Cristina Fabry - Kirche im freien Fall

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Menschen im Coronajahr 2020, Christ*innen und Säkulare. Nicht alle dieser Geschichten beziehen die Pandemie mit ein, nicht alle Erzählungen sind im kirchlichen Milieu angesiedelt, aber die meisten.
Geschichten über Verzweiflung, das Scheitern, erschütterte Beziehungen, krude Träume, kranke Gehirne, unbändige Wut, Rache und das Loslassen.

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Nach Verona wurde es besser und als sie endlich in den weichen Hügeln der Toskana ankam, empfand sie nichts als Vorfreude und uneingeschränkte Zustimmung.

Es dauerte etwa eine Woche, bis sie angeregte Gespräche führen konnte, aber als sie das endlich geschafft hatte, war sie ein anderer Mensch. Zwischen den Lehrveranstaltungen und abends in den Bars gab es überall Gespräche, und den deutschen Erasmus-Studierenden ging sie konsequent aus dem Weg, jetzt war sie in Pisa, wollte eins werden mit der italienischen Lebensweise, die Sprache lernen, aufgehen in der toskanischen Campus-Gemeinde.

Ihr Vorhaben gelang. Und nicht nur das: über Weihnachten hatte sie der lebenslustigste Kommilitone von allen zu seiner Familie nach Belforte all'Isauro, einem winzigen Nest in den Marken eingeladen. Sie unternahmen lange Spaziergänge durch schneebedeckte Hügel und weiß glitzernde Wälder, aßen Fagiano arrosto, die Vögel hatte der Großvater selbst geschossen und auch wenn die örtlichen Konventionen eine gemeinsame Zeit im Bett von Unverheirateten verbaten, passierte es irgendwann im größten Tohuwabohu, als Gennaro sie heimlich ins Gästezimmer entführte und damit anfing, seinen weichen Mund in die warme Grube zwischen Hals und Schulter zu drücken. Es waren nur Küsse und ein Augenblick intensivster Körperkontakt, aber aufregender als jeder nackte Sex, den sie bisher erlebt hatte. Sie mussten nichts überstürzen, sie würden in drei Tagen nach Pisa zurückkehren und alles nachholen, was sie bisher versäumt hatten.

Als das Semester im Februar zu Ende ging, hatten sie alles geregelt und Gennaro begleitete Friederike nach Berlin – zunächst für ein Auslandssemester, aber das Leben meinte es gut mit ihnen, es würde wohl mehr daraus.

5. Auch nach drei Monaten war es Gennaro nicht gelungen, Berlin liebenswert zu finden: zu rüde die Umgangsformen, zu lieblos und abgewandt. In der deutschen Umgebung wurde sogar Friederike eine von den „Crucchi“, den Scheißdeutschen von denen sie sich in Italien so deutlich unterschieden hatte. Aber hier war sie plötzlich genauso übellaunig, regelwütig und kleinkariert wie der Rest dieses von der Sonne vernachlässigten Volkes. Obwohl es gerade Sommer war und die dunkelste Zeit des Jahres noch vor ihm lag, fühlte Gennaro, wie die allgemeine Depression sich allmählich auch seiner bemächtigte.

Unbewusst machte er sich auf die Suche nach Leichtigkeit, lachenden Gesichtern – und lernte Carolin kennen, eine Sozialpädagogik-Studentin aus dem Westen, die sich im ausklingenden Sommersemester der Humboldt-Universität ein paar Lehrveranstaltungen in Kunstgeschichte antat, einfach so, aus Interesse, ohne überhaupt als Gasthörerin eingeschrieben zu sein, im Schlepptau einer Freundin, die für sie die passenden Vorlesungen ausgewählt hatte. Dieser anarchische Griff nach dem Leben und seinen Möglichkeiten gefiel Gennaro außerordentlich und rettete seine eigene Lebenslust, die im zähflüssigen Sumpf der deutschen Melancholie zu versinken drohte. Er zog mit Carolin durch eine Reihe Kreuzberger Kneipen und ließ sich von ihr in die Wohnung der Freundin mitschleppen, wo sie ein vorübergehend leerstehendes WG-Zimmer bewohnte.

Natürlich bekam Friederike mit, dass er die ganze Nacht nicht nach Hause gekommen war und er hatte auch keine Lust, mit einem würdelosen Versteckspiel anzufangen. Friederike setzte ihn prompt vor die Tür und er flüchtete zu Carolin, die wenig begeistert davon war, dass ihr One-Night-Stand sich bei ihr einnisten wollte, zumal sie ja gar nicht dauerhaft in Berlin lebte, sondern in Bielefeld, wo sie aktuell mit jemandem zusammenlebte.

Es war Carolins Freundin, die ihm anbot, vorübergehend in der WG unterzukommen, auf dem Sofa im Wohnzimmer, bis er etwas Anderes gefunden hatte.

