Anke Schmidt - Das Erwachen der Raben

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Das Erwachen der Raben: краткое содержание, описание и аннотация

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"Butterkuchen?", Beatrice hielt Claudia die Platte hin.
"Danke." Sie griff beherzt zu. «Butterkuchen ist schließlich ein Muss bei Beerdigungen.»
Nach dreißig Jahren begegnen sich fünf Frauen erstmals wieder, die in ihrer Kindheit eng miteinander verbunden waren. Damals endete ein Streich mit dem Tod eines der zwölfjährigen Mädchen. Damit war der Clan der Raben zerschlagen. Über das Ereignis haben alle geschwiegen und jede versuchte, mit ihren Schuldgefühlen zu leben. Bei dem Wiedersehen in ihrem Heimatdorf Eichenstövel wird nicht nur ein Geheimnis enthüllt, das ihnen die Augen öffnet. Sie erwachen aus dem zerstörerischen Schweigen und gestalten ihr Leben neu.

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Das monotone Rollen der U-Bahn verleitete Johanna dazu, die Augen zu schließen. In letzter Zeit fühlte sie sich oftmals wie unter Betäubung. Hoffentlich kündigte sich keine Erkältung an.

Der erste Sommer beim Großvater war ihre Trotzphase gewesen. Sie fühlte sich abgeschoben, abgestraft, denn ihre Mutter hatte sie, nachdem sie sich standhaft geweigert hatte, der Generalswitwe von gegenüber einen Krankenbesuch abzustatten, ins Auto gepackt und sie in diesem Dorf zurückgelassen, wo sie niemanden kannte. Dabei mochte sie doch nur nicht diese Villa mit den ausgestopften Tieren und dem Geruch nach alten Möbeln. Doch ihre Mutter hatte gemeint, genug von ihrer ewigen Bockigkeit zu haben. Johanna hatte vom ersten Augenblick an nur zurück nach Frankfurt gewollt, musste aber stattdessen irgendwie die Zeit im Dorf totschlagen. Bei einem Großvater, den sie nie zuvor gesehen hatte. Also fütterte sie die Ziege Sieglinde und den grauen Friedrich, das Kutschpferd, mit Leckereien. Ansonsten gab es nur noch Hühner auf dem Hof. Oder sie stöberte durch Haus und Scheune. Meistens lag sie im Heu und träumte vor sich hin, sah sich als Prinzessin in einem Ballkleid auf einem Apfelschimmel reiten oder als Zauberin böse Menschen in Warzenschweine verwandeln.

Nach einer Woche Lustlosigkeit schickte der Großvater sie Tabak und Schokolade einkaufen. In dem Lädchen war die Verkäuferin in ein Gespräch vertieft und so sah sich Johanna um, beobachtete ein Mädchen, das mit dem Rücken zu ihr vor einem Regal stand. Es hatte einen dicken Zopf, der geflochten war und ihm bis zum Po hing. Das Haar schimmerte in Gold, bestimmt würde es sich wie Seide anfühlen. Ein Papiermobile am Schaufenster reflektierte das Sonnenlicht, sodass der Zopf grüne und rote Farbpunkte aufwies. Johanna streckte die Hand aus, strich über einen der Punkte.

Sofort bereute sie es, denn das Mädchen wirbelte herum und fauchte: „Fass mich nicht an, Froschgesicht.“

Johanna wich zurück. Die Verkäuferin hinter der Ladentheke schnalzte mit der Zunge. Woraufhin das Mädchen mit den Schultern zuckte und hinausschritt. Das war eine Prinzessin, dachte Johanna, nicht du, du bist eher, was hatte die Schöne gesagt, ein Frosch. Einen Augenblick lang stand sie da mit gesenktem Kopf, doch da fragte die Verkäuferin, was Johanna wolle. Schnell wiederholte sie, was der Großvater ihr aufgetragen hatte. Die Frau, die zuvor mit der Verkäuferin geplaudert hatte, kniff ihr in die Backe und erkundigte sich nach der Mutter. Johanna merkte, wie ihr Körper ganz steif wurde. Ohne eine Antwort zu geben, legte sie das Geld auf die Theke und stürmte mit den Einkäufen hinaus.

Auf dem Heimweg spürte sie jemanden hinter sich und drehte sich um.

„Ist was?“, sagte die Schöne mit gerümpfter Nase. Johanna wollte keinen Streit und ging weiter. „Wenn wir dahinten auf den Feldweg sind, reiß ich dir das Gestrüpp von deinem Kopf.“

Nun blieb Johanna stehen. „Ich bin größer als du.“ Egal, wo Johanna war, sie war immer das größte Kind, aber dies schien nicht die gehoffte Wirkung auf die Schöne zu haben.

„So ein gerupftes Huhn werden nicht einmal deine Eltern wiedererkennen.“

„Ich habe keine Eltern und brauche auch keine.“ Johanna wusste nicht, warum sie so antwortete. Mit solch einer Gans sollte sie nicht reden. Erst später erfuhr Johanna, dass die Feindschaft zwischen ihr und der Schönen schon viel früher gesät worden war. Eine Familiengeschichte war der Grund dafür gewesen, warum ihre Mutter das Dorf hatte verlassen müssen. Die Schöne und Johanna waren durch Blutsbande miteinander verbunden. Nun standen sich die beiden gegenüber und es war nicht klar, was als Nächstes geschehen würde.

„Claudia“, rief ein Mädchen von den Stufen des Friseurladens, „lass die Bohnenstange in Ruhe. Sie kann nichts dafür.“

„Dein Glückstag“, schnaubte die Schöne. Sie warf einen Blick auf das Mädchen, lächelte es an und schritt davon. So ein Lächeln hätte Johanna gern auch mal bekommen. Aber die Mutter freute sich nie, sie zu sehen.

„Du bist die Johanna vom Künkelbauer, du hast Eltern“, sagte das Mädchen und schob ihre Sonnenbrille zurück auf die Nase.

Ja, sie hatte gelogen und war ertappt worden, doch was ging das diese Brillenschlange an.

„Wenn man keine Eltern braucht, können sie genauso gut tot sein“, sagte Johanna.

Die Brillenschlange nickte. „Ich bin Astrid. Wir können Freundinnen werden.“

Johanna wollte keine Freunde in diesem blöden Dorf haben, aber andererseits, wenn die Schöne auf diese Astrid hörte, war es vielleicht gut, sie nicht zu verärgern. „Mal sehen“, sagte sie deshalb vorsichtig, „könnte klappen, aber ich weiß nicht, ob ich viel mit anderen reden will.“

„Das ist in Ordnung. Soll ich dir was Tolles zeigen?“

Johanna rieb sich die Nase, wirklich Lust hatte sie nicht, aber wenn es hier was Tolles zu sehen gab, dann könnte sie ausnahmsweise mitgehen.

Sie folgte Astrid über die Dorfstraße an der Sparkasse und der Bushaltestelle mit der wuchtigen Kastanie vorbei in eine Seitenstraße, bis sie in eine mit Unkraut überwucherte Einfahrt abbog und vor einem Abbruchhaus stehen blieb. Johanna schaute sich um, toll war hier nichts, doch da zeigte Astrid mit dem Finger auf den Boden. An der Mauer hockte ein Spatz.

„Sein Flügel ist gebrochen“, erklärte Astrid, „kannst den ruhig anfassen, der fliegt nicht weg.“

Johanna ging vor dem Winzling in die Hocke. Er tat ihr leid. Behutsam nahm sie ihn in die Hand. Ein Tierarzt müsste dem Kleinen helfen können und sie würde ihn pflegen bis er wieder fliegen könnte.

Astrid trat neben sie, nahm die Sonnenbrille ab und musterte Johanna, die sich auf einmal selbst klein vorkam. „Der Vogel wird nicht wieder.“ Es war kein Bedauern in der Stimme. Sie tippte dem Spatz auf den Kopf und nahm ihn Johanna ab. Sie besah sich ihn von mehreren Seiten und plötzlich holte sie mit dem Arm aus und warf ihn mit voller Wucht gegen die Wand.

Johanna glaubte nicht, was sie sah, starrte mit offenem Mund den toten Vogel an.

Astrid verzog die Mundwinkel nach unten. „Ich habe dir gesagt, der schafft es nicht mehr.“ Sie blickte Johanna an, die noch immer starrte. „Ich habe dir nichts vorher gesagt, weil Leute aus der Stadt zimperlich sind, aber ich zeige dir was anderes Tolles.“

Johanna wollte nur noch nach Hause, doch Astrid packte sie an den Arm. „Stell dich nicht so an. Ich musste es tun. Er hatte Schmerzen.“

Johanna nickte, vielleicht hatte Astrid Recht, bestimmt hatte sie Recht, warum hätte sie es sonst tun sollen? Aber bei Astrid, das lernte Johanna schnell, konnte man nie sicher sein, warum sie etwas tat. Das war ihre erste Lektion gewesen. Damals vor dreißig Jahren.

Fast hätte Johanna ihre Haltestelle verpasst, war jedoch im letzten Moment aufgesprungen und hinausgeeilt. Der folgende Fußmarsch lockerte ihre Muskeln und sie fühlte sich schon besser, als sie zu Hause ankam. Johanna steckte den Hausschlüssel in die Tür. Nadja, ihre Lieblingshilfe, lugte hinter der Küchentür hervor.

„So früh habe ich Sie gar nicht erwartet“, ertönte es fröhlich.

Johanna lächelte zurück. Nadjas Anblick war immer eine Freude. Ihr Struwwelkopf verschwand wieder hinter der Tür und sie begann leise, bei der Arbeit zu pfeifen. Johanna lehnte sich an die Garderobe. Die Schuhe auszuziehen, verursachte ihr auf einmal Schwindel und sie verspürte den Wunsch, allein zu sein, allein mit Sammy. Vielleicht brütete sie tatsächlich etwas aus, in der Stadt schwirrten überall Bazillen herum, jeder Nieser ein Treffer. Nein, das tat sie nicht, sie war einfach nur schwanger.

„Nadja, wenn es Ihnen nichts ausmacht, können Sie heute ein paar Überstunden abfeiern.“

Aus der Küche kam ein „Super!“ Johanna schmunzelte, diese Nadja, eine Frohnatur, von der sie sich ein Stück abschneiden konnte. Nadja kam in den Flur, schlüpfte in ihre Jacke.

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