Martin Huber - Saat der Rache

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MORD, HASS UND RACHE – EINE TRINITÄT, DIE ZUM UNTERGANG EINES GANZEN STAMMES FÜHRT.
Dieses Buch erzählt die Ereignisse, die zur Auslöschung eines niederrheinischen Volkes, an der Wende von der Antike zum Mittelalter geführt hatten. Dieses Geschehen war so prägend, dass es Eingang in den Schatz der mündlichen Überlieferungen und schließlich in die Sagenwelt der deutschen Sprache gefunden hat. «Die Chronik der Niflungen» stellt den Versuch dar, sich wieder den historischen Ursprüngen zu nähern.

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Nach und nach wurde absehbar, dass Hel ihn nicht empfangen würde. Als ein Mond durchs Land gegangen war, konnte Hagen das Bett das erste Mal verlassen. Schwach und abgemagert wurde er von zwei Zofen mehr getragen, als selbst einen Fuß vor den anderen setzen zu können. Die Wunden und der gebrochene Kiefer verheilten, aber eine schreckliche Narbe verunstaltete seine rechte Gesichtshälfte. Viel mehr machte dem jungen Recken aber der Verlust seines rechten Auges zu schaffen, denn es war ein arger Nachteil beim Kämpfen nicht erkennen zu können, was von dieser Seite auf ihn zukam. Oft packte ihn sein Zorn über diese Unzulänglichkeit und er musste sich eine neue Kampftechnik antrainieren, um den Mangel auszugleichen. Einer, der ihm mit viel Geduld dabei half, war der Schwager des Königs, Markgraf Rodinger.

Das war aber nicht alles. Frau Ercha war die Erste, der die Veränderung in Hagens Wesen auffiel. Er war stets ungeduldig und aufbrausend gewesen. Aber seit er die verletzungsbedingte Umnachtung hinter sich gelassen hatte, kam es immer wieder zu völlig überraschenden und unangebrachten Zornesausbrüchen, die seine Umgebung das Fürchten lehrte. In Susat munkelte man, das Fieber hätte ihm diese unbändige Wut ins Gemüt gesenkt. Ercha, die um den Frieden ihres Haushaltes bangte, bat Attalo, er möge ihn aus dem Dienst entlassen. So kehrte Hagen, als er seine Kräfte vollkommen wiedererlangt hatte, mit Attalos Segen als junger Krieger nach Vernica zurück.

Dort wurde ihm, nachdem sich der Schreck über sein entstelltes Gesicht gelegt hatte, ein freundlicher Empfang zuteil. Aldrian wollte dem Ziehsohn eine besondere Überraschung anlässlich seiner Rückkehr bereiten. Während Hagens Aufenthaltes in Susat hatte er in einem verfallenen römischen Landgut, Trovia mit Namen, Bauern angesiedelt, die das Gut in Stand setzten und die Felder wieder urbar machten.

Am Tag nach seiner Heimkehr ließ der Häuptling sein und Hagens Pferd satteln, rief nach ihm und lud ihn ein:

„Komm, Hagen, lass uns ausreiten.“

Erstaunt aber freudig überrascht sprang der junge Mann in den Sattel und ritt an der Seite seines Stiefvaters aus der Burg. Es war Sommer und der Tag war jung. Die beiden ritten im Galopp über die Felder an Gunters Meierei vorbei und etwa noch einmal so weit in dieselbe Richtung. Am Rand eines Ackers auf einem Hügelkamm zog der Häuptling die Zügel an und wartete, bis Hagen an seine Seite gekommen war. Vor ihnen lagen eine grüne fruchtbare Senke und in deren Zentrum ein römisches Landhaus, nicht ganz so groß wie Irianiacum, aber weil neu hergerichtet in reinstem Weiß erstrahlend.

„Hagen“, Aldrian ließ die rechte Hand auf die Schulter des Jungen fallen, um die Bedeutung seiner Worte zu unterstreichen, „du kennst dieses Gut aus Kindertagen nur als Ruine. Jetzt ist das Landhaus wiederaufgebaut und ein ertragreicher Hof. Dies ist Trovia und es soll dir gehören! Was sagst du dazu, Hagen von Trovia?“

Der junge Mann riss die Augen auf. Vor lauter Aufregung wusste er gar nicht, was er sagen sollte. Dann wandte er sich direkt dem Häuptling zu.

„Habt heißen Dank für dieses große Geschenk, Herr. Aber lieber als ‚Herr von Trovia‘ wäre mir, ich könnte mich ‚Hagen, Aldrians Sohn‘ nennen.“

Des Häuptlings Miene verfinsterte sich. Er verstand diese Worte Hagens fälschlicherweise als Zurückweisung.

„Du weißt, dass das nicht sein kann“, entgegnete er und wendete seinen Hengst mit einem Schenkeldruck. „Ach übrigens, du musst mit dem Ertrag deines Hofes zum Erhalt von Vernica natürlich beitragen, Herr von Trovia.“ Verärgert gab er dem Pferd die Sporen und galoppierte zurück zur Burg.

