Bodo Gölnitz - Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1

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Wenn die Tage ihre Farbe verlieren - Band 1: краткое содержание, описание и аннотация

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An einem kalten verschneiten Wintertag des Jahres 1955 wird Bodo als sechstes Kind einer Flüchtlingsfamilie geboren.
Seine Mutter hatte sich aus einem kleinen ostpreußischen Dorf mit fünf
kleinen Kindern und zu Fuß auf den Weg gemacht, während ihr Mann irgendwo in einem Schützengraben an der Ostfront steckte.
Nach Kriegsende soll es noch acht lange, harte und entbehrungsreiche Jahre dauern, bis die Familie wieder zusammenfindet.
Deutschland versucht, wieder in die Normalität zurückzufinden, und der kleine Bodo lernt, was es heißt Flüchtlingskind zu sein und in ärmlichen Verhältnissen aufzuwachsen. Und noch etwas lernt er – durchzuhalten. Getrieben von dem Vorsatz, eines Tages Wohlstand und Glück zu
erreichen, macht er sich auf den Weg. Er verlässt früh sein Elternhaus, findet seine erste Liebe, aber auch erste große Enttäuschungen.
Doch eines Tages meint er nah am Ziel zu sein.
Aber die Pfade des Lebens sind steinig und schmerzhaft.

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Kurze Zeit später bekam Axel eine dermaßene Tracht Prügel, dass man daraus schließen musste, in Zukunft grundsätzlich ein auf äußerste Reinlichkeit achtendes Kind in seinem Hause zu haben. Doch weit gefehlt, wie sich später herausstellte.

Auf jeden Fall wurde es an diesem Tage nichts mehr mit einem Familienausflug und dem darin enthaltenen Genuss einer Portion Speiseeis.

Ein anderes Mal kam es zu folgender Anekdote.

Etwa 100 Meter von unserem Haus entfernt, hatte ein örtlicher Bauer seinen Hof. Daran angrenzend war ein kleines Feld, welches mit einem niedrigen Bretterzaun umgeben war. Auf diesem Feld suhlte sich die ansehnliche Schweinezucht des erwähnten Landwirtes. Und wie Schweine nun mal so sind, hatten sie dafür gesorgt, dass große Teile des Ackers schön durchgewühlt und moderig waren.

Der 4-jährige Axel hegte, aus welchem Grund auch immer, eine große Zuneigung zu diesen Tieren. Oft, auf dem Zaun sitzend, beobachtete er die Schweinchen. Und manchmal lockte er sie mit altem Brot oder Karotten, um dann großen Spaß daran zu haben, ihnen beim Fressen und Scheißen zuzusehen.

Es war wieder Sonntag und Zeit unseren adretten Feiertags-Dress anzulegen. Und so fein herausgeputzt, zog es Axel mal wieder auf das Schweinegatter. Eines der dicken, größeren Säue schubberte just seine Schwarte am Selbigen.

Brüderchen, in kindliche Gedanken versunken, kam in diesem Moment auf die Idee, doch einmal auszuprobieren, ob es sich auf so einem possierlichen Tierchen auch reiten ließe. Gesagt, getan - hangelte er sich vom Zaun herab auf das Borstenvieh.

Besagtes Schwein, irritiert von der unnatürlichen Last auf seinem Rücken, setzte sich sofort in Bewegung, um den Parasiten abzuschütteln. Doch der verfügte über einen erstaunlichen Gleichgewichtssinn. Das Schweinchen rannte los. Und durch unablässige Bocksprünge schaffte das Tier es dann doch, seinen Reiter abzuwerfen. Mein Bruder landete in hohem Bogen, direkt in der Mischung aus Matsch, Wasser und Exkrementen. Das Sonntags-Outfit war nun völlig außer Form geraten, und hatte dazu noch diesen eigenartigen Geruch angenommen. Einen Geruch, von dem man meint - wenn man ihn erst einmal in der Nase hat - dass man ihn nie wieder los wird. Jeder, der einmal die Düfte eines viehhaltenden Bauernhofes erschnüffeln konnte, kann sicherlich nachvollziehen, was ich meine.

Was anschließend zu Hause passierte, erspar ich mir zu schildern. Viel später habe ich dann aber verstanden, was es damals für eine Wahnsinnsarbeit war, die Familie zu versorgen und im Besonderen derer Wäsche sauber zu halten.

Es fiel immer ein Berg von Wäsche an, die es zu reinigen galt. Denn Mutter war sehr daran gelegen, dass wir sauber und adrett rumliefen. Auch die Arbeitsklamotten meines Vaters wurden nicht, wie heute oft üblich, vom Arbeitgeber gereinigt. Nein, die wurden ebenfalls zuhause gewaschen und natürlich auch gebügelt. An eine dieser neumodischen sehr teuren Waschmaschinen war nicht zu denken und die Trocknung der gewaschenen Bekleidung übernahm der Wind, der ja bekanntermaßen im Norden heftig weht.

