Bodo Gölnitz - Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1

Здесь есть возможность читать онлайн «Bodo Gölnitz - Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

An einem kalten verschneiten Wintertag des Jahres 1955 wird Bodo als sechstes Kind einer Flüchtlingsfamilie geboren.
Seine Mutter hatte sich aus einem kleinen ostpreußischen Dorf mit fünf
kleinen Kindern und zu Fuß auf den Weg gemacht, während ihr Mann irgendwo in einem Schützengraben an der Ostfront steckte.
Nach Kriegsende soll es noch acht lange, harte und entbehrungsreiche Jahre dauern, bis die Familie wieder zusammenfindet.
Deutschland versucht, wieder in die Normalität zurückzufinden, und der kleine Bodo lernt, was es heißt Flüchtlingskind zu sein und in ärmlichen Verhältnissen aufzuwachsen. Und noch etwas lernt er – durchzuhalten. Getrieben von dem Vorsatz, eines Tages Wohlstand und Glück zu
erreichen, macht er sich auf den Weg. Er verlässt früh sein Elternhaus, findet seine erste Liebe, aber auch erste große Enttäuschungen.
Doch eines Tages meint er nah am Ziel zu sein.
Aber die Pfade des Lebens sind steinig und schmerzhaft.

Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1 — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Auch meine Geburtstage konnte ich nicht mit Freunden feiern, denn das waren zusätzliche Ausgaben für meine Eltern.

Ich habe mich immer fürchterlich dafür geschämt, dass ich niemanden einladen durfte. Und wenn mich die Klassenkameraden am Tage meines Wiegenfestes danach fragten, was ich denn für tolle Sachen geschenkt bekommen hätte, log ich das Blaue vom Himmel. Denn in Wirklichkeit gab es irgendwelche Sachen zum Anziehen und dann nur noch ein kleineres Spielzeug. Hätte ich die Wahrheit gesagt, wäre ich deswegen gehänselt worden. Und da ich auch körperlich einer der Schwächeren war - dünn und klein - bot ich für solche Dinge nunmal eine prima Angriffsfläche.

Meine Familie war nicht nur arm, sondern an uns haftete auch der Makel der »Flüchtlingsfamilie«. Ich habe das als kleiner Junge mit etwa acht Jahren aber nie richtig begriffen. Erst nach und nach fing ich an, mir darüber Gedanken zu machen.

Das einschneidenste Erlebnis hierzu hatte ich, als ich die 4. Klasse der Grundschule besuchte.

Zu Beginn des Schuljahres bekamen wir eine Klassenlehrerin, die neu in der Schule angestellt war und nicht im Dorf, sondern in der Stadt wohnte. Frau Schlüter war eine ältere Dame - jedenfalls aus der Sicht eines Zehnjährigen. Für mich waren Menschen, im Alter über 20 Jahre, schon allesamt richtige Erwachsene. Diese Meinung teile ich heute nicht mehr so ganz. Und über 50-Jährige - waren Omas und Opas. Auch hierzu hat sich meine Einstellung geändert.

Jedenfalls war Frau Schlüter eine sehr einfühlsame Lehrerin, die versuchte, für jeden Schüler Verständnis - in Bezug auf seine Stärken und auch Schwächen - aufzubringen. Um ihn, dank ihrer Einschätzung, auf die richtigen Bahnen zu lenken. Ihr Ziel war es, das Optimale aus jedem Einzelnen herauszuholen.

Vor der Bekanntschaft mit dieser Lehrerin hatte ich oft das Gefühl, von den Lehrkräften nachteilig behandelt zu werden. Denn obwohl ich eigentlich immer zu den 3 bis 4 leistungsmäßig besseren Schülern meiner Klasse gehörte, bekam ich seltener Belobigungen als andere.

Bei Frau Schlüter hatte ich plötzlich das Gefühl, dass sie meine Fähigkeiten erkannte und ihr es völlig egal war, welche gesellschaftliche Stellung meine Eltern hatten. Oder wieviel Geld wir besaßen. Ich verspürte einen enormen Motivationsschub. Und das verdankte ich ihr.

Auch meine zwei besten Freunde, Klaus und »Wippi«, waren begeistert von der neuen Lehrerin. Allerdings auch der Großteil unserer Klasse.

Als sie eines Tages Geburtstag haben sollte, sind wir losgegangen und haben an einen Nachmittag, auf den Wiesen unseres Dorfes, einen riesigen Feldblumenstrauß für sie gepflückt. Frau Schlüter war, als wir ihr am nächsten Tag den Strauß überreichten, sichtlich gerührt.

Sie bekam an dem Tag noch mehrere Sträuße und Geschenke, so dass sie Probleme hatte, diese vielen Präsente nach Hause zu bringen. Sie wohnte ja in der Stadt und pendelte mit dem Bus zwischen Heim- und Arbeitsstätte.

Deshalb boten wir drei Freunde uns an, ihr zu helfen. Wir wollten die Sachen gemeinsam zu ihr nach Hause tragen. Frau Schlüter willigte ein, und als wir in ihrer Wohnung angekommen waren, gab’s zur Belohnung heißen Kakao, Kekse und Kuchen.