Hagen folgte ihm verdrossen und enttäuscht. Es war ihm in seiner Überraschung gar nicht bewusst geworden, was diese Ernennung zum ‚Herrn von Trovia‘ bedeutete. Sein Stiefvater hatte ihn damit in den Kreis der Edlen des Volkes erhoben und den Makel des Bastards von ihm genommen. Und jetzt war Aldrian gekränkt, dass Hagen dies offenbar nicht zu würdigen wusste. Dabei wollte er nur zum Ausdruck bringen, dass ihm die Anerkennung seines Stiefvaters wichtiger war als jeder Titel. So ritten sie beide schweigend nebeneinander nachhause und es war ein Sinnbild der zwischen ihnen herrschenden Gefühle, dass ein Sommergewitter sie völlig durchnässte, bevor sie im Burghof absaßen.

Erst dort fiel Hagen, weil sie exakt an derselben Stelle zu stehen kamen wie damals, wieder der Vorfall ein, als er als Sechsjähriger den Häuptling gefragt hatte, wo ‚Hagens Meierei‘ stünde. Jetzt hatte Aldrian ihm mit Trovia seinen Hof geschenkt und er hatte es nicht zu würdigen gewusst!

Die Jahre darauf wurde Aldrian siech und als Gunter fünfzehn Lenze zählte und der Sommer sich dem Ende zuneigte, verstarb der Häuptling. Als Hel, die Todesgöttin, ihn empfangen und er auf seinem Lager den letzten Atemzug gemacht hatte, begab sich Gunter umgehend in die Halle. Vor der Stufe zum Hochsitz blieb er stehen und schaute hinauf zum Thron, über den noch Aldrians Mantel wie ein Symbol der verwaisten Herrschaft gebreitet war.

„Wenn du dich nicht getraust, den Sitz einzunehmen – soll ich es machen“, stichelte Hagen, der hinter Gunter, ohne dass dieser es bemerkt hatte, in die Halle getreten war.

„Was glaubst du, Hagen, werde ich mich als Häuptling meines Vaters würdig erweisen?“ Gunter war seine Unsicherheit anzumerken.

„Wenn ich dir helfe, kann noch etwas aus dir werden“, ätzte Hagen, um Gunter gleich von vorneherein klar zu machen, wie unverzichtbar er für seine Regentschaft sein würde.

„Aber du entschuldigst mich jetzt, mein zukünftiger Häuptling, wenn ich dich mit deinen Träumen allein lasse. Ich habe ein Thing zu der Schilderhebung vorzubereiten.“ Damit verbeugte er sich in gespielter Unterwürfigkeit und verließ die Halle, mit einem ironischen Lächeln auf den Lippen. Aber unmittelbar hinter dem geschlossenen Tor blieb er stehen. Hagen ahnte etwas und er sah darin eine Gelegenheit, seinen Bruder zu demütigen.

Als Gunter in der Halle allein war, ging er die Stufe hoch und stand einige Augenblicke vor dem Thron. Schließlich warf er sich den Mantel des Häuptlings um, holte tief Luft und setzte sich aufrecht in den Hochsitz.

„Mein geliebtes Volk… nein… ich, euer Häuptling…!“ Mit großartigen Gesten wollte Gunter sein Auftreten als neuer Herrscher üben. In dem Augenblick, in dem er eine theatralische Bewegung mit dem Arm vollführte, stieß Hagen das Tor der Halle wieder auf und stand nun breit grinsend darin. Gunter fror vor Scham in seiner Haltung ein – es war ihm unsagbar peinlich, dass sein Bruder ihn dabei ertappt hatte, wie er übte ‚Häuptling Gunter‘ zu sein. Genau diese Demütigung hatte Hagen bezweckt. Sein Halbbruder sollte sich einer Sache sicher sein: Dass es noch jemanden gibt, der über ihm steht.

„Übernimm dich nicht, kleiner Bruder. Du hast noch ein paar Tage Zeit zu üben, bis das Thing stattfindet.“ Lauthals lachend verließ Hagen endgültig die Halle. Der Gedemütigte sackte im Hochstuhl zusammen. Von ‚Häuptling Gunter‘ war nichts übriggeblieben als ein geschmähtes Häufchen Elend.

Hagen übernahm nun die Aufgabe, das Erhebungsthing zu organisieren. Auf seinem Weg über den Burghof traf er auf den Herrn von Gunters Meierei, den alten Freund und Mitstreiter Aldrians.

„Truchsess!“ Hagen trat dem, mit gebeugtem Haupt einhergehenden Recken in den Weg. „Wollt ihr dem alten Häuptling einen Dienst erweisen und das Amt des Thing-Grafen zu der Schilderhebung seines Nachfolgers übernehmen?“

„Ah, Hagen“, dem Mann war die Trauer um den verstorbenen Weggefährten anzusehen und er wirkte wie aus seinen Erinnerungen in die Gegenwart zurückgeholt. „Es ehrt Euch, dass ihr mich noch ‚Truchsess‘ nennt, aber das bin ich nicht mehr. Die rechte Hand des neuen Häuptlings seid jetzt ihr. Aber eurer Bitte entspreche ich gerne und werde das Amt des Thing-Grafen übernehmen. Wir sehen uns dann auf der Versammlung zum nächsten Vollmond.“ Damit stieg er auf sein Pferd und trottete, mit gebrochener Stimme ein altes Heldenlied zu Ehren seines verstorbenen Freundes Aldrian singend, aus Vernica hinaus.

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