Im Keller unseres Hauses gab es eine Waschküche, die abwechselnd nach festem Plan von den Mietern genutzt wurde. Diese Waschküche bestand aus einem riesigen Waschtrog, der fest auf einer mit Kohle zu befeuernden Feuerstelle stand. Und das Wasser im Trog musste morgens - an dem Tag, an dem man die Waschküche nutzen durfte - erst einmal mit Holz, Koks und Briketts aufgeheizt werden.

Wenn der Waschofen befeuert und das Wasser heiß war, hatte Mutter die Berge an Schmutzwäsche schon körbeweise runtergeschleppt und im Waschkübel die Seifenlauge angesetzt.

So stand sie dann, mit Kittel und Kopftuch bekleidet, über jenem Kübel und walkte die Wäsche durch. Mithilfe eines riesigen Paddels, wie man sie an Ruderbooten nutzt. Ein enormer Kraftaufwand!

Wenn dann eine Fuhre durchgewaschen war, kam die nächste dran. Da musste eine Frau schon kräftig gebaut sein, um das zu schaffen.

Anschließend wurde die Wäsche von Hand ausgewrungen und zum Trocknen nach draußen an die vorhandenen Wäscheleinen gehängt, bzw. auf dem Trockenboden unterm Dach.

Meistens dauerte es länger als einen Tag, bis die Wäsche durchgetrocknet war. Und im Winter waren die Handtücher manchmal steif wie Bretter – zu Eis gefroren.

Für mich war der Waschtag immer ein Horrorszenario. Wenn ich aus der Schule kam, standen überall Körbe mit Bergen von Wäsche herum, und die ganze Wohnung roch nach Seifenlauge.

Mutter hatte aus Zeitknappheit schnell ein dünnes Süppchen gekocht (eigentlich waren unsere Suppen immer dünn), und war arg im Stress. Ungemütlicher ging’s kaum. Damals habe ich mir vorgenommen, wenn ich mal erwachsen bin, als Erstes eine dieser neuen modernen Waschmaschinen für meinen eigenen Haushalt anzuschaffen.

Am Abend des Waschtages ging’s dann munter weiter. Die ganze Familie war im Wohnzimmer versammelt, um die getrocknete Bettwäsche zu recken. Das hieß, die Laken und Bettbezüge wurden über die Ecken mit Ruck in ihre ursprüngliche Form gezogen. Ich hasste diese Prozedur! Und ich meinte zu erkennen, dass es Vater ähnlich ging.

Fast den ganzen nächsten Tag stand meine Mutter dann hinter dem Bügelbrett. Und während Mutti das Plätteisen schwang, saß ich nach dem Abarbeiten meiner Hausaufgaben am Küchenfenster, sah hinaus und wünschte, dass ich eines Tages reich sein würde, und Mutti nie mehr Wäsche waschen müsste.

Ein schrilles Quieken drang in meine Ohren und riss mich aus meinen Träumen von elektrischen Waschmaschinen und Bergen von Banknoten. Mein Blick auf den Innenhof zeigte mir, dass dort gerade der mobile Schlachtermeister des Ortes, dem Schwein eines Nachbarn die Vorder- und Hinterbeine zusammengebunden hatte. Dann setzte er sein Bolzenschussgerät hinter dem Ohr des Tieres an. Ein dumpfes Klacken; und das Schwein brach zusammen.

Ein Gehilfe hielt derweil einen Eimer bereit. Und als der Metzger die Klinge eines großen Messers in den Hals des Tieres rammte, schoss das warme dunkelrote Blut stoßweise in den Behälter.

Neugierig beobachtete ich, wie einige Männer die aufgeschlitzte tote Sau auf eine Holzleiter banden. Dann wurde der dampfende Leib mit schnellen, jedoch langen Schnitten, geöffnet.

Da es bereits Herbst war, ließ die Wärme des offenen Schweinekörpers die kalte Novemberluft dampfen.

Einige Frauen schleppten eimerweise kochendes Wasser heran und übergossen damit das hängende Vieh. Die Männer begannen sofort die Borsten von der Schweineschwarte zu kratzen, während eine andere Nachbarin unermüdlich das warme Blut im Eimer rührte, damit es nicht gerinnen konnte. Denn sonst wäre es mit der Blutwurst, die daraus fabriziert werden sollte, wohl nichts geworden.

Das Schauspiel der Hausschlachtung dauerte den gesamten Nachmittag. Der Veterinär kam, begutachtete das Fleisch des toten Tieres, drückte violette Stempel auf die entborstete Schwarte; und dann wurde das Fleisch mit scharfen Messern durch flinke geübte Hände zerteilt.

Am nächsten Tag war das Thema Schmutzwäsche erledigt und auch bei uns stand Grützwurst mit Bratkartoffeln auf dem Speiseplan.

Mutti achtete sehr auf geregelte Mahlzeiten, und deshalb gab es zeitlich einen klar abgesteckten Rahmen. Frühstück war um 8, Mittagessen um 12, Abendbrot um 18 Uhr. Nur an den Wochenenden gab es um Punkt 15 Uhr zusätzlich noch Kaffee und Kuchen.

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