen darin wie zwei Korinthen in einer breiten Butterwecke.

»Jettchen, wo du so lange bleibst?« fragte sie indigniert. »Der Onkel wird gleich 'raufkommen, und du mußt noch mal nach 'm Kalbsbraten sehen. Das Mädchen versteht's nicht.«

Jettchen trat in den Vorflur, der sein Licht von zwei Seiten aus Glastüren empfing. Er war weißgetüncht, und ein paar alte geschweifte Stühlchen, die noch aus Großvaters guter Stube herstammten, fanden mit verschlissenen Überzügen und abpflasternder Vergoldung hier ihr Ende.

»Ich habe erst Onkel Eli getroffen. Hast du gehört, Tante Mine war nicht wohl?! Baumann hat kommen müssen. Aber heute abend wird sie schon erscheinen, das läßt sie sich doch nicht entgehen.«

»Sie wird gewiß wieder was gegessen haben, was ihr nicht bekommen ist.«

»Ja, das meinte Onkel auch: – und dann habe ich Onkel Jason getroffen.«

»Was macht der?«

»Er läßt dich schön grüßen, und er wird heute abend einen Freund zu dir mitbringen, einen Doktor Kößling!«

»Ich begreife das nicht – aber ich werde es Jason auch sagen. Seit wann hab' ich hier 'n Gasthaus?«

»Aber Tante, er hat doch schon öfter jemanden mitgebracht, und das ist wirklich ein netter Mensch.«

»Nu ja, ich hab' ja auch nichts dagegen. Aber er könnte sich doch auch mal revanchieren.« Sie nahm das Fischnetz und betastete den Hecht, der nur noch ganz schwache Zeichen von bewußter Zugehörigkeit zu diesem Weltganzen gab.

»Was kostet der?«

»Dreizehn und ein halb, Tante.«

»Ich hätt' ihn schon billiger gekriegt. Nu ja, wenn man eben den Narren zum Markte schickt, freuen sich die Krämer«, setzte sie spitzig hinzu.

Jettchen war es nicht gegeben, auf so etwas zu antworten. Es würgte ihr im Hals, das Wort blieb ihr in der Kehle stecken, und die Tränen traten ihr in die Augen.

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