Zu dieser Zeit waren die Beatles sehr populär und wir Jungs konnten die Texte derer Songs in- und auswendig.

»She loves you, yeah yeah yeah...« oder »I want to hold your hand...«

Meine Eltern sprachen zwar mit Abscheu von diesen »Langhaarigen« und ihrem »Hottentotten-Radau«, aber wir liebten die sogenannte Beatmusik.

Frau Schlüter war völlig anders. Mit ihr konnten wir über John, Paul, George und Ringo reden und fühlten uns von ihr verstanden.

Da sie im Allgemeinen der Musik sehr verbunden war, stand in ihrer Wohnung ein Klavier, und an der Wand hing eine wunderschöne Laute. Ich fand Musikinstrumente immer schon faszinierend und konnte meinen Blick garnicht von diesen tollen Dingen abwenden.

Nach Kuchen und Kakao spielte sie uns dann etwas auf dem Klavier vor. Da wir wie gesagt die Texte der Beatles auswendig, aber den englischen Inhalt nicht verstehen konnten, versprach sie uns, die Worte ins Deutsche zu übersetzen. Damals gab’s Englischunterricht erst ab der Klasse 7.

Ein paar Tage später übergab sie meinen Freunden und mir die von ihr handschriftlich übersetzten Texte unserer Idole.

Frau Schlüter war es auch, die meine Liebe zum Zeichnen förderte. Einmal durfte ich in einer Pause eine Seitentafel, mithilfe bunter Kreide, bemalen. Eine Dschungel-Landschaft mit Palmen, Lianen, Tigern, Löwen und Elefanten. Aus heutiger Sicht für einen 10-jährigen Knirps ein tolles Bild. Und meine neue Lehrerin sagte mir, sie wäre überzeugt davon, dass ich später einmal irgendetwas Künstlerisches machen werde.

Das Ende der Grundschule näherte sich und ich hatte den Wunsch, anschließend eine weiterbildende Schule in der Stadt zu besuchen. Der Sohn des Arztes gehörte zwar zu den nur mittelmäßigen Schülern. Jedoch aus beiläufigen Bemerkungen meiner vorherigen Lehrerin war für mich ersichtlich: »Der hat schon einen Platz auf der Oberschule« (der damalige Name für das Gymnasium).

Ich meinerseits wäre schon zufrieden gewesen, für die Realschule (damals Mittelschule) vorgeschlagen zu werden. Denn ich träumte davon, eines Tages durch eine bessere Bildung einen Beruf erlernen zu können, der mich zu Ansehen und gutem Auskommen bringen würde. Sicher würde ich dann ein Fernsehgerät haben und ein Auto fahren - also ein Leben führen, das völlig anders als das meiner Eltern wäre.

Die Zeit der Zeugnisvergabe rückte näher und Frau Schlüter teilte uns, bereits einige Tage zuvor, schon einmal unsere zu erwartenden Zeugnisnoten mit. Ich hatte meine ohnehin ganz ordentlichen Zensuren in den meisten Fächern um eine Note verbessert und sah mich bereits als Mittelschüler. Doch zu meiner Verwunderung war ich bei der Vergabe der Zeugnisse wieder auf dem alten Stand.

Unser Rektor, Herr Weiß, war nämlich nicht mit der Zensurenvergabe von Frau Schlüter einverstanden und ordnete an, mein Zeugnis zu überarbeiten.

Etwa 6 oder 7 Jahre später - ich war bereits in der Lehre - begegnete ich Frau Schlüter in der Einkaufsstrasse unserer Stadt. Wir freuten uns beide, und sie lud mich in ein Café ein. Ich erzählte von mir, und sie von sich.

Sie hatte nach drei Jahren auf eigenen Wunsch die Schule gewechselt. Und während des Gesprächs verriet sie mir auch die Umstände meiner Zeugnisänderung aus der 4. Klasse. Damals hatte sie einen mittelschweren Anschiss von Rektor Weiß bekommen, da sie mich seiner Meinung nach zu vorteilhaft bewertet hätte. Dabei hatte ich während meiner gesamten Grundschulzeit kaum eine Unterrichtsstunde mit Herrn Weiß verbracht. Wieder hatte ich das Gefühl, dass das Leben unfair zu mir sei.

Egal - ich hätte trotzdem zur Realschule wechseln können. Doch da spielten meine Eltern nicht mit. Sie befürchteten nämlich, dass dann Kosten für Schule, Bücher und eventuelle Klassenfahrten (welche den Geldaufwand eines Wandertages weit überschreiten würden) auf sie zukommen könnten. Und so hörte ich immer wieder den Spruch: »Ein guter Volksschüler ist besser als ein schlechter Mittelschüler!« Und das war’s dann.

Ich jammerte und bettelte, aber nichts war zu machen.

So ergab ich mich letztendlich meinem Schicksal. Und zu Beginn des neuen Schuljahres wurde auch mein Bruder eingeschult.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1»

Обсуждение, отзывы о книге «Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x