Anke Schmidt - Das Erwachen der Raben

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"Butterkuchen?", Beatrice hielt Claudia die Platte hin.
"Danke." Sie griff beherzt zu. «Butterkuchen ist schließlich ein Muss bei Beerdigungen.»
Nach dreißig Jahren begegnen sich fünf Frauen erstmals wieder, die in ihrer Kindheit eng miteinander verbunden waren. Damals endete ein Streich mit dem Tod eines der zwölfjährigen Mädchen. Damit war der Clan der Raben zerschlagen. Über das Ereignis haben alle geschwiegen und jede versuchte, mit ihren Schuldgefühlen zu leben. Bei dem Wiedersehen in ihrem Heimatdorf Eichenstövel wird nicht nur ein Geheimnis enthüllt, das ihnen die Augen öffnet. Sie erwachen aus dem zerstörerischen Schweigen und gestalten ihr Leben neu.

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Ihre Augen weiteten sich, das konnte doch nicht wahr sein, aber es war schwarz auf weiß geschrieben. Katja lebte nicht mehr. Katja, die einmal im Jahr Johanna in Berlin besucht hatte. Ein Zwischenstopp im Bahnhofscafé auf dem Weg nach Potsdam. Die üblichen Fragen, wie geht’s, was machen die Kinder und die Ehemänner, Tschüss, alles Gute, bis nächstes Jahr. Aber niemals wurde über die gemeinsame Verstrickung, die gemeinsame Schuld gesprochen. Genau dieses Schweigen war es gewesen, das Johanna an das jährliche Ritual gebunden hatte, gewürzt mit einer Prise Mitleid.

Nun las Johanna das Bibelzitat auf der Karte und ein Gefühl von Wut stieg in ihr auf. Unverkennbar musste Katja es vor ihrem Tod selbst ausgewählt haben. Der Satz war dumm, aber eindeutig: „Der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“

Katja war eine Frau gewesen, deren Erwachsenleben nach Plan verlaufen war, nach den von ihr vorgesehenen Zeiten, Ereignissen und Orten. Eine Frau, die sich nie entspannt zurücklehnte, nie ihr Gegenüber aus den Augen ließ. Eine Stütze der Kirchengemeinde. Eine Gotteskriecherin. Für Johanna war es stets ein Rätsel geblieben, was Katja von ihr gewollt hatte, verständlicher wäre es gewesen, wenn sie jeden Kontakt gemieden hätte. Nur einmal, und sie war sich nicht sicher, ob sie sich nicht getäuscht hatte, hatte sie hinter die Fassade geblickt.

Katja hatte bereits im Café gewartet und hoch zur Uhr geschaut, die Stirn in Falten gelegt. Als ihr Blick abwärts über die Fensterscheibe glitt, musterte sie ihr Spiegelbild. Johanna wollte sich durch ein Hallo bemerkbar machen, doch sie senkte die Hand wieder. Das war das Gesicht einer Fremden und sie hatte das Gefühl bei einer intimen Begegnung zu stören. Einer Begegnung im kalten Zorn.

Es waren einmal sieben Mädchen gewesen, damals, als Johanna in den Sommerferien in die Verbannung zum Großvater aufs Land, nach Eichenstövel, geschickt worden war. Johanna verzog wehmütig die Lippen; der alte Mann, der nichts mit der Enkelin anfangen konnte, sich aber bemühte, der sanfte, alte Mann mit seinen rissigen Händen, seinen traurigen, langsamen Bewegungen, er war der Letzte auf dem Hof seiner Väter.

Jetzt war wieder eine von ihnen gestorben, mit zweiundvierzig Jahren, das war eindeutig zu früh, genau wie bei Karola, Katjas Zwillingsschwester.

Sechs waren Zeuginnen gewesen und mit den Jahren wandelten sich die Bilder und Johanna fragte sich, sind das noch die Originale? Wie dieses Bild, auf dem sie Katja auf den Boden drückte, ihr das Knie auf die Schulter presste und drohte: „Wenn du ein Sterbenswörtchen erzählst, passiert dir das Gleiche wie deiner Schwester.“ Johanna hatte sich nicht anders zu helfen gewusst, war überrascht, schockiert gewesen, als Katja hinter dem Gebüsch hervorgesprungen war und sie angeschrien hatte. Sie war von einer Angst gepackt worden; der Angst, ihre Mutter würde sie für immer weggeben, wenn sie wüsste, was ihre Tochter getan hatte. In ihren Ohren hallte Katjas schrille Stimme: „Mörderin!“

Es war der Sommer, in dem sie zwölf Jahre alt geworden war und in dem sie ihren ersten Kuss erhalten hatte. Es war der Sommer, in dem sie ihren Großvater zum letzten Mal sehen sollte. Aber nie hatten sie und Katja über den Sommer gesprochen, in dem der Zwilling umkam, starb, weil sie sich einen Streich erlaubt hatten. Nein, stattdessen schickte Katja jedes Jahr eine Weihnachtskarte und begrüßte sie jedes Jahr im Café. Doch jetzt war es damit vorbei.

Johanna sah auf die Armbanduhr, sie musste los zum Sender. Da sie es eilig hatte, nahm sie ein Taxi. Während der Fahrt konzentrierte sich Johanna auf Daten, Argumente, Fragen, die sie heute mit ihren Studiogästen besprechen wollte, trotzdem schweiften ihre Gedanken immer wieder ab.