Nur halbherzig hatte Gennaro einen Antrag auf Verlängerung seines Auslandsstudiums gestellt. Als er Friederike auf dem Campus traf, die ihm einen an ihn gerichteten Brief reichte mit dem Hinweis: „Du musst der Uni mal deine neue Adresse mitteilen, ich habe keinen Bock, dir deine Post hinterherzutragen.“, wurde ihm das Herz noch schwerer, weil sein Antrag bewilligt worden war. Noch ein Semester in diesem kalten, dunklen Land, in dieser lauten, riesigen Stadt, das würde er nicht ertragen.

Noch vor dem Ende des Sommers landete er in einer anderen deutschen Stadt.

6. Carolin brauchte dringend Geld, musste für einen Ferienjob nach Bielefeld zurückkehren, sonst wäre sie noch länger in Berlin geblieben. Das mit der Kunstgeschichte hatte ihr gefallen, vielleicht sollte sie noch ein Aufbaustudium dranhängen und Sozialpädagogik mit Kunst kombinieren, da gab es sicher interessantere Jobs, als in irgendeinem Jugendzentrum, Kindergarten oder verstaubten, städtischen Behördensumpf.

Der Sommer an der Freibadkasse war der längste und langweiligste, den sie je erlebt hatte. Sie sehnte sich nach der pulsierenden Metropole, den inspirierenden Kontakten. Stattdessen blickte sie täglich stundenlang in tumbe Gesichter, die in Einwortsätzen ihrem Begehr nach Eintritt Ausdruck verliehen und sie erwiderte dies gleichermaßen mit „Drei Fünfzig“ oder „Eins Fünfzig“ - je nach Tarif. Warum musste Geldverdienen als Studentin immer so anregungsarm gestaltet sein? Auf einer Party erzählte ihre Kommilitonin Kerstin: „Ich plane selbst ein Seminar anzubieten für die Begleitung im Grundstudium. Die Profs kriegen das ja nicht auf die Reihe, sind zu sehr mit ihren Hobbys beschäftigt, 'Lust und Leid des Tangos', Ferienhausrenovierung in Griechenland und 'schade, dass Beton nicht brennt'. Ich habe schon mit Günther telefoniert, der meinte, ich sollte mir noch einen Co-Moderator holen und dann könnten wir das als Tutorenjob machen, weil das ja ein Auftrag der Hochschule ist, dem die Profs nicht ausreichend nachkommen.“

„Wie?“, fragte Carolin nun hellwach und im Beuterausch, „Wir könnten Geld verdienen mit Studienbegleitung? Was muss man denn da machen?“

„Das gleiche, was bei uns gelaufen ist. Einführung, Studientipps, Praktikumsvor- und Nachbereitung und ich finde, wir könnten die Leute auch bei der ersten Hausarbeit unterstützen und sie auf die erste Fachprüfung vorbereiten.“

„Wollen wir das nicht zusammen machen?“, fragte Carolin mit betont warmer Stimme, anbiedernd, wie es ihre Art war, wenn sie etwas erreichen wollte. Kerstin war nur B-Ware und zwar in jeglicher Hinsicht. Sie würde alles einstielen und Carolin könnte sich ins gemachte Nest setzen, glänzen, Praxispunkte sammeln und nebenbei noch Geld verdienen.

Sie sah Kerstin deutlich an, dass ihr diese Wendung nicht behagte. Sicher hatte sie geplant, die Co-Moderation Thomas anzubieten, auf den war sie schon lange scharf, der sah ja auch gut aus und war sehr unterhaltsam. Aber Carolin wollte endlich mal auf interessante Weise Geld verdienen und mit ihrer offensiven Art hatte sie bisher noch die meisten ihrer Ziele erreicht.

Am Ende hatte Kerstin eingewilligt, schließlich hatte sie kein Ass im Ärmel, hätte sie eben taktisch klüger vorgehen müssen.

Carolin hatte in der Folge eine tolle Zeit. Sie hatte im Hauptstudium ein interessantes Projekt für sich ausgewählt, arbeitete mit psychisch Kranken und besuchte das Begleitseminar bei einer beeindruckenden Dozentin. Das Geld als Tutorin war leicht verdient, Günther, der Dekan des Fachbereichs wurde auf sie aufmerksam und bot ihr, weil sie die Studierenden so kompetent und gezielt auf ihre Prüfungen vorbereitet hatte, einen weiteren Tutorenjob an. Sie musste nur aufpassen, dass sie es gut machte, denn sie hatte natürlich verschwiegen, dass es vor allem Kerstin gewesen war, die die dazu erforderlichen didaktischen Schritte ausgearbeitet hatte. Kerstin hatte einfach nicht das Zeug zur angemessenen Selbstinszenierung im richtigen Moment und außerdem hatte Carolin die schmalere Taille und die blaueren Augen. Und Thomas war sie auch schon näher gekommen...

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