Dass er mit seinen 1,56 Metern Körpergröße und seinem unmöglichen Aussehen keine Frau bekam, darüber wunderte man sich nicht, wenn man ihn an der Uni sah.
Klein und ungepflegt sah er aus in seinem zerknitterten Straßenanzug, der ehr etwas zu groß für ihn ausgefallen war.
Auch war er keiner der besten Studenten seines Jahrgangs während dem Studium zum Arzt auf der Universität. Achtzehn Semester hatte er Medizin studiert bis er dann endlich zur Prüfung zugelassen wurde.
Seine praktischen Fähigkeiten wären sehr gut, wenn es an das Sezieren von Leichenteilen in der Anatomie ging. Aber theoretisch sei er ein Versager, sagte der Dozent im Hörsaal der Universität in Heidelberg, in Anwesenheit aller Studenten.
Nach mehreren Fehlversuchen seine Approbation zu bekommen, fälschte er seine Zeugnisse und fing in der Chirurgie in Neapel an zu operieren. Er wurde durch seinen Ehrgeiz einer der besten Ärzte im Stadtkrankenhaus. Kurz vor dem er die Chirurgie Abteilung als Chefarzt übernehmen sollte, kam man in der Leitung der Klinik auf seine gefälschten Unterlagen.
Die Geschäftsleitung des Krankenhauses, ließ ihn wissen. Man würde von einer Anzeige Abstand nehmen und seine Arbeit könne er behalten. Nur an einem anderen Platz.
So wurde er durch die Möglichkeiten die er hatte, Teil einer großen globalen Organhändler-Bande, die ihre kriminelle Vereinigungen Weltweit über die Erde verteilt hatte.
20:30 Uhr war es, als Prof. Dr. Fuchs mit seiner makabreren Arbeit in der Anatomie der Uni von Neapel, vor der frischen halbtoten Leiche von Ali Benjusuf stand. Die ganze Nacht hatte er noch Zeit, um die Leichenteile zu sezieren.
Der gespenstige Raum, in dem er arbeitete, war ohne Fenster. Und den einzigen Zugang zur Pathologie hatte er von innen abgeschlossen. Außer dem Gebäudeschutz waren sie alle schon im Untergeschoß der Klinik nach Hause gegangen.
Die Sicherheitsbeamten kannten ihn schon, wenn er des Öfteren am späten Abend unangemeldet in die Uni kam.
„Gehen sie wieder zu ihren Geistern?“, fragte ihn das Wachpersonal makaber, ohne richtig zu wissen, was hinter den verschlossenen Türen geschah.
Neben dem Zinktisch, auf dem Ali Benjusuf jetzt nackt lag, standen ein paar blaue Kühlboxen, in denen die Organteile, nachdem er sie seziert hatte, in Plastikbeutel gehüllt, in ein spezielles Eiswasser eingelagert wurden.
Auf einem OP-Rollwagen, der griffbereit in seiner Nähe stand, stand außer seinen chirurgischen Operation Instrumenten, noch eine 11/2 Galion Flasche amerikanischer Whiskey.
Mit diesem hochprozentigen Alkohol betäubte er sich die Sinne, bevor er mit seiner grausamen Arbeit begann.
Auf einem Computer-Monitor, an dem die Elektroden von Ali Benjusufs Körper angeschlossen waren, sah man jetzt die Herzfrequenz. 134/90 Puls-80. Ja! Es waren die diastolischen Werte eines gesunden Menschen, der sein Leben erst begonnen hatte. Sein Körper wurde jetzt nur noch künstlich beatmet, damit die Organe bis zur Entnahme reichlich mit Sauerstoff versorgt waren. Nur noch eine Narkose, die normalerweise ein Narkosearzt ausführen musste, und er konnte mit seiner grausamen Art des Tötens, das er Organentnahme nannte, beginnen.
Ali Benjusuf lag regungslos betäubt mit starrem Blick auf dem Rücken und wartete auf seinen bevorstehenden Tod, dem er nicht mehr entrinnen konnte.
Eiskalt, ohne jede Gefühlsregung nahm Prof. Dr. Fuchs, wie er sich selbst gerne vorstellte, sein Skalpell, schaltete die OP-Strahler ein und zerstückelte den noch lebenden Körper des Opfers bis zur Unkenntlichkeit.
Erst als ein Teil der Organe entnommen war, zeigte das Oszillogramm auf dem Monitor eine gerade Linie.
Ali Benjusef war tot!
Von der Angst des schrecklichen Ich’s getrieben griff Fuchs hilfesuchend nach seiner Whiskey Flasche, um seine bewussten Gedanken erneut zu betäuben.
Nachdem er einen kräftigen Schluck aus der Pulle genommen hatte, trennte er jetzt mit zitternden Händen, das noch warme Herz nicht ganz fachgerecht aus seinem Corpus heraus.
Es war das letzte und wichtigste Organteil, das er entnahm. Fuchs war seit ein paar Monaten zum Massenmörder im Auftrag der Organ-Mafia in Europa geworden.
Die ganze Nacht hatte er wieder gearbeitet, ehe er erschöpft auf seinen Drehstuhl zurückfiel.
Der süßliche Geruch, der im Wasser gelagerten Leichen, in den großen Steinsäure-Becken lag in der Luft, und bestimmte das Geschehen an dem fürchterlichen Tatort des Todes.
Von Ali Benjusuf war auf dem Zinktisch nicht mehr viel übriggeblieben. Denn mit großer Fingerfertigkeit hatte er Nieren, Leber, Milz, Herz, Augen, aus dem leblosen Körper entfernt und in die Kühlboxen fachgerecht eingelagert.
Die Organe waren so vorbereitet, dass man sie in den nächsten Stunden an den Kliniken in Europa transplantieren konnte.
Die Whiskey Flasche, die griffbereit neben ihm stand, war nur noch Viertel gefüllt. Fuchs saß jetzt nervlich völlig am Ende auf seinem Drehstuhl vor der sezierten Leiche und weinte jämmerlich. Der Alkohol hatte ihn zermürbt und seinen Geist betäubt. >>Wie komme ich aus dieser Scheiße je wieder heraus? <<, stammelte er immer wieder verzweifelt vor sich hin.
Er wusste, dass es nicht mehr lange gut gehen konnte mit seiner illegalen grausamen Arbeit in der Pathologie der Universität. Vor 14 Tagen hatte er nach dem konsumieren der Droge Kokain mit Heroin angefangen. Im war Bewusst: War er nicht mehr verlässlich, würde man ihn beiseiteschaffen.
Sein Nachfolger wird ihn aufschlitzen und seine Organe verkaufen, dachte er und sah sich schon selbst auf dem Seziertisch als Opfer. 8000 Euro gab man ihm nur im Monat! Was war das schon für diese Drecksarbeit, die er verrichten musste. Wenn er das Organ selbst verkaufte, bekäme er das Hundertfache. Diese Gedanken ließen ihn seit einigen Tagen nicht mehr los. So beschloss er selbst mit der Unterwelt in Neapel Verbindung, aufzunehmen.
Zwei Stunden hatte er jetzt noch Zeit um seine Vorbereitungen für den illegalen Verkauf seiner entnommenen Organe zu treffen.
Um 4:00 Uhr wollten sie kommen und die Organe abholen.
In einem kleinen Nebenzimmer der Pathologie, in dem er des Öfteren nach getaner Arbeit seinen Rausch ausschlief, hatte er sich ein älteres Sofa aufgestellt, neben dem ein abschließbarer Kühlschrank, mit großem Gefrieraufsatz stand.
Wenn man ihn nach dem Inhalt fragte, sagte er: „Es wären Kühlmittel für seine entnommenen Organe.“
Dass in Wirklichkeit auch seine Whiskeyflaschen und Drogen, die ihm nie ausgehen durften, darin gelagert waren, durfte niemand erfahren.
Stark alkoholisiert legte er sich jetzt Depressiv auf das alte abgenutzte Sofa und schmiedete einen fürchterlichen Plan. Heute Nacht noch wollte er in die Bar „Zum Snowman“ gehen und mit dem Türsteher Kontakt aufnehmen.
Das der korrupte Türsteher für ein paar 1000 € namhafte Adressen ausspuken würde, das wusste Manfred Fuchs.
Nie wieder wollte er arm sein, dachte er, während er grinsend den letzten Schluck Whiskey aus seiner Flasche trank.
*
Frankfurt.
Kai Raimann saß jetzt nachdenklich zurückgelehnt in seinem luxuriösen Auto vor der International Bank. Die 50.000 €, die er in seiner linken Brusttasche spürte, gaben ihm endlich das Gefühl der finanziellen Freiheit, die er sich schon lange erhofft hatte und die jetzt für ihn beginnen sollte.
Kurz entschlossen nahm er sein Smartfon und rief die Kundendienstleitstelle seiner Firma an.
>>Ja, ich bin es Kai! << , unterbracher seinen Arbeitskollegen der sich meldete.
>>Ich habe starke Zahnschmerzen und müsste dringend zum Zahnarzt. Kann ich etwas früher nach Hause gehen? <<, fragte er seinen Kollegen.
> , >Wenn es sein muss! Du hast doch Zahnweh oder nicht? << ,>>Ja, es ist sehr schmerzhaft<< ,log er gekonnt.
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