Als sie durch die Tür des Funkhauses schritt, kam ihr Ulf, ihr Assistent, entgegen. Sie konnte seine Nervosität an seinem Gesicht ablesen. Die Gäste waren bereits im Studio. Johanna gab allen die Hand, entschuldigte sich für ihre Verspätung mit einem bissigen Kommentar über Berlins Taxifahrer, grüßte Frank, den Tontechniker, durch die Scheibe mit einem Nicken, dankte der Pädagogin nochmals für den Literaturtipp und der Ärztin für ihr kurzfristiges Einspringen und erklärte den Ablauf der Sendung.

Sie setzten sich und stülpten sich Kopfhörer über. Wie üblich strahlte Johanna Ruhe und Kompetenz aus, sie war ein Profi. Sie fand noch ein paar aufmunternde Worte für den Vertreter der Krankenkasse und legte Karteikärtchen vor sich ab. Plötzlich spürte sie den Impuls hinauszurennen, es war nur eine Sekunde, dann leuchtete die rote Lampe auf und Johanna begrüßte die Zuhörerinnen und Zuhörer zur Diskussionsrunde. Alle Gedanken waren beim Thema, bei den Gästen. Sie war in ihrem Element. Als nach einer Stunde die grüne Lampe aufleuchtete, verabschiedete sie sich und bevor Ulf Einspruch erheben konnte, sagte sie etwas von Kranksein und ging, sie wollte nach Hause zu Sammy. Doch Ulf holte sie auf dem Flur ein.

„Ist es vorbei?“, fragte er, wobei er sich über den Nacken strich, ein Zeichen von Anspannung. Johanna musste überlegen, bevor sie wusste, was er meinte.

„Dir brauche ich doch nicht zu erzählen, wie viel ich zu tun habe. Ich würde es dir sagen, wenn es so wäre“, sagte sie und schaute zum Fahrstuhl. Eine Aussprache über den Stand der Beziehung, wer sich von wem missverstanden, vernachlässigt oder sonst was fühlte, konnte sie jetzt nicht gebrauchen. Auf diesem Feld wies sie Defizite auf. „Außerdem dachte ich, du hättest genug mit der Köchin aus der Kantine zu tun.“

Erstaunlich, wie sehr ihm das Essen dort auf einmal geschmeckt hatte und was er sich alles hatte einfallen lassen, damit die Angebetete einer Verabredung zustimmte. Sogar die Peinlichkeit, ein Gedicht vorzutragen, hatte er nicht ausgelassen, was die Holde zunächst nicht beeindruckt hatte. Johanna hatte nicht gewusst, wen sie mehr bedauern sollte, Ulf, der tapfer seinen Erstling vortrug, oder die Köchin, deren Kolleginnen nur mit Mühe ein Gelächter unterdrücken konnten. Männer, ein seltsam Völklein.

Ulf tippte Johanna an die Hand, umschloss vorsichtig ihre Finger und lächelte dieses Lausbubenlächeln. Sie liebte es. Sie liebte es, wie seine Augen strahlten, wenn er sich freute, und seine Segelohren frech mitzugrinsen schienen. Würde die kleine Kaulquappe in ihrem Bauch es von ihm, dem Erzeuger, erben? Johanna wünschte sich einen Raum herbei, indem sie Ulf Stück für Stück ausziehen, ihn mit Küssen bedecken konnte. Sex tat ihr immer gut und die Schwangerschaft schien das reinste Aphrodisiakum zu sein. Gab es hier denn keine Besenkammer oder wie wäre es mit dem Fahrstuhl? Ruhig Blut Johanna, wenn das mit deiner Libido so weiter geht, ist bald nichts mehr vor dir sicher.

„Ich mag die Köchin, aber ich mag auch meine Chefin.“ Ulf trat näher an sie ran. Sie roch sein Rasierwasser, Sandelholz, Zimt, Wacholder. „Ich mag dich sogar sehr, sehr gern.“ Das Zittern in seiner Stimme machte ihr bewusst, dass er fürchtete, sie zu verlieren. Treffer. Mitten in ihr Herz. Johanna gab der Versuchung nach und führte ihn hinauf zur Dachterrasse.

Zurück fuhr Johanna mit der U-Bahn. Noch einmal holte sie den Brief hervor und versuchte, sich darüber klar zu werden, ob sie Trauer empfand, schließlich war ein Mensch gestorben, den sie zwar nicht mochte, den sie aber seit Kindheitstagen kannte. Katjas Botschaft war klar, aber sollte sie auf eine Beerdigung gehen, auf der sie wahrscheinlich die Frauen traf, die sie seit dreißig Jahren nicht mehr gesehen hatte? Nur Katja hatte nie locker gelassen, hatte zu jeder aus der Rabenclique den Kontakt gehalten. Sicherlich hatte sie keiner der früheren Freundinnen von einer Krankheit erzählt. Johanna biss sich auf die Unterlippe, vielleicht war es Selbstmord gewesen. Müsste Katja dann in der Hölle schmoren oder schwebte ihrem Gott eine andere Folter vor? Quatsch, sie würde nie ihr Leben beenden. Verdammt, Katja, was ging in deinem Kopf vor